Beiträge

 

17.06.10

Startseite
Leidensweg
Kindheit
Opfer
Täter
Dokumente
Aktuelles
Medien
Beiträge
Rückmeldung
Impressum

 

 

Hier werden Beiträge veröffentlicht!

Nachruf

Und wieder trauern wir um weiter drei Opfer von Missbrauch und Misshandlugen in Heimen.
Heinz Hubert Horst geboren am 27.10.1961 gestorben am 03.05.2010 in Bergheim an Krebs
Peter Kappes geboren am 02.05.1956 gestorben im April 2010 an Herzversagen in Eschweiler

Profilbild

Renate Michel geboren am 16.02.1940 gestorben im 12.06.2010 in Arnsberg
http://www.aus-dem-leben-eines-heimkindes.de/

Wir werden die Opfer in guter Erinnerung behalten. Mögen Ihre Seelen im Jenseits Ruhe und Frieden finden, den Sie auf unsere Erde nicht hatten.

 

30.10.2009 Mein Name ist Heinz L. und ich bin im Januar 1948 geboren. Ich kam mit acht Monaten vom 29.09.1948 bis 16.07.1957 in ein Kinderheim in Mönchengladbach, Engelbleckerstrasse 55. Dieses Heim wurde von der Diakonie geleitet. In diesem mussten wir stundenlang in Reihen auf dem Töpfchen sitzen. Schläge gab es für jede Kleinigkeit, ins Gesicht oder auf den Po. Erbrochenes Essen musste wieder gegessen werden. Nachdem ich mit neun Jahren für das Heim nicht mehr tragbar war ging es für fast ein Jahr in das Don Bosco Kinderheim in Viersen Helenabrunn bis zum 22.05.1958. Dieses Kinderheim wurde von Nonnen der Augustinerinnen/Emmaculata geleitet.  Mit 10 Jahren kam ich für ein Jahr wieder nach Hause. Das war vom 23.05.1958 bis 18.03.1959. Das Heim wollte mich nicht länger haben.
Meine Mutter konnte mit dem total zerstörten Jungen auch nicht mehr umgehen und so kam ich mit elf Jahren am 19.03.1959 nach Urft in die Eifel ins Hermann Josef Haus.
Hier der Bericht vom Hermann Josef Haus über mich bei der Einlieferung:
„Heinz war von seiner Geburt an fast immer in Kinderheimen, die Mutter hatte sich nie allzuviel um ihn gekümmert. Als er zu schwierig wurde hat man ihn zur Mutter entlassen, diese arbeitete aber den ganzen Tag und Heinz war sich selbst überlassen.“
Dort blieb ich bis zum 29.06.1962. Also 3 Jahre und 3 Monate. In Urft war ich in der Christopherusgruppe unter Schwester Adelheid im Altbau. Oben auf dem Dachspeicher war eine Zelle eingerichtet worden. In der nur eine Matratze mit einer kratzigen Decke war. In dieser Zelle war es im Sommer zu heiß und im Winter viel zu kalt, wenn wir da eingesperrt wurden. Ein halb gefüllter Eimer mit Wasser diente der Notdurft, ansonsten war die Zelle leer. Da war ich mal gerade 12 Jahre alt. Bettnässer haben immer Prügel bezogen, wenn sie ins Bett gemacht haben. Das passierte mir auch manchmal. Prügel gab es auch für Widerworte und ganz viel Prügel gab es für Gotteslästerung. Wir sind nach der Schule mit Arbeit übersät worden, Kuhstall reinigen, Schweine füttern und Kartoffel schälen waren unsere Aufgaben.
Jeden Tag, also morgens vor dem Frühstück, gingen wir in die Kapelle des Kinderheimes Herman Josef Haus. Ein Salvatorianer Pater aus Steinfeld, hielt die Messe ab und wohnte auch im Heim. Beim Fußballspiel bekam ich mal den Ball in den Unterleib und der Salvatorianer sagte zu mir, ich müsse zu ihm kommen, damit er mich untersuchen kann. So fing der sexuelle Missbrauch an. Ich saß auf seinem Schoß und er rieb sein Teil an meinem Körper. Einmal hatte ich den erigierten Penis auch in der Hand. Sein stöhnen geht mir bis heute nicht aus dem Sinn. Auch seine Alkoholfahne war für mich unerträglich. Sein Name war Pater S. M. Er massierte auch anderen Heimkindern gerne die Hoden nach dem Fußballspiel bei einer Verletzung. Hans-Günter H. kann den sexuellen Missbrauch im Heim bestätigen, denn auch seine Hoden wurden massiert. Unser erster Erzieher hieß damals Herr Haas. Unsere Lehrerin war eine kleine, alte Nonne, die besonders gerne zuschlug. Schwester Adelheid hatte sehr starken Mundgeruch gehabt. Als ich sie darauf ansprach bezog ich feste Prügel. Frag nicht nach Sonnenschein!
Anschließend war ich noch im Erziehungsheim Fichtenheim bei Krefeld, der vom LVR Köln betrieben wurde. Eine Lehre habe ich da angefangen, aber nicht zu Ende geschafft.
Herr Jansen, ein Erzieher vom LVR, schlug mir mit seinem schweren Schlüsselbund auf mein rechtes Ohr und zerstörte dabei einige Nerven. Mein leben lang litt ich an Hörverlust.
Nach meiner zerstörerischen Heimzeit habe ich auf privatem Wege doch noch am 17.08.1965 meine Metzgerlehre fertig gemacht und danach mehr als 30 Jahre als Metzger gearbeitet.
Heute bin ich Frührentner und kann einfach meine misshandelte Kindheit nicht vergessen.
Seid einem halben Jahr bin ich in Therapie wegen PTBS. Danke Deutschland.
Heinz L.

24.10.2009 Mein Namen ist Hildegard F. und wohne in Mönchengladbach.
Durch eine Berichterstattung der ARD bin ich auf das Thema "Ehemalige Heimkinder" aufmerksam geworden. Diese Berichterstattung ließ bei mir alles Verdrängte wieder an die Oberfläche kommen und ich möchte Ihnen als ehemaliges Heimkind gerne meine Geschichte in Kürze etwas näher bringen. Ich wurde 1938 geboren und kam bereits 1940 (weshalb auch immer) in das Kinderheim Mönchengladbach - Neuwerk. Dieses Kinderheim wurde in diesen Jahren von der evangelischen Diakonie geführt. Bis 1956 (16 Jahre) musste ich mein junges Leben im Heim verbringen und ich denke heute noch mit Schaudern an diese quälende Zeit zurück. Kein Tag verging ohne Schläge, ohne Demütigung und Kälte. Bestrafungen hießen Schläge mit dem Teppichklopfer auf den nackten Körper, dem Einsperren in der dunklen, kalten und engen Besenkammer, der Isolation. Hier gab es keinen Trost, keine Wärme nur das beengende Gefühl der Wehrlosigkeit. Wie kann ein Kind diese Härte, Lieblosigkeit unbeschadet überstehen? Der psychologische Druck, diese Kälte lässt jede Kinderseele leiden und meiner Meinung nach auch zerbrechen. Nachts wache ich auf und ich bin schweiß gebadet. Die Erinnerungen lassen mich auch heute noch nicht ruhen. Meine schlimmsten Erinnerungen beziehen sich auf ein Geschehen woran ich mich heute nicht mehr erinnern kann. Aber die Auswirkungen dieses Geschehen bezeugt mein Körper in grausamer Weise. Meine Beine und Füße sind mit dramatischen Brandnarben übersät und was diese Narben einem jungen Mädchen, einer Frau bis an ihr Lebensende antut ist kaum zu beschreiben. Mein ganzes Leben habe ich unter diesen Narben gelitten, habe mich geschämt und frage mich heute noch, warum? Was hatte ich getan? Was war geschehen? Niemand im Heim wollte mir über dieses Verbrechen Auskunft geben. Ich hatte immer den Eindruck, vieles sollte vertuscht werden und ich war leider noch viel zu klein um mich erinnern zu können. Ich bin froh, dass sich nach so vielen Jahren das Fernsehen diese ehemaligen Heimkinder annimmt und ich heute meine Geschichte in Bruchstücken Ihnen vermitteln kann. Mein Leben war und ist bestimmt von dieser Zeit und ich wundere mich selbst, wie ich diese Hölle tatsächlich überlebt habe. Die Narben in meiner Seele kann ich oberflächlich verbergen, aber die Narben meines Körpers sind nicht zu verbergen und erinnern mich täglich an die Qualen, die ich selbst meinen Feinden nicht gönnen würde.

Danke Hildegard F.
 

05.05.2009 Hallo Hans-Bert, jetzt holt mich nach 46 Jahren meine Vergangenheit ein. Wo fang ich an, womit hör ich auf: Nach dem Tod meiner Eltern sind meine Geschwister und ich ins Kinderdorf St. Josef in Dalheim Rödgen gekommen. Ich war damals acht, meine kleinste Schwester ein halbes Jahr. Ein gutes hatte die Sache, dass wir Geschwister zusammen waren. Meine ersten Schläge hab ich am zweiten Tag bekommen, weil ich mich vor Angst ans Fußende eines Mädchens verkrochen habe, man zog mich an den Haaren vorm Schwesternzimmer und schlug mich blutig. Als ich nach meiner Mutter schrie, knallte man mir um die Ohren, dass die mir eh nicht mehr helfen kann. Mein Bruder, das arme Schwein bekam jeden Tag Prügel, weil er Bettnässer war. Man schlug solange zu, mit den Worten, „bei jedem Laut bekommst du noch einen“. Wie oft hab ich versucht meinen Bruder zu schützen, es half alles nichts, bekam ja selber für das kleinste vergehen Prügel. Von den anderen Misshandlungen abgesehen, aber wir bekamen es für die anderen halt mit, wir waren ja eh asozialer Dreck. Wenn etwas in der Gruppe fehlte mussten wir vor dem Schwesternzimmer knien, meistens hab ich mich hingekniet und die anderen erlöst, weil ich es nicht mehr mit ansehen konnte. Sexuelle Belästigungen gab es vom Klavierlehrer, der einem während des Unterrichts die Hose runter zog und an einem rum machte, von einigen Größeren, die meinten man sei Freiwild. Ich kann jetzt auch nicht alles schreiben, weil es mich zu sehr belastet. Meine letzte Ohrfeige habe ich mit 15 bekommen, weil ich nach der Arbeit nicht pünktlich war. Ich hatte mich mit jemandem getroffen und man hat mich natürlich gesehen. Ich saß im Waschraum als es knallte. Ich hab der Nonne nur gesagt, haust du mich noch einmal schlag ich zurück. Es gibt viele parallelen in den Berichten hier, auch in deinem, da wir ja im gleichen Heim aufgewachsen sind. Es gibt keine Entschuldigung für das Verbrechen an uns. Mein Leben ist verkorkst. Ich bin beziehungsunfähig, habe keinen Bezug zu meiner Sexualität, trinke, meine Männer waren so wie die Nonnen, schlagen konnten die gut. Man hat mir meine Kindheit genommen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Abgang aus Dalheim bestand darin, dass man mich beim klauen erwischt hat, ich war zwei Tage ohne essen und trinken eingesperrt, natürlich alles mit Prügel verbunden, dann abgeschoben nach Dortmund ins Erziehungsheim Vinzenzheim. Man trennte mich von meinen Geschwistern, brachte mich wieder zu Nonnen, ein besserer Knast. Türen und Fenster ohne Klinken, eine hohe Mauer mit Glasscherben. Ob ich da Prügel bekommen hab weiß ich nicht mehr, da ich aber meine Lehre fertig machen konnte und zur Berufsschule raus musste, glaub ich das eher weniger. Schlimm in Dalheim war der Verrat. Vertraute man jemanden wurde alles den Nonnen weiter erzählt, und das bedeutet wie immer. Wir waren der Willkür dieser unfähigen Frauen in jeder Hinsicht ausgeliefert. Auch den Lehrern und Pastoren. Ist es einem Kind zuzumuten Totenwache an einem verhassten Pastor zu halten, der schon zu Lebzeiten ein Schwein war, jetzt da lag und schon blau war. Es ist mir bis heute ein Gräuel auf den Friedhof zu gehen, mir Tote anzusehen. Noch was hab ich vergessen..........wie oft der Grundai mir nach der Arbeit aufgelauert hat und sich an mir vergehen wollte. Ich war immer heilfroh, wenn ich an seinem Haus vorbei war und er nicht draußen stand. Das habe ich auch niemanden erzählt. Ich hab noch soviel zu erzählen aber mir schnürt es die Brust zu. Ich danke Dir, dass Du als erster damit an die Öffentlichkeit gegangen bist und ich steh jetzt nach 46 Jahren hinter Dir, mit allem was ich kann. Noch etwas, das geschah alles im Namen Gottes..........................wo war er denn als man uns malträtierte.
Die Kirche ist das Verlogenste was es je gab.

Danke Dir, Ilona

 

 

23.03.2009 Hallo lieber Bert ich muss mich aufraffen um dir die Geschichte meines Bruders zu erzählen es fällt mir sehr schwer darüber zu reden.
Am 15.03.2009 um 0:50 wurde mein Bruder Karl-Heinz tot vor seiner Kölner Wohnung gefunden: Die Kölner Polizei teilte mir mit das er einen
Herzschlag erlitten hat, doch ich glaube das er sich tot getrunken hat. Das Leid was er in seinem Leben ertragen musste hat ihn zu dem gemacht was er war, ein Alkoholiker und das nicht ohne Grund. Er wurde nur 52 Jahre alt. So hat es die Kirche geschafft wieder einen Menschen zu zerstören. Wieviele noch? Warum?
Hier die Geschichte meines Bruders.
Mein Bruder kam mit einem Jahr in das Kinderheim Schloß Dilborn bei Brüggen am Niederrhein, das damals von den Nonnen der Armen Dienstmägde Jesus Christie geleitet wurde. Damit fing sein Leidensweg an.
Er hat genauso wie meine anderen Geschwister das gleiche ertragen müssen wie wir. Mein Bericht steht auch in Deiner Seite.
Das heißt Misshandlungen und Missbrauch von einem Priester und von so genannten Pädagogen.
Nach seiner Zeit in diesem Heim steckten ihn die Nonnen in ein Lehrlingsheim in Krefeld wo er von den Mitbewohnern gequält wurde.
Dort hielt er es nicht lange aus und wurde danach vom Kolpingwerk Mönchengladbach betreut.
Was Ihm auch nicht weiter half. Trotz abgeschlossener Berufsausbildung kam er einfach nicht zurecht.
Die Folgen der Heimerziehung machten ihn zu einem Menschlichen Wrack, so hart das auch klingen mag es entspricht der Wahrheit.
Er war immer auf der Suche nach der Liebe seines Lebens. Aber wie soll ein Mensch der so etwas erfahren hat noch verstehen was Liebe ist?
Ich habe ihn immer wieder aufgesucht um ihm zu helfen aber er ließ sich nicht helfen - was sollte ich machen - ich mache mir deswegen Vorwürfe.
Nach diesen extremen Exzessen wurde er Herzkrank. So das er lange im Krankenhaus lag und auf einen Spender wartete.
Unglaublich kann ich da nur sagen.
Dann hielt er es nicht mehr aus und verlies das Krankenhaus. Ich kann jetzt nur wage vermuten was dann passierte. Erst mal einen trinken gehen - das hat ihm den Rest gegeben. Suizid auf Raten, Hammer wieder einer der es nicht geschafft hat. Es tut so weh!!!! Ich glaube nicht das mein Bruder mir das übel nehmen würde was ich hier schreibe, Es muss einfach sein. Das schreibt dir ein Mensch der um seinen Bruder trauert was kommt noch?
Lieber Bert du weist wie das ist. In tiefer Trauer, Fred

 

 

22.09.2008 Mein Name ist Johannes B.
Hallo Bert,
erst einmal einen herzlichen Dank für Deine Bemühungen. Ich will Dir in knappen Sätzen etwas von meinem Privatleben schildern. In meinen ersten beiden Schuljahren stellte ein Lehrer fest, dass ich sehr unruhig war und mich nicht konzentrieren konnte. Zu dieser Zeit kriselte es zu Hause. Meine Mutter war unzufrieden mit ihrer Situation. Obwohl nach meinem dafürhalten alles in Ordnung schien. Wir hatten genug zu Essen, im Winter warme Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Eigentlich schien alles harmonisch zu verlaufen. Meine Mutter wollte mehr Geld. Tolle Kleider, Schmuck, ausgehen und auswärts essen. Das war 1962 und ich war gerade in der zweiten Klasse. Urplötzlich veränderte sich alles. Jetzt arbeiteten beide Elternteile. Wir Kinder blieben dabei auf der Strecke. Hausaufgaben habe ich kaum noch gemacht weil wir nach der Schule auf der Strasse standen. Wir waren drei Kinder, meine Schwester Marlene, die älteste, meine Wenigkeit und mein Bruder Peter der drei Jahre jünger war ich. Es war im Oktober und mein Bruder und ich liefen immer noch mit einer kurzen Lederhose herum. Wir hatten Hunger und Durst und es war kalt. Meine Schwester war bei ihrer Freundin im warmen Haus und bekam auch essen und Getränke. So kam es wie es kommen musste, ich wurde auffällig durch Nahrungsmitteldiebstahl. Das Jugendamt schaltete sich ein und ich musste nach Urft ins Herrmann-Josef-Haus. Natürlich war ich als Kind schuld an der ganzen Misere zumindest sagten das meine Eltern. So übergab meine Mutter mich der Obhut einer gewissen Schwester Christine auf der Dominikus Gruppe. Alle Kinder waren anwesend und meine Mutter sagte zu der Nonne, “wenn der Bengel nicht spurt dann schlagen sie ihn grün und blau, der ist schließlich schuld das eine Familie jetzt unter dieser Angelegenheit leiden muss“. Damit meinte sie sich. Von wegen Familie. Vor allen Kindern gab meine Mutter mir noch eine Ohrfeige mit auf den Weg. Ich kam mir vor wie ein Schwerverbrecher der gerade eine ganze Familie getötet hatte. In den ersten Wochen ließen die anderen Kinder mich das auch spüren. Ich musste in die Heim eigene Schule in die dritte Klasse zu einer Schwester Wibranda. Am ersten Tag in der Schule rief mich besagte Wibranda nach vorne und ich sollte laut sagen warum ich ins Heim muss. Ich sagte, weil meine Mutter mehr Geld und Luxus will und aus diesem Grund arbeiten geht. Das hätte ich besser nicht gesagt. Es gab einen Wahnsinnsknall und ich dachte mir fliegt der Kopf weg. Ich fiel zu Boden und dachte Max Schmeling hätte mir eine gegeben. Ich stand wieder auf und wollte mich hinsetzen als die Schlägerin sagte mit dir bin ich noch nicht fertig streck deine Arme nach vorn Handflächen nach oben, was ich auch tat. Was ich nicht sah, sie hatte einen Rohrstock hinter dem Rücken versteckt und der sauste auf meine Hände bis sie beide geschwollen waren. Das war mein Schuleinstand. In den Schulpausen wollten die anderen nichts mit mir zu tun haben, ich wurde somit zum Außenseiter abgestempelt. Erniedrigt und gedemütigt versuchte ich aufrecht zu bleiben und mir nichts anmerken zu lassen. Ich redete mir ein das dieser Mist ja mal aufhören musste. Dachte ich. Als sehr störend empfand ich das diese Nonne Christine immer was von Gott faselte der ja so gütig sei. Komisch von Güte bei mir keine Spur. Rein in die Kapelle ,raus aus der Kapelle. Hier beten da beten. Ich kam mir vor wie ein Negerjunge der missioniert werden sollte und aus dem ein guter Sklave werden soll. Von all den anderen Kindern war ich der kleinste und schmächtigste was diese auch kräftig ausnutzten um sich bei Sr. Christine einzuschleimen. Mein Leben war nur noch die Hölle. Was hatte ich getan das man mich derart bestrafte? Da ich an dem christlichen Unsinn kein Interesse zeigte gingen meine Qualen weiter. Ab und an mussten wir zu einem Bauern aufs Feld arbeiten z.B. Rüben ernten oder Kartoffeln mit den Händen ausbuddeln und in einen Eimer geben. Abends war der Rücken krumm und schmerzte, trotzdem musste ich mir anhören, dass ich der langsamste war. Als Strafe hieß es eine Woche lang jeden Tag Kartoffel schälen auch in anderen Gruppen. Was für eine Demütigung. Irgendwie hab ich das alles überlebt und durfte nach über einem Jahr wieder nach Hause. Meiner Mutter passte das überhaupt nicht in den Kram und sie ließ ihre Wut an mir aus. In der Schule wussten die anderen, dass ich aus dem Heim kam und die ganze Scheiße ging von vorne los. Prügelnde Lehrer waren zu dieser Zeit normal. Auch diese Zeit hab ich überlebt. Irgendwann ging es darum was ich lernen sollte. Mich hat niemand gefragt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Wahl schon getroffen, ich wollte Zweiradmechaniker werden. Hatte auch schon einen Fahrradladen samt Meister gefunden, der bereit war mich zu nehmen. In den letzten zwei Jahren hatte ich nachmittags dort mitgearbeitet und meine ganze Freizeit dort verbracht. Irgendwann kam der Meister dann zu uns nach Hause um mit meinen Eltern darüber zu reden. Er hatte auch schon einen Ausbildungsvertrag dabei der schon von ihm unterschrieben war. Das hat meine Eltern in keinster Weise interessiert. Sie hatten eigene Vorstellungen davon was aus mir werden sollte. Nämlich "Betriebsschlosser". Das passte mir überhaupt nicht. Trotzdem musste ich eine solche Lehrstelle antreten. Aber ich hatte mir geschworen, dass ich einen eigenen Willen hatte. Den wollte ich um jeden Preis durchsetzen. Nach drei Monaten war Schluss mir Schlosser. Riesen Palaver bei uns im Haus. Was musste ich mir alles anhören. Aber egal, Hauptsache ich bekam meinen Willen. Dachte ich. Aber Pustekuchen, flugs hatten meine Alten eine Lehrstelle als Kfz-Mechaniker angeleiert. Ich wurde wieder nicht gefragt. Gleiches Spiel, gleicher Ausgang. Das war meinen Alten zu Bunt. Also bin ich im Abtshof gelandet. Die erste Zeit bei Tipon gearbeitet. Beim Hr. Schwarz. Dann sollte ich einen Grundlehrgang Metall machen bei einem Hr. Fröhlich. Hat mir nicht gepasst weil die mich bestimmt in ihrer Schlosserei gesehen haben. Aber um meinen guten Willen zu zeigen willigte ich letztendlich ein. Nach Abschluss des Lehrgangs kam was kommen musste. Die wollten mich in diese mir so verhasste Schlosserei unterbringen. Ich hab mich mir Händen und Füßen dagegen gewehrt. Ich habe sogar vier Wochen auf Haus vier verbracht. Vier Wochen lang Schraubenzieher kratzen. Das war Zwangsarbeit. Alles jammern half nichts. Ich kam auf Haus 10 und in die von mir so verhasste Schlosserei. Wie immer, gleiches Spiel gleicher Ausgang hab ich mir gedacht. In der Schlosserei hab ich nur Mist gemacht, bis es dem Hr. Stall zu Bunt wurde. Endlich durfte ich gehen. Die Erlösung. Jetzt konnte es nur noch besser werden. Dachte ich. Besser? Bis zum Ende meiner Tage im Abtshof wurde ich Hausbursche. Nein, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Werden junge Menschen eigentlich nie danach gefragt was sie beruflich gerne machen möchten? Oder hatten meine Eltern wieder ihre Finger im Spiel? Richtig die wollten partu nicht, dass ich meinen Willen bekomme. Nach meiner Entlassung wollte ich so schnell wie möglich einen Arbeitsplatz finden um mir die Grundlage für meine eigene Existenz zu sichern. Das war jedoch leichter gesagt als getan. Ich war mir sicher, das eine Arbeit zu finden kein Problem sei. Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt (Arbeitgeber) gemacht. Nach zwei Tagen hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Der Chef fragte mich nach meiner letzten Arbeitsstelle und ich antwortete ihm "Landesjugendheim Abtshof". Auf die Frage was für eine Tätigkeit ich dort bekleidet hatte kam meine Antwort "Hausbursche". Cheffchen schaute mich mit großen Augen an und sagte, "Habe ich gerade Hausbursche verstanden"? Ich bejahte seine Frage und erklärte ihm dann was darunter zu verstehen war. Darauf folgte ein "Ah Ja" seinerseits. Er sagte, "Ich hab hier noch einige andere Bewerber zwei weitere wollen heute noch vorstellig werden. Sobald ich mich entschieden habe werde ich mich bei ihnen melden". Das wars dann erst einmal. Als ich nach vier Tagen immer noch nichts gehört hatte beschlich mich eine leise Vorahnung. Den Leutchen im Abtshof war es völlig egal was aus den jungen Menschen wird die in ihrem Heim saßen. Hauptsache man konnte sie für sich Arbeiten lassen. Hat man doch gut an mir verdient. Der nächste Chef war sehr direkt. Ach sie waren in einem Erziehungsheim? Haben sie überhaupt Lust zu arbeiten? Wie, kam meine Frage. Ja ich hatte mal einen der konnte gut lügen, stehlen und krankfeiern aber Arbeiten? Nee, das konnte der nicht. Na ja das wars dann wohl. Aber trotzdem hab ich dann nach zwei Wochen eine Arbeit gefunden. Wurde zwar nicht sonderlich gut bezahlt aber was solls, Hauptsache erstmal Arbeit. So nach und nach kam ein Sümmchen an Geld zusammen und ich meldete mich bei einer Fahrschule an. Den ganzen lieben langen Tag in einer Werkhalle stehen und immer den gleichen Arbeitsschritt machen war nicht die Erfüllung meiner Träume. Ergo Führerschein machen Fahrerjob suchen und den sozialen Fortschritt proben. Gesagt getan. Doch was ich eigentlich machen wollte, das was mir am meisten Freude bereitet, dazu kam es nicht mehr. Die Vorstellung mein Leben so zu gestalten wie ich es mir vorstelle wurde mir genommen. Richtige Freude an einer Arbeit hab ich eigentlich nicht mehr erlebt. Nach einem Arbeitsunfall und einem Bandscheibenvorfall sitze ich nun vor dem Scherbenhaufen meines Lebens. Ich will mich nicht beklagen aber wäre meine Mutter nicht so gierig gewesen und wären mir die Heimaufenthalte erspart geblieben wer weiß. Soviel zur Kurzfassung. Am Mittwoch werde ich diesen Herrn Müller mal kontaktieren. Mal sehen. Vorerst wünsche ich dir noch einen schönen und geruhsamen Abend bis dann.

 

 

05.06.2008 Mein Name ist Rüdiger F. (Gran Canaria)
Ich wurde 1968 geboren und wurde mir 6 Monaten mit meinem Bruder Axel der damals ein Jahr älter war im katholischen Kinderheim Theresienheim Saarbrücken Burbach untergebracht
Das Heim wurde von den Nonnen des Heiligen Geistes geführt, bis zu diesem Zeitpunkt durften nur katholische Kinder in dieses Heim.
Mein Bruder und ich waren die einzigen evangelischen Kinder.
Nun ich kann mich natürlich nicht mehr an alles erinnern aber einiges kommt dann doch immer wieder hoch. Vor allem wenn ich solche bericht wie Deinen lese.
Mein Bruder und ich wurden zuerst auf der Kleinkindergruppe untergebracht. Als wir größer wurden hat man uns dann getrennt>
Es gab zuerst nur 3 Gruppen. Das war die Kleinkindergruppe Nr.1 die Jungengruppe Nr. 2 und die Mädelgruppen Nr. 3
Mein Bruder wurde als er eingeschult wurde dann in Gruppe 2 untergebracht.
Jede Gruppe wurde von einer Nonne geleitet die dort auch ein Zimmer hatte und auch dort schlief. Also abends waren wir den Nonnen komplett ausgeliefert, den Erzieher bzw. Betreuer waren nur tagsüber im Heim.
Woran ich mich sehr gut erinnern kann dass wir einmal die Woche und zwar samstags Baden mussten. Es gab auf jeder Gruppe jeweils eine Badewanne. Die wurde gefüllt und jeder musste nach und nach in dieses Wasser steigen. Es wurde nicht gewechselt. Mich juckt es heute noch wenn ich darüber nachdenke. Wenn du was gesagt hast wurdest du zusammen geschlagen und dir wurde mit Kernseife der Mund ausgewaschen.
Es verging kaum eine Woche wo ich nicht mit blauen flecken übersäht war. Mein Bruder und ich waren da wir nicht katholisch waren für die Nonnen das allerletzte.
Trotzdem mussten wir jeden Sonntag und jeden Donnerstag in die Kirche. Mann wollte das wir uns umtaufen lassen. Was ich mich allerdings weigerte. Was das für mich bedeutete kannst du Dir vorstellen.
Jede Nonne hatte ihre Eigenart zum schlagen. Meine Gruppennonne schlug meist mit dem Kochlöffeln oder Handfeger. Die Nonne von meinem Bruder schlug immer mit dem Schlüsselbund zu. Selbst wenn du auf dem Boden lagst wurde noch weiter getreten.
Auch bei uns war es so das du solange am Tisch gesessen hast bist du alles aufgegessen hast. Ich kann mich erinnern das ich mal was nicht essen wollte und mir wurde das Essen gewaltsam zugeführt. Ich hab mich übergeben und musste das übergebene wieder essen. Ich weigerte mich und musste über 24 stunden auf meinem Stuhl sitzen bleiben. Zwischendurch gab es immer Schläge. Bei einer dieser Schlagattacken wurde ich vom Stuhl geschleudert und flog gegen die Heizung. Ich zog mir eine platzwunde am Hinterkopf zu.
Die Narbe ist heute noch zu sehn da sie ja auch nicht ärztlich versorgt wurde.
Ich kann mich erinnern dass ich geblutet habe wie ein Schwein. Die Nonne gab mir lediglich ein feuchtes Tuch, sagte ich soll mich nicht so anstellen.
Vom Jugendamt wurde uns monatlich ein Taschengeld überwiesen was wir nie bekamen. Alle paar Monate mussten wir was unterschreiben. Aber wir durften nicht lesen was wir unterschrieben haben. Das wurde immer zugehalten, auch das Weihnachtsgeld wurde nicht für uns ausgegeben. Mein Bruder und ich haben meist irgendwas Gebrauchtes bekommen was als Spende an der Pforte abgegeben wurde. Die Kinder die noch Eltern hatten und regelmäßig Besuch bekamen wurden immer besser behandelt. Aber wir Waisen waren der letzte Dreck.
Auch ich habe mehrmals versucht mich bei andern Menschen auszuheulen. Das war aber jedes Mal ein Bummerrang und führte zu noch mehr Schlägen.
Mehr als einmal habe ich an Selbstmord gedacht und das als Kind.
Ich bin zwei Mal abgehauen und wurde von der Polizei zurück gebracht die mir natürlich auch nicht glaubte.
Auch die Lehrer in der Schule hatten die Erlaubnis uns zu schlagen was sie auch glaub ich gerne taten denn an die anderen Kinder trauten Sie sich nicht.
Oft gaben Eltern ihre alten Kinderklamotten an der Pforte ab die wir dann zu tragen bekamen. Ich werd nie vergessen wie wir uns geschämt haben wenn ein anderes Kind in der schule mit dem Finger auf uns zeigte und sagte das ist meine alte Hose oder Pullover.
Bis heute steigt bei mir die Wut auf wenn ich Nonnen sehe. Diese heiligen haben unsere Kindheit kaputt geprügelt.
Ich hoffe, dass sie alle in der Hölle schmoren und hoffe das es keine Heime mehr gibt die von Nonnen geleitet werden.
Ich selbst lebe seit 10 Jahren auf Gran Canaria und betreibe hier ein Cafe. Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt und hatte noch nie eine Beziehung die länger als 3 Monate ging.
Noch bis heute lasse ich keinen Menschen so nah an mich ran.
Wie du siehst bist du mit deinen Erlebnissen nicht alleine.
Gruß Rüdiger

 

 

29.03.2008 Hallo Bert mein Name ist Monika S.,
wie ich dir heute Abend mitteilte und du schon weißt, bin ich auch von den Nonnen „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ (ADJC) fast bis zum Tode misshandelt worden.
Im Bunker einer Notunterkunft wurde, durch heftiges Schreien und Schlagen mit den Fäusten an die Türe, die Geburt meines Kommens unterbrochen, somit erlitt ich einen Sauerstoffmangel, nachdem die Hebamme mich holen musste. Sie handelte schnell und konzentriert. Nach meiner Geburt ließ die Hebamme sich ein Schreiben von meiner Mutter unterschreiben, wo drin stand, dass sie für spätere Folgeschäden nicht zu Haftung gezogen werden könne, da der Hausmeister die Schuld für spätere Schäden trägt. Dieses Schreiben hat sie dem Gesundheitsamt Köln geschickt, welches dort verloren gegangen sein soll.
Die ersten Jahre wuchs ich ganz normal auf, dann kamen Auffälligkeiten. Ich war sehr hibbelig, ein sehr lebhaftes Kind. Im Volksmund hyperaktiv. Damit konnten meine Eltern nicht umgehen, denn obwohl meine Mutter mich sehr lieb hatte, hatte sie Angst um mich. Aus Angst verwies sie mich an meinem Vater. Der wiederum spielte und scherzte mit mir; nur wenn er betrunken war, war ich seiner Wut nicht mehr sicher, er schlug dann wahllos um sich. Was meiner Mutter zu bedenken gab. Sie lies mich aus Angst, dass mein Vater mich Tod schlagen würde, ins Landeskrankenhaus nach Düren durch die Führsorge einweisen. Nachdem man mich dort untersucht hatte und zudem entschloss, dass ich nicht dort hin gehörte, kam ich ins Kinderheim nach Kerpen. Von 1961-1966 wurde ich auf brutalster Weise von den oben beschriebenen Nonnen misshandelt. Wenn ich ins Bett pinselte bekam ich den ganzen Tag nichts zu trinken und musste nachts ohne Decke unter meinem Bett auf dem harten, kalten Boden liegen. Wenn ich zu lebhaft war, kam ich in eine Zwangsjacke und wurde in die mit eiskaltem Wasser gefüllte Badewanne gesteckt und mit einer Messingkelle auf den Kopf geschlagen. Ich fror am ganzen Körper. Wenn sie dies für nötig hielten, führten diese Nonnen es mehrmals am Tage aus. Zeigte ich sexuelle Regungen, wurde ich heftig geschlagen und viele Tage in ein Kabuff gesteckt, welches nicht größer als ca. 1m² war oder sie schmierten mir Fett an den Ohrläppchen und schlossen mich im Keller ohne Licht ein. Stundenlang, mit deren Aussage, dass die Mäuse mich fressen würden. Ich hatte riesige Angst, weil mir nicht klar war wie groß die Mäuse waren.

Während ich schreibe, friere ich am ganzen Körper; mir ist richtig kalt.

Gedemütigt wurde ich, indem die Nonnen mir einredeten, ich sei nichts wert. Deshalb könne ich nur zum Putzen benutzt werden. Dieses Gefühl ist bis heute nicht verloren gegangen.
Alleine daran zu denken quält mich sehr und ich bekomme Wut. Es ist so ein demütigendes Gefühl, welches ich nicht beschreiben kann. Es fühlt sich an, als wäre ich nichts wert.
Dann konnte ich das alles nicht mehr aushalten und biss bei der nächsten Gelegenheit Sr. Clodulfiene so fest in die Wade, dass sie blutete. Sie selbst sollte auch mal spüren, dass es weh tut. Sie schrie auf, packte mich und zwängte mich wieder in die Zwangsjacke. Mit einem Sack über den Kopf und einer zugeschnürten Kordel um den Hals warf sie mich wieder in die mit eiskalten Wasser gefüllte Badewanne und schlug mir mit der Messingkelle wieder auf den Kopf, tauchte mich paar Mal unter und verließ das Badezimmer. Ein anderes Mal schlug Sr. Clodulfiene mir mit dem Gummierohrstock auf meinen nackten Rücken. Unter diesem Trauma leide ich heute noch. Sr. Calasanser war eine nette Oberin. Leider wurde sie durch Sr. Ingundis ausgetauscht, was ich sehr gemein fand. Mit 13 Jahren (1966) verlegten sie mich wegen aggressiven Verhaltensweisen ins Landeskrankenhaus Langenfelt. Hier wurde ich mit Psychopharmaka ruhig gestellt und von einer Klinik zur anderen verlegt; Bonn, Lagenfelt, Bonn, Düren. Keiner wusste so richtig, was mit mir los war und es hat auch niemanden gekümmert. 1973 lernte ich Karl W. kennen, er ist heute noch mein bester Freund. Was er mir damals gegeben hat, kann keiner bezahlen. So gut ich kann gebe ich ihm Gutes zurück z.B. indem ich dankbar bin und ihm fasst nichts abschlagen will.
1976 wurde ich dann in eine Übungswohnung entlassen. Dort lernte ich die Haushaltführung und das Kochen. Nach anderthalb Jahren wurde ich ganz aus der Klinik entlassen, wobei es einige Rückschläge gab. 1978 arbeitete ich in einer Küche in Düren im Stadtparkrestaurant bis ca.1979. Dann zog ich nach Köln und holte 1980-82 meinen Hauptschulabschluss in der VHS nach. 1985-1991 arbeitete ich im St Vinzenzhaus in Köln Innenstadt. Während dessen machte ich eine Therapie, die ich selbst finanzierte, um aus eigener Kraft mich Positiv verändern zu können und mein Trauma zum Teil aufzuarbeiten. Da mir das Geld ausging konnte ich meine Therapie nicht mehr finanzieren und musste abbrechen. Die Krankenkasse lehnte damals eine Therapie ab. Grund: auf Grund langjähriger Psychiatrieaufenthalte würde keine Therapie etwas bei mir verändern. Hin und wieder waren sie dann doch bereit mir therapiemäßig zu helfen und übernahmen die Kosten. Wie man sieht, habe ich mich nicht aufgegeben. Nebenbei bereitete ich mich auf eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin vor, indem ich Fortbildungskurse in Mathematik, Deutsch und Englisch absolvierte. 1992-1993 absolvierte ich meine Ausbildung in der Krankenpflegeschule Troisdorf-Sieglar mit der Note 2.
Dann arbeitete ich noch ca. fünf Monate im Krankenhaus, um mehr im praktischen Teil zu lernen. Später arbeitete ich in verschiedenen Seniorenheimen. Seit 2000 bis zum heutigen Tag arbeite ich in der häuslichen Krankenpflege und nebenbei absolvierte ich von 2004-2006 noch eine Ausbildung zur Fußpflegerin, zertifiziert med. Fußpflege, und betreibe ein kleines Gewerbe. Alles andere als zufrieden könnte ich sein, wenn da nicht mein Trauma, was mich immer an die schrecklichen Erlebnisse erinnern lässt, da wäre.
Um mein Trauma weiter aufzuarbeiten, habe ich erneut einen Antrag auf eine Therapie gestellt, der sogar genehmigt wurde. Da die Kassen nicht alles zahlen, habe ich einer Mitarbeiterin von der Caritas meinen Lebensweg erzählt und fragte, ob es eine finanzielle Unterstützung zu der Traumatherapie geben würde. Ich möchte, dass ich das alles verarbeiten kann, was ich schreckliches erlebt habe. Sie versicherte mir, dass sie für mich etwas tun würde; was sie auch tat.
Dies alles kam zum Tragen, weil mein früherer Chef mich demütigte, auslachte, nicht akzeptierte usw., so dass mein ganzes Trauma wieder hoch kam, mit dem was ich noch nicht verarbeiten konnte.
Gruß Monika

 

 

28.02.2008 Mein Name ist Fred S.

Ich schreibe ihnen diesen Brief weil ich es für sehr wichtig halte, meine Kindheit

aufzuarbeiten. Wen das überhaupt möglich ist?

Mein Name ist Fred ich bin der Jüngste von 11 Geschwistern die ihre Kindheit in einen Heim

verbracht haben. Ich möchte hier detailliert schildern wie es uns im Heim ergangen ist. Ich

möchte dabei ausdrücklich betonen, dass die hier geschriebenen Angaben der Wahrheit

entsprechen. Was ich jederzeit eidesstattlich

versichern würde.

Im Jahre 1960 wurde ich in das Kinderheim Schloß Dilborn gebracht als einer von zwölf

Geschwistern. Damit fing meine Leidensweg an.

Das Kinderheim wurde zu damaliger Zeit von dem Orden der Armen Dienstmägde Jesu

Christi geleitet, die zu der Zeit über keine Pädagogische Ausbildung verfügten. Ich möchte

noch hinzufügen, dass zu der Zeit, meine anderen Geschwister schon in diesem oben

angegebenen Heim untergebracht waren.

Soweit ich mich zurück erinnern kann, kam ich mit drei Jahren in den Kindergarten bei

Schwester Ernestine. Wen wir dort etwas Verbotenes gemacht haben wurden wir Stundenlang

in die Besenkammer gesperrt, die Kammer war nicht größer als etwa 80 * 80 cm und

stockdunkel, die Angst die ich dort ausgestanden habe war unbeschreiblich ich leide heute

noch darunter!

Samstags wurden wir mit vier Kindern in eine Wanne gesteckt und wen wir in der Woche

nicht brav waren wurden wir in der Wanne so lange unter Wasser getaucht bis wir keine Luft

mehr bekamen. Danach wurden wir ins Bett gebracht und wen nur einer einen Ton von sich

gab wurde er wieder und das über Nacht, in die Besenkammer gesperrt.

Es gab noch andere Züchtigungen von den Nonnen. Wen wir das uns vorgestellte Essen nicht

aufgegessen hatten, mussten wir uns mit ausgestreckten Händen hinstellen und wurden mit

einem Holzhandfeger oder einen Rohrstock aus Bambus mehrmals auf die Fingerspitzen

geschlagen. Sie könne sich nicht vorstellen was das für Schmerzen verursacht.

Wen wir beim essen nicht gerade saßen wurde uns eine Gabel in den Rücken gedrückt. Wen

wir misst gebaut haben, was bei Kindern halt vorkommt,

mussten wir auf knien den Boden mit Schmierseife wischen. Da ich gerade von Schmierseife

spreche fällt mir ein, das wir uns in der Wanne mit Schmierseife die Haare waschen mussten,

dadurch wurde Seife gespart.

Beim baden mussten wir die Unterwäsche die wir schon eine Woche an hatten, am Körper

tragen, damit sie schon vorgewaschen wurde. Wir wurden gezwungen Lebensmittel zu essen

die wir nicht mochten. Beispiel: Harzer Roller oder Mengen von Sauerkraut. Zum Teil haben

wir uns unsere Lebensmittel aus dem Wald holen müssen.

Beispiel: Pilze, Brombeeren, Walbeeren, Holunder, der dann als Saft verarbeitet wurde. Die

Nonnen haben somit viel Geld gespart und konnten sich ungehindert an den Kindern

bereichern. Getragene Kleidung wurde an den nächst Kleineren weiter gegeben wofür wir uns

in der Dorfschule zutiefst geschämt haben.

Wir wurden in der Schule gehänselt weil wir zum teil mit Lumpen rum liefen. Als ich sieben

Jahre alt war kam ich eine andere Gruppe, weil ich in eine der heimeigenen Grundschule

eingeschult wurde. Da ging es erst richtig los mit den Misshandlungen.

Der Lehrer der Grundschule wurde ausdrücklich von den Nonnen ausgewählt, er machte das

was die Nonnen verlangten dafür bekam er ein Haus zur Verfügung gestellt, wo er mit seiner

Frau wohnen konnte. Dieser Lehre war der sadistischste Lehrer den ich in meinem Leben

kennen gelernt habe.

Wen wir eine Antwort oder unsere Hausaufgaben nicht korrekt waren mussten wir uns mit

nackten Hintern auf das Lehrerpult legen und er schlug uns mit dem Rohrstock mehrmals auf

den nackten Hintern und das vor der ganze Klasse.

Die Nonnen waren genaustes informiert über die Zustände in der heimeigenen Schule. Nach

der Schule ging das Martyrium weiter, jetzt konnten sich die Nonnen an uns austoben. Nach

Schlägen mit dem Handfeger oder Rohrstock manchmal auch ein Schlüsselbund der uns auf

den Kopf gehauen wurde, das waren sehr große Bundschlüssel. Was erhebliche Beulen

verursachten.

Nach dieser Quälerei mussten wir arbeiten, das heißt, Parkanlagen reinigen, putzen bis zum

umfallen, sowohl Jungs wie Mädchen und das jeden Tag. Schlimm fand ich es wen es auf

Ostern zu ging, das war die Hölle. Am Karfreitag ging der Marathon los, wir mussten auf

knien den Kreuzweg im Park lang rutschen. Abends waren unsere Knie so geschunden das

wir kaum noch laufen konnten.

Und immer wieder in die Kirche zu Gott beten, das wir arme Sünder sind und das Stunden

lang. Ich möchte noch etwas zu dieser heuchlerischen Gläubigkeit sagen.

Diese Kreuze die wir auf blutigen Knien lang rutschen mussten, haben wir selber bezahlt, das

ist das grausame dabei. Und zwar haben wir jedes Jahr für den Förster Eicheln gesammelt, die

dann im Winter als Tierfutter verwendet wurden. Für ein Zentner bekamen die Nonnen 20

DM was nie den Kindern zu gute kam.

Zu der damaligen Zeit betrieben die Nonnen noch einen Bauerhof vor Ort um sich an den

Erträgen zu bereichern. Das heißt, wir Kinder mussten schwerste arbeit auf dem Feld

verrichten. Als Berge von Kartoffeln im Keller eingeholt waren mussten wir uns vor die

Kartoffelberge setzen und die Faulen aussortieren. Das hat Tage gedauert in diesem dunklen

Keller und mit der dreckigen Kleidung ging es am nächsten Tag in die Schule im Dorf. Jetzt

können sie sich sicher vorstellen was die Dorfkinder dazu sagten.

Es ist unvorstellbar was wir darunter gelitten haben. Ich hatte richtig Angst in die Schule zu

gehen. Immer wieder Schläge damit das alles reibungslos ablief.

Jetzt möchte ich noch über Missbrauch an Kindern in diesem Heim sprechen was mir

sichtlich schwer fällt. Ich muss immer wieder Schlucken aber es muss sein.

So grausam, dass es an die Öffentlichkeit gehört. Sie werden sich sicherlich fragen warum ich

erst jetzt darüber spreche. Angst einfach nur Angst das die Nonnen mir als Erwachsenen das

Leben Zur Hölle machen. Die Kirche hat sehr viel Macht. Wir hatten in unsere Gruppe einen

angehenden Priester der von den Nonnen dazu angehalten wurde uns zu beaufsichtigen. Das

war ein sehr grausamer Mensch. Wir hatten eine Gemeinschaftsdusche wo wir einmal die

Woche unter Aufsicht des Priesters duschen durften, natürlich mit Unterhose. Wen er schlecht

gelaunt war zog er sich wahllos einen Jungen aus der Dusche und schlug ihn mit dem

Rohrstock auf den nackten Hintern. Abends ging er durch die Schlafräume holte sich einen

Jungen trug Ihn aus dem Zimmer und verging sich an Ihm. Das haben die Nonnen alles

gewusst und nie etwas gesagt. Wenn wir uns beschwerten, was selten vorkam, gab es Schläge,

damit wir den Mund halten.

Auch die älteren Jungs haben sich an den Jüngeren vergangen. Genauso lief das ab. Ich

schreibe hier die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Jetzt möchte ich noch was in eigener Sache berichten. Als meine Schwester und ich drei und

vier Jahre alt waren wollte man uns in die Psychiatrie bringen.

Zum Glück haben das meine anderen Geschwister verhindert, sonst wären meine Schwester

und ich einen noch schlimmeren Leidensweg gegangen, obwohl das schon reicht was sie hier

lesen.

Ich möchte hier noch einmal betonen, das was ich hier niedergeschrieben habe ist die

Wahrheit, das könne meine Geschwister bezeugen. Bitte veröffentliche sie das hier

geschriebene. Ich habe lange geschwiegen. Es wird Zeit das den Kindern geholfen wird einen

Menschenwürdiges Leben zu führen. Das ist mein Aufruf an die Öffentlichkeit schaut nicht

weg es könnte euer Kind sein was da gequält wird, bitte denkt nach.

Das schreibt euch ein Mensch der mit seinen Geschwistern gelitten hat und heute noch leidet.

Unter Tränen hab ich diesen Brief geschrieben.

Fred

 

Januar 2008 Mein Name ist Ralf

Geboren 1957 in Krefeld-Fischeln, wurde ich 1965 nach Geldern Baersdonk zu den Nonnen gesteckt.

Meine Erlebnisse dort, Prügel, Demütigung, Erniedrigung, sexuellen und seelischen Missbrauch habe ich fast 40 Jahre in mir herumgeschleppt, es hat mir jegliches Leben fast unmöglich gemacht.

 

Ich bin jetzt auf der Suche nach meiner Vergangenheit. Aber überall wo ich bezüglich des Kinderheimes Geldern Baersdonk anfrage, ernte ich betretenes Schweigen. Ich habe inzwischen soviel herausbekommen: Das Kinderheim Geldern Baersdonk wurde dem Erdboden gleichgemacht und in der Stadtverwaltung Geldern leidet man allseits an totaler Demenz - was dieses Thema angeht. Jugendamt Krefeld will auch nichts zu mir sagen, weil angeblich alle Akten nach 25 Jahren vernichtet wurden, man will dort noch nicht mal meinen Namen kennen, fragt mich, ob ich denn sicher sei, überhaupt in Geldern gewesen zu sein, auch bei weiterer Nachfrage zu anderen Heimen - in denen ich war (Don-Bosco-Haus Duisburg, Fichtenhain in Krefeld und Erlenhof in Euskirchen) wird man sehr zugeknöpft.

 

Über die Erlebnisse dann in Baersdonk fällt es mir immer noch schwer, detailliert drüber zu reden. Ich verlor dort innerhalb der ersten Anwesenheitsstunde jegliches Selbstwertgefühl, jegliches Vertrauen in Erwachsene, ich verlor meine Kindheit. Ich wurde zur Einführung dort im Waschraum erst fast ersäuft, dann mit einer Wurzelbürste "GRÜNDLICHST !!!" hauptsächlich im Unterleibsbereich geschrubbt, dann blutig geschoren und als ich nach nur einer halben Stunde dieser Intensivbehandlung in einer neu dazukommenden Nonne eine etwas menschlichere Person vermutete, von dieser dann mit Faustschlägen ins Gesicht dafür bestraft, dass ich mich nackt, verwundet und weinend an sie geklammert hatte. Ich zog meine Lehre daraus und zeigte nie wieder auch nur eine Gefühlsregung, auch nicht bei den alltäglichen Züchtigungen und Bestrafungen für alles.

Ich hatte ganz schnell gelernt, dass den Nonnen das auch Kraft kostete, die meisten waren schon sehr alt, und dass ihnen die Luft ausging. So wurde ich zum gefühllosen Eisklotz, der noch nicht mal weinte, wenn Blut floss. Ich vermute, einigen machte das Angst, andere wollten schauen wie viel ich ertrage. Nun, wenn man bewusstlos ist, fühlt man Schmerz nicht. Ich wurde dann zum Einleben in stinkende zerrissene und viel zu große Fetzen gesteckt und durfte ins Besinnungszimmer auf dem Dachboden. Dort gab es dann glücklicherweise weder eine Matratze noch eine Decke zum einschiffen, nur Sedativum.

 

Ich habe mal versucht den Orden übers zuständige Bistum Münster zu erfahren, aber von da bekam ich nur abwiegelndes, noch nicht mal einen Ansatz. Über die Tracht selbst kommt man ja auch nicht dahinter, und Namen, ... es gab so elend viele " Schwester Guthilde, Ambrosia oder Raffaela"

Das war bei denen doch wie in der Fremdenlegion, die schlüpften in eine andere Identität mit der Kutte. Ich weiß nur noch mit Bestimmtheit, dass auch einige jüngere dabei waren, die einerseits viel Staub aufwirbelten, andererseits in ihrer Bestrafungswut teilweise schlimmer als die alten waren.

Sr. Thekla mit ihrem verkrümmten Finger, mit einer ekliggelben Riesenkralle oben dran, benutzte diesen Finger des Öfteren zur Kontrolle, ob wir nicht aus versehen was im Arsch hätten oder so. Es machte ihr einen unbändigen Spaß, gerade die kleinsten so zu ängstigen, dass eingekotet wurde. Dadurch war selbstverständlich wieder Bestrafung dafür fällig. Und wehrst Du Dich, ja dann bist Du ja noch sündiger, verdorbener, hinterhältig, des Teufels ... alles was Du Dir vorstellen kannst.... Wenn man nur den Arm zum Schutz über den Kopf nahm, entzog man sich seiner "gerechten" Bestrafung, war uneinsichtig und bekam deswegen die doppelte Dosis, bis Du nicht mal mehr schreien konntest.

Diese Sonderbehandlungen fanden größtenteils im Kabuff der Nonne statt, teilweise vom Rest der Gruppe abgesondert. Aber jeder wusste, was mit einem passierte, wenn er von einer Nonne in den Verschlag gezerrt wurde. Keiner mochte drüber reden, man traute sich einfach nicht, darüber zu

sprechen.

Und wem hätte man’s außerhalb erzählen sollen? Und wozu auch, das hätte nur eine noch viel schlimmere Bestrafung nach sich gezogen. So ist mir über die Jahre einfach alles Gefühl abhanden gekommen, hab mich teilweise wie ein Autist verhalten, kaum bis gar nicht mehr gesprochen. Aber in meinem Kopf wütete es, fuhr es immer Karussell. Je schlimmer die Prügel, desto intensiver die Kompensationsträume von netter heiler Welt ohne Kirche, Nonnen und Pfaffen. Ich konnte zum Schluss weder eine Schmerzensäußerung von mir geben, noch eine Träne loswerden. Ich habe einfach abgewartet, bis den göttlichen Prüglerinnen der Atem ausging.

Da viel Sr. Thekla ein, mich zum Messdiener zu machen. Sie schleifte mich hoch zum Pfaffen, von dem ich schon einiges gehört hatte. Er schien meine Akte zu kennen, wusste, dass ich italienisch konnte, weil der Beschäler meiner Erzeugerin ein solcher war und er es mir  beigebracht hatte, weil ER es für unter seiner Würde hielt, deutsch mit mir zu reden. Also meinte der Pfaffe, dass ich das lateinische Stufengebet ja schnell lernen würde.

Als es ihm nicht schnell genug ging, griff er zu besonderen Lehrmethoden, die ihm mehr Freude und Erquickung brachten und mir zeigten, wo der Deibel seine Glocken hatte. Die Androhung, mir den Arsch zu sprengen, verhalf mir dann doch zu einem schnelleren Lernerfolg. Herr Pastor legte auch besondern Wert auf "Einhaltung der Kleiderordnung" Unter dem Messdienerkleidchen musste der Arsch nackt sein. Falls ihm vor der Messe zu einem Quickie war.....

Dieses Schwein war ein dermaßener Heuchler und hinterfotziges Miststück.

Er nahm immer wieder Messdiener zu so genannten Wallfahrten nach Kevelaar, Aachen und - ich glaub, Traar, da wohnte irgendwie Verwandtschaft von ihm - mit. Diese Gnade und Fürsorge musste man sich erst "verdienen" bei ihm, kannst dir bestimmt vorstellen - wie ....

Und dann schwafelte er die ganze Fahrt über von barmherzigen Taten, die er an uns vollbringe, bis einem völlig blöde war im Kopf von dem Gefasel und dem Gestank seiner Zigarren. Im Wald gab’s immer Pannen und Pausen, während er Fahrt war ihm das Gefummel zu gefährlich.

 

Ich bekomme nicht nur Beklemmungen beim Anblick von Nonnen sondern ich kriege Panikattacken, Asthmaanfälle und wenn es mehrere sind, scheiß ich mir bald in die Hosen. Meine Güte, ich bin 50, das ganze liegt 40 Jahre zurück. Ich war für ein halbes Jahr in Göttingen in einer psychiatrischen Klinik, hab dort Therapien gemacht, EMDR und so. Aber mit den Psychomacken ist es wohl wie mit den Suchtkrankheiten, man behält sie. Ich bin als Borderliner - der mit seiner Krankheit und sich selbst nicht mehr umgehen kann- dort rein gegangen, als ich ging, konnte ich mich wenigstens wieder selbst akzeptieren. Die Nonnen und der Pfaffe haben solange ihr Scheißspiel mit mir und all denn anderen dort getrieben, die Saat, die sie in uns säten, trug Jahre später noch Früchte. Sie schlugen solange auf uns ein, demütigten uns täglich, waren Perfektionisten in punkto seelischen und körperlichen Missbrauch. Sie insistierten solange mit ihrem perfiden Gefasel von Sünde und Schuld, dass man ihnen am Schluss glaubte und verstand.

"Weißt Du eigentlich, wie weh MIR das tut, dass ich im Namen des Herrn all Deine Sünden in Dir totschlagen musst, damit Du wieder auf den rechten Weg kommst?!"

Dieser Spruch wurde begleitet von an Heftigkeit nicht mehr zu überbietender Brutalität. Die Nonne - ich glaub Thekla - hatte erst die Hand an meinem Hals, würgte mich dabei und schlug mir mit der anderen Faust ins Gesicht, als ich halb besinnungslos am Boden in einer Lache aus Pisse und Blut lag, trat sie mit ihren derben Schuhen etliche male mir in den Unterleib. Ich war zu diesem Zeitpunkt Schlägen gegenüber schon so abgestumpft, dass ich keinen Schmerzensschrei mehr von mir geben konnte, gegen die Ohnmacht durch das Würgen war ich machtlos. Immer wenn ich heute Pfaffen und Nonnen sehe - es reichten auch schon RK-Schwestern im Krankenhaus- schreit in meinem Kopf eine Stimme wieder diesen Spruch.

Sie haben mir jegliches Selbstwertgefühl systematisch aus dem Leib geprügelt oder gevögelt, haben mir eingeimpft, dass ich der letzte Dreck wäre, noch weit unter den schwarzen Heiden stehe und was weiß ich noch alles -Hauptsache, es diente der Erniedrigung und Demütigung.

Manchmal bekam ich meine Prügel auch einfach nur dafür, das ich der uneheliche Bastard einer saufenden Hure war.

"Früher hätte man euch beide vergast! Ihr seid eine Schande für die Menschheit" Damals verstand ich den Spruch noch nicht....

Aber das ich ein von Grund auf schlechter und verdorbener Mensch war, hatte ich verstanden, da eine andere Nonne mir sagte, das solche Todsünder wie wir Heimkinder von Gott nur auf die Welt geschickt wurden, damit die Nonnen beweisen könnten, welch edle und fromme Menschen sie seien, indem sie uns unter Einsatz aller Kräfte wieder zu gottesfürchtigen Kreaturen machten.

Andererseits wussten sie aber ganz genau, dass ihr Bemühen sowieso umsonst war ".. du landest sowieso im Zuchthaus für all Deine Sünden!" war eine sehr beliebte Zukunftsprognose, die auch als Erklärung für den Entzug von Erleichterungen, Nettigkeiten oder das Verbot vom Lernen eines Musikinstrumentes herhalten musste. Ich kann mich noch zu gut erinnern; auf dem Speicher wurden die den eingewiesenen Kindern abgenommenen Sachen aufbewahrt. Eines Tages wurde ich zum aufräumen dorthin abkommandiert, damit ich mir dieses ewige Husten abgewöhne (ich hatte chronische Bronchitis und die Anfänge von Psychoasthma) Es war brüllend heiß, ich schwitzte wie ein Schwein trotz der Anweisung, nur in Unterhose dort zu fegen unter der Aufsicht einer mit Mundschutz ausgerüsteten Nonne ....

Als sogar ihr der Staub zuviel wurde ging sie raus und schloss mich dort ein. Selbstverständlich "vergaß" sie mich dort, weil sie ja zwischendurch beten gehen musste. In dem ganzen Haufen von teilweise schon jahrelang verfaulendem Zeug entdeckte ich ein Akkordeon.

Nun hatte der damalige Besteiger meiner Erzeugerin auch so eins gehabt und mir sogar ein wenig das Spielen darauf beigebracht. Also schnappte ich mir das Ding, verzog mich in die hinterste staubfreie Ecke und begann ein wenig darauf zu spielen. Ich konnte 2-3 italienische Lieder. Der Besteiger war aus Napoli und fand auch Gefallen daran, mal was andres als die merkwürdigen deutschen Marschierlieder auf einer eingesifften Blockflöte zu spielen. Leider lockte ich durch meinem Spiel eine der anderen Nonnen auf den Speicher.

Die wußte anscheinend nichts von angeordneten Fegedienst, sah mich nur in Unterhosen bekleidet dort verbotenerweise rumlungern, wusste sofort, dass ich ja wohl nur unschamhaftes im Sinn gehabt haben könnte und mich zudem auch noch auf den uns verbotenen Speicher befand. Du kannst es Dir bestimmt denken; diese Todsünden stehenden Fußes durch  unbändige Prügel gesühnt werden mussten. Als ihr der Atem ausging, als ihr alle Knochen wehtaten nach der Schwerstarbeit, schleifte sie mich zur Oberin, um "ihren Fang" vorzuführen. Inzwischen hatte sie mir sogar die Unterhose vom Leib gerissen, um zu sehen, ob ich mich etwa "an mir vergangen" hätte....

So stand ich also total verdreckt, nackt und mit blutigen Striemen vor  der Obernonne, vor der wir alle eine Heidenangst hatten. Um zu sehen, ob die arme kleine Betschwester richtig gehandelt hätte, wurde ich von der Oberin dann am Ohr wieder auf den Speicher an die Stätte meiner Sünde gezerrt. Als sie das Akkordeon sah, schien bei ihr so was wie Erinnerung oder Wehmut ins Gesicht zu kommen. Sie wurde auf einmal ganz freundlich, fragte mich, ob ich den auch wirklich darauf spielen könne, ob es mir gefiele usw.

Ich fiel darauf rein und wollte es ihr sofort beweisen, griff mir das Ding und wollte schon losspielen. So schnell hab ich nie wieder erlebt, dass ein Gesicht sich verändern kann....

Sie explodierte, riss mir das Instrument vom Balg, donnerte es auf den Boden und zertrat es. Ich bekam eine Woche "Besinnungszimmer" d.h. Dachkammer mit Gitter vorm Fenster, Betonklotz als Matratze und Eingepisste und Vollgekackte Wolldecken.
Ich habe noch gar nicht über die anderen Heime berichtet weil es sonnst zu viel wird.

 

Ob es nun das Jugendamt Krefeld oder Geldern war, egal, alles gleich! Auf  dem Jugendamt Krefeld dachte ich, dass es günstiger wäre, erst nach Fichtenhain zu fragen. Dieses Drecksnest - war wie ich vorher herausgefunden hatte, auch dem Erdboden gleichgemacht worden. aber schon dort ging es los. Der zuständige - zumindest wurde er mir zuerst so vorgestellt - fragte dann mehrmals mit seinem altbekanntem Ton: "Sind Sie denn sicher, dass Sie auch wirklich in Fichtenhain waren?" Kurz darauf das gleiche mit Geldern Baersdonk. Und immer die stereotype Antwort: "Ja, Akten werden nach 25 Jahren vernichtete. Vorschrift. Über Sie haben wir nichts mehr. Und Geldern? Nein Geldern Baersdonk gab’s nicht, kenne ich nicht. Ich frag mal meinen Vorgesetzten"

 

1980 habe ich auf dem 2ten Bildungsweg die MR nachgeholt, dabei von Sozialstütze gelebt. Das Sozialamt bestand aber unter anderem auch darauf, dass ich meine Erzeugerin auf Unterhalt verklagen solle. Die wollen natürlich die Kosten gerne weitergeben. Sie schrieben mir den  entsprechenden Weg vor: Bafögantrag, der abgelehnt wurde und dann  Unterhaltsklage. Da ich aber noch nicht mal die Adresse der Erzeugerin wusste, wurde das Jugendamt Krefeld eingeschaltet. Diese schickten dann ans Jugendamt Berlin gleich meine vollständige Akte gespickt mit der

Empfehlung, sich weiter Kosten zu ersparen und mir die Schule zu streichen. Als Beweis für die Zwecklosigkeit einer kostenpflichtigen Beschulung lag halt meine Akte vor.

 

2006 war ich dann vollends am Boden und wurde für ein halbes Jahr in die Psychiatrie gesteckt. Dort geschah mir allerdings wirklich nur positives. Ich hatte verständige, einfühlsame Therapeuten mit sehr guten Ideen, was mein Wieder-auf-die-Füße-kommen  anbelangte. In der Nachsorge hatte ich hier in Berlin dann auch noch das Glück, einen wirklich guten Gesprächstherapeuten zu finden.

Heute geht es mir wieder recht gut und ich bin sogar in der Lage, in einer Selbsthilfe-Einrichtung für missbrauchte Jungen tätig mitzumachen.

 

Email aus Holland Nov. 2008 ins Deutsch übersetzt

Hallo, mein Name ist Truce, ich bin 62 Jahre und wohne in Holland.

Ich habe mit Abscheu die Lebensgeschichten hier gelesen.

Ich habe im Kreis Kinderheim St. Theresia Baersdonk in Geldern gearbeitet.

1965 habe ich als 19jährige als Kinderpflegerin in der Michaelgruppe gearbeitet, dort waren 20 Jungs im Alter von 7 bis 14 Jahren. Da Truce kein einfacher Name ist nannte man mich Gertrude.

Beim lesen entdeckte ich den Namen Ralf, er erzählte das er im demselben Kinderheim war in dem  ich gearbeitet habe. Moeglich das es zur gleichen Zeit war. Ich weiß noch alle Namen und ein paar Nachnahmen.

Ich hoffe auf diesen Weg einige Jungs wieder zu finden, auch besitze ich noch ein paar Fotos aus dieser Zeit, mit Kinder aus der Michaelgruppe.

Ich hätte gerne dort weiter  gearbeitet, aber ich konnte mich einfach nicht damit einverstanden erklären, wie zuweilen die Kinder von den Schwestern behandelt wurden.

Ich spreche hier nur über die Michaelgruppe!
Im Juli habe ich schweren Herzens die Entscheidung getroffen, zum Oberkreisdirektor zu gehen.
Ich habe über die Vorkommnisse im Kinderheim berichtet. Später ist das Heim von einem anderen Träger übernommen worden. Ich war sehr glücklich darüber und die Nonnen sind möglicherweise in eine andere Einrichtung gekommen.

Das Kloster ist danach verfallen und später abgerissen worden. Heute steht da eine Gärtnerei für geistig Bedürftige. Hoffe Sie können mir helfen einige Ehemalige zu finden. Mein Herz hängt immer noch bei diesen Jungs.


Was ich in der Michaelgruppe mitbekommen habe:

Ehrlos hatte die Schwester einem Jungen eine nasse Unterhose um seine Ohr geschlagen.
Ehrlos hatte die Schwester einem Jungen draußen mit dem kalten Wasserschlauch abgespritzt.
Ehrlos hatte die Schwester einem Jungen vor der ganzen Gruppe an seinem Ohren in die Höhe gezogen, weil er nicht gehorsam wahr.
Die Kinder sollten jeden Tag gerade und in Reihe an den Waschtischen stehen.
Alle Kinder sollten jeden Morgen gerade und in Reihe für die Messe in der Kapelle anstehen.
Und ich weis nicht, was sonst noch heimlich im Kinderheim geschehen ist.
 

Namensliste der Michaelgruppe von April bis Juli 1965

Ralf Palmeier, Werner Schrammen, Paul Schrammen ( In den Sommerferien war Paul in Sonsbeck),  Wolfgang Artz, Peter Ruppr (ob Ruprecht), Fried Diek, Helmud Crossen, Horst Sigelsmid, Hans-Walter Schulten, Paul Arts, Johnie Prize, Wolfgang Codella, Edgar Schultz, Roland Rauser, Gido Rauser, Paul Chaoerki, Reina Bastiaan, Frans-Jozef ?, Ralf Peter

 

 

20 Juni 2007 Mein Name ist Helga E.
Unsere Heimzeit im Orden der Schwestern vom Heiligen Geist e.V.
ich möchte mit den positiven Erfahrungen anfangen, Ostern, Weihnachten, Karneval, Namenstag, Geburtstage, Sommerferien - wir fuhren in die Schweiz, Österreich, Italien... immer wo anders hin, es gab Klavierunterricht und Tanzstunden., wir haben Aufführungen, z. b. Märchen nachgespielt, besuche von der Marine, viele Geschenke, ein Film mit „Nadja Giller“, da spielte meine jüngste Schwester mit, Karneval durften wir im Keller unser eigenes Motto verwirklichen und es fand eine eigene Sitzung statt, das war die einzigste Gelegenheit mit den Jungs aus dem Heim kontakt zu haben.
Wir lebten irgendwie total schizophren, Philosophie des Heimes,
DER WILLE UND GEIST MUSS GEBROCHEN WERDEN UM EIN GUTES HEIMKIND ZU WERDEN.
Dazwischen gab es nur Strenge, Eiseskälte, nichts menschliches, keine Wärme, auf der Mädchenstation Sr. Remigia spuckte uns ins Gesicht, Bettnässer, Nägelbeißer hatten nichts zu lachen, Essenszwang bis zum erbrechen, Kopf auf den Kopf und stundenlang so ausharren.
Wir wurden sehr religiös, stundenlanges Gebet, keine Aufklärung, Postkontrolle, Schläge immer wieder an den Kopf. wir Mädchen duschten unter Aufsicht, immer im Badeanzug. Heute kann ich sagen was für ein Glück, dass ich ein Mädchen war. Ärztliche Versorgung war sehr schlecht.
Auf der Jungenstation, wehte ein rauer Ton, Sr. Symphorosa und eine Erzieherin 'Margot' tobten sich aus, wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man’s nicht glauben, dass zwei Frauen so brutal sein können. Sie prügelten täglich die Jungs, es wurde reingeboxt, besonders Margot sie hörte erst auf, wenn der junge wimmernd am Boden lag, Sr. Sympherosa hörte erst auf wenn ihr die Hand selbst weh tat, wenn ihr Schmerz nachließ, wurde noch mal zugeschlagen, weil ihr die Hand weh getan hatte.
Es muss ein Abkommen mit Darmstadt und einem Heim in Wallerfangen gegeben haben, ständig wurde damit gedroht, dass dort seltsame Dinge mit Kindern passieren, wir hatten alle Angst davor. Wurde ein Kind unbequem wurde es dahin verlegt.
Aus einem Heim in Darmstatt kam HERBERT, schätze 20 Jahre alt, zur Jungenstation, man wusste nicht wohin mit ihm, fürs Theresienheim war er zu alt, deshalb wurde er zum neuen Erzieher ernannt! Er war so nett, ich freute mich für meine Brüder, endlich ein Mensch, immer ein nettes lächeln, was für eine Fassade, die Jungs sollten schnell spüren, was für eine Bestie er war!!!
Wir fuhren zum zelten in den Scheidter-Wald, große Bundeswehrzelte, eins für die Mädels, eins für die Jungs, um acht mussten wir schlafen gehen, ich und noch vier Mädels mussten draußen spülen, die Nonnen gingen spazieren, Herbert hatte die Aufsicht und er nutzte es aus!! Im Zelt vor allen Jungs vergewaltigte er meinen Bruder zum ersten mal, ich erkannte draußen die qualvollen Schreie, wir hörten es, mein erster Gedanke, jetzt haben sie ihn totgeschlagen, da war er zehn Jahre alt, mein jüngster Bruder war beim zusehen, sechs Jahre alt!! Es waren Schreie, die höre ich heute noch, damals wusste ich noch nicht dass es eine Vergewaltigung war, die Schreie von den Jungs
und unser Verhalten, steif vor Angst, kamen die Nonnen zurück, Herbert kam lächelnd, lächelte, sie hätten nur gespielt! niemand von den Jungs sagte was, niemand hätte es geglaubt, Heimkinder glaubt man nichts, wir waren ja niemand. sie nannten das 'DEN KNACKEN WIR HEUT'
Herbert konnte also weiter machen, aus den älteren Kindern(14) wurden aus Opfer nun Täter.
Mein Bruder wird heute noch nachts wach, die Angst, der Schmerz überrollt ihn. Mein kleiner Bruder wird weiter schweigen, selbst vor dem Schlafzimmer der kleinen machte Herbert nicht halt! Wie in Trance reagierten wir jahrelang.
Monatelang wurden die Jungs vergewaltigt, mussten Herberts Perversionen nachgeben, und tagsüber die brutalen Schläge von Sr. Symphorosa und Margot ertragen.
Mitte der siebziger Jahre!! Im Haus gab es noch eine Vorzeigestation, unter der Leitung von Sr. Sixta, in der Presse liest man was von Umstrukturierung, eine neue Oberin regierte nun, auf dieser Station war Schlagen verboten, sie ließ auch ein Schwimmbad bauen.
Leider kam für diese misshandelten, vergewaltigten Kindern, das alles zu spät, bis zur Heimentlassung 1979 wurden die Jungs in SAARBRÜCKEN-THERESIENHEIM gequält.
Vor ein paar Jahren war dort mal 'Tag der offenen Tür' und Schläger Margot arbeitete immer noch auf der Jungenstation.
Die Nonnen fuhren regelmäßig nach Fulda und Koblenz, Hl. Geist- ihr Orden muss wohl dort ihr Mutterhaus stehen haben. ich weiß nicht warum die Presse das Saarland vergisst, es gab viele Heime
oder warum schweigen die Jungs heute noch, ich weiß es nicht aber ich denke Vater Staat schuldet diesen Opfern was, sie müssen als Opfer sowie damals die Trümmerfrauen anerkannt werden. Vielleicht meldet sich ein Junge aus dieser Zeit, wenn Saarbrücken mal erwähnt wird, der auch meine Geschichte bestätigen kann.
Beispiel fürs Schlagen: Margot verliert beim „Mensch ärgere Dich nicht“, sofort schlug sie zu, Bettnässer bis sie am Boden winselten, Sr. Symphorosa brauchte keinen Grund, es machte ihr auch Freude „rein zutreten“ wenn die Jungs schon am Boden lagen.
Diese Zeit im Heim liegen nun 30 Jahre zurück und heute kann ich sagen, DER WILLE UND GEIST MUSS GEBROCHEN WERDEN, sie haben es geschafft, diese Nonnen vom Hl. Geist, wir sind gebrochen, wir können nicht in den Spiegel sehen, unsere Körper sind für immer weg nur unser Verstand konnten sie uns nicht nehmen und der erinnert uns täglich daran wo wir gewesen sind!!
Damit das noch deutlicher wird, was die Nonnen vom Hl. Geist für Erziehungsmethoden hatten.
Bettnässer wurden hinterm Haus mit einem Schlauch eiskalt abgespritzt, Essen das erbrochen wurde, zwängte Sr. Symphorosa und Margot die Jungs das erbrochene wieder aufzuessen.
Am Hinterausgang, zwischen Türe und herablassendes Gitter wurden die Jungs im dunklen, bei Regen zur Strafe abgestellt. Es war normal für die Nonnen, dass mit Stöcken, Kleiderbügel auf die Jungs einzuschlagen, es machte den Nonnen Freude, wenn sie erniedrigen, demütigen und brutal zuschlagen konnten, wer an den Fingernägel kaute, musste täglich die Hand ausstrecken, um sich mit einem Stock seine Strafe abzuholen. Sollte ein Junge dem anderen bei den Hausaufgaben oder wenn eine Klassenarbeit anstand helfen und der trotzdem eine schlechte Arbeit schrieb, wurde der helfende Junge sofort mit Prügel gestraft. Geschwisterkinder wurden getrennt und durften sich untereinander nicht besuchen. Sonntags wurden wir im Dorf zur Fleischbeschau dargestellt, wir bekamen schöne Kleider an und jeder konnte sehen, ach was haben die Heimkinder es schön, die netten Schwestern gehen mit den Kinder spazieren.
Besuche im Heim waren von den Eltern nur alle sechs Wochen erlaubt, wenn mal welche kamen und das war sehr selten, und immer war eine Nonne dabei, damit bloß keiner sagen konnte, dass nach außen von den Nonnen heile Welt geheuchelt wurde und wir die Hölle hatten. Zum Glück war ich in diesem Horrorheim ein Mädchen, wenn ich an die Jungs denke die dieses Nonnenheim überlebt haben, kann die Öffentlichkeit froh sein, dass ich es erzähle und nicht einer von denen, denn es gab Grausamkeiten unter der Leitung von Sr. Symphorosa, Margot und Herbert, die niemand hören will.
Mein Gedanke für diesen Brief, niemand darf diese Jungs vergessen!!! Sie leben vielleicht unter euch, still vor sich hin leidend, Einsamkeit und ihr Schmerz begleiten ihr Leben, sie waren kleine Kinder als man sie in die Obhut der Nonnen gab, und diese Monster haben diese Jungs zerstört, und das mit einer perversen Freude!!
Hiermit möchte ich meinen Brief beenden
Ich glaube, bevor wir telefonieren, sollten sie erst die Geschichte lesen, es liegt mir sehr am herzen, dass diese Jungs als Opfer anerkannt werden, besonders meine Brüder

Viele Grüsse
ich war im Heim "Die dumm Gestrickte"

 

 

Gesendet:  Donnerstag, 22.02.2007 21:19

Hallo Bert,
nach dem man angeblich in Waldniel nicht mit mir klar kam hat man mich Anfang 1960 nach Dalheim gegeben. Ich kam in die Gruppe von Sr. Sebastian (heute Barbera K. oder Bärbel) weil im Vorfeld es schon so aussah das ich mit ihr klar kommen könnte. Und so war es auch. Es folgten einige der schönsten Jahre meines Lebens. Ich war überall eingebunden bei den Messdienern und den Pfadfinder im Ort. Zeigte Führungseigenschaften hatte schnell meine eigene kleine Gruppe und es steigerte sich bis zu Schluss bis zum Gaufeldmeister für die Jungpfadfinder. Das heißt die Verantwortung für viele Gruppen von insgesamt 6 Orten. Die Heimleitung war damals dagegen (Sr. Michaela) als ich mit nicht ganz 18 Jahren einen solchen Posten annehmen sollte. Wollte sich dagegen stellen. Bärbel war zu diesem Zeitpunkt schon lange weg und ich hatte mir einen neuen Vormund ausgesucht weil der alte (Lehrer aus meinem Geburtsort) mir gar nicht zusagte. Ich hatte mich für meinen Klassenlehrer entschieden und der hatte nach anfänglichen zögern zugestimmt. Somit konnte Sr. Michaela nicht mehr so mit mir umspringen wie sie wollte. Herr Wasch (Direktor Volksschule Dalheim-Rödgen), der nun mein Vormund war und mit dem ich mich bestens Verstand, hatte sich darüber sehr gefreut und mir auch das Einverständnis gegeben genauso wie das Jugendamt und der Bundesvorstand der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Somit war ich Deutschland jüngster Gaufeldmeister (eigentlich muss man 21 Jahre alt sein). Man hätte sich im Kinderdorf eigentlich darüber freuen müssen aber Fehlanzeige. Schade das Bärbel das damals nicht mehr erleben konnte hatte sich aber im Nachhinein darüber gefreut. Bärbel war ein wenig ängstlich, erlaubte viele Sachen die der Heimleitung nicht gefallen haben. Ich war der 2. älteste in der Gruppe. Da ich einen guten Draht zu Kindern hatte musste ich leider auch steht’s auf sie aufpassen .Bärbel meinte später ich wäre der geeignetste gewesen Michael oder Waldtraud hätten die kleinen einfach irgendwo abgesetzt und ihr ding gedreht. Oft hab ich mit ihr im Glaskasten oder auf der Terrasse draußen gesessen und viel mit einander gesprochen. Konnte mir auch sehr gut und einfühlsam erklären warum es VIELLEICHT besser für mich gewesen ist das meine Mutter so früh gestorben ist. Fast alle Kinder kommen ja schon mit großen Vorbelastungen in die Heime und Kinderdörfer. Nach dem Bärbel weg war habe ich mich zurückgezogen. Richtigen Kontakt hatte ich zu den neuen gruppen Schwestern nicht. Getan haben die mir zwar nichts, war ja schon ziemlich „alt“, so dass sie sich schon mit mir unterhalten konnten, aber nicht machen was sie wollten. Nach dem ich zur  Heimerzieherschule gegangen bin habe ich den Kontakt zum Kinderdorf abgebrochen. Einmal Weihnachten wusste ich nicht so recht wohin. Nach Dalheim zog mich nichts, zu meinem Vormund ging nicht und in meine alte Gruppe in Waldniel wollte ich nicht. So kam es zum ersten Suizidversuch. Leider hatte damals mein Zimmergenosse was vergessen und ist zurückgekommen und hat mich halt gefunden. Mein  Vormund war auch schnell zur Stelle (Hr. Wasch) man hat sich dann an Bärbel erinnert und mich gefragt ob ich bei Ihr in der Gruppe in Erbach arbeiten möchte. Da habe ich zugesagt und mir ging wieder besser. Hab dann auch die Familie von Ihr in Österreich kennen gelernt und bin seit dem oft im Urlaub da gewesen und auch später als Bärbel nach Österreich gezogen ist. Wie Du ja weißt ist der Kontakt bis heute geblieben. Mehrere Kinder und Angestellte aus der zeit in Erbach haben noch guten Kontakt zu ihr. Manche kommen regelmäßig zu ihr nach Österreich teilweise bereits mit ihren eigenen Kindern. Wäre sie nicht gewesen wäre mein Leben wahrscheinlich auch härter ausgefallen. Es kommt immer auf die Person an mit der man zu tun hat. Stimmt die Chemie stimmt auch das Verhältnis. Die Chemie Stimmte halt zwischen ihr und mir und auch zwischen Herrn Wasch und mir. Ich mochte ihn von Anfang an ob wohl er auch sehr streng sein konnte. Die eigentlich verantwortlichen sind die, die die Schwestern für diese Arbeit aussuchen. Ich glaube, dass viele Schwestern einfach überfordert waren mit Kindern zu arbeiten und dies wahrscheinlich im zivilen Leben nie gemacht hätten. Jetzt einfach nicht anders konnte wegen des Gehorsamkeitsgelübde???
Gruß Helmut

 

 

Gesendet:  Sonntag, 13. August 2006 11:08

 

Hallo Herr Beckers mein Name ist Marion Z.

erst einmal ein Lob an Ihre gut geführte HP. Sauber mit vielen guten Beiträgen.
Ich kann nur das wieder geben, was ich schon vor Jahren gesagt hatte.

Es wird Zeit das sich die Kirchen öffnen. Ich kam als Säugling in ein Waisenhaus, wurde von einem zum anderem gereicht. Tabletten sollten mein normales, lebhaftes Verhalten unterdrücken. Auch in meine Akten wurde ein IQ unter dem Wert gemessen. Auch ich wurde als schwachsinnig eingestuft, wie jedes Kind aus diesem Heim. 1984 und 1990 hatte ich bei einem Test noch ein IQ von 127 damals vor 40 Jahren lag er bei 0.85. Ich habe unendlich viel gelesen auch dies wurde als negativ bewertet. Rassenhygiene war noch die Einstellung von vielen Kirchendiener.

Die Behörden waren froh ein Platz für uns überflüssige gefunden zu haben, zahlten einfach drauf los, ohne an das seelische sowie körperliche Wohl der Kinder zu denken. Es gab damals, vor 52 Jahren schon den Kinderschutzbund, nur zählte dieser nicht für uns.
Wir waren so wie das Geflügel heute, in einer Massenabfertigung gelandet.
40 Kinder in einem Schlafsaal. Mit sechs Jahren noch am Bettchen festgebunden.
Was mich noch stutzig macht, sind die vielen Tabletten die wir nehmen mussten. Ich denke, dass auch die Pharmazeutischen Firmen Ihre Hand im Spiel hatten.

Eine Polypenoperation. Aufstellen in Reihe und Glied, wie jeden Morgen. Du, du, du an die Wand, ihr bekommt heute kein Frühstück.
Wir wurden in einem Kleintransporter zum Krankenhaus gefahren, wo wir mit Äther betäubt wurden, um dann die Polypen zu entfernen. In einem abgedunkelten Raum in diesem Heim, kamen wir wieder zu uns. Keine Fürsorge war gegeben. Drei Tage kotzen, allein von der Narkose.
Mit Haferschleim wurden wir dann wieder aufgepäppelt. Keine Mama die uns sicherlich in den Arm genommen hätte. Eiskaltes Handeln ohne jegliche Emotion. Mit jedem Telefonat eines ehemaligen Heimkindes war meine Betroffenheit immer noch sehr groß, obwohl ich selber eine Betroffene war.
Ich fordere sämtliche Orden auf sich doch langsam zu öffnen. Die beweiskräftigen Unterlagen sind so erdrückend. Nach der Sommer pause geht es weiter. Nach deutschem Recht, hat jedes Heimkind ein Anspruch auf die Kopie, seiner/Ihrer Akte. Also nur Mut. schreibt eure Peiniger an und fordert die Aktenkopien heraus. Dem Betroffenen ist auf Antrag, SGB VIII § 67 Auskunft an den Betroffenen: Auskunft über die zu seinem Personen gespeicherten Daten oder andere sonstige Datenträgers nach Maßgabe des § 83 des 10-X Gesetzbuches zu erteilen und in Kopie aus zu händigen.
KJHG:  SGB VIII § 67  Auskunft an den Betroffenen  und   SGB X § 83 Auskunft an den Betroffenen.

Mit diesem beiden in Verbindung stehenden Paragraphen haben alle ehemaligen Heimkinder ein Anspruch auf Akteneinsicht und eine Kopie dieser Akten. Wichtig beide Paragraphen nur miteinander ergänzt zählt.

Auch ich musste als Kind schon schwere körperliche Arbeit verrichten. Zu einer Versklavung kam es bei mir nicht da ich mich dem entzog, indem ich später immer wieder abgehauen bin. Ab in die Freiheit!!!! und wenn es nur 2 Tage waren. Keine Mauer war zu hoch. Dies war auch wieder nur ein Grund mehr, mir zu unterstellen, dass ich langsam Flüge wurde. Nein, mein bestreben war eine vernünftige Schulbildung, um danach Sport studieren zu können, in Hannover.

Als Säugling kam ich ins Heim und mit 18 Jahren lag ich auf der Straße, damit ist im Grunde die Frage beantwortet: "Warum habt Ihr Euch nicht aufgelehnt gegen Eure Erzieher oder Erzieherin!" Circa drei Monate lag ich auf der Straße und hatte alles versucht um ein Zimmer zu bekommen, damit ich endlich eine Chance bekam. Auf der Straße bin ich fast verhungert. Erst mit meiner Volljährigkeitsalter bekam ich meine Unterlagen vom Jugendamt.

Ich möchte mich zu den Einrichtungen noch einmal äußern. In den meisten Fällen, wurden Ausbildungsstätten, Klosterschulen, Fürsorgeheime so deklariert, so das auch Eltern glaubten, Ihren Kindern etwas Gutes zu tun, geblendet wurden. Ibbenbüren war als Klosterschule deklariert genauso wie das Salvatorkolleg in Klausheide bei Paderborn, als Ausbildungsstätte. Wo Pater Vincent agierte, der das Bundesverdienstkreuz für seine Zeit in einem Gefängnis in Berlin Tegel bekam. Pater Vincent verglich noch im Jahre 2003 ein Heim mit einem Gefängnis. Unter Pater Vincent seiner Regie wurde in Klausheide vielen Jugendlichen die Seele gebrochen. Statt Ausbildung wurden diese Jugendliche versklavt, gedemütigt und mit militärischem Drill zu seelischen Fracks herangezogen. Ein ehemaliger Sozialarbeiter hat dieses bestätigt. Auch diese "Ausbildungsjahre"!!! wurden nicht in die Rentenkasse eingezahlt. Laut ILO Abkommen, von 1956 ist Sklavenarbeit in Deutschland verboten worden.

Hier fordere ich die Bundesregierung auf, dass diesem Pater, Pater Vincent das Bundesverdienstkreuz, aberkannt wird!!!!!
Diese Station der Schwestern vom Zionsberg in Scherfede, die am 23. Mai versuchten Kooperativ zu sein, habe mir verboten Ihnen eine Mail zu schicken. Als ich dies ausprobierte, kam die Mail ungeöffnet zurück. So etwas nennt man dann Aufarbeitung.

 

Schwestern vom Zionsberg  Scherfede
Auch für ehemalige Kinderheimkinder stehen wir jederzeit zum persönlichen Gespräch gerne bereit.”
Leider wird dieses Versprechen
nicht eingehalten!

 

 

Gesendet: Samstag, 12. August 2006 17:46

 

Hallo Herr Beckers ich bin Emil K. 66 Jahre alt,

als sich meine Eltern 1949 scheiden ließen fing das Unheil für mein noch junges Leben an.

Wir wohnten glücklich in der Nähe von Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis). Mein Vater war

Goldsschmied und hatte eine gute Arbeitstelle. Er war ein wundervoller Vater der leider schon

1961 mit 54 Jahren verstarb. Als Scheidungskind wurde ich vom Jugendamt 1950 mit

10 Jahren in das Schülerheim nach Oggelsbeuren (Baden-Württemberg) eingewiesen.

Ein Heim wo die katholische Kirche das Zepter schwang und vom Orden

"Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul" betrieben wurde.

http://www.untermarchtal.de/  

Der Tag begann um 6 Uhr mit Frühmesse, danach gab es schwarzen Kaffee (Muckefuck) und

ein Stück Schwarzbrot. Danach ging es in die jeweilige Schulklasse und mittags um 1 Uhr

nach dem Mittagessen wurden wir eingeteilt zur Arbeit.

Ich musste in der Gärtnerei schuften bis mir der Rücken wehtat. (Kinderarbeit)

Freundschaften untereinander wurden unterbunden, ein falsches Wort und man bekam Schläge.

Wer sich die ganze Woche gut verhalten hatte durfte am Sonntag mit den Schwestern einen

Ausflug ins Dorf machen. Dabei durften uns die Dorfbewohner wie Zirkusviecher bestaunen

und ihre Kommentare zum Besten geben, dass es doch mit viel Geduld und Liebe

(wo war die eigentlich) der Heimleitung und den Erziehern gelingt aus uns missratenen

Kindern anständige Menschen zu machen. Dieses Spießrutenlaufen habe ich einmal mitgemacht,

danach habe ich mich die Woche über so benommen, dass ich den Sonntag lieber lesend in

unserem 40 Mann-Schlafsaal verbrachte. Dann nach langer Leidenszeit freute ich mich auf den Schulabschluss, weil ich damals der Meinung war, nun wieder zu meinem Vater zurück zu kommen.

 

Nach Oggelsbeureen bin ich 1954 nach Ende der 8. Klasse zurück zu meinem Vater gegangen.

Ich war damals bei der Scheidung meiner Eltern meinem Vater zugesprochen worden und

er sorgte wunderbar für mich. Es war eine schöne und doch nur kurze Zeit (15 Monate).

Denn wer damals in den Fängen des Jugendamtes war hatte keine Chance unbehelligt zu bleiben.

Mein Vater zog zu seiner Schwester, meiner Tante, die uns dann auch versorgte. Er war nicht

nur ein guter Goldschmied, sondern er malte viel und schrieb Theaterstücke.

Bei einer Premiere eines dieser neuen Stücke platzte das Jugendamt mit zwei weiblichen Vertretern

in die Veranstaltung um mich aus diesem "Sumpf" herauszuholen.

Dem Heim fehlten damals wohl noch billige Zwangsarbeiter.

 

Man verbrachte mich am 29.9. 1955 mit 15 Jahren zuerst in ein Jugendheim

nach Heidenheim/Brenz und nachdem ich dort als Begrüßung 14 Tage Karzer abgesessen habe

um mich an das Heim zu gewöhnen, habe ich die erstbeste Gelegenheit benutzt und bin ausgerissen.

 

Nach 2 Tagen wurde ich gefasst und in ein geschlossenes Heim nach Schelklingen gebracht.

Das war ein katholisches Erziehungsheim mit einem Priester als Chef und Nonnen aus dem  Kloster

Obermarchthal vom Orden "Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul"

http://www.untermarchtal.de/ .Dieses Zeit im Heim hat ich mich an die armen Menschen im

Mittelalter erinnert, die dort auch schon von der Kirche behandelt wurden wie der letzte Dreck.

Die Nonnen waren richtig brutal, beim Teufel kann es nicht schlimmer sein dachte ich mir immer.

Für jede Kleinigkeit wurden wir exemplarisch bestraft. Am Anfang wurde mir die Hausordnung

vorgelesen und dann nahm ein Martyrium für die nächsten 5 Jahre seinen Lauf.

(Von 1955 - bis zum 15.3.1961)

Geschlagen wurde ich immer und oft und meistens vom Heimleiter einem Pfarrer bis zum Ende

des Martyriums mit 20,5 Jahren. Wehren konnten wir uns nicht, denn alle Heiminsassen waren

unterernährt. Wir waren in einem Schlafraum untergebracht mit 30 Jungen. Morgens um 6 Uhr

wurden wir geweckt dann Frühstück (oder so was ähnliches) dann wurde man zur Arbeit eingeteilt.

Im Heim gab es verschiedene Werkstätten (Schreinerei, Wäscherei, Gärtnerei, Schuhmacherei etc.)

und ein Bauernhof. Dort durfte ich mich betätigen. Das tat ich gerne, denn dann kam man aus dem

Heim auf die Felder und war für ein paar Stunden der Rache entronnen.

Außer den Nonnen gab es aber auch die Meister der verschiedenen Werkstätten, die aus dem

Umland kamen. Viele von denen hatten sich im Laufe der Zeit die brutalen Methoden der Nonnen

zu Eigen gemacht, außer dem Schuhmachermeister und dem Korbmacher.

Mit denen kam ein wenig Normalität ins Spiel.

Der eine Erzieher hatte Privat in Munderkingen eine Wirtschaft die seine Frau führte.

(Nach meinem Heimaufenthalt habe ich mich dort oft mit ihm getroffen, er war wie ein Vater zu mir,

leider ist er viel zu früh, ich glaube 1968 verstorben.)

Als ich dann von der Schufterei auf dem Bauernhof genug hatte, ganze Felder Unkraut mit der Hand

auszureißen, Kartoffel hacken und schwere Säcke zu schleppen und was sonst noch als niedrige

Arbeit anfiel, wurde ich zur Strafe zum Zementsteine schleppen verdonnert. Morgens ging es zum

Zementwerk, dort mussten die gesprengten Steine von uns in Loren eingeladen werden.

Es war eine Schufterei ohne Ende. Bei einem dieser Tage fiel ein Steinsbrocken vom Wagen und

als ich in wieder einladen wollte fuhr der Zugführer an und ich landete mit einem Fuß unter

den Wagen. Das war kurz nach meinem 17. Geburtstag. Ich kam ins Krankenhaus und als ich dort

aus der Narkose aufwachte, traf mich der Schock. Mein rechtes Bein war nicht mehr da.

 Ich war so verzweifelt, dass ich die Schlaftabletten die ich damals jeden Abend bekam, sammelte

und als ich 20 zusammenhatte, alle auf einmal schluckte, ich wollte nicht mehr leben.

Leider (oder auch nicht) hat mich trotz größter Sorgfalt mein Bettnachbar beobachtet und die

Schwester alarmiert. Nach mehreren Nachoperationen kam ich dann wieder zurück ins Heim und

wurde dort dafür bestraft, dass ich dem Heim mit meinem Unfall so viele Unannehmlichkeiten

bereitete. Der Heimleiter persönlich nahm sich mit einem Prügel bewaffnet mich vor, um mir zu

demonstrieren, dass ich Schande über das Heim brachte. Da ich jetzt mit einem Bein als volle

Arbeitskraft nicht mehr zur Verfügung stand wurde ich in die Schuhmacherwerkstatt gebracht,

um dort das Handwerk zu lernen. Lust hatte ich keine dazu, aber das durfte ich ja niemand sagen.

Ich habe mich dann mit dem Meister dort einigermaßen verstanden und überlegte die ganze Zeit,

wie ich aus dieser Hölle ausbrechen konnte. Bei einem der Besuche im Krankenhaus dann endlich

die Gelegenheit, ich floh aus dem Fenster der Toilette und fuhr per Anhalter nach Munterkingen

um dort im Gasthof des einen Erziehers Unterschlupf zu suchen. Leider erwischte man mich schon

zu früh. Die Strafe dafür war hart und es wurde keine Rücksicht auf meine Verletzung genommen.

 

Da ich mehrmals nachoperiert werden musste (16-mal) bekam ich erst mit 19 Jahren (1959) in den

Genuss der ersten Prothese und lernte wie ein Kleinkind das Laufen. Bis dahin bin ich (zwei Jahre)

lang auf Holzkrücken gelaufen. Es war ein tolles Gefühl wieder auf 2 Beinen zu stehen mit einem

kleinen Wermutstropfen. Immer wenn ich mich nicht genau an die Hausordnung hielt oder beim

Essen mit meinem Nachbarn leise sprach, wurde mir zur Strafe die Prothese weggenommen.

 

Meine Akten von Schelklingen http://www.konradihaus.de  konnte ich im März 2006 einsehen und

habe gestaunt, wie viel Unwahrheiten dort enthalten sind. Da werde ich als schwachsinnig

dargestellt, wogegen ein danach erstelltes  Gutachten mir einen IQ von 125 bestätigt. Von den vielen

Repressalien und Schlägen steht dort kein Wort, jedes Mal wird behauptet, dass die vielen

Verletzungen (Armbruch, Fingerbruch, Zahnverlust, Gehirnerschütterung usw.) nach Schlägen

von anderen Heiminsassen herrühren. Auch wurde damals meine Rente in Höhe von 115,50 DM

von Württembergischen Landesfürsorgeverband Stuttgart für die Heimunterbringung einbehalten.

Dazu noch der Heimverdienst, da hätte ich in einem 5 Sterne Hotel wohnen können. Ich habe mal nachgerechnet, denn mein Vater musste ja damals monatlich 60,-DM an die Landesfürsorgestelle für

die Heimunterbringung bezahlen.

Auch habe ich ja vor dem Unfall beim Zementwerk in Schelklingen gearbeitet, wofür ich monatlich

 90,-DM Lohn erhielt, bzw. ich bekam davon 50 Pfennig Taschengeld im Monat. Also vor dem Unfall

haben die monatlich 150 DM kassiert und nach dem Unfall waren es 175,50 DM. Das war in dieser

Zeit viel Geld.

 

Die Schikanen wurden mit zunehmender Dauer im Heim immer brutaler, für jede Kleinigkeit wurde

man bestraft. Besonders erinnere ich mich an eine Schwester die damals schon 68 Jahre alt war,

klein und boshaft wie der Satan persönlich. Sie sollte ja schon lange zurück ins Mutterhaus,

aber da sie immer neue Ideen hatte, wie man die schlechten Kinder malträtieren konnte wurde sie

weiterhin für unentbehrlich beim Erziehen der Kinder gehalten-

(auch heute noch nach mehr als 50 Jahren träume ich noch von ihr).

 

 

Gesendet: Dienstag, 11. Juli 2006 19:28

 

Hallo Herr Beckers !!

Mein Name ist Brunhilde und ich bin 45 Jahre alt und wohnhaft in Wegberg.

Ich bin aus Zufall auf Ihre I.-Net Seite gestoßen und war fasziniert von Ihrer Arbeit, an dieser Stelle ein dickes Lob und Danke!!!!!!

 

Ich lebte von 1962 oder 1963(weiss es leider nicht mehr so exakt) bis 1977 im Kinderdorf Dalheim - Rödgen in der Gruppe 3.

An die Vorfälle an die ich mich noch zu 100 % erinnern kann, sind folgende:

 

-man bekam morgens Milchsuppe mit altem Graubrot, wollte man diese nicht essen, wurde man mit dem Stock geschlagen und ich wurde einmal mit dem Kopf in die Suppe gehauen.

Danach musste ich so lange sitzen bleiben bis ich sie aufgegessen hatte und mich danach übergeben musste .

- es stand auch mal eine ganze Tüte voller Bonbons in dem langen Flur, die abgezählt waren, jedenfalls fehlte eines davon, ich möchte betonen, dass ich es nicht war!!!!!!!!

Jedenfalls wurde ich nachts an den Haaren aus dem Schlaf gerissen und die anderen Kinder wurden auch geweckt, wir mussten uns dann in Reih und Glied auf den Flur stellen und es wurde solange auf uns eingeschlagen bis jemand sich meldete und es zugab!! Dieser "Jemand" war ich, da ich es nicht mehr ertrug es mit anzusehen!! Die anderen Kinder durften dann wieder zurück in ihre Betten und ich musste draußen im Dunkeln auf der Terrasse (vor der Tagesraumscheibe) sitzen und sie (Schwester Magda...), saß hinter der Scheibe und genoss es anscheinend mich schreien und weinen zu sehen, ich hatte eine riesen Angst!!!

-das nächste woran ich mich erinnere, war das ca.5-6 Jahre alt, meine Geschwister lebten übrigens auch in Dalheimer Kinderdorf, somit auch meine große Schwester!

Wie kleine Mädchen nun mal so sind, fand ich es ganz spannend eine Seidenstrumpfhose an zu probieren, heimlich versteht sich..

Ich wurde dabei erwischt von Schwester Magda...!

Ich versteckte meine Beine unter der Bettdecke damit sie es nicht sah, sie fragte mich was ich da tun würde, ich hatte Angst und sagte nichts.

Sie schlug und schlug mich so feste mit einem Kleiderbügel auf den Po sodass der Haken des Kleiderbügels in meinem Po stecken blieb, sie riss ihn raus und ich musste ins Krankenhaus, damit es Genäht werden konnte. Es wurde gesagt ich sei auf einen Stein gefallen!!!!!!

-Als ich Dann ca.11 Jahre alt war, wollte ich mal eine Zigarette probieren, das tat ich natürlich heimlich und wurde erwischt ...sie zog mich dann in den Flur wo die Spinde standen und schlug mir mit einem Kleiderbügel so sehr auf die Fingerspitzen Sodas Blut raus quoll!!

-wenn ich schon mal eine schlechte Note hatte oder sonst was oder beim Hausaufgaben machen, zog sie mir so lange an meinen Haaren bis ich schrie und weinte oder ich hatte mal ein schlechteres Zeugnis, ich musste mich dann persönlich bei meiner Klassenlehrerin Frau He... entschuldigen gehen, als ich wieder kam wurde ich trotzdem wieder geschlagen !!!

-es gab auch einen Suizidfall, dort hatte sich damals ein Junge erhängt, was das angeht kann ich mich leider nur noch wage erinnern!!

-Ein anderer Junge hatte sich damals irgendwas zu "Schulden" kommen lassen und wurde eingesperrt, in einer der Zimmer an der Pforte, er bekam zur Strafe nichts zu essen und als das nicht genug wäre, hielt man ihm noch Fleisch vor die Nase, wo er natürlich nicht ran kam !!!

-ich musste als einzige morgens zur Messe mit den ganzen Nonnen, hab ich nicht mitgesungen, gab's direkt einen Ellenbogen hieb.

-Dann hab ich damals mit Schwester Magda... im Wohnzimmer gesessen und durfte einen Kakao trinken... Wollte Dann irgendwann aufstehen und konnte auf einmal nicht mehr laufen. Sie sagte "mach keinen Blödsinn" und ich erwiderte ich könne nicht laufen... sie glaubte mir nicht !!

Sie hob mich auf und lies mich los, ich knallte auf den Boden und dann wiederholte sie das und ich fiel wieder, wurde ohnmächtig!!

Als ich wieder zu mir kam, standen alle Nonnen um mich herum und hatten mich mit Kölnischwasser bespritzt.

Danach kam ich in Krankenhaus nach Viersen, wo ich ein halbes Jahr zugebracht habe.

Es kam raus, dass ich starken Unterzucker hatte!!

-außerdem wurden wir damals alle zusammen (Jungs + Mädchen) abgeduscht, manchmal auch mit eiskaltem Wasser .Schamgefühl durfte es nicht geben.

-ich habe auch immer zu spüren bekommen dass ich ein Kinderdorfkind bin, in der Schule, in der Gesellschaft.

 

Ich könnte noch mehr erzählen, aber es würde den Rahmen sprengen, leider!!!

Ich habe seid damals immer gewisse Ängste und Träume auch wenn ich Diese Zeilen schreibe, kommt alles wieder hoch und mir laufen die Tränen über das Gesicht!!

Ich hatte nie eine Kindheit und diese Erlebnisse haben und werden mich mein Leben lang begleiten!!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg für die Zukunft und ich hoffe das Schweigen hat bald ein Ende!!

MfG Ihr Bruni

 

Gesendet: Donnerstag, 6. April 2006 18:41


Lieber Herr Beckers

ich (47) verfolge schon seit Jahren das Schicksal ehemaliger Heimkinder. Vorweg möchte ich Ihnen sagen, dass es mich extrem beschäftigt und ich auch sehr erschüttert bin, was Kindern angetan wurde. Ich habe großen Respekt vor dem, was durch den Verein VeheV geleistet wird. Auch Ihre Webseite finde ich sehr gut! Nur im „kleinen“ kann ich nachvollziehen, was ehemalige Heimkinder durchgemacht haben. Ich selbst war einige Jahre in einem Kath. Kindergarten bzw. Hort. Zum Glück war es nur das. Die Leiterinnen waren immer Ordenschwestern -arme Dienstmägde Christi, die ja leider auch durch Misshandlungen in Heimen etc. aufgefallen sind. Ich hatte es insgesamt mit 3 Schw. zu tun. An die erste kann ich mich nicht erinnern, an die Zweite habe ich nur sehr, sehr gute Erinnerungen. Denn die war so, wie man sich eine liebe, verständnisvolle gütige Nonne und nächstenliebe praktizierenden Menschen vorstellt. Die Dritte Nonne war ein Teufel. Ich kann mir gut vorstellen, dass Schw. Edgara zu den Nonnen gehört hat, die in Heimen geprügelt und gedemütigt hat. Als sie anfing, dasselbe Programm, wie in den Heimen, heruntergefallenes Essen musste aufgegessen werden, Erbrochens ebenso wieder gegessen werden, wie ekliges fettiges Fleisch. Bloßstellen wenn man bei Mittagsschlaf mal  ins Bett gemacht hatte oder wenn man in die Hose gemacht hatte gehörte ebenfalls zur Tagesordnung. Ich und anderen konnten aber Abends nach Haus gehen, die Heimkinder nicht und dass tut mir sehr sehr leid. Ich kann sehr gut verstehen, wie belastet, diese Dinge auch heute noch für Sie sind. Obwohl ich nur Kindergarten bzw. Hortkind war, habe ich extrem unter diesen Dingen gelitten, wurde wie Sie auch zum Bettnässer blieb das auch bis 16, auch deshalb gibt es parallelen. Letztlich will ich dann doch keinen Vergleich anstellen, weil ich ja ein Zuhause hatte. Allerdings gab es trotzdem nach etwa einem ½ Jahr nach dem Eintritt von Schw. Edgara Besserung. denn anders als in Heimen wurden die Praktiken bekannt und auch die anderen Erzieherinnen spielten das Spiel wohl nicht mehr mit. Der Kindergarten/Hort gehörte zu einem Krankenhaus, in dem Nonnen die Leitung hatten. Wie das Personal behandelt wurde. Einzelne Nonnen, unchristliche ihre „weltlichen“ Kolleginnen fertig gemacht haben, passt genau in das Bild. Meine Mutter arbeitete auch in diesem Haus. Zwangsläufig besuchte ich sie oft. In dieser Zeit war ich auch Messdiener in der Krankenhauskapelle. Ich habe eine sichtbare Behinderung. Eine Schw. meinte mal, wie kann jemand wie Du Messdiener sein?! Das habe ich allerdings dem Kaplan gesagt, und diese Nonnen bekam „schwer“ Ärger. Ich konnte mich also mit Erfolg weheren. Um so mehr tut es mir um dass Erlebt von ehemalige Heimkinder leid, die sich nicht wehren konnten. Verstehen kann ich auch, dass bes. Bettnässer zusätzlich leiden mussten. In diesem Krankenhaus musste ich auch einige Male. Auch ich bekam wegen meines Bettnässens zu spüren, wie die Nonne (Schw. Eberhelma) mit allen Mitteln versuchte, mir das „abzugewöhnen“. Resultat war, dass ich von einem gelegentlichen Bettnässer zum einem starken, der nun jede Nacht ins Bett machte, wurde. Auch hier hatte ich das Glück, dass ich irgendwann nach Hause gehen konnte. Ich bewundere Ihre Arbeit sehr wünsche Ihnen viel Erfolg mir Ihrem Vorhaben und hoffe sehr, dass die augenblickliche Berichterstattung nicht abebbt. Ich hoffe auch, dass die ehemalige Heimkinder anständig entschädigt werden.

 

 

Gesendet: Dienstag, 28. März 2006 22:46

 

Hallo Herr Beckers

Zunächst Danke für diese Mail. Genau so stelle Ich mir eine Hilfe und Stellungsnahme der Nonnen vor. Ich bezweifle das eben eine Krähe der anderen ein Auge auskratzt. Erst Recht wenn es um Taten geht die mit Verbrechen an Kindern gleichgesetzt werden können. Bekommt man doch heute schon für eine Ohrfeige an einem Kind zumindest ein Bußgeld aufgebrummt. Was müssten Nonnen zahlen für das was Sie uns angetan haben. Ich sage bewusst angetan!!!! Das hatte in einigen Fällen wirklich nichts mit Erziehung zu tun. Ich weiß auch das es durchaus auch Kinder gab die noch heute mit einem guten Gefühl und Dank nach Schloss Dilborn zurück blicken. Aber es waren auch einige für die Schloss Dilborn die Hölle war. Leider bin ausgerechnet auch Ich einer der ach so geliebten Kinder die von den Nonnen auch misshandelt wurden. Heute frage Ich nur eines!! Warum? Sicher weiß selbst Ich das sich die Situation auch in Schloss Dilborn etwas besserte wenn man die richtige Nonne erwischte. Was die viele Arbeit angeht die Nonnen für uns erledigten kann Ich mich sehr gut erinnern. Es war sicherlich schwer für die Nonnen wenn wir kleinen Pimpfe die langen Flure mit einem Stahlklotz unter dem eine Bürste montiert war und daran wiederum ein langer Stiel aus Holz bohnerten bis das alles glänzte. Waren wir nicht fertig nix mit Essen. Es war sicherlich schwer für die Nonnen uns zuzumuten die Betten selbst zu machen wie bei der Bundeswehr üblich. ( Andere Kinder in guten Familien hatten doch Mütter die das erledigten.) Es war sicher nur Zufall das uns Schläge mit Hilfe von Stöcken kaputten Besenstielen und Bambus trafen egal wo am Körper. Es war sicher schwer für die Nonnen darauf zu achten das uns keiner der Schläge im Gesicht verletzte denn man musste doch ohne ersichtliche blaue Flecken in der Kapelle erscheinen. Wir taten den Nonnen leid wenn Sie uns Seelisch quälten bis das wir die Möglichkeit hatten uns mit einem Kirchenaustritt aus der Kirche zu verabschieden aus dem Glaubensleben. Ich leide noch heute unter dem was mir damals widerfuhr. Es tat den Nonnen sicher leid das Sie uns Sexualität so erklärten das viele heute Probleme mit einer Partnerin haben. Schläge weil man onaniert sind ein Bombenmittel einem Kind Sexualität zu erklären. Den Unterleib als Dreck zu bezeichnen war so gut für mich das Ich noch heute Probleme habe mit einer Frau zu schlafen. Ja die Nonnen!!! Sie waren ein Segen für mich??? Welch ein Segen!!!! Ich sage Danke für ein kaputtes Leben. Ich sage Danke für 2 Scheidungen. Ich sage Danke das Ich nicht schwul bin und trotzdem nicht mehr mit Frauen schlafen kann. Ich sage Danke das Ich nicht mehr in der Lage bin ohne Psychologische Hilfe wieder eine Frau in die Arme schließen zu können. Ich sage Danke für ein Selbstbewusstsein das so beschissen ist das Ich in eine Ambulante 6 wöchige Krankenhaustherapie musste. Ich sage Danke das Ich noch heute nachts schweißgebadet aufwache und träumte eine Nonne zu vergewaltigen um es ihnen zu zeigen was Vergewaltigung heißt. (Letzteres beschränkt sich aufs Träumen aber es quält!) Ich sage Danke das Ich bis heute das Leben nicht verstehen kann. Ich sage Danke das Nonnen mich so aufs Leben vorbereitet haben das mein Leben fast unerträglich ist. Gekennzeichnet von Selbstmordabsichten Ausweglosigkeit und das Gefühl zu haben Ich hab's nicht verdient auf dieser Welt zu leben. Auch Danke Ich den Nonnen das Sie die Wirtschaft helfen anzukurbeln. Denn Ich möchte nicht wissen wie viele sind wie Ich!!! Sie brauchen Therapie, Tabletten und Reha!!! Also Dank zolle Ich den Nonnen Die gut zu mir waren. Aber all meinen Hass und meine Wut inklusive eine Abrechnung bei Gott gönne Ich denen die mich quälten. Auf das Sie das selbe erleiden müssen was Sie mir doch alles an Dank und Liebe haben zukommen lassen. Trotz allem Bert Lebe dein Leben und stelle Dich wie Ich gegen alle die Kindern heute so was antun. Genau darum ist es wichtig uns zu konzentrieren und zusammen zu kommen. Wir sind Zeitzeugen die heute verleumdet werden. Stillschweigen ist angesagt in den Klöstern denn eine ruhmreiche Zeit war's nicht. Auch Urft zählt dazu. Die ersten Wochen waren für mich wie ein Straflager. Ich hatte nie geschlagen und wurde geschlagen. Die Heimordnung lernte ich gebückt und einem Stock der mich traf. Die Wirklichkeit hatte mich auch dort eingeholt. Oh ja Urft. Anfangs Sklavenarbeit dann Zuckerbrot und Peitsche. Und Sexualität zu haben war in Urft ein Fluch Gottes der auch mit Prügel jedem begreiflich gemacht wurde. Ich weiß es nicht genau. Aber sollte Urft ein anderer Orden sein als Schloss Dilborn??? Wenn ja steckte System dahinter. Wenn nein dann kann man sagen das in vielen Orden so genannte Ordensfrauen existierten die ihren Frust und ihre Lust an den ihn anvertrauten Kindern abreagierten. Aber eines kann Ich mit Sicherheit sagen. Kinder arbeiteten auch für die Nonnen. Arbeiten die Sie normalerweise hätten machen müssen. Alles in allem!! Gott vergib mir!!!! Es waren Scheißnonnen dabei.!!!!!! Wohl den Schwestern die sich dem versucht haben entgegen zu stellen.

Also Danke!!!!

 

Gesendet: Samstag, 18. März 2006 22:43

 

Habe heute tel. Kontakt gehabt mit Petra F. aus Mg. Unser Gespräch lief so ab als wenn wir uns seid Jahren kennen würden was irgendwo ja auch der Fall ist. Werde mich Donnerstag wahrscheinlich mit ihr Treffen und altes auffrischen. Sie hat sogar viele Photos von Nonnen und anderen Kids in Dilborn zu meiner Zeit. Da war auch sie in Schloss Dilborn. Ich erzählte Ihr von der letzten Mail die Ich dir zukommen ließ und Sie bestätigte sogar den Inhalt mit der Tatsache das an Nikolaus wirklich ein so genannter Hans Muff eine Stahlkette hinter sich herzog die dann über den Flur hallte. Es war dieser Hans Muff der uns die Hölle dann zeigte: Es ist erschreckend wie sehr sie sich an alles erinnern kann aber gleichzeitig ein Segen für mich denn jetzt sind wir zu zweit. Ich hoffe nun endlich gehört zu werden und das einer gerade steht für mein versautes Leben denn dieses ist die Folge der gestohlenen Kindheit von mir. Sie bestätigte mir auch das es Fälle gab in denen Kinder gezwungen wurden ihr Erbrochenes zu essen. Einer davon bin eben Ich. Ich konnte ihr bestätigen das es normal war das man Essen 3 Tage in Folge weiter vorgesetzt bekam (aber kalt!!!) weil man es nicht aufgegessen hatte am Tag als es das erste mal vorgesetzt wurde!!!!!!!!!!!!! Wir haben denke Ich beide die Hölle gesehen in Dilborn. Vieles wird bei mir wieder wach alleine durch Gleichgesinnte. Wir hoffen das durch unser Ja in der Öffentlichkeit zu den Misshandlungen in diesem Heim andere auch den Mut finden dagegen anzugehen. Ich träume auch wieder von Dilborn was Jahrelang nicht mehr der Fall war. Aber mit Hilfe von eben Petra werde Ich versuchen das Erlebte irgendwie offen zu legen und anzuprangern denn wir beide haben nichts mehr zu verlieren. Dank auch an Dich denn ohne deinen Hinweis zu ihr würde Ich weiter das Erlebte alleine bewältigen müssen. Petra und Ich wundern uns allerdings das sich bis heute so wenig der geschundenen Kinder meldeten. Aber wir sind sicher das andere hinzu kommen. Also Danke und ein nettes WE sagt Ricardo Ps. wirst sicher auf dem laufenden gehalten.

 

 

Gesendet: Freitag, 17. März 2006 18:21

 

Hallo Herr Beckers

Habe diese Mail gelesen. Ist ja der Hammer!!!! Dein Einsatz macht mir frischen  Mut nun den selben Weg einzuschlagen. Zu diesem Zweck werde Ich am Samstag versuchen tel. in Kontakt zu kommen mit Petra F. Es wundert mich doch sehr das nur wenige Misshandlungen die doch zumindest in Schloss Dilborn begangen worden sind offen gelegt werden und nur wenige den Mut haben davon zu erzählen. Sicher hat jeder seinen Grund etwas zu tun oder auch nicht. Ich hingegen habe mich entschlossen meinen Fall bekannt zu machen und Gerechtigkeit zu finden. Natürlich bemerke Ich das es mich neu doch sehr beschäftigt was damals war. Vieles hat man (Ich verdrängt!!!)  Langsam kommen Erinnerungen zurück und Ich erlebe das alte neu. Es gab Misshandlungen in Dilborn die Schläge bei weitem in den Schatten stellen. In Dilborn sah Ich den Teufel leibhaftig und er schlug mir mehrmals ins Gesicht. Klar erkenne Ich heute es muss jemand mit Wissen der Schwestern unter diesem schwarzen Umhang gewesen sein. Ich sah Kinder aufrecht stehen, die sich im Schlafanzug aufrecht stehend im Bett vor Angst zitternd und weinend und sogar schreiend vor Panik in die Hose pinkelten und schissen. (Am folgenden Morgen durften die Kinder selbige per Hand auswaschen!!!!!) Gleichzeitig wurden  in anderen Räumen Kinder vom Nikolaus beschenkt und bekamen Leckereien!!!!!!!!! Fromme Lieder und Gebete wurden abgelassen obwohl die Gruppennonne Schwester Sitis wusste das der so genannte Hans Muff in dem so genannten Bettnässerzimmer gerade mit den Kindern am kegeln und am prügeln war. Man stelle sich vor!!!! Ein Quadratisches Zimmer in dem 6 Betten stehen. In den Betten stehen 6 Kinder schreiend und in Panik aufrecht und bepinkeln sich!!! Einer bückt sich als die dunkle Gestalt ins Zimmer kriecht. Hinter sich herziehend eine Stahlkette die klirrend über den Boden rutscht. Zielstrebig kriecht diese Gestalt zu dem ersten Bett in dem Ich stehe!! Ich bückte mich hob mein Kopfkissen hoch und suchte damit eine Deckung die nicht da war. Gleichzeitig bekomme Ich Schläge ins Gesicht und spüre einen harten Gegenstand auf meinem Körper. Nach mehreren Minuten werfe Ich mich schluchzend und schreiend unter die Bettdecke. Nun schreien und weinen die anderen!!! Ich hab erst mal Ruhe!! Genauso schnell und plötzlich ist bis auf das restliche Schluchzen und Weinen Ruhe im Zimmer. Jede Bewegung versucht man zu vermeiden da der Satan noch da sein könnte!!!!! Ich muss unter meinem Kopfkissen Schutz suchend eingeschlafen sein. Jedenfalls erinnere Ich mich das Ich wach wurde. Ich hob mein Kopfkissen an um einen Blick ins Dunkel zu werfen!!! In dieser Sekunde traf mich fast der Schlag und das als Kind. Ich sah direkt neben meinem Bett sitzend eine dunkle Gestalt. Sie war mit roten Streifen die wie Adern aussahen bedeckt und selbige leuchteten Blutrot bis hoch zum Kopf. Der Kopf enthielt 2 dunkle auch etwas Rot leuchtende Augen. Wir sahen einander an und in der selben Sekunde bekam Ich einen Faustschlag der stark war ins Gesicht. Ich hörte auch ein Geräusch aber kann's nicht mehr näher beschreiben. Wieder verschwand Ich unter mein Kissen und Decke. Ich traute mich nicht mehr raus bis zum Morgen. Ob Ich vor Erschöpfung eingeschlafen war weiß Ich nicht mehr aber als es hell wurde schlug Ich die Decke plötzlich zurück. Schweißgebadet und alles klitschnass stieg Ich vorsichtig aus meinem Bett aus. Ich sah unterm Bett nach ob da was war aber da war nichts mehr. Ich nahm meine Wäsche wie die anderen und ging mit immer noch zitternden Knien zum Waschraum. Seid diesem Tage kann Ich nicht mehr erdulden und sehen das etwas an einer Türe hängt in einem abgedunkeltem Raum. Im Dunkeln entwickeln sich Panikzustände die sich bis heute mit 48 Jahren noch so halten. Dabei war Ich doch gar kein so genannter Bettnässer und wartete auch auf den lieben Nikolaus mit seinen Sachen an jenem Tage!!!!!! Ich musste als Bestrafung in diesen Schlafraum da Ich des Morgens Spring und Turnübungen in meinem eigenen Bett absolviert hatte wobei selbiges zusammen krachte!!!!! In der folgenden Nacht sollte Ich die Hölle erleben!!   Es gab noch andere so genannte Erziehungsmethoden!!!! Essen und selbiges Erbrechen und unter Prügel mit einem Holzhandfeger das Erbrochen zu essen ums wieder zu erbrechen z.b.!!! Ich schwöre bei Gott und all meinen Kindern (immerhin 7 Stück) das mir selbiges in Schloss Dilborn widerfahren ist!!!!! Noch heute bin Ich nicht darüber weg was das für eine Erziehung sein sollte!!! Gott sei Dank bleibt meinen Kindern solches erspart!! Ich wünsche Schloss Dilborn uneingeschränkt zu betreten um das erlebte zu verarbeiten und die Orte dieser Qualen Körperlich wie seelisch anders zu erfahren. Eine Entschuldigung währe das mindeste. Geldforderungen sehe Ich wegen Verjährung kaum.

 

 

Gesendet: Sonntag, 12. März 2006 13:19

 

Lieber Herr Beckers

Ich bin 1958 geboren. Im Alter von 6 Jahren verlor ich meine Mutter durch einen Unfall (Sie wurde von einem Besoffenen überfahren) und war gerade in die Schule gekommen. Zunächst wurde ich ca. ein 3/4 Jahr in der Verwandtschaft "herumgereicht". Später kam ich zurück zu meinem Vater (Alkoholiker, Hilfsarbeiter, Krank= Asthma, Gestorben als ich 15 Jahre alt war. Das Jugendamt holte mich im Alter von 7 Jahren von meinem Vater mit Gewalt - zum Teil i.O. - im August 1965 weg und brachte mich in dass Nonnengeführte Kinderheim in Rheine. In diesem Heim war ich bis 1973. Es wurde geschlossen, weil die unten weiter folgenden Missetaten aufgedeckt wurden. U.a. die Bürger der Stadt Rheine rüttelten hier wach. Meine Erlebnisse dort. Ich war Bettnässer und litt sehr unter dem Tod meiner Mutter und die Trennung von meinem Vater und auch meiner Geschwister (3 Schwestern und 2 Brüder) die in der Verwandtschaft lebten. Mein jüngerer Bruder kam 1 Jahr später in ein Heim. Zwar in Rheine, jedoch in ein ev. Heim (nicht zu mir, da die Nonnen dies nicht wollten). Zunächst musste ich dort die erste Klasse wiederholen. Ich war in einer Schule am Rande von Rheine ca. 3 - 4Km entfernt. Ich lief jeden Morgen (meistens alleine dorthin) Ich wurde häufig gehänselt, da ich Einzelgänger war. In der Schule wurde ich bis in die 4. Klasse ebenfalls von meinem Klassenlehrer und einer Musiklehrerin verprügelt. Aufgrund meiner Schläfrigkeit haben diese Lehrer mich mit einem Rohrstock auf die Finger gestraft. Sie hielten regelmäßigen Kontakt zu der Oberin. Ich war in während meines gesamten 8-jährigen Aufenthaltes sehr übernächtigt. Ich konnte oft nicht schlafen. Dies waren Ängste vor Schläge. Anzahl der Schläge jeden Tag. Schläge zwischen 3 Rohrstockschläge bis zu manchmal 20 Schlägen. Entweder auf die Finger oder aber Hose runter und auf den Hintern. Die Art der Schläge oder auch Bestrafungen. Gründe für die Schläge, die für mich als Kind nicht erkennbar waren. Wie gesagt, ich war Bettnässer (Wahrscheinlich aufgrund meiner Geschichte seit dem Tod meiner Mutter). Allerdings auch schon früher. Meine Mutter hatte mich auch viel verprügelt. Die Schlafräume waren in den beiden obersten Stockwerken. Die Räume waren mit Holzfußböden ausgestattet. also die Gründe: - wir mussten von Beginn des Heimaufenthaltes an um 19.00 Uhr ins Bett. (ca. 15 Kinder in einem Zimmer. - Toilette wurde vorher noch einmal aufgesucht. - Um 20.00 Uhr sollten alle eingeschlafen sein. Wenn nicht gab es Schläge. Ich tat später so. Wenn ich oder andere die Hände nicht über der Bettdecke hatte, gab es Schläge - auch wegen Selbstbefriedigungsgefahr - . Wenn ich Harndrang hatte, verspürte ich aber manchmal das Gefühl mein Penis festhalten zu müssen. - ich hatte allerdings ca. jede Stunde den Harndrang. - ich versuchte dann leise auf Zehenspitzen auf die Toilette zu gehen. Ich wurde fast immer erwischt. Ich bekam dann Schläge mit dem Rohrstock. - Wenn ich in´s Bett gemacht hatte, musste ich zur Oberin in Ihr Büro und musste mich nackt auf einen Hocker mit dem Hintern nach oben legen. Dann bekam ich zwischen 10 und 20 Rohrstockschlägen. - Ich hatte zwar eine Schüssel unter dem Bett, hatte jedoch das Bettnässen fast immer im Traum (Trance) gemacht. - Aus meinem Unterbewusstsein hatte ich sogar tagsüber in die Hose gemacht. Es war als wäre ich in Trance. Hier war es dann so, dass ich vor der gesamten Belegschaft und den Kindern einen Spießroutenlauf machen musste. Die Kinder und die Belegschaft stellten sich gegenüber in einer Reihe auf. Manchmal bis zu 20 Personen auf jeder Seite. Wenn ein Kind dann bei diesem Routenlauf nicht geschlagen hatte, war dies Kind als nächste an der Reihe. Es wurde erst weniger als ich mit ca. 10 Jahren in ärztliche Behandlung kam. Dieser Arzt hatte sich über die vielen Wunden gewundert. Ich glaube sogar, dass dieser Arzt es war, der den Stein ins Rollen gebracht hatte. Er verschrieb mir, soweit ich mich erinnerte, zunächst Kalktabletten. Es dauerte noch ca. 1/2 Jahr, bis ich nicht mehr ins Bett gemacht habe. Meine Erinnerung kommt erst jetzt so richtig wieder. Allerdings kenne ich nicht mehr jede Begebenheit. Ich würde mich gerne wieder und sei es mit Hypnose an diese Zeit erinnern, um dieses zu verarbeiten. Ich habe dies lange Jahre verdrängt. Erst jetzt, nach dem Scheitern meiner zweiten Ehe vo ca. 6 Jahren (2 Kinder 13, 10 Jahre) mache ich mir Gedanken darüber. Ich leide sehr unter dem "Verlust meiner Kinder". Mir wird jetzt bewusst, warum. Ich habe Depressionen und habe ohne Erfolg mehrere offensichtlich keine gezielten Therapien hinter mir. Körperlich ist es so, dass ich zu jeder Zeit (wahrscheinlich unbewusst in Erinnerung zu dieser Zeit) immer wieder zu jeder Stunde den Harndrang verspüre. Dieses ist ebenfalls störend in Ausübung irgendeines Berufes. Die Ängste weiten sich aus. Mittlerweile bin ich Mittellos ohne Arbeit. Ich gib mir zwar Mühe in Arbeit zu kommen. Ich kann auch was, allerdings nirgendwo gezielt genug. Aufgrund meiner Bildung, werde ich allerdings immer wieder abgelehnt. (Betriebswirt ohne langjährige Berufserfahrung). Aufgrund dieser mittlerweile von mir erkennende "Krankheits"-Geschichte könnte mir vielleicht mehr geholfen werden. Vielleicht könnte man hierüber ja mal ein Schwarz - Weis - Film machen. Ich kenne noch einige aus dieser Zeit. Eine Familientherapeutin fragte mich mal, ob ich vielleicht ein Frauenproblem hätte.

 

Leserbrief

Endlich wird das Schicksal der Heimkinder in der Nachkriegszeit zum Thema. Kirchliche und staatliche Einrichtungen haben in einer unheiligen Allianz die Schwarze Pädagogik der Nazis fortgeführt. Immer noch stehen die Heimkinder in der Opferhierarchie ganz unten.

Das Buch von Herrn Wensierski ist hoffentlich geeignet, das Schicksal der Heimkinder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und dadurch die Verantwortlichen zu bewegen. Von Wiedergutmachung kann zwar keine Rede sein, denn der Verlust von Kindheit und Jugend ist nicht wieder gut zu machen. Aber drei Dinge sollten möglich sein:

1. Anerkennung der Verantwortung und Bitte um Vergebung
Verantwortlich sind hier neben einigen noch lebenden Personen vor allem Institutionen und ihre Rechtsnachfolger:
An erster Stelle sind die Kirchen und die mit ihnen verbundenen Einrichtungen zu nennen, und dann die staatlichen Auftraggeber. Not tut ein neues „Stuttgarter Schuldbekenntnis”, in dem beide Kirchen die inhaltliche Verantwortung für ihre Einrichtungen in Diakonie und Caritas bzw. ihrer Orden übernehmen und die damals Misshandelten und Ausgebeuteten im Vergebung bitten.

2. Inhaltliche Aufarbeitung
Theologie und Kirchen schulden der Öffentlichkeit Rechenschaft, wie es angesichts der menschen- und speziell kinderfreundlichen Botschaft Jesu zu dieser Orgie von Verletzungen der Menschenrechte kommen konnte.

Auch die staatlichen Instanzen sind aufgerufen, sich an dieser Rückbesinnung zu beteiligen: Wie konnten aufsichtführende Ämter dermassen versagen? Und: Wie steht es heute mit der Aufsicht? Jugendämter haben keine Fachaufsicht und es gibt immer wieder Einzelfälle, in denen Landräte und Jugendamtsleiter versuchen, amtliches Versagen zu bemänteln und inkompetente Mitarbeiter zu decken.

3. Finanzielle Linderung der Folgen
„Arbeitstherapie” gehörte damals zu den Standardmassnahmen. So darf mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Kinder und Jugendliche zumindest ab dem 14. Lebensjahr in den Kinderheimen zur Arbeit eingesetzt wurden. Es ist also ausreichend, wenn durch Akten oder Zeugen belegt wird, dass jemand im jugendlichen Alter im Heim gewesen ist und wie lange. Diese Zeit ist bei der Rentenzumessung zu berücksichtigen. Eine solche Denkfigur entspricht fiskalischen Pauschalannahmen zur „Lebenswirklichkeit”, gegen die in der Regel kein Widerspruch einzelner Steuerpflichtiger zugelassen wird. Hier muss man den Staat in die Pflicht nehmen.

Da auf die Rentenkassen damit wieder einmal „politische” Kosten zukommen, wäre eine finanzielle Beteiligung der Einrichtungen angemessen, die von der Arbeitskraft der Kinder profitiert haben.

Eine kirchliche Bitte um Vergebung würde um so glaubhafter, wenn die Kirchen zusammen mit den staatlichen Instanzen einen Opferfonds finanzierten, aus dem dann die erforderlichen Psychotherapien bezahlt werden können, die den traumatisierten Heimkindern helfen, mit ihrer Vergangenheit fertig zu werden.
Dierk Schäfer

Diplom-Psychologe & Diplom-Theologe
Akademieweg 11
73087 Bad Boll
Fone: (0 71 64) 79-209
Fax: (0 71 64) 79 5 209
Fone (privat): (0 71 64) 1 20 56

 

 

Startseite | Leidensweg | Kindheit | Opfer | Täter | Dokumente | Aktuelles | Medien | Beiträge | Rückmeldung | Impressum

Stand: 17.06.10