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Nachruf
Und wieder trauern wir um weiter drei Opfer von
Missbrauch und Misshandlugen in Heimen.
Heinz Hubert Horst geboren am 27.10.1961 gestorben am 03.05.2010
in Bergheim an Krebs
Peter Kappes geboren am 02.05.1956 gestorben im April 2010 an
Herzversagen in Eschweiler

Renate Michel geboren am 16.02.1940 gestorben im
12.06.2010 in Arnsberg
http://www.aus-dem-leben-eines-heimkindes.de/
Wir werden die Opfer in guter Erinnerung behalten.
Mögen Ihre Seelen im Jenseits Ruhe und Frieden finden, den Sie auf unsere
Erde nicht hatten.

30.10.2009 Mein Name ist Heinz L. und ich bin im Januar 1948 geboren.
Ich kam mit acht Monaten vom 29.09.1948 bis 16.07.1957 in ein Kinderheim
in Mönchengladbach, Engelbleckerstrasse 55. Dieses Heim wurde von der
Diakonie geleitet. In diesem mussten
wir stundenlang in Reihen auf dem Töpfchen sitzen. Schläge gab es für
jede Kleinigkeit, ins Gesicht oder auf den Po. Erbrochenes Essen musste
wieder gegessen werden. Nachdem ich mit neun Jahren für das Heim nicht
mehr tragbar war ging es für fast ein Jahr in das Don Bosco Kinderheim in Viersen Helenabrunn
bis zum 22.05.1958. Dieses Kinderheim wurde von Nonnen der Augustinerinnen/Emmaculata
geleitet. Mit 10 Jahren kam ich für ein Jahr wieder nach Hause.
Das war vom 23.05.1958 bis 18.03.1959. Das Heim wollte mich nicht länger
haben.
Meine Mutter konnte mit dem total zerstörten Jungen auch nicht mehr
umgehen und so kam ich mit elf Jahren am 19.03.1959 nach Urft in die
Eifel ins Hermann Josef Haus.
Hier der Bericht vom Hermann Josef Haus über mich bei der Einlieferung:
„Heinz war von seiner Geburt an fast immer in
Kinderheimen, die Mutter hatte sich nie allzuviel um ihn gekümmert. Als
er zu schwierig wurde hat man ihn zur Mutter entlassen, diese arbeitete
aber den ganzen Tag und Heinz war sich selbst überlassen.“
Dort blieb ich bis zum 29.06.1962. Also 3 Jahre und 3 Monate. In Urft war ich in der
Christopherusgruppe unter Schwester Adelheid im Altbau. Oben auf dem
Dachspeicher war eine Zelle eingerichtet worden. In der nur eine
Matratze mit einer kratzigen Decke war. In dieser Zelle war es im Sommer
zu heiß und im Winter viel zu kalt, wenn wir da eingesperrt wurden. Ein
halb gefüllter Eimer mit Wasser diente der Notdurft, ansonsten war die
Zelle leer. Da war ich mal gerade 12 Jahre alt. Bettnässer haben immer
Prügel bezogen, wenn sie ins Bett gemacht haben. Das passierte mir auch
manchmal. Prügel gab es auch für Widerworte und ganz viel Prügel gab es
für Gotteslästerung. Wir sind nach der Schule mit Arbeit übersät
worden, Kuhstall reinigen, Schweine füttern und Kartoffel schälen waren
unsere Aufgaben.
Jeden Tag, also morgens vor dem Frühstück, gingen wir in die Kapelle des
Kinderheimes Herman Josef Haus. Ein Salvatorianer Pater aus Steinfeld,
hielt die Messe ab und wohnte auch im Heim. Beim Fußballspiel bekam ich
mal den Ball in den Unterleib und der Salvatorianer sagte zu mir, ich
müsse zu ihm kommen, damit er mich untersuchen kann. So fing der
sexuelle Missbrauch an. Ich saß auf seinem Schoß und er rieb sein Teil
an meinem Körper. Einmal hatte ich den erigierten Penis auch in der
Hand. Sein stöhnen geht mir bis heute nicht aus dem Sinn. Auch seine
Alkoholfahne war für mich unerträglich. Sein Name war Pater S. M. Er
massierte auch anderen Heimkindern gerne die Hoden nach dem Fußballspiel
bei einer Verletzung. Hans-Günter H. kann den sexuellen Missbrauch im
Heim bestätigen, denn auch seine Hoden wurden massiert. Unser erster
Erzieher hieß damals Herr Haas. Unsere Lehrerin war eine kleine, alte
Nonne, die besonders gerne zuschlug. Schwester Adelheid hatte sehr starken
Mundgeruch gehabt. Als ich sie darauf ansprach bezog ich feste Prügel.
Frag nicht nach Sonnenschein!
Anschließend war ich noch im Erziehungsheim Fichtenheim bei Krefeld, der
vom LVR Köln betrieben wurde. Eine Lehre habe ich da angefangen, aber
nicht zu Ende geschafft.
Herr Jansen, ein Erzieher vom LVR, schlug mir mit seinem schweren
Schlüsselbund auf mein rechtes Ohr und zerstörte dabei einige Nerven.
Mein leben lang litt ich an Hörverlust.
Nach meiner zerstörerischen Heimzeit habe ich auf privatem Wege doch
noch am 17.08.1965 meine Metzgerlehre fertig gemacht und danach mehr als 30 Jahre als
Metzger gearbeitet.
Heute bin ich Frührentner und kann einfach meine misshandelte Kindheit
nicht vergessen.
Seid einem halben Jahr bin ich in Therapie wegen
PTBS. Danke Deutschland.
Heinz L.

24.10.2009 Mein Namen ist Hildegard F. und wohne in
Mönchengladbach.
Durch eine Berichterstattung der ARD bin ich auf das Thema "Ehemalige
Heimkinder" aufmerksam geworden. Diese Berichterstattung ließ bei mir
alles Verdrängte wieder an die Oberfläche kommen und ich möchte Ihnen
als ehemaliges Heimkind gerne meine Geschichte in Kürze etwas näher
bringen. Ich wurde 1938 geboren und kam bereits 1940 (weshalb auch
immer) in das Kinderheim Mönchengladbach - Neuwerk. Dieses Kinderheim
wurde in diesen Jahren von der evangelischen Diakonie geführt. Bis 1956
(16 Jahre) musste ich mein junges Leben im Heim verbringen und ich denke
heute noch mit Schaudern an diese quälende Zeit zurück. Kein Tag verging
ohne Schläge, ohne Demütigung und Kälte. Bestrafungen hießen Schläge mit
dem Teppichklopfer auf den nackten Körper, dem Einsperren in der
dunklen, kalten und engen Besenkammer, der Isolation. Hier gab es keinen
Trost, keine Wärme nur das beengende Gefühl der Wehrlosigkeit. Wie kann
ein Kind diese Härte, Lieblosigkeit unbeschadet überstehen? Der
psychologische Druck, diese Kälte lässt jede Kinderseele leiden und
meiner Meinung nach auch zerbrechen. Nachts wache ich auf und ich bin
schweiß gebadet. Die Erinnerungen lassen mich auch heute noch nicht
ruhen. Meine schlimmsten Erinnerungen beziehen sich auf ein Geschehen
woran ich mich heute nicht mehr erinnern kann. Aber die Auswirkungen
dieses Geschehen bezeugt mein Körper in grausamer Weise. Meine Beine und
Füße sind mit dramatischen Brandnarben übersät und was diese Narben
einem jungen Mädchen, einer Frau bis an ihr Lebensende antut ist kaum zu
beschreiben. Mein ganzes Leben habe ich unter diesen Narben gelitten,
habe mich geschämt und frage mich heute noch, warum? Was hatte ich
getan? Was war geschehen? Niemand im Heim wollte mir über dieses
Verbrechen Auskunft geben. Ich hatte immer den Eindruck, vieles sollte
vertuscht werden und ich war leider noch viel zu klein um mich erinnern
zu können. Ich bin froh, dass sich nach so vielen Jahren das Fernsehen
diese ehemaligen Heimkinder annimmt und ich heute meine Geschichte in
Bruchstücken Ihnen vermitteln kann. Mein Leben war und ist bestimmt von
dieser Zeit und ich wundere mich selbst, wie ich diese Hölle tatsächlich
überlebt habe. Die Narben in meiner Seele kann ich oberflächlich
verbergen, aber die Narben meines Körpers sind nicht zu verbergen und
erinnern mich täglich an die Qualen, die ich selbst meinen Feinden nicht
gönnen würde.
Danke Hildegard F.

05.05.2009 Hallo Hans-Bert, jetzt holt mich nach 46 Jahren
meine Vergangenheit ein. Wo fang ich an, womit hör ich auf: Nach dem Tod
meiner Eltern sind meine Geschwister und ich ins Kinderdorf St. Josef in
Dalheim Rödgen gekommen. Ich war damals acht, meine kleinste Schwester
ein halbes Jahr. Ein gutes hatte die Sache, dass wir Geschwister
zusammen waren. Meine ersten Schläge hab ich am zweiten Tag bekommen,
weil ich mich vor Angst ans Fußende eines Mädchens verkrochen habe, man
zog mich an den Haaren vorm Schwesternzimmer und schlug mich blutig. Als
ich nach meiner Mutter schrie, knallte man mir um die Ohren, dass die
mir eh nicht mehr helfen kann. Mein Bruder, das arme Schwein bekam jeden
Tag Prügel, weil er Bettnässer war. Man schlug solange zu, mit den
Worten, „bei jedem Laut bekommst du noch einen“. Wie oft hab ich
versucht meinen Bruder zu schützen, es half alles nichts, bekam ja
selber für das kleinste vergehen Prügel. Von den anderen Misshandlungen
abgesehen, aber wir bekamen es für die anderen halt mit, wir waren ja eh
asozialer Dreck. Wenn etwas in der Gruppe fehlte mussten wir vor dem
Schwesternzimmer knien, meistens hab ich mich hingekniet und die anderen
erlöst, weil ich es nicht mehr mit ansehen konnte. Sexuelle
Belästigungen gab es vom Klavierlehrer, der einem während des
Unterrichts die Hose runter zog und an einem rum machte, von einigen
Größeren, die meinten man sei Freiwild. Ich kann jetzt auch nicht alles
schreiben, weil es mich zu sehr belastet. Meine letzte Ohrfeige habe ich
mit 15 bekommen, weil ich nach der Arbeit nicht pünktlich war. Ich hatte
mich mit jemandem getroffen und man hat mich natürlich gesehen. Ich saß
im Waschraum als es knallte. Ich hab der Nonne nur gesagt, haust du mich
noch einmal schlag ich zurück. Es gibt viele parallelen in den Berichten
hier, auch in deinem, da wir ja im gleichen Heim aufgewachsen sind. Es
gibt keine Entschuldigung für das Verbrechen an uns. Mein Leben ist
verkorkst. Ich bin beziehungsunfähig, habe keinen Bezug zu meiner
Sexualität, trinke, meine Männer waren so wie die Nonnen, schlagen
konnten die gut. Man hat mir meine Kindheit genommen, im wahrsten Sinne
des Wortes. Mein Abgang aus Dalheim bestand darin, dass man mich beim
klauen erwischt hat, ich war zwei Tage ohne essen und trinken
eingesperrt, natürlich alles mit Prügel verbunden, dann abgeschoben nach
Dortmund ins
Erziehungsheim Vinzenzheim. Man trennte mich von meinen
Geschwistern, brachte mich wieder zu Nonnen, ein besserer Knast. Türen
und Fenster ohne Klinken, eine hohe Mauer mit Glasscherben. Ob ich da
Prügel bekommen hab weiß ich nicht mehr, da ich aber meine Lehre fertig
machen konnte und zur Berufsschule raus musste, glaub ich das eher
weniger. Schlimm in Dalheim war der Verrat. Vertraute man jemanden wurde
alles den Nonnen weiter erzählt, und das bedeutet wie immer. Wir waren
der Willkür dieser unfähigen Frauen in jeder Hinsicht ausgeliefert. Auch
den Lehrern und Pastoren. Ist es einem Kind zuzumuten Totenwache an
einem verhassten Pastor zu halten, der schon zu Lebzeiten ein Schwein
war, jetzt da lag und schon blau war. Es ist mir bis heute ein Gräuel
auf den Friedhof zu gehen, mir Tote anzusehen. Noch was hab ich
vergessen..........wie oft der Grundai mir nach der Arbeit aufgelauert
hat und sich an mir vergehen wollte. Ich war immer heilfroh, wenn ich an
seinem Haus vorbei war und er nicht draußen stand. Das habe ich auch
niemanden erzählt. Ich hab noch soviel zu erzählen aber mir schnürt es
die Brust zu. Ich danke Dir, dass Du als erster damit an die
Öffentlichkeit gegangen bist und ich steh jetzt nach 46 Jahren hinter
Dir, mit allem was ich kann. Noch etwas, das geschah alles im Namen
Gottes..........................wo war er denn als man uns malträtierte.
Die Kirche ist das Verlogenste was es je gab.
Danke Dir, Ilona

23.03.2009 Hallo lieber Bert ich muss mich aufraffen um dir die
Geschichte meines Bruders zu erzählen es fällt mir sehr schwer darüber
zu reden.
Am 15.03.2009 um 0:50 wurde mein Bruder Karl-Heinz tot vor seiner Kölner
Wohnung gefunden: Die Kölner Polizei teilte mir mit das er einen
Herzschlag erlitten hat, doch ich glaube das er sich tot getrunken hat.
Das Leid was er in seinem Leben ertragen musste hat ihn zu dem gemacht
was er war, ein Alkoholiker und das nicht ohne Grund. Er wurde nur 52
Jahre alt. So hat es die Kirche geschafft wieder einen Menschen zu
zerstören. Wieviele noch? Warum?
Hier die Geschichte meines Bruders.
Mein Bruder kam mit einem Jahr in das Kinderheim Schloß Dilborn bei
Brüggen am Niederrhein, das damals von den Nonnen der Armen Dienstmägde
Jesus Christie geleitet wurde. Damit fing sein Leidensweg an.
Er hat genauso wie meine anderen Geschwister das gleiche ertragen müssen
wie wir. Mein Bericht steht auch in Deiner Seite.
Das heißt Misshandlungen und Missbrauch von einem Priester und von so
genannten Pädagogen.
Nach seiner Zeit in diesem Heim steckten ihn die Nonnen in ein
Lehrlingsheim in Krefeld wo er von den Mitbewohnern gequält wurde.
Dort hielt er es nicht lange aus und wurde danach vom Kolpingwerk
Mönchengladbach betreut.
Was Ihm auch nicht weiter half. Trotz abgeschlossener Berufsausbildung
kam er einfach nicht zurecht.
Die Folgen der Heimerziehung machten ihn zu einem Menschlichen Wrack, so
hart das auch klingen mag es entspricht der Wahrheit.
Er war immer auf der Suche nach der Liebe seines Lebens. Aber wie soll
ein Mensch der so etwas erfahren hat noch verstehen was Liebe ist?
Ich habe ihn immer wieder aufgesucht um ihm zu helfen aber er ließ sich
nicht helfen - was sollte ich machen - ich mache mir deswegen Vorwürfe.
Nach diesen extremen Exzessen wurde er Herzkrank. So das er lange im
Krankenhaus lag und auf einen Spender wartete.
Unglaublich kann ich da nur sagen.
Dann hielt er es nicht mehr aus und verlies das Krankenhaus. Ich kann
jetzt nur wage vermuten was dann passierte. Erst mal einen trinken gehen
- das hat ihm den Rest gegeben. Suizid auf Raten, Hammer wieder einer
der es nicht geschafft hat. Es tut so weh!!!! Ich glaube nicht das mein
Bruder mir das übel nehmen würde was ich hier schreibe, Es muss einfach
sein. Das schreibt dir ein Mensch der um seinen Bruder trauert was kommt
noch?
Lieber Bert du weist wie das ist. In tiefer Trauer, Fred

22.09.2008 Mein Name ist Johannes B.
Hallo Bert,
erst einmal einen herzlichen Dank für Deine Bemühungen. Ich will Dir in
knappen Sätzen etwas von meinem Privatleben schildern. In meinen ersten
beiden Schuljahren stellte ein Lehrer fest, dass ich sehr unruhig war
und mich nicht konzentrieren konnte. Zu dieser Zeit kriselte es zu
Hause. Meine Mutter war unzufrieden mit ihrer Situation. Obwohl nach
meinem dafürhalten alles in Ordnung schien. Wir hatten genug zu Essen,
im Winter warme Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Eigentlich schien
alles harmonisch zu verlaufen. Meine Mutter wollte mehr Geld. Tolle
Kleider, Schmuck, ausgehen und auswärts essen. Das war 1962 und ich war
gerade in der zweiten Klasse. Urplötzlich veränderte sich alles. Jetzt
arbeiteten beide Elternteile. Wir Kinder blieben dabei auf der Strecke.
Hausaufgaben habe ich kaum noch gemacht weil wir nach der Schule auf der
Strasse standen. Wir waren drei Kinder, meine Schwester Marlene, die
älteste, meine Wenigkeit und mein Bruder Peter der drei Jahre jünger war
ich. Es war im Oktober und mein Bruder und ich liefen immer noch mit
einer kurzen Lederhose herum. Wir hatten Hunger und Durst und es war
kalt. Meine Schwester war bei ihrer Freundin im warmen Haus und bekam
auch essen und Getränke. So kam es wie es kommen musste, ich wurde
auffällig durch Nahrungsmitteldiebstahl. Das Jugendamt schaltete sich
ein und ich musste nach Urft ins Herrmann-Josef-Haus. Natürlich war ich
als Kind schuld an der ganzen Misere zumindest sagten das meine Eltern.
So übergab meine Mutter mich der Obhut einer gewissen Schwester
Christine auf der Dominikus Gruppe. Alle Kinder waren anwesend und meine
Mutter sagte zu der Nonne, “wenn der Bengel nicht spurt dann schlagen
sie ihn grün und blau, der ist schließlich schuld das eine Familie jetzt
unter dieser Angelegenheit leiden muss“. Damit meinte sie sich. Von
wegen Familie. Vor allen Kindern gab meine Mutter mir noch eine Ohrfeige
mit auf den Weg. Ich kam mir vor wie ein Schwerverbrecher der gerade
eine ganze Familie getötet hatte. In den ersten Wochen ließen die
anderen Kinder mich das auch spüren. Ich musste in die Heim eigene
Schule in die dritte Klasse zu einer Schwester Wibranda. Am ersten Tag
in der Schule rief mich besagte Wibranda nach vorne und ich sollte laut
sagen warum ich ins Heim muss. Ich sagte, weil meine Mutter mehr Geld
und Luxus will und aus diesem Grund arbeiten geht. Das hätte ich besser
nicht gesagt. Es gab einen Wahnsinnsknall und ich dachte mir fliegt der
Kopf weg. Ich fiel zu Boden und dachte Max Schmeling hätte mir eine
gegeben. Ich stand wieder auf und wollte mich hinsetzen als die
Schlägerin sagte mit dir bin ich noch nicht fertig streck deine Arme
nach vorn Handflächen nach oben, was ich auch tat. Was ich nicht sah,
sie hatte einen Rohrstock hinter dem Rücken versteckt und der sauste auf
meine Hände bis sie beide geschwollen waren. Das war mein Schuleinstand.
In den Schulpausen wollten die anderen nichts mit mir zu tun haben, ich
wurde somit zum Außenseiter abgestempelt. Erniedrigt und gedemütigt
versuchte ich aufrecht zu bleiben und mir nichts anmerken zu lassen. Ich
redete mir ein das dieser Mist ja mal aufhören musste. Dachte ich. Als
sehr störend empfand ich das diese Nonne Christine immer was von Gott
faselte der ja so gütig sei. Komisch von Güte bei mir keine Spur. Rein
in die Kapelle ,raus aus der Kapelle. Hier beten da beten. Ich kam mir
vor wie ein Negerjunge der missioniert werden sollte und aus dem ein
guter Sklave werden soll. Von all den anderen Kindern war ich der
kleinste und schmächtigste was diese auch kräftig ausnutzten um sich bei
Sr. Christine einzuschleimen. Mein Leben war nur noch die Hölle. Was
hatte ich getan das man mich derart bestrafte? Da ich an dem
christlichen Unsinn kein Interesse zeigte gingen meine Qualen weiter. Ab
und an mussten wir zu einem Bauern aufs Feld arbeiten z.B. Rüben ernten
oder Kartoffeln mit den Händen ausbuddeln und in einen Eimer geben.
Abends war der Rücken krumm und schmerzte, trotzdem musste ich mir
anhören, dass ich der langsamste war. Als Strafe hieß es eine Woche lang
jeden Tag Kartoffel schälen auch in anderen Gruppen. Was für eine
Demütigung. Irgendwie hab ich das alles überlebt und durfte nach über
einem Jahr wieder nach Hause. Meiner Mutter passte das überhaupt nicht
in den Kram und sie ließ ihre Wut an mir aus. In der Schule wussten die
anderen, dass ich aus dem Heim kam und die ganze Scheiße ging von vorne
los. Prügelnde Lehrer waren zu dieser Zeit normal. Auch diese Zeit hab
ich überlebt. Irgendwann ging es darum was ich lernen sollte. Mich hat
niemand gefragt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Wahl schon
getroffen, ich wollte Zweiradmechaniker werden. Hatte auch schon einen
Fahrradladen samt Meister gefunden, der bereit war mich zu nehmen. In
den letzten zwei Jahren hatte ich nachmittags dort mitgearbeitet und
meine ganze Freizeit dort verbracht. Irgendwann kam der Meister dann zu
uns nach Hause um mit meinen Eltern darüber zu reden. Er hatte auch
schon einen Ausbildungsvertrag dabei der schon von ihm unterschrieben
war. Das hat meine Eltern in keinster Weise interessiert. Sie hatten
eigene Vorstellungen davon was aus mir werden sollte. Nämlich
"Betriebsschlosser". Das passte mir überhaupt nicht. Trotzdem musste ich
eine solche Lehrstelle antreten. Aber ich hatte mir geschworen, dass ich
einen eigenen Willen hatte. Den wollte ich um jeden Preis durchsetzen.
Nach drei Monaten war Schluss mir Schlosser. Riesen Palaver bei uns im
Haus. Was musste ich mir alles anhören. Aber egal, Hauptsache ich bekam
meinen Willen. Dachte ich. Aber Pustekuchen, flugs hatten meine Alten
eine Lehrstelle als Kfz-Mechaniker angeleiert. Ich wurde wieder nicht
gefragt. Gleiches Spiel, gleicher Ausgang. Das war meinen Alten zu Bunt.
Also bin ich im Abtshof gelandet. Die erste Zeit bei Tipon gearbeitet.
Beim Hr. Schwarz. Dann sollte ich einen Grundlehrgang Metall machen bei
einem Hr. Fröhlich. Hat mir nicht gepasst weil die mich bestimmt in
ihrer Schlosserei gesehen haben. Aber um meinen guten Willen zu zeigen
willigte ich letztendlich ein. Nach Abschluss des Lehrgangs kam was
kommen musste. Die wollten mich in diese mir so verhasste Schlosserei
unterbringen. Ich hab mich mir Händen und Füßen dagegen gewehrt. Ich
habe sogar vier Wochen auf Haus vier verbracht. Vier Wochen lang
Schraubenzieher kratzen. Das war Zwangsarbeit. Alles jammern half
nichts. Ich kam auf Haus 10 und in die von mir so verhasste Schlosserei.
Wie immer, gleiches Spiel gleicher Ausgang hab ich mir gedacht. In der
Schlosserei hab ich nur Mist gemacht, bis es dem Hr. Stall zu Bunt
wurde. Endlich durfte ich gehen. Die Erlösung. Jetzt konnte es nur noch
besser werden. Dachte ich. Besser? Bis zum Ende meiner Tage im Abtshof
wurde ich Hausbursche. Nein, so hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Werden junge Menschen eigentlich nie danach gefragt was sie beruflich
gerne machen möchten? Oder hatten meine Eltern wieder ihre Finger im
Spiel? Richtig die wollten partu nicht, dass ich meinen Willen bekomme.
Nach meiner Entlassung wollte ich so schnell wie möglich einen
Arbeitsplatz finden um mir die Grundlage für meine eigene Existenz zu
sichern. Das war jedoch leichter gesagt als getan. Ich war mir sicher,
das eine Arbeit zu finden kein Problem sei. Aber ich hatte die Rechnung
ohne den Wirt (Arbeitgeber) gemacht. Nach zwei Tagen hatte ich ein
Vorstellungsgespräch. Der Chef fragte mich nach meiner letzten
Arbeitsstelle und ich antwortete ihm "Landesjugendheim Abtshof". Auf die
Frage was für eine Tätigkeit ich dort bekleidet hatte kam meine Antwort
"Hausbursche". Cheffchen schaute mich mit großen Augen an und sagte,
"Habe ich gerade Hausbursche verstanden"? Ich bejahte seine Frage und
erklärte ihm dann was darunter zu verstehen war. Darauf folgte ein "Ah
Ja" seinerseits. Er sagte, "Ich hab hier noch einige andere Bewerber
zwei weitere wollen heute noch vorstellig werden. Sobald ich mich
entschieden habe werde ich mich bei ihnen melden". Das wars dann erst
einmal. Als ich nach vier Tagen immer noch nichts gehört hatte beschlich
mich eine leise Vorahnung. Den Leutchen im Abtshof war es völlig egal
was aus den jungen Menschen wird die in ihrem Heim saßen. Hauptsache man
konnte sie für sich Arbeiten lassen. Hat man doch gut an mir verdient.
Der nächste Chef war sehr direkt. Ach sie waren in einem Erziehungsheim?
Haben sie überhaupt Lust zu arbeiten? Wie, kam meine Frage. Ja ich hatte
mal einen der konnte gut lügen, stehlen und krankfeiern aber Arbeiten?
Nee, das konnte der nicht. Na ja das wars dann wohl. Aber trotzdem hab
ich dann nach zwei Wochen eine Arbeit gefunden. Wurde zwar nicht
sonderlich gut bezahlt aber was solls, Hauptsache erstmal Arbeit. So
nach und nach kam ein Sümmchen an Geld zusammen und ich meldete mich bei
einer Fahrschule an. Den ganzen lieben langen Tag in einer Werkhalle
stehen und immer den gleichen Arbeitsschritt machen war nicht die
Erfüllung meiner Träume. Ergo Führerschein machen Fahrerjob suchen und
den sozialen Fortschritt proben. Gesagt getan. Doch was ich eigentlich
machen wollte, das was mir am meisten Freude bereitet, dazu kam es nicht
mehr. Die Vorstellung mein Leben so zu gestalten wie ich es mir
vorstelle wurde mir genommen. Richtige Freude an einer Arbeit hab ich
eigentlich nicht mehr erlebt. Nach einem Arbeitsunfall und einem
Bandscheibenvorfall sitze ich nun vor dem Scherbenhaufen meines Lebens.
Ich will mich nicht beklagen aber wäre meine Mutter nicht so gierig
gewesen und wären mir die Heimaufenthalte erspart geblieben wer weiß.
Soviel zur Kurzfassung. Am Mittwoch werde ich diesen Herrn Müller mal
kontaktieren. Mal sehen. Vorerst wünsche ich dir noch einen schönen und
geruhsamen Abend bis dann.

05.06.2008 Mein Name ist Rüdiger F. (Gran Canaria)
Ich wurde 1968 geboren und wurde mir 6 Monaten mit meinem Bruder Axel
der damals ein Jahr älter war im katholischen Kinderheim Theresienheim
Saarbrücken Burbach untergebracht
Das Heim wurde von den Nonnen des Heiligen Geistes geführt, bis zu
diesem Zeitpunkt durften nur katholische Kinder in dieses Heim.
Mein Bruder und ich waren die einzigen evangelischen Kinder.
Nun ich kann mich natürlich nicht mehr an alles erinnern aber einiges
kommt dann doch immer wieder hoch. Vor allem wenn ich solche bericht wie
Deinen lese.
Mein Bruder und ich wurden zuerst auf der Kleinkindergruppe
untergebracht. Als wir größer wurden hat man uns dann getrennt>
Es gab zuerst nur 3 Gruppen. Das war die Kleinkindergruppe Nr.1 die
Jungengruppe Nr. 2 und die Mädelgruppen Nr. 3
Mein Bruder wurde als er eingeschult wurde dann in Gruppe 2
untergebracht.
Jede Gruppe wurde von einer Nonne geleitet die dort auch ein Zimmer
hatte und auch dort schlief. Also abends waren wir den Nonnen komplett
ausgeliefert, den Erzieher bzw. Betreuer waren nur tagsüber im Heim.
Woran ich mich sehr gut erinnern kann dass wir einmal die Woche und zwar
samstags Baden mussten. Es gab auf jeder Gruppe jeweils eine Badewanne.
Die wurde gefüllt und jeder musste nach und nach in dieses Wasser
steigen. Es wurde nicht gewechselt. Mich juckt es heute noch wenn ich
darüber nachdenke. Wenn du was gesagt hast wurdest du zusammen
geschlagen und dir wurde mit Kernseife der Mund ausgewaschen.
Es verging kaum eine Woche wo ich nicht mit blauen flecken übersäht war.
Mein Bruder und ich waren da wir nicht katholisch waren für die Nonnen
das allerletzte.
Trotzdem mussten wir jeden Sonntag und jeden Donnerstag in die Kirche.
Mann wollte das wir uns umtaufen lassen. Was ich mich allerdings
weigerte. Was das für mich bedeutete kannst du Dir vorstellen.
Jede Nonne hatte ihre Eigenart zum schlagen. Meine Gruppennonne schlug
meist mit dem Kochlöffeln oder Handfeger. Die Nonne von meinem Bruder
schlug immer mit dem Schlüsselbund zu. Selbst wenn du auf dem Boden
lagst wurde noch weiter getreten.
Auch bei uns war es so das du solange am Tisch gesessen hast bist du
alles aufgegessen hast. Ich kann mich erinnern das ich mal was nicht
essen wollte und mir wurde das Essen gewaltsam zugeführt. Ich hab mich
übergeben und musste das übergebene wieder essen. Ich weigerte mich und
musste über 24 stunden auf meinem Stuhl sitzen bleiben. Zwischendurch
gab es immer Schläge. Bei einer dieser Schlagattacken wurde ich vom
Stuhl geschleudert und flog gegen die Heizung. Ich zog mir eine
platzwunde am Hinterkopf zu.
Die Narbe ist heute noch zu sehn da sie ja auch nicht ärztlich versorgt
wurde.
Ich kann mich erinnern dass ich geblutet habe wie ein Schwein. Die Nonne
gab mir lediglich ein feuchtes Tuch, sagte ich soll mich nicht so
anstellen.
Vom Jugendamt wurde uns monatlich ein Taschengeld überwiesen was wir nie
bekamen. Alle paar Monate mussten wir was unterschreiben. Aber wir
durften nicht lesen was wir unterschrieben haben. Das wurde immer
zugehalten, auch das Weihnachtsgeld wurde nicht für uns ausgegeben. Mein
Bruder und ich haben meist irgendwas Gebrauchtes bekommen was als Spende
an der Pforte abgegeben wurde. Die Kinder die noch Eltern hatten und
regelmäßig Besuch bekamen wurden immer besser behandelt. Aber wir Waisen
waren der letzte Dreck.
Auch ich habe mehrmals versucht mich bei andern Menschen auszuheulen.
Das war aber jedes Mal ein Bummerrang und führte zu noch mehr Schlägen.
Mehr als einmal habe ich an Selbstmord gedacht und das als Kind.
Ich bin zwei Mal abgehauen und wurde von der Polizei zurück gebracht die
mir natürlich auch nicht glaubte.
Auch die Lehrer in der Schule hatten die Erlaubnis uns zu schlagen was
sie auch glaub ich gerne taten denn an die anderen Kinder trauten Sie
sich nicht.
Oft gaben Eltern ihre alten Kinderklamotten an der Pforte ab die wir
dann zu tragen bekamen. Ich werd nie vergessen wie wir uns geschämt
haben wenn ein anderes Kind in der schule mit dem Finger auf uns zeigte
und sagte das ist meine alte Hose oder Pullover.
Bis heute steigt bei mir die Wut auf wenn ich Nonnen sehe. Diese
heiligen haben unsere Kindheit kaputt geprügelt.
Ich hoffe, dass sie alle in der Hölle schmoren und hoffe das es keine
Heime mehr gibt die von Nonnen geleitet werden.
Ich selbst lebe seit 10 Jahren auf Gran Canaria und betreibe hier ein
Cafe. Ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt und hatte noch nie eine
Beziehung die länger als 3 Monate ging.
Noch bis heute lasse ich keinen Menschen so nah an mich ran.
Wie du siehst bist du mit deinen Erlebnissen nicht alleine.
Gruß Rüdiger

29.03.2008
Hallo Bert mein Name ist Monika S.,
wie ich dir heute Abend mitteilte und du schon weißt, bin ich auch von
den Nonnen „Arme Dienstmägde Jesu Christi“ (ADJC) fast bis zum Tode
misshandelt worden.
Im Bunker einer Notunterkunft wurde, durch heftiges Schreien und
Schlagen mit den Fäusten an die Türe, die Geburt meines Kommens
unterbrochen, somit erlitt ich einen Sauerstoffmangel, nachdem die
Hebamme mich holen musste. Sie handelte schnell und konzentriert. Nach
meiner Geburt ließ die Hebamme sich ein Schreiben von meiner Mutter
unterschreiben, wo drin stand, dass sie für spätere Folgeschäden nicht
zu Haftung gezogen werden könne, da der Hausmeister die Schuld für
spätere Schäden trägt. Dieses Schreiben hat sie dem Gesundheitsamt Köln
geschickt, welches dort verloren gegangen sein soll.
Die ersten Jahre wuchs ich ganz normal auf, dann kamen Auffälligkeiten.
Ich war sehr hibbelig, ein sehr lebhaftes Kind. Im Volksmund hyperaktiv.
Damit konnten meine Eltern nicht umgehen, denn obwohl meine Mutter mich
sehr lieb hatte, hatte sie Angst um mich. Aus Angst verwies sie mich an
meinem Vater. Der wiederum spielte und scherzte mit mir; nur wenn er
betrunken war, war ich seiner Wut nicht mehr sicher, er schlug dann
wahllos um sich. Was meiner Mutter zu bedenken gab. Sie lies mich aus
Angst, dass mein Vater mich Tod schlagen würde, ins Landeskrankenhaus
nach Düren durch die Führsorge einweisen. Nachdem man mich dort
untersucht hatte und zudem entschloss, dass ich nicht dort hin gehörte,
kam ich ins Kinderheim nach Kerpen. Von 1961-1966 wurde ich auf
brutalster Weise von den oben beschriebenen Nonnen misshandelt. Wenn ich
ins Bett pinselte bekam ich den ganzen Tag nichts zu trinken und musste
nachts ohne Decke unter meinem Bett auf dem harten, kalten Boden liegen.
Wenn ich zu lebhaft war, kam ich in eine Zwangsjacke und wurde in die
mit eiskaltem Wasser gefüllte Badewanne gesteckt und mit einer
Messingkelle auf den Kopf geschlagen. Ich fror am ganzen Körper. Wenn
sie dies für nötig hielten, führten diese Nonnen es mehrmals am Tage
aus. Zeigte ich sexuelle Regungen, wurde ich heftig geschlagen und viele
Tage in ein Kabuff gesteckt, welches nicht größer als ca. 1m² war oder
sie schmierten mir Fett an den Ohrläppchen und schlossen mich im Keller
ohne Licht ein. Stundenlang, mit deren Aussage, dass die Mäuse mich
fressen würden. Ich hatte riesige Angst, weil mir nicht klar war wie
groß die Mäuse waren.
Während ich schreibe, friere ich am ganzen Körper; mir
ist richtig kalt.
Gedemütigt wurde ich, indem die Nonnen mir einredeten, ich sei nichts
wert. Deshalb könne ich nur zum Putzen benutzt werden. Dieses Gefühl ist
bis heute nicht verloren gegangen.
Alleine daran zu denken quält mich sehr und ich bekomme Wut. Es ist so
ein demütigendes Gefühl, welches ich nicht beschreiben kann. Es fühlt
sich an, als wäre ich nichts wert.
Dann konnte ich das alles nicht mehr aushalten und biss bei der nächsten
Gelegenheit Sr. Clodulfiene so fest in die Wade, dass sie blutete. Sie
selbst sollte auch mal spüren, dass es weh tut. Sie schrie auf, packte
mich und zwängte mich wieder in die Zwangsjacke. Mit einem Sack über den
Kopf und einer zugeschnürten Kordel um den Hals warf sie mich wieder in
die mit eiskalten Wasser gefüllte Badewanne und schlug mir mit der
Messingkelle wieder auf den Kopf, tauchte mich paar Mal unter und
verließ das Badezimmer. Ein anderes Mal schlug Sr. Clodulfiene mir mit
dem Gummierohrstock auf meinen nackten Rücken. Unter diesem Trauma leide
ich heute noch. Sr. Calasanser war eine nette Oberin. Leider wurde sie
durch Sr. Ingundis ausgetauscht, was ich sehr gemein fand. Mit 13 Jahren
(1966) verlegten sie mich wegen aggressiven Verhaltensweisen ins
Landeskrankenhaus Langenfelt. Hier wurde ich mit Psychopharmaka ruhig
gestellt und von einer Klinik zur anderen verlegt; Bonn, Lagenfelt,
Bonn, Düren. Keiner wusste so richtig, was mit mir los war und es hat
auch niemanden gekümmert. 1973 lernte ich Karl W. kennen, er ist heute
noch mein bester Freund. Was er mir damals gegeben hat, kann keiner
bezahlen. So gut ich kann gebe ich ihm Gutes zurück z.B. indem ich
dankbar bin und ihm fasst nichts abschlagen will.
1976 wurde ich dann in eine Übungswohnung entlassen. Dort lernte ich die
Haushaltführung und das Kochen. Nach anderthalb Jahren wurde ich ganz
aus der Klinik entlassen, wobei es einige Rückschläge gab. 1978
arbeitete ich in einer Küche in Düren im Stadtparkrestaurant bis
ca.1979. Dann zog ich nach Köln und holte 1980-82 meinen
Hauptschulabschluss in der VHS nach. 1985-1991 arbeitete ich im St
Vinzenzhaus in Köln Innenstadt. Während dessen machte ich eine Therapie,
die ich selbst finanzierte, um aus eigener Kraft mich Positiv verändern
zu können und mein Trauma zum Teil aufzuarbeiten. Da mir das Geld
ausging konnte ich meine Therapie nicht mehr finanzieren und musste
abbrechen. Die Krankenkasse lehnte damals eine Therapie ab. Grund: auf
Grund langjähriger Psychiatrieaufenthalte würde keine Therapie etwas bei
mir verändern. Hin und wieder waren sie dann doch bereit mir
therapiemäßig zu helfen und übernahmen die Kosten. Wie man sieht, habe
ich mich nicht aufgegeben. Nebenbei bereitete ich mich auf eine
Ausbildung zur Krankenpflegehelferin vor, indem ich Fortbildungskurse in
Mathematik, Deutsch und Englisch absolvierte. 1992-1993 absolvierte ich
meine Ausbildung in der Krankenpflegeschule Troisdorf-Sieglar mit der
Note 2.
Dann arbeitete ich noch ca. fünf Monate im Krankenhaus, um mehr im
praktischen Teil zu lernen. Später arbeitete ich in verschiedenen
Seniorenheimen. Seit 2000 bis zum heutigen Tag arbeite ich in der
häuslichen Krankenpflege und nebenbei absolvierte ich von 2004-2006 noch
eine Ausbildung zur Fußpflegerin, zertifiziert med. Fußpflege, und
betreibe ein kleines Gewerbe. Alles andere als zufrieden könnte ich
sein, wenn da nicht mein Trauma, was mich immer an die schrecklichen
Erlebnisse erinnern lässt, da wäre.
Um mein Trauma weiter aufzuarbeiten, habe ich erneut einen Antrag auf
eine Therapie gestellt, der sogar genehmigt wurde. Da die Kassen nicht
alles zahlen, habe ich einer Mitarbeiterin von der Caritas meinen
Lebensweg erzählt und fragte, ob es eine finanzielle Unterstützung zu
der Traumatherapie geben würde. Ich möchte, dass ich das alles
verarbeiten kann, was ich schreckliches erlebt habe. Sie versicherte
mir, dass sie für mich etwas tun würde; was sie auch tat.
Dies alles kam zum Tragen, weil mein früherer Chef mich demütigte,
auslachte, nicht akzeptierte usw., so dass mein ganzes Trauma wieder
hoch kam, mit dem was ich noch nicht verarbeiten konnte.
Gruß Monika

28.02.2008 Mein Name ist Fred S.
Ich schreibe
ihnen diesen Brief weil ich es für sehr wichtig halte, meine Kindheit
aufzuarbeiten.
Wen das überhaupt möglich ist?
Mein Name ist
Fred ich bin der Jüngste von 11 Geschwistern die ihre Kindheit in einen
Heim
verbracht haben.
Ich möchte hier detailliert schildern wie es uns im Heim ergangen ist.
Ich
möchte dabei
ausdrücklich betonen, dass die hier geschriebenen Angaben der Wahrheit
entsprechen. Was
ich jederzeit eidesstattlich
versichern
würde.
Im Jahre 1960
wurde ich in das Kinderheim Schloß Dilborn gebracht als einer von zwölf
Geschwistern.
Damit fing meine Leidensweg an.
Das Kinderheim
wurde zu damaliger Zeit von dem Orden der Armen Dienstmägde Jesu
Christi
geleitet, die zu der Zeit über keine Pädagogische Ausbildung verfügten.
Ich möchte
noch hinzufügen,
dass zu der Zeit, meine anderen Geschwister schon in diesem oben
angegebenen Heim
untergebracht waren.
Soweit ich mich
zurück erinnern kann, kam ich mit drei Jahren in den Kindergarten bei
Schwester
Ernestine. Wen wir dort etwas Verbotenes gemacht haben wurden wir
Stundenlang
in die
Besenkammer gesperrt, die Kammer war nicht größer als etwa 80 * 80 cm
und
stockdunkel, die
Angst die ich dort ausgestanden habe war unbeschreiblich ich leide heute
noch darunter!
Samstags wurden
wir mit vier Kindern in eine Wanne gesteckt und wen wir in der Woche
nicht brav waren
wurden wir in der Wanne so lange unter Wasser getaucht bis wir keine
Luft
mehr bekamen.
Danach wurden wir ins Bett gebracht und wen nur einer einen Ton von sich
gab wurde er
wieder und das über Nacht, in die Besenkammer gesperrt.
Es gab noch
andere Züchtigungen von den Nonnen. Wen wir das uns vorgestellte Essen
nicht
aufgegessen
hatten, mussten wir uns mit ausgestreckten Händen hinstellen und wurden
mit
einem
Holzhandfeger oder einen Rohrstock aus Bambus mehrmals auf die
Fingerspitzen
geschlagen. Sie
könne sich nicht vorstellen was das für Schmerzen verursacht.
Wen wir beim
essen nicht gerade saßen wurde uns eine Gabel in den Rücken gedrückt.
Wen
wir misst gebaut
haben, was bei Kindern halt vorkommt,
mussten wir auf
knien den Boden mit Schmierseife wischen. Da ich gerade von Schmierseife
spreche fällt
mir ein, das wir uns in der Wanne mit Schmierseife die Haare waschen
mussten,
dadurch wurde
Seife gespart.
Beim baden
mussten wir die Unterwäsche die wir schon eine Woche an hatten, am
Körper
tragen, damit
sie schon vorgewaschen wurde. Wir wurden gezwungen Lebensmittel zu essen
die wir nicht
mochten. Beispiel: Harzer Roller oder Mengen von Sauerkraut. Zum Teil
haben
wir uns unsere
Lebensmittel aus dem Wald holen müssen.
Beispiel: Pilze,
Brombeeren, Walbeeren, Holunder, der dann als Saft verarbeitet wurde.
Die
Nonnen haben
somit viel Geld gespart und konnten sich ungehindert an den Kindern
bereichern.
Getragene Kleidung wurde an den nächst Kleineren weiter gegeben wofür
wir uns
in der
Dorfschule zutiefst geschämt haben.
Wir wurden in
der Schule gehänselt weil wir zum teil mit Lumpen rum liefen. Als ich
sieben
Jahre alt war
kam ich eine andere Gruppe, weil ich in eine der heimeigenen Grundschule
eingeschult
wurde. Da ging es erst richtig los mit den Misshandlungen.
Der Lehrer der
Grundschule wurde ausdrücklich von den Nonnen ausgewählt, er machte das
was die Nonnen
verlangten dafür bekam er ein Haus zur Verfügung gestellt, wo er mit
seiner
Frau wohnen
konnte. Dieser Lehre war der sadistischste Lehrer den ich in meinem
Leben
kennen gelernt
habe.
Wen wir eine
Antwort oder unsere Hausaufgaben nicht korrekt waren mussten wir uns mit
nackten Hintern
auf das Lehrerpult legen und er schlug uns mit dem Rohrstock mehrmals
auf
den nackten
Hintern und das vor der ganze Klasse.
Die Nonnen waren
genaustes informiert über die Zustände in der heimeigenen Schule. Nach
der Schule ging
das Martyrium weiter, jetzt konnten sich die Nonnen an uns austoben.
Nach
Schlägen mit dem
Handfeger oder Rohrstock manchmal auch ein Schlüsselbund der uns auf
den Kopf gehauen
wurde, das waren sehr große Bundschlüssel. Was erhebliche Beulen
verursachten.
Nach dieser
Quälerei mussten wir arbeiten, das heißt, Parkanlagen reinigen, putzen
bis zum
umfallen, sowohl
Jungs wie Mädchen und das jeden Tag. Schlimm fand ich es wen es auf
Ostern zu ging,
das war die Hölle. Am Karfreitag ging der Marathon los, wir mussten auf
knien den
Kreuzweg im Park lang rutschen. Abends waren unsere Knie so geschunden
das
wir kaum noch
laufen konnten.
Und immer wieder
in die Kirche zu Gott beten, das wir arme Sünder sind und das Stunden
lang. Ich möchte
noch etwas zu dieser heuchlerischen Gläubigkeit sagen.
Diese Kreuze die
wir auf blutigen Knien lang rutschen mussten, haben wir selber bezahlt,
das
ist das grausame
dabei. Und zwar haben wir jedes Jahr für den Förster Eicheln gesammelt,
die
dann im Winter
als Tierfutter verwendet wurden. Für ein Zentner bekamen die Nonnen 20
DM was nie den
Kindern zu gute kam.
Zu der damaligen
Zeit betrieben die Nonnen noch einen Bauerhof vor Ort um sich an den
Erträgen zu
bereichern. Das heißt, wir Kinder mussten schwerste arbeit auf dem Feld
verrichten. Als
Berge von Kartoffeln im Keller eingeholt waren mussten wir uns vor die
Kartoffelberge
setzen und die Faulen aussortieren. Das hat Tage gedauert in diesem
dunklen
Keller und mit
der dreckigen Kleidung ging es am nächsten Tag in die Schule im Dorf.
Jetzt
können sie sich
sicher vorstellen was die Dorfkinder dazu sagten.
Es ist
unvorstellbar was wir darunter gelitten haben. Ich hatte richtig Angst
in die Schule zu
gehen. Immer
wieder Schläge damit das alles reibungslos ablief.
Jetzt möchte ich
noch über Missbrauch an Kindern in diesem Heim sprechen was mir
sichtlich schwer
fällt. Ich muss immer wieder Schlucken aber es muss sein.
So grausam, dass
es an die Öffentlichkeit gehört. Sie werden sich sicherlich fragen warum
ich
erst jetzt
darüber spreche. Angst einfach nur Angst das die Nonnen mir als
Erwachsenen das
Leben Zur Hölle
machen. Die Kirche hat sehr viel Macht. Wir hatten in unsere Gruppe
einen
angehenden
Priester der von den Nonnen dazu angehalten wurde uns zu beaufsichtigen.
Das
war ein sehr
grausamer Mensch. Wir hatten eine Gemeinschaftsdusche wo wir einmal die
Woche unter
Aufsicht des Priesters duschen durften, natürlich mit Unterhose. Wen er
schlecht
gelaunt war zog
er sich wahllos einen Jungen aus der Dusche und schlug ihn mit dem
Rohrstock auf
den nackten Hintern. Abends ging er durch die Schlafräume holte sich
einen
Jungen trug Ihn
aus dem Zimmer und verging sich an Ihm. Das haben die Nonnen alles
gewusst und nie
etwas gesagt. Wenn wir uns beschwerten, was selten vorkam, gab es
Schläge,
damit wir den
Mund halten.
Auch die älteren
Jungs haben sich an den Jüngeren vergangen. Genauso lief das ab. Ich
schreibe hier
die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
Jetzt möchte ich
noch was in eigener Sache berichten. Als meine Schwester und ich drei
und
vier Jahre alt
waren wollte man uns in die Psychiatrie bringen.
Zum Glück haben
das meine anderen Geschwister verhindert, sonst wären meine Schwester
und ich einen
noch schlimmeren Leidensweg gegangen, obwohl das schon reicht was sie
hier
lesen.
Ich möchte hier
noch einmal betonen, das was ich hier niedergeschrieben habe ist die
Wahrheit, das
könne meine Geschwister bezeugen. Bitte veröffentliche sie das hier
geschriebene.
Ich habe lange geschwiegen. Es wird Zeit das den Kindern geholfen wird
einen
Menschenwürdiges
Leben zu führen. Das ist mein Aufruf an die Öffentlichkeit schaut nicht
weg es könnte
euer Kind sein was da gequält wird, bitte denkt nach.
Das schreibt
euch ein Mensch der mit seinen Geschwistern gelitten hat und heute noch
leidet.
Unter Tränen hab
ich diesen Brief geschrieben.
Fred

Januar 2008 Mein Name ist Ralf
Geboren 1957 in Krefeld-Fischeln, wurde ich 1965 nach Geldern Baersdonk
zu den Nonnen gesteckt.
Meine Erlebnisse dort, Prügel, Demütigung, Erniedrigung, sexuellen und
seelischen Missbrauch habe ich fast 40 Jahre in mir herumgeschleppt, es
hat mir jegliches Leben fast unmöglich gemacht.
Ich bin jetzt auf der Suche nach meiner Vergangenheit. Aber überall wo
ich bezüglich des Kinderheimes Geldern Baersdonk anfrage, ernte ich
betretenes Schweigen. Ich habe inzwischen soviel herausbekommen: Das
Kinderheim Geldern Baersdonk wurde dem Erdboden gleichgemacht und in der
Stadtverwaltung Geldern leidet man allseits an totaler Demenz - was
dieses Thema angeht. Jugendamt Krefeld will auch nichts zu mir sagen,
weil angeblich alle Akten nach 25 Jahren vernichtet wurden, man will
dort noch nicht mal meinen Namen kennen, fragt mich, ob ich denn sicher
sei, überhaupt in Geldern gewesen zu sein, auch bei weiterer Nachfrage
zu anderen Heimen - in denen ich war (Don-Bosco-Haus Duisburg,
Fichtenhain in Krefeld und Erlenhof in Euskirchen) wird man sehr
zugeknöpft.
Über die Erlebnisse dann in Baersdonk fällt es mir immer noch schwer,
detailliert drüber zu reden. Ich verlor dort innerhalb der ersten
Anwesenheitsstunde jegliches Selbstwertgefühl, jegliches Vertrauen in
Erwachsene, ich verlor meine Kindheit. Ich wurde zur Einführung dort im
Waschraum erst fast ersäuft, dann mit einer Wurzelbürste "GRÜNDLICHST
!!!" hauptsächlich im Unterleibsbereich geschrubbt, dann blutig
geschoren und als ich nach nur einer halben Stunde dieser
Intensivbehandlung in einer neu dazukommenden Nonne eine etwas
menschlichere Person vermutete, von dieser dann mit Faustschlägen ins
Gesicht dafür bestraft, dass ich mich nackt, verwundet und weinend an
sie geklammert hatte. Ich zog meine Lehre daraus und zeigte nie wieder
auch nur eine Gefühlsregung, auch nicht bei den alltäglichen
Züchtigungen und Bestrafungen für alles.
Ich hatte ganz schnell gelernt, dass den Nonnen das auch Kraft kostete,
die meisten waren schon sehr alt, und dass ihnen die Luft ausging. So
wurde ich zum gefühllosen Eisklotz, der noch nicht mal weinte, wenn Blut
floss. Ich vermute, einigen machte das Angst, andere wollten schauen wie
viel ich ertrage. Nun, wenn man bewusstlos ist, fühlt man Schmerz nicht.
Ich wurde dann zum Einleben in stinkende zerrissene und viel zu große
Fetzen gesteckt und durfte ins Besinnungszimmer auf dem Dachboden. Dort
gab es dann glücklicherweise weder eine Matratze noch eine Decke zum
einschiffen, nur Sedativum.
Ich habe mal versucht den Orden übers zuständige Bistum Münster zu
erfahren, aber von da bekam ich nur abwiegelndes, noch nicht mal einen
Ansatz. Über die Tracht selbst kommt man ja auch nicht dahinter, und
Namen, ... es gab so elend viele " Schwester Guthilde, Ambrosia oder
Raffaela"
Das war bei denen doch wie in der Fremdenlegion, die schlüpften in eine
andere Identität mit der Kutte. Ich weiß nur noch mit Bestimmtheit, dass
auch einige jüngere dabei waren, die einerseits viel Staub aufwirbelten,
andererseits in ihrer Bestrafungswut teilweise schlimmer als die alten
waren.
Sr. Thekla mit ihrem verkrümmten Finger, mit einer ekliggelben
Riesenkralle oben dran, benutzte diesen Finger des Öfteren zur
Kontrolle, ob wir nicht aus versehen was im Arsch hätten oder so. Es
machte ihr einen unbändigen Spaß, gerade die kleinsten so zu ängstigen,
dass eingekotet wurde. Dadurch war selbstverständlich wieder Bestrafung
dafür fällig. Und wehrst Du Dich, ja dann bist Du ja noch sündiger,
verdorbener, hinterhältig, des Teufels ... alles was Du Dir vorstellen
kannst.... Wenn man nur den Arm zum Schutz über den Kopf nahm, entzog
man sich seiner "gerechten" Bestrafung, war uneinsichtig und bekam
deswegen die doppelte Dosis, bis Du nicht mal mehr schreien konntest.
Diese Sonderbehandlungen fanden größtenteils im Kabuff der Nonne statt,
teilweise vom Rest der Gruppe abgesondert. Aber jeder wusste, was mit
einem passierte, wenn er von einer Nonne in den Verschlag gezerrt wurde.
Keiner mochte drüber reden, man traute sich einfach nicht, darüber zu
sprechen.
Und wem hätte man’s außerhalb erzählen sollen? Und wozu auch, das hätte
nur eine noch viel schlimmere Bestrafung nach sich gezogen. So ist mir
über die Jahre einfach alles Gefühl abhanden gekommen, hab mich
teilweise wie ein Autist verhalten, kaum bis gar nicht mehr gesprochen.
Aber in meinem Kopf wütete es, fuhr es immer Karussell. Je schlimmer die
Prügel, desto intensiver die Kompensationsträume von netter heiler Welt
ohne Kirche, Nonnen und Pfaffen. Ich konnte zum Schluss weder eine
Schmerzensäußerung von mir geben, noch eine Träne loswerden. Ich habe
einfach abgewartet, bis den göttlichen Prüglerinnen der Atem ausging.
Da viel Sr. Thekla ein, mich zum Messdiener zu machen. Sie schleifte
mich hoch zum Pfaffen, von dem ich schon einiges gehört hatte. Er schien
meine Akte zu kennen, wusste, dass ich italienisch konnte, weil der
Beschäler meiner Erzeugerin ein solcher war und er es mir
beigebracht hatte, weil ER es für unter seiner Würde hielt, deutsch mit
mir zu reden. Also meinte der Pfaffe, dass ich das lateinische
Stufengebet ja schnell lernen würde.
Als es ihm nicht schnell genug ging, griff er zu besonderen
Lehrmethoden, die ihm mehr Freude und Erquickung brachten und mir
zeigten, wo der Deibel seine Glocken hatte. Die Androhung, mir den Arsch
zu sprengen, verhalf mir dann doch zu einem schnelleren Lernerfolg. Herr
Pastor legte auch besondern Wert auf "Einhaltung der Kleiderordnung"
Unter dem Messdienerkleidchen musste der Arsch nackt sein. Falls ihm vor
der Messe zu einem Quickie war.....
Dieses Schwein war ein dermaßener Heuchler und hinterfotziges Miststück.
Er nahm immer wieder Messdiener zu so genannten Wallfahrten nach
Kevelaar, Aachen und - ich glaub, Traar, da wohnte irgendwie
Verwandtschaft von ihm - mit. Diese Gnade und Fürsorge musste man sich
erst "verdienen" bei ihm, kannst dir bestimmt vorstellen - wie ....
Und dann schwafelte er die ganze Fahrt über von barmherzigen Taten, die
er an uns vollbringe, bis einem völlig blöde war im Kopf von dem Gefasel
und dem Gestank seiner Zigarren. Im Wald gab’s immer Pannen und Pausen,
während er Fahrt war ihm das Gefummel zu gefährlich.
Ich bekomme nicht nur Beklemmungen beim Anblick von Nonnen sondern ich
kriege Panikattacken, Asthmaanfälle und wenn es mehrere sind, scheiß ich
mir bald in die Hosen. Meine Güte, ich bin 50, das ganze liegt 40 Jahre
zurück. Ich war für ein halbes Jahr in Göttingen in einer
psychiatrischen Klinik, hab dort Therapien gemacht, EMDR und so. Aber
mit den Psychomacken ist es wohl wie mit den Suchtkrankheiten, man
behält sie. Ich bin als Borderliner - der mit seiner Krankheit und sich
selbst nicht mehr umgehen kann- dort rein gegangen, als ich ging, konnte
ich mich wenigstens wieder selbst akzeptieren. Die Nonnen und der Pfaffe
haben solange ihr Scheißspiel mit mir und all denn anderen dort
getrieben, die Saat, die sie in uns säten, trug Jahre später noch
Früchte. Sie schlugen solange auf uns ein, demütigten uns täglich, waren
Perfektionisten in punkto seelischen und körperlichen Missbrauch. Sie
insistierten solange mit ihrem perfiden Gefasel von Sünde und Schuld,
dass man ihnen am Schluss glaubte und verstand.
"Weißt Du eigentlich, wie weh MIR das tut, dass ich im Namen des Herrn
all Deine Sünden in Dir totschlagen musst, damit Du wieder auf den
rechten Weg kommst?!"
Dieser Spruch wurde begleitet von an Heftigkeit nicht mehr zu
überbietender Brutalität. Die Nonne - ich glaub Thekla - hatte erst die
Hand an meinem Hals, würgte mich dabei und schlug mir mit der anderen
Faust ins Gesicht, als ich halb besinnungslos am Boden in einer Lache
aus Pisse und Blut lag, trat sie mit ihren derben Schuhen etliche male
mir in den Unterleib. Ich war zu diesem Zeitpunkt Schlägen gegenüber
schon so abgestumpft, dass ich keinen Schmerzensschrei mehr von mir
geben konnte, gegen die Ohnmacht durch das Würgen war ich machtlos.
Immer wenn ich heute Pfaffen und Nonnen sehe - es reichten auch schon
RK-Schwestern im Krankenhaus- schreit in meinem Kopf eine Stimme wieder
diesen Spruch.
Sie haben mir jegliches Selbstwertgefühl systematisch aus dem Leib
geprügelt oder gevögelt, haben mir eingeimpft, dass ich der letzte Dreck
wäre, noch weit unter den schwarzen Heiden stehe und was weiß ich noch
alles -Hauptsache, es diente der Erniedrigung und Demütigung.
Manchmal bekam ich meine Prügel auch einfach nur dafür, das ich der
uneheliche Bastard einer saufenden Hure war.
"Früher hätte man euch beide vergast! Ihr seid eine Schande für die
Menschheit" Damals verstand ich den Spruch noch nicht....
Aber das ich ein von Grund auf schlechter und verdorbener Mensch war,
hatte ich verstanden, da eine andere Nonne mir sagte, das solche
Todsünder wie wir Heimkinder von Gott nur auf die Welt geschickt wurden,
damit die Nonnen beweisen könnten, welch edle und fromme Menschen sie
seien, indem sie uns unter Einsatz aller Kräfte wieder zu
gottesfürchtigen Kreaturen machten.
Andererseits wussten sie aber ganz genau, dass ihr Bemühen sowieso
umsonst war ".. du landest sowieso im Zuchthaus für all Deine Sünden!"
war eine sehr beliebte Zukunftsprognose, die auch als Erklärung für den
Entzug von Erleichterungen, Nettigkeiten oder das Verbot vom Lernen
eines Musikinstrumentes herhalten musste. Ich kann mich noch zu gut
erinnern; auf dem Speicher wurden die den eingewiesenen Kindern
abgenommenen Sachen aufbewahrt. Eines Tages wurde ich zum aufräumen
dorthin abkommandiert, damit ich mir dieses ewige Husten abgewöhne (ich
hatte chronische Bronchitis und die Anfänge von Psychoasthma) Es war
brüllend heiß, ich schwitzte wie ein Schwein trotz der Anweisung, nur in
Unterhose dort zu fegen unter der Aufsicht einer mit Mundschutz
ausgerüsteten Nonne ....
Als sogar ihr der Staub zuviel wurde ging sie raus und schloss mich dort
ein. Selbstverständlich "vergaß" sie mich dort, weil sie ja
zwischendurch beten gehen musste. In dem ganzen Haufen von teilweise
schon jahrelang verfaulendem Zeug entdeckte ich ein Akkordeon.
Nun hatte der damalige Besteiger meiner Erzeugerin auch so eins gehabt
und mir sogar ein wenig das Spielen darauf beigebracht. Also schnappte
ich mir das Ding, verzog mich in die hinterste staubfreie Ecke und
begann ein wenig darauf zu spielen. Ich konnte 2-3 italienische Lieder.
Der Besteiger war aus Napoli und fand auch Gefallen daran, mal was
andres als die merkwürdigen deutschen Marschierlieder auf einer
eingesifften Blockflöte zu spielen. Leider lockte ich durch meinem Spiel
eine der anderen Nonnen auf den Speicher.
Die wußte anscheinend nichts von angeordneten Fegedienst, sah mich nur
in Unterhosen bekleidet dort verbotenerweise rumlungern, wusste sofort,
dass ich ja wohl nur unschamhaftes im Sinn gehabt haben könnte und mich
zudem auch noch auf den uns verbotenen Speicher befand. Du kannst es Dir
bestimmt denken; diese Todsünden stehenden Fußes durch unbändige Prügel
gesühnt werden mussten. Als ihr der Atem ausging, als ihr alle Knochen
wehtaten nach der Schwerstarbeit, schleifte sie mich zur Oberin, um
"ihren Fang" vorzuführen. Inzwischen hatte sie mir sogar die Unterhose
vom Leib gerissen, um zu sehen, ob ich mich etwa "an mir vergangen"
hätte....
So stand ich also total verdreckt, nackt und mit blutigen Striemen vor
der Obernonne, vor der wir alle eine Heidenangst hatten. Um zu sehen, ob
die arme kleine Betschwester richtig gehandelt hätte, wurde ich von der
Oberin dann am Ohr wieder auf den Speicher an die Stätte meiner Sünde
gezerrt. Als sie das Akkordeon sah, schien bei ihr so was wie Erinnerung
oder Wehmut ins Gesicht zu kommen. Sie wurde auf einmal ganz freundlich,
fragte mich, ob ich den auch wirklich darauf spielen könne, ob es mir
gefiele usw.
Ich fiel darauf rein und wollte es ihr sofort beweisen, griff mir das
Ding und wollte schon losspielen. So schnell hab ich nie wieder erlebt,
dass ein Gesicht sich verändern kann....
Sie explodierte, riss mir das Instrument vom Balg, donnerte es auf den
Boden und zertrat es. Ich bekam eine Woche "Besinnungszimmer" d.h.
Dachkammer mit Gitter vorm Fenster, Betonklotz als Matratze und
Eingepisste und Vollgekackte Wolldecken.
Ich habe noch gar nicht über die anderen Heime berichtet weil es sonnst
zu viel wird.
Ob es nun das Jugendamt Krefeld oder Geldern war, egal, alles gleich!
Auf dem Jugendamt Krefeld dachte ich, dass es günstiger wäre, erst nach
Fichtenhain zu fragen. Dieses Drecksnest - war wie ich vorher
herausgefunden hatte, auch dem Erdboden gleichgemacht worden. aber schon
dort ging es los. Der zuständige - zumindest wurde er mir zuerst so
vorgestellt - fragte dann mehrmals mit seinem altbekanntem Ton: "Sind
Sie denn sicher, dass Sie auch wirklich in Fichtenhain waren?" Kurz
darauf das gleiche mit Geldern Baersdonk. Und immer die stereotype
Antwort: "Ja, Akten werden nach 25 Jahren vernichtete. Vorschrift. Über
Sie haben wir nichts mehr. Und Geldern? Nein Geldern Baersdonk gab’s
nicht, kenne ich nicht. Ich frag mal meinen Vorgesetzten"
1980 habe ich auf dem 2ten Bildungsweg die MR nachgeholt, dabei von
Sozialstütze gelebt. Das Sozialamt bestand aber unter anderem auch
darauf, dass ich meine Erzeugerin auf Unterhalt verklagen solle. Die
wollen natürlich die Kosten gerne weitergeben. Sie schrieben mir den
entsprechenden Weg vor: Bafögantrag, der abgelehnt wurde und dann
Unterhaltsklage. Da ich aber noch nicht mal die Adresse der Erzeugerin
wusste, wurde das Jugendamt Krefeld eingeschaltet. Diese schickten dann
ans Jugendamt Berlin gleich meine vollständige Akte gespickt mit der
Empfehlung, sich weiter Kosten zu ersparen und mir die Schule zu
streichen. Als Beweis für die Zwecklosigkeit einer kostenpflichtigen
Beschulung lag halt meine Akte vor.
2006 war ich dann vollends am Boden und wurde für ein halbes Jahr in die
Psychiatrie gesteckt. Dort geschah mir allerdings wirklich nur
positives. Ich hatte verständige, einfühlsame Therapeuten mit sehr guten
Ideen, was mein Wieder-auf-die-Füße-kommen anbelangte. In der Nachsorge
hatte ich hier in Berlin dann auch noch das Glück, einen wirklich guten
Gesprächstherapeuten zu finden.
Heute geht es mir wieder recht gut und ich bin sogar in der Lage, in
einer Selbsthilfe-Einrichtung für missbrauchte Jungen tätig mitzumachen.
Email aus Holland Nov. 2008 ins Deutsch übersetzt
Hallo, mein Name ist Truce,
ich bin 62 Jahre und wohne in Holland.
Ich habe mit Abscheu die
Lebensgeschichten hier gelesen.
Ich habe im Kreis Kinderheim
St. Theresia Baersdonk in Geldern gearbeitet.
1965 habe ich als 19jährige
als Kinderpflegerin in der Michaelgruppe gearbeitet, dort waren 20
Jungs im Alter von 7 bis 14 Jahren. Da Truce kein einfacher Name ist
nannte man mich Gertrude.
Beim lesen entdeckte ich den
Namen Ralf, er erzählte das er im demselben Kinderheim war in dem
ich gearbeitet habe. Moeglich das es zur gleichen Zeit war. Ich weiß
noch alle Namen und ein paar Nachnahmen.
Ich hoffe auf diesen Weg
einige Jungs wieder zu finden, auch besitze ich noch ein paar Fotos
aus dieser Zeit, mit Kinder aus der Michaelgruppe.
Ich hätte gerne dort
weiter gearbeitet, aber ich konnte mich einfach nicht damit
einverstanden erklären, wie zuweilen die Kinder von den Schwestern
behandelt wurden.
Ich spreche hier nur über die
Michaelgruppe!
Im Juli habe ich schweren Herzens die Entscheidung getroffen, zum
Oberkreisdirektor zu gehen.
Ich habe über die Vorkommnisse im Kinderheim berichtet. Später ist das
Heim von einem anderen Träger übernommen worden. Ich war sehr glücklich
darüber und die Nonnen sind möglicherweise in eine andere Einrichtung
gekommen.
Das Kloster ist danach
verfallen und später abgerissen worden. Heute steht da eine Gärtnerei
für geistig Bedürftige. Hoffe Sie können mir helfen einige Ehemalige zu
finden. Mein Herz hängt immer noch bei diesen Jungs.
Was ich in der Michaelgruppe mitbekommen habe:
Ehrlos hatte die Schwester
einem Jungen eine nasse Unterhose um seine Ohr geschlagen.
Ehrlos hatte die Schwester einem Jungen draußen mit dem kalten
Wasserschlauch abgespritzt.
Ehrlos hatte die Schwester einem Jungen vor der ganzen Gruppe an seinem
Ohren in die Höhe gezogen, weil er nicht gehorsam wahr.
Die Kinder sollten jeden Tag gerade und in Reihe an den Waschtischen
stehen.
Alle Kinder sollten jeden Morgen gerade und in Reihe für die Messe in
der Kapelle anstehen.
Und ich weis nicht, was sonst noch heimlich im Kinderheim
geschehen ist.
Namensliste der Michaelgruppe von April bis Juli 1965
Ralf Palmeier, Werner
Schrammen, Paul Schrammen ( In den Sommerferien war Paul in Sonsbeck),
Wolfgang Artz, Peter Ruppr (ob Ruprecht), Fried Diek, Helmud Crossen,
Horst Sigelsmid, Hans-Walter Schulten, Paul Arts, Johnie Prize, Wolfgang
Codella, Edgar Schultz, Roland Rauser, Gido Rauser, Paul Chaoerki, Reina
Bastiaan, Frans-Jozef ?, Ralf Peter


20 Juni 2007 Mein Name ist Helga E.
Unsere Heimzeit im Orden der
Schwestern vom Heiligen
Geist e.V.
ich möchte mit den positiven Erfahrungen anfangen, Ostern, Weihnachten,
Karneval, Namenstag, Geburtstage, Sommerferien - wir fuhren in die
Schweiz, Österreich, Italien... immer wo anders hin, es gab
Klavierunterricht und Tanzstunden., wir haben Aufführungen, z. b.
Märchen nachgespielt, besuche von der Marine, viele Geschenke, ein Film
mit „Nadja Giller“, da spielte meine jüngste Schwester mit, Karneval
durften wir im Keller unser eigenes Motto verwirklichen und es fand eine
eigene Sitzung statt, das war die einzigste Gelegenheit mit den Jungs
aus dem Heim kontakt zu haben.
Wir lebten irgendwie total schizophren, Philosophie des Heimes,
DER WILLE UND GEIST MUSS GEBROCHEN WERDEN UM EIN GUTES HEIMKIND ZU
WERDEN.
Dazwischen gab es nur Strenge, Eiseskälte, nichts menschliches,
keine Wärme, auf der Mädchenstation Sr. Remigia spuckte uns ins Gesicht,
Bettnässer, Nägelbeißer hatten nichts zu lachen, Essenszwang bis zum
erbrechen, Kopf auf den Kopf und stundenlang so ausharren.
Wir wurden sehr religiös, stundenlanges Gebet, keine Aufklärung,
Postkontrolle, Schläge immer wieder an den Kopf. wir Mädchen duschten
unter Aufsicht, immer im Badeanzug. Heute kann ich sagen was für ein
Glück, dass ich ein Mädchen war. Ärztliche Versorgung war sehr schlecht.
Auf der Jungenstation, wehte ein rauer Ton,
Sr. Symphorosa und eine
Erzieherin 'Margot' tobten sich aus, wenn man es nicht selbst erlebt
hat, kann man’s nicht glauben, dass zwei Frauen so brutal sein können.
Sie prügelten täglich die Jungs, es wurde reingeboxt, besonders Margot
sie hörte erst auf, wenn der junge wimmernd am Boden lag, Sr. Sympherosa
hörte erst auf wenn ihr die Hand selbst weh tat, wenn ihr Schmerz
nachließ, wurde noch mal zugeschlagen, weil ihr die Hand weh getan
hatte.
Es muss ein Abkommen mit Darmstadt und einem Heim in Wallerfangen
gegeben haben, ständig wurde damit gedroht, dass dort seltsame Dinge mit
Kindern passieren, wir hatten alle Angst davor. Wurde ein Kind unbequem
wurde es dahin verlegt.
Aus einem Heim in Darmstatt kam HERBERT, schätze 20 Jahre alt, zur
Jungenstation, man wusste nicht wohin mit ihm, fürs Theresienheim war er
zu alt, deshalb wurde er zum neuen Erzieher ernannt! Er war so nett, ich
freute mich für meine Brüder, endlich ein Mensch, immer ein nettes
lächeln, was für eine Fassade, die Jungs sollten schnell spüren, was für
eine Bestie er war!!!
Wir fuhren zum zelten in den Scheidter-Wald, große Bundeswehrzelte, eins
für die Mädels, eins für die Jungs, um acht mussten wir schlafen gehen,
ich und noch vier Mädels mussten draußen spülen, die Nonnen gingen
spazieren, Herbert hatte die Aufsicht und er nutzte es aus!! Im Zelt vor
allen Jungs vergewaltigte er meinen Bruder zum ersten mal, ich erkannte
draußen die qualvollen Schreie, wir hörten es, mein erster Gedanke,
jetzt haben sie ihn totgeschlagen, da war er zehn Jahre alt, mein
jüngster Bruder war beim zusehen, sechs Jahre alt!! Es waren Schreie,
die höre ich heute noch, damals wusste ich noch nicht dass es eine
Vergewaltigung war, die Schreie von den Jungs
und unser Verhalten, steif vor Angst, kamen die Nonnen zurück, Herbert
kam lächelnd, lächelte, sie hätten nur gespielt! niemand von den Jungs
sagte was, niemand hätte es geglaubt, Heimkinder glaubt man nichts, wir
waren ja niemand. sie nannten das 'DEN KNACKEN WIR HEUT'
Herbert konnte also weiter machen, aus den älteren Kindern(14) wurden
aus Opfer nun Täter.
Mein Bruder wird heute noch nachts wach, die Angst, der Schmerz
überrollt ihn. Mein kleiner Bruder wird weiter schweigen, selbst vor dem
Schlafzimmer der kleinen machte Herbert nicht halt! Wie in Trance
reagierten wir jahrelang.
Monatelang wurden die Jungs vergewaltigt, mussten Herberts Perversionen
nachgeben, und tagsüber die brutalen Schläge von Sr. Symphorosa und
Margot ertragen.
Mitte der siebziger Jahre!! Im Haus gab es noch eine Vorzeigestation,
unter der Leitung von Sr. Sixta, in der Presse liest man was von
Umstrukturierung, eine neue Oberin regierte nun, auf dieser Station war
Schlagen verboten, sie ließ auch ein Schwimmbad bauen.
Leider kam für diese misshandelten, vergewaltigten Kindern, das alles zu
spät, bis zur Heimentlassung 1979 wurden die Jungs in
SAARBRÜCKEN-THERESIENHEIM gequält.
Vor ein paar Jahren war dort mal 'Tag der offenen Tür' und Schläger
Margot arbeitete immer noch auf der Jungenstation.
Die Nonnen fuhren regelmäßig nach Fulda und Koblenz, Hl. Geist- ihr
Orden muss wohl dort ihr Mutterhaus stehen haben. ich weiß nicht warum
die Presse das Saarland vergisst, es gab viele Heime
oder warum schweigen die Jungs heute noch, ich weiß es nicht aber ich
denke Vater Staat schuldet diesen Opfern was, sie müssen als Opfer sowie
damals die Trümmerfrauen anerkannt werden. Vielleicht meldet sich ein
Junge aus dieser Zeit, wenn Saarbrücken mal erwähnt wird, der auch meine
Geschichte bestätigen kann.
Beispiel fürs Schlagen: Margot verliert beim „Mensch ärgere Dich nicht“,
sofort schlug sie zu, Bettnässer bis sie am Boden winselten, Sr.
Symphorosa brauchte keinen Grund, es machte ihr auch Freude „rein
zutreten“ wenn die Jungs schon am Boden lagen.
Diese Zeit im Heim liegen nun 30 Jahre zurück und heute kann ich sagen,
DER WILLE UND GEIST MUSS GEBROCHEN WERDEN, sie haben es geschafft, diese
Nonnen vom Hl. Geist, wir sind gebrochen, wir können nicht in den
Spiegel sehen, unsere Körper sind für immer weg nur unser Verstand
konnten sie uns nicht nehmen und der erinnert uns täglich daran wo wir
gewesen sind!!
Damit das noch deutlicher wird, was die Nonnen vom Hl. Geist für
Erziehungsmethoden hatten.
Bettnässer wurden hinterm Haus mit einem Schlauch eiskalt abgespritzt,
Essen das erbrochen wurde, zwängte Sr. Symphorosa und Margot die Jungs
das erbrochene wieder aufzuessen.
Am Hinterausgang, zwischen Türe und herablassendes Gitter wurden die
Jungs im dunklen, bei Regen zur Strafe abgestellt. Es war normal für die
Nonnen, dass mit Stöcken, Kleiderbügel auf die Jungs einzuschlagen, es
machte den Nonnen Freude, wenn sie erniedrigen, demütigen und brutal
zuschlagen konnten, wer an den Fingernägel kaute, musste täglich die
Hand ausstrecken, um sich mit einem Stock seine Strafe abzuholen. Sollte
ein Junge dem anderen bei den Hausaufgaben oder wenn eine Klassenarbeit
anstand helfen und der trotzdem eine schlechte Arbeit schrieb, wurde der
helfende Junge sofort mit Prügel gestraft. Geschwisterkinder wurden
getrennt und durften sich untereinander nicht besuchen. Sonntags wurden
wir im Dorf zur Fleischbeschau dargestellt, wir bekamen schöne Kleider
an und jeder konnte sehen, ach was haben die Heimkinder es schön, die
netten Schwestern gehen mit den Kinder spazieren.
Besuche im Heim waren von den Eltern nur alle sechs Wochen erlaubt, wenn
mal welche kamen und das war sehr selten, und immer war eine Nonne
dabei, damit bloß keiner sagen konnte, dass nach außen von den Nonnen
heile Welt geheuchelt wurde und wir die Hölle hatten. Zum Glück war ich
in diesem Horrorheim ein Mädchen, wenn ich an die Jungs denke die dieses
Nonnenheim überlebt haben, kann die Öffentlichkeit froh sein, dass ich
es erzähle und nicht einer von denen, denn es gab Grausamkeiten unter
der Leitung von Sr. Symphorosa, Margot und Herbert, die niemand hören
will.
Mein Gedanke für diesen Brief, niemand darf diese Jungs vergessen!!! Sie
leben vielleicht unter euch, still vor sich hin leidend, Einsamkeit und
ihr Schmerz begleiten ihr Leben, sie waren kleine Kinder als man sie in
die Obhut der Nonnen gab, und diese Monster haben diese Jungs zerstört,
und das mit einer perversen Freude!!
Hiermit möchte ich meinen Brief beenden
Ich glaube, bevor wir telefonieren, sollten sie erst die Geschichte
lesen, es liegt mir sehr am herzen, dass diese Jungs als Opfer anerkannt
werden, besonders meine Brüder
Viele Grüsse
ich war im Heim "Die dumm Gestrickte"

Gesendet:
Donnerstag, 22.02.2007 21:19
Hallo Bert,
nach dem man angeblich in Waldniel nicht mit mir klar kam hat man mich
Anfang 1960 nach Dalheim gegeben. Ich kam in die Gruppe von Sr.
Sebastian (heute Barbera K. oder Bärbel) weil im Vorfeld es schon so
aussah das ich mit ihr klar kommen könnte. Und so war es auch. Es
folgten einige der schönsten Jahre meines Lebens. Ich war überall
eingebunden bei den Messdienern und den Pfadfinder im Ort. Zeigte
Führungseigenschaften hatte schnell meine eigene kleine Gruppe und es
steigerte sich bis zu Schluss bis zum Gaufeldmeister für die
Jungpfadfinder. Das heißt die Verantwortung für viele Gruppen von
insgesamt 6 Orten. Die Heimleitung war damals dagegen (Sr. Michaela) als
ich mit nicht ganz 18 Jahren einen solchen Posten annehmen sollte.
Wollte sich dagegen stellen. Bärbel war zu diesem Zeitpunkt schon lange
weg und ich hatte mir einen neuen Vormund ausgesucht weil der alte
(Lehrer aus meinem Geburtsort) mir gar nicht zusagte. Ich hatte mich für
meinen Klassenlehrer entschieden und der hatte nach anfänglichen zögern
zugestimmt. Somit konnte Sr. Michaela nicht mehr so mit mir umspringen
wie sie wollte. Herr Wasch (Direktor Volksschule Dalheim-Rödgen), der
nun mein Vormund war und mit dem ich mich bestens Verstand, hatte sich
darüber sehr gefreut und mir auch das Einverständnis gegeben genauso wie
das Jugendamt und der Bundesvorstand der Deutschen Pfadfinderschaft St.
Georg. Somit war ich Deutschland jüngster Gaufeldmeister (eigentlich
muss man 21 Jahre alt sein). Man hätte sich im Kinderdorf eigentlich
darüber freuen müssen aber Fehlanzeige. Schade das Bärbel das damals
nicht mehr erleben konnte hatte sich aber im Nachhinein darüber gefreut.
Bärbel war ein wenig ängstlich, erlaubte viele Sachen die der
Heimleitung nicht gefallen haben. Ich war der 2. älteste in der Gruppe.
Da ich einen guten Draht zu Kindern hatte musste ich leider auch steht’s
auf sie aufpassen .Bärbel meinte später ich wäre der geeignetste gewesen
Michael oder Waldtraud hätten die kleinen einfach irgendwo abgesetzt und
ihr ding gedreht. Oft hab ich mit ihr im Glaskasten oder auf der
Terrasse draußen gesessen und viel mit einander gesprochen. Konnte mir
auch sehr gut und einfühlsam erklären warum es VIELLEICHT besser für
mich gewesen ist das meine Mutter so früh gestorben ist. Fast alle
Kinder kommen ja schon mit großen Vorbelastungen in die Heime und
Kinderdörfer. Nach dem Bärbel weg war habe ich mich zurückgezogen.
Richtigen Kontakt hatte ich zu den neuen gruppen Schwestern nicht. Getan
haben die mir zwar nichts, war ja schon ziemlich „alt“, so dass sie sich
schon mit mir unterhalten konnten, aber nicht machen was sie wollten.
Nach dem ich zur Heimerzieherschule gegangen bin habe ich den
Kontakt zum Kinderdorf abgebrochen. Einmal Weihnachten wusste ich nicht
so recht wohin. Nach Dalheim zog mich nichts, zu meinem Vormund ging
nicht und in meine alte Gruppe in Waldniel wollte ich nicht. So kam es
zum ersten Suizidversuch. Leider hatte damals mein Zimmergenosse
was vergessen und ist zurückgekommen und hat mich halt gefunden. Mein
Vormund war auch schnell zur Stelle (Hr. Wasch) man hat sich dann an
Bärbel erinnert und mich gefragt ob ich bei Ihr in der Gruppe in Erbach
arbeiten möchte. Da habe ich zugesagt und mir ging wieder besser. Hab
dann auch die Familie von Ihr in Österreich kennen gelernt und bin seit
dem oft im Urlaub da gewesen und auch später als Bärbel nach Österreich
gezogen ist. Wie Du ja weißt ist der Kontakt bis heute geblieben.
Mehrere Kinder und Angestellte aus der zeit in Erbach haben noch guten
Kontakt zu ihr. Manche kommen regelmäßig zu ihr nach Österreich
teilweise bereits mit ihren eigenen Kindern. Wäre sie nicht gewesen wäre
mein Leben wahrscheinlich auch härter ausgefallen. Es kommt immer auf
die Person an mit der man zu tun hat. Stimmt die Chemie stimmt auch das
Verhältnis. Die Chemie Stimmte halt zwischen ihr und mir und auch
zwischen Herrn Wasch und mir. Ich mochte ihn von Anfang an ob wohl er
auch sehr streng sein konnte. Die eigentlich verantwortlichen sind die,
die die Schwestern für diese Arbeit aussuchen. Ich glaube, dass viele
Schwestern einfach überfordert waren mit Kindern zu arbeiten und dies
wahrscheinlich im zivilen Leben nie gemacht hätten. Jetzt einfach nicht
anders konnte wegen des Gehorsamkeitsgelübde???
Gruß Helmut

Gesendet:
Sonntag, 13. August 2006 11:08
Hallo Herr Beckers mein Name
ist Marion Z.
erst einmal ein Lob an Ihre
gut geführte HP. Sauber mit vielen guten Beiträgen.
Ich kann nur das wieder geben, was ich schon vor Jahren gesagt hatte.
Es wird Zeit das sich die
Kirchen öffnen. Ich kam als Säugling in ein Waisenhaus, wurde von einem
zum anderem gereicht. Tabletten sollten mein normales, lebhaftes
Verhalten unterdrücken. Auch in meine Akten wurde ein IQ unter dem Wert
gemessen. Auch ich wurde als schwachsinnig eingestuft, wie jedes Kind
aus diesem Heim. 1984 und 1990 hatte ich bei einem Test noch ein IQ von
127 damals vor 40 Jahren lag er bei 0.85. Ich habe unendlich viel
gelesen auch dies wurde als negativ bewertet. Rassenhygiene war noch die
Einstellung von vielen Kirchendiener.
Die Behörden waren froh ein
Platz für uns überflüssige gefunden zu haben, zahlten einfach drauf los,
ohne an das seelische sowie körperliche Wohl der Kinder zu denken. Es
gab damals, vor 52 Jahren schon den Kinderschutzbund, nur zählte dieser
nicht für uns.
Wir waren so wie das Geflügel heute, in einer Massenabfertigung
gelandet.
40 Kinder in einem Schlafsaal. Mit sechs Jahren noch am Bettchen
festgebunden.
Was mich noch stutzig macht, sind die vielen Tabletten die wir nehmen
mussten. Ich denke, dass auch die Pharmazeutischen Firmen Ihre Hand im
Spiel hatten.
Eine Polypenoperation.
Aufstellen in Reihe und Glied, wie jeden Morgen. Du, du, du an die Wand,
ihr bekommt heute kein Frühstück.
Wir wurden in einem Kleintransporter zum Krankenhaus gefahren, wo wir
mit Äther betäubt wurden, um dann die Polypen zu entfernen. In einem
abgedunkelten Raum in diesem Heim, kamen wir wieder zu uns. Keine
Fürsorge war gegeben. Drei Tage kotzen, allein von der Narkose.
Mit Haferschleim wurden wir dann wieder aufgepäppelt. Keine Mama die uns
sicherlich in den Arm genommen hätte. Eiskaltes Handeln ohne jegliche
Emotion. Mit jedem Telefonat eines ehemaligen Heimkindes war meine
Betroffenheit immer noch sehr groß, obwohl ich selber eine Betroffene
war.
Ich fordere sämtliche Orden auf sich doch langsam zu öffnen. Die
beweiskräftigen Unterlagen sind so erdrückend. Nach der Sommer pause
geht es weiter. Nach deutschem Recht, hat jedes Heimkind ein Anspruch
auf die Kopie, seiner/Ihrer Akte. Also nur Mut. schreibt eure Peiniger
an und fordert die Aktenkopien heraus. Dem Betroffenen ist auf Antrag,
SGB VIII § 67 Auskunft an den Betroffenen: Auskunft über die zu seinem
Personen gespeicherten Daten oder andere sonstige Datenträgers nach
Maßgabe des § 83 des 10-X Gesetzbuches zu erteilen und in Kopie aus zu
händigen.
KJHG:
SGB VIII § 67 Auskunft an den Betroffenen und
SGB X § 83 Auskunft an den Betroffenen.
Mit diesem beiden in
Verbindung stehenden Paragraphen haben alle ehemaligen Heimkinder ein
Anspruch auf Akteneinsicht und eine Kopie dieser Akten. Wichtig beide
Paragraphen nur miteinander ergänzt zählt.
Auch ich musste als Kind
schon schwere körperliche Arbeit verrichten. Zu einer Versklavung kam es
bei mir nicht da ich mich dem entzog, indem ich später immer wieder
abgehauen bin. Ab in die Freiheit!!!! und wenn es nur 2 Tage waren.
Keine Mauer war zu hoch. Dies war auch wieder nur ein Grund mehr, mir zu
unterstellen, dass ich langsam Flüge wurde. Nein, mein bestreben war
eine vernünftige Schulbildung, um danach Sport studieren zu können, in
Hannover.
Als Säugling kam ich ins Heim
und mit 18 Jahren lag ich auf der Straße, damit ist im Grunde die Frage
beantwortet: "Warum habt Ihr Euch nicht aufgelehnt gegen Eure Erzieher
oder Erzieherin!" Circa drei Monate lag ich auf der Straße und hatte
alles versucht um ein Zimmer zu bekommen, damit ich endlich eine Chance
bekam. Auf der Straße bin ich fast verhungert. Erst mit meiner
Volljährigkeitsalter bekam ich meine Unterlagen vom Jugendamt.
Ich möchte mich zu den
Einrichtungen noch einmal äußern. In den meisten Fällen, wurden
Ausbildungsstätten, Klosterschulen, Fürsorgeheime so deklariert, so das
auch Eltern glaubten, Ihren Kindern etwas Gutes zu tun, geblendet
wurden. Ibbenbüren war als Klosterschule deklariert genauso wie das
Salvatorkolleg in Klausheide bei Paderborn, als Ausbildungsstätte. Wo
Pater Vincent agierte, der das Bundesverdienstkreuz für seine Zeit in
einem Gefängnis in Berlin Tegel bekam. Pater Vincent verglich noch im
Jahre 2003 ein Heim mit einem Gefängnis. Unter Pater Vincent seiner
Regie wurde in Klausheide vielen Jugendlichen die Seele gebrochen. Statt
Ausbildung wurden diese Jugendliche versklavt, gedemütigt und mit
militärischem Drill zu seelischen Fracks herangezogen. Ein ehemaliger
Sozialarbeiter hat dieses bestätigt. Auch diese "Ausbildungsjahre"!!!
wurden nicht in die Rentenkasse eingezahlt. Laut ILO Abkommen, von 1956
ist Sklavenarbeit in Deutschland verboten worden.
Hier fordere ich die
Bundesregierung auf, dass diesem Pater, Pater Vincent das
Bundesverdienstkreuz, aberkannt wird!!!!!
Diese Station der Schwestern vom Zionsberg in Scherfede, die am 23. Mai
versuchten Kooperativ zu sein, habe mir verboten Ihnen eine Mail zu
schicken. Als ich dies ausprobierte, kam die Mail ungeöffnet zurück. So
etwas nennt man dann Aufarbeitung.
Schwestern vom Zionsberg
Scherfede
“Auch
für ehemalige Kinderheimkinder stehen wir jederzeit zum persönlichen
Gespräch gerne bereit.”
Leider wird dieses Versprechen nicht
eingehalten!

Gesendet: Samstag, 12.
August 2006 17:46
Hallo Herr Beckers ich bin
Emil K. 66 Jahre alt,
als sich
meine Eltern 1949 scheiden ließen fing das Unheil für mein noch junges
Leben an.
Wir
wohnten glücklich in der Nähe von Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis). Mein
Vater war
Goldsschmied und hatte eine gute Arbeitstelle. Er war ein wundervoller
Vater der leider schon
1961 mit
54 Jahren verstarb. Als Scheidungskind wurde ich vom Jugendamt 1950 mit
10
Jahren in das Schülerheim nach Oggelsbeuren (Baden-Württemberg)
eingewiesen.
Ein Heim
wo die katholische Kirche das Zepter schwang und vom Orden
"Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul" betrieben wurde.
http://www.untermarchtal.de/
Der Tag
begann um 6 Uhr mit Frühmesse, danach gab es schwarzen Kaffee
(Muckefuck) und
ein
Stück Schwarzbrot. Danach ging es in die jeweilige Schulklasse und
mittags um 1 Uhr
nach dem
Mittagessen wurden wir eingeteilt zur Arbeit.
Ich
musste in der Gärtnerei schuften bis mir der Rücken wehtat.
(Kinderarbeit)
Freundschaften untereinander wurden unterbunden, ein falsches Wort und
man bekam Schläge.
Wer sich
die ganze Woche gut verhalten hatte durfte am Sonntag mit den Schwestern
einen
Ausflug
ins Dorf machen. Dabei durften uns die Dorfbewohner wie Zirkusviecher
bestaunen
und ihre
Kommentare zum Besten geben, dass es doch mit viel Geduld und Liebe
(wo war
die eigentlich) der Heimleitung und den Erziehern gelingt aus uns
missratenen
Kindern
anständige Menschen zu machen. Dieses Spießrutenlaufen habe ich einmal
mitgemacht,
danach
habe ich mich die Woche über so benommen, dass ich den Sonntag lieber
lesend in
unserem
40 Mann-Schlafsaal verbrachte. Dann nach langer Leidenszeit freute ich
mich auf den Schulabschluss, weil ich damals der Meinung war, nun wieder
zu meinem Vater zurück zu kommen.
Nach
Oggelsbeureen bin ich 1954 nach Ende der 8. Klasse zurück zu meinem
Vater gegangen.
Ich war
damals bei der Scheidung meiner Eltern meinem Vater zugesprochen worden
und
er
sorgte wunderbar für mich. Es war eine schöne und doch nur kurze Zeit
(15 Monate).
Denn wer
damals in den Fängen des Jugendamtes war hatte keine Chance unbehelligt
zu bleiben.
Mein
Vater zog zu seiner Schwester, meiner Tante, die uns dann auch
versorgte. Er war nicht
nur ein
guter Goldschmied, sondern er malte viel und schrieb Theaterstücke.
Bei
einer Premiere eines dieser neuen Stücke platzte das Jugendamt mit zwei
weiblichen Vertretern
in die
Veranstaltung um mich aus diesem "Sumpf" herauszuholen.
Dem Heim
fehlten damals wohl noch billige Zwangsarbeiter.
Man
verbrachte mich am 29.9. 1955 mit 15 Jahren zuerst in ein Jugendheim
nach
Heidenheim/Brenz und nachdem ich dort als Begrüßung 14 Tage Karzer
abgesessen habe
um mich
an das Heim zu gewöhnen, habe ich die erstbeste Gelegenheit benutzt und
bin ausgerissen.
Nach 2
Tagen wurde ich gefasst und in ein geschlossenes Heim nach Schelklingen
gebracht.
Das war
ein katholisches Erziehungsheim mit einem Priester als Chef und Nonnen
aus dem Kloster
Obermarchthal vom Orden "Barmherzige Schwestern vom Hl. Vinzenz von
Paul"
http://www.untermarchtal.de/
.Dieses Zeit im Heim hat ich mich an die armen Menschen im
Mittelalter erinnert, die dort auch schon von der Kirche behandelt
wurden wie der letzte Dreck.
Die
Nonnen waren richtig brutal, beim Teufel kann es nicht schlimmer sein
dachte ich mir immer.
Für jede
Kleinigkeit wurden wir exemplarisch bestraft. Am Anfang wurde mir die
Hausordnung
vorgelesen und dann nahm ein Martyrium für die nächsten 5 Jahre seinen
Lauf.
(Von
1955 - bis zum 15.3.1961)
Geschlagen wurde ich immer und oft und meistens vom Heimleiter einem
Pfarrer bis zum Ende
des
Martyriums mit 20,5 Jahren. Wehren konnten wir uns nicht, denn alle
Heiminsassen waren
unterernährt. Wir waren in einem Schlafraum untergebracht mit 30 Jungen.
Morgens um 6 Uhr
wurden
wir geweckt dann Frühstück (oder so was ähnliches) dann wurde man zur
Arbeit eingeteilt.
Im Heim
gab es verschiedene Werkstätten (Schreinerei, Wäscherei, Gärtnerei,
Schuhmacherei etc.)
und ein
Bauernhof. Dort durfte ich mich betätigen. Das tat ich gerne, denn dann
kam man aus dem
Heim auf
die Felder und war für ein paar Stunden der Rache entronnen.
Außer
den Nonnen gab es aber auch die Meister der verschiedenen Werkstätten,
die aus dem
Umland
kamen. Viele von denen hatten sich im Laufe der Zeit die brutalen
Methoden der Nonnen
zu Eigen
gemacht, außer dem Schuhmachermeister und dem Korbmacher.
Mit
denen kam ein wenig Normalität ins Spiel.
Der eine
Erzieher hatte Privat in Munderkingen eine Wirtschaft die seine Frau
führte.
(Nach
meinem Heimaufenthalt habe ich mich dort oft mit ihm getroffen, er war
wie ein Vater zu mir,
leider
ist er viel zu früh, ich glaube 1968 verstorben.)
Als ich
dann von der Schufterei auf dem Bauernhof genug hatte, ganze Felder
Unkraut mit der Hand
auszureißen, Kartoffel hacken und schwere Säcke zu schleppen und was
sonst noch als niedrige
Arbeit
anfiel, wurde ich zur Strafe zum Zementsteine schleppen verdonnert.
Morgens ging es zum
Zementwerk, dort mussten die gesprengten Steine von uns in Loren
eingeladen werden.
Es war
eine Schufterei ohne Ende. Bei einem dieser Tage fiel ein Steinsbrocken
vom Wagen und
als ich
in wieder einladen wollte fuhr der Zugführer an und ich landete mit
einem Fuß unter
den
Wagen. Das war kurz nach meinem 17. Geburtstag. Ich kam ins Krankenhaus
und als ich dort
aus der
Narkose aufwachte, traf mich der Schock. Mein rechtes Bein war nicht
mehr da.
Ich
war so verzweifelt, dass ich die Schlaftabletten die ich damals jeden
Abend bekam, sammelte
und als
ich 20 zusammenhatte, alle auf einmal schluckte, ich wollte nicht mehr
leben.
Leider
(oder auch nicht) hat mich trotz größter Sorgfalt mein Bettnachbar
beobachtet und die
Schwester alarmiert. Nach mehreren Nachoperationen kam ich dann wieder
zurück ins Heim und
wurde
dort dafür bestraft, dass ich dem Heim mit meinem Unfall so viele
Unannehmlichkeiten
bereitete. Der Heimleiter persönlich nahm sich mit einem Prügel
bewaffnet mich vor, um mir zu
demonstrieren, dass ich Schande über das Heim brachte. Da ich jetzt mit
einem Bein als volle
Arbeitskraft nicht mehr zur Verfügung stand wurde ich in die
Schuhmacherwerkstatt gebracht,
um dort
das Handwerk zu lernen. Lust hatte ich keine dazu, aber das durfte ich
ja niemand sagen.
Ich habe
mich dann mit dem Meister dort einigermaßen verstanden und überlegte die
ganze Zeit,
wie ich
aus dieser Hölle ausbrechen konnte. Bei einem der Besuche im Krankenhaus
dann endlich
die
Gelegenheit, ich floh aus dem Fenster der Toilette und fuhr per Anhalter
nach Munterkingen
um dort
im Gasthof des einen Erziehers Unterschlupf zu suchen. Leider erwischte
man mich schon
zu früh.
Die Strafe dafür war hart und es wurde keine Rücksicht auf meine
Verletzung genommen.
Da ich
mehrmals nachoperiert werden musste (16-mal) bekam ich erst mit 19
Jahren (1959) in den
Genuss
der ersten Prothese und lernte wie ein Kleinkind das Laufen. Bis dahin
bin ich (zwei Jahre)
lang auf
Holzkrücken gelaufen. Es war ein tolles Gefühl wieder auf 2 Beinen zu
stehen mit einem
kleinen
Wermutstropfen. Immer wenn ich mich nicht genau an die Hausordnung hielt
oder beim
Essen
mit meinem Nachbarn leise sprach, wurde mir zur Strafe die Prothese
weggenommen.
Meine
Akten von Schelklingen http://www.konradihaus.de konnte ich im März
2006 einsehen und
habe
gestaunt, wie viel Unwahrheiten dort enthalten sind. Da werde ich als
schwachsinnig
dargestellt, wogegen ein danach erstelltes Gutachten mir einen IQ
von 125 bestätigt. Von den vielen
Repressalien und Schlägen steht dort kein Wort, jedes Mal wird
behauptet, dass die vielen
Verletzungen (Armbruch, Fingerbruch, Zahnverlust, Gehirnerschütterung
usw.) nach Schlägen
von
anderen Heiminsassen herrühren. Auch wurde damals meine Rente in Höhe
von 115,50 DM
von
Württembergischen Landesfürsorgeverband Stuttgart für die
Heimunterbringung einbehalten.
Dazu
noch der Heimverdienst, da hätte ich in einem 5 Sterne Hotel wohnen
können. Ich habe mal nachgerechnet, denn mein Vater musste ja damals
monatlich 60,-DM an die Landesfürsorgestelle für
die
Heimunterbringung bezahlen.
Auch
habe ich ja vor dem Unfall beim Zementwerk in Schelklingen gearbeitet,
wofür ich monatlich
90,-DM
Lohn erhielt, bzw. ich bekam davon 50 Pfennig Taschengeld im Monat. Also
vor dem Unfall
haben
die monatlich 150 DM kassiert und nach dem Unfall waren es 175,50 DM.
Das war in dieser
Zeit
viel Geld.
Die
Schikanen wurden mit zunehmender Dauer im Heim immer brutaler, für jede
Kleinigkeit wurde
man
bestraft. Besonders erinnere ich mich an eine Schwester die damals schon
68 Jahre alt war,
klein
und boshaft wie der Satan persönlich. Sie sollte ja schon lange zurück
ins Mutterhaus,
aber da
sie immer neue Ideen hatte, wie man die schlechten Kinder malträtieren
konnte wurde sie
weiterhin für unentbehrlich beim Erziehen der Kinder gehalten-
(auch
heute noch nach mehr als 50 Jahren träume ich noch von ihr).

Gesendet:
Dienstag, 11. Juli 2006 19:28
Hallo Herr
Beckers !!
Mein Name
ist Brunhilde und ich bin 45 Jahre alt und wohnhaft in Wegberg.
Ich bin aus
Zufall auf Ihre I.-Net Seite gestoßen und war fasziniert von Ihrer
Arbeit, an dieser Stelle ein dickes Lob und Danke!!!!!!
Ich lebte
von 1962 oder 1963(weiss es leider nicht mehr so exakt) bis 1977 im
Kinderdorf Dalheim - Rödgen in der Gruppe 3.
An die
Vorfälle an die ich mich noch zu 100 % erinnern kann, sind folgende:
-man bekam
morgens Milchsuppe mit altem Graubrot, wollte man diese nicht essen,
wurde man mit dem Stock geschlagen und ich wurde einmal mit dem Kopf in
die Suppe gehauen.
Danach
musste ich so lange sitzen bleiben bis ich sie aufgegessen hatte und
mich danach übergeben musste .
- es stand
auch mal eine ganze Tüte voller Bonbons in dem langen Flur, die
abgezählt waren, jedenfalls fehlte eines davon, ich möchte betonen, dass
ich es nicht war!!!!!!!!
Jedenfalls
wurde ich nachts an den Haaren aus dem Schlaf gerissen und die anderen
Kinder wurden auch geweckt, wir mussten uns dann in Reih und Glied auf
den Flur stellen und es wurde solange auf uns eingeschlagen bis jemand
sich meldete und es zugab!! Dieser "Jemand" war ich, da ich es nicht
mehr ertrug es mit anzusehen!! Die anderen Kinder durften dann wieder
zurück in ihre Betten und ich musste draußen im Dunkeln auf der Terrasse
(vor der Tagesraumscheibe) sitzen und sie (Schwester Magda...), saß
hinter der Scheibe und genoss es anscheinend mich schreien und weinen zu
sehen, ich hatte eine riesen Angst!!!
-das
nächste woran ich mich erinnere, war das ca.5-6 Jahre alt, meine
Geschwister lebten übrigens auch in Dalheimer Kinderdorf, somit auch
meine große Schwester!
Wie kleine
Mädchen nun mal so sind, fand ich es ganz spannend eine
Seidenstrumpfhose an zu probieren, heimlich versteht sich..
Ich wurde
dabei erwischt von Schwester Magda...!
Ich
versteckte meine Beine unter der Bettdecke damit sie es nicht sah, sie
fragte mich was ich da tun würde, ich hatte Angst und sagte nichts.
Sie schlug
und schlug mich so feste mit einem Kleiderbügel auf den Po sodass der
Haken des Kleiderbügels in meinem Po stecken blieb, sie riss ihn raus
und ich musste ins Krankenhaus, damit es Genäht werden konnte. Es wurde
gesagt ich sei auf einen Stein gefallen!!!!!!
-Als ich
Dann ca.11 Jahre alt war, wollte ich mal eine Zigarette probieren, das
tat ich natürlich heimlich und wurde erwischt ...sie zog mich dann in
den Flur wo die Spinde standen und schlug mir mit einem Kleiderbügel so
sehr auf die Fingerspitzen Sodas Blut raus quoll!!
-wenn ich
schon mal eine schlechte Note hatte oder sonst was oder beim
Hausaufgaben machen, zog sie mir so lange an meinen Haaren bis ich
schrie und weinte oder ich hatte mal ein schlechteres Zeugnis, ich
musste mich dann persönlich bei meiner Klassenlehrerin Frau He...
entschuldigen gehen, als ich wieder kam wurde ich trotzdem wieder
geschlagen !!!
-es gab
auch einen Suizidfall, dort hatte sich damals ein Junge erhängt, was das
angeht kann ich mich leider nur noch wage erinnern!!
-Ein
anderer Junge hatte sich damals irgendwas zu "Schulden" kommen lassen
und wurde eingesperrt, in einer der Zimmer an der Pforte, er bekam zur
Strafe nichts zu essen und als das nicht genug wäre, hielt man ihm noch
Fleisch vor die Nase, wo er natürlich nicht ran kam !!!
-ich musste
als einzige morgens zur Messe mit den ganzen Nonnen, hab ich nicht
mitgesungen, gab's direkt einen Ellenbogen hieb.
-Dann hab
ich damals mit Schwester Magda... im Wohnzimmer gesessen und durfte
einen Kakao trinken... Wollte Dann irgendwann aufstehen und konnte auf
einmal nicht mehr laufen. Sie sagte "mach keinen Blödsinn" und ich
erwiderte ich könne nicht laufen... sie glaubte mir nicht !!
Sie hob
mich auf und lies mich los, ich knallte auf den Boden und dann
wiederholte sie das und ich fiel wieder, wurde ohnmächtig!!
Als ich
wieder zu mir kam, standen alle Nonnen um mich herum und hatten mich mit
Kölnischwasser bespritzt.
Danach kam
ich in Krankenhaus nach Viersen, wo ich ein halbes Jahr zugebracht habe.
Es kam
raus, dass ich starken Unterzucker hatte!!
-außerdem
wurden wir damals alle zusammen (Jungs + Mädchen) abgeduscht, manchmal
auch mit eiskaltem Wasser .Schamgefühl durfte es nicht geben.
-ich habe
auch immer zu spüren bekommen dass ich ein Kinderdorfkind bin, in der
Schule, in der Gesellschaft.
Ich könnte
noch mehr erzählen, aber es würde den Rahmen sprengen, leider!!!
Ich habe
seid damals immer gewisse Ängste und Träume auch wenn ich Diese Zeilen
schreibe, kommt alles wieder hoch und mir laufen die Tränen über das
Gesicht!!
Ich hatte
nie eine Kindheit und diese Erlebnisse haben und werden mich mein Leben
lang begleiten!!
Ich wünsche
Ihnen viel Erfolg für die Zukunft und ich hoffe das Schweigen hat bald
ein Ende!!
MfG Ihr
Bruni

Gesendet:
Donnerstag, 6. April 2006 18:41
Lieber Herr Beckers
ich (47) verfolge schon
seit Jahren das Schicksal ehemaliger Heimkinder. Vorweg möchte ich Ihnen
sagen, dass es mich extrem beschäftigt und ich auch sehr erschüttert
bin, was Kindern angetan wurde. Ich habe großen Respekt vor dem, was
durch den Verein VeheV geleistet wird. Auch Ihre Webseite finde ich sehr
gut! Nur im „kleinen“ kann ich nachvollziehen, was ehemalige Heimkinder
durchgemacht haben. Ich selbst war einige Jahre in einem Kath.
Kindergarten bzw. Hort. Zum Glück war es nur das. Die Leiterinnen waren
immer Ordenschwestern -arme Dienstmägde Christi, die ja leider auch
durch Misshandlungen in Heimen etc. aufgefallen sind. Ich hatte es
insgesamt mit 3 Schw. zu tun. An die erste kann ich mich nicht erinnern,
an die Zweite habe ich nur sehr, sehr gute Erinnerungen. Denn die war
so, wie man sich eine liebe, verständnisvolle gütige Nonne und
nächstenliebe praktizierenden Menschen vorstellt. Die Dritte Nonne war
ein Teufel. Ich kann mir gut vorstellen, dass Schw. Edgara zu den Nonnen
gehört hat, die in Heimen geprügelt und gedemütigt hat. Als sie anfing,
dasselbe Programm, wie in den Heimen, heruntergefallenes Essen musste
aufgegessen werden, Erbrochens ebenso wieder gegessen werden, wie
ekliges fettiges Fleisch. Bloßstellen wenn man bei Mittagsschlaf mal
ins Bett gemacht hatte oder wenn man in die Hose gemacht hatte gehörte
ebenfalls zur Tagesordnung. Ich und anderen konnten aber Abends nach
Haus gehen, die Heimkinder nicht und dass tut mir sehr sehr leid. Ich
kann sehr gut verstehen, wie belastet, diese Dinge auch heute noch für
Sie sind. Obwohl ich nur Kindergarten bzw. Hortkind war, habe ich extrem
unter diesen Dingen gelitten, wurde wie Sie auch zum Bettnässer blieb
das auch bis 16, auch deshalb gibt es parallelen. Letztlich will ich
dann doch keinen Vergleich anstellen, weil ich ja ein Zuhause hatte.
Allerdings gab es trotzdem nach etwa einem ½ Jahr nach dem Eintritt von
Schw. Edgara Besserung. denn anders als in Heimen wurden die Praktiken
bekannt und auch die anderen Erzieherinnen spielten das Spiel wohl nicht
mehr mit. Der Kindergarten/Hort gehörte zu einem Krankenhaus, in dem
Nonnen die Leitung hatten. Wie das Personal behandelt wurde. Einzelne
Nonnen, unchristliche ihre „weltlichen“ Kolleginnen fertig gemacht
haben, passt genau in das Bild. Meine Mutter arbeitete auch in diesem
Haus. Zwangsläufig besuchte ich sie oft. In dieser Zeit war ich auch
Messdiener in der Krankenhauskapelle. Ich habe eine sichtbare
Behinderung. Eine Schw. meinte mal, wie kann jemand wie Du Messdiener
sein?! Das habe ich allerdings dem Kaplan gesagt, und diese Nonnen bekam
„schwer“ Ärger. Ich konnte mich also mit Erfolg weheren. Um so mehr tut
es mir um dass Erlebt von ehemalige Heimkinder leid, die sich nicht
wehren konnten. Verstehen kann ich auch, dass bes. Bettnässer zusätzlich
leiden mussten. In diesem Krankenhaus musste ich auch einige Male. Auch
ich bekam wegen meines Bettnässens zu spüren, wie die Nonne (Schw.
Eberhelma) mit allen Mitteln versuchte, mir das „abzugewöhnen“. Resultat
war, dass ich von einem gelegentlichen Bettnässer zum einem starken, der
nun jede Nacht ins Bett machte, wurde. Auch hier hatte ich das Glück,
dass ich irgendwann nach Hause gehen konnte. Ich bewundere Ihre Arbeit
sehr wünsche Ihnen viel Erfolg mir Ihrem Vorhaben und hoffe sehr, dass
die augenblickliche Berichterstattung nicht abebbt. Ich hoffe auch, dass
die ehemalige Heimkinder anständig entschädigt werden.

Gesendet:
Dienstag, 28. März 2006 22:46
Hallo Herr Beckers
Zunächst Danke für diese
Mail. Genau so stelle Ich mir eine Hilfe und Stellungsnahme der Nonnen
vor. Ich bezweifle das eben eine Krähe der anderen ein Auge auskratzt.
Erst Recht wenn es um Taten geht die mit Verbrechen an Kindern
gleichgesetzt werden können. Bekommt man doch heute schon für eine
Ohrfeige an einem Kind zumindest ein Bußgeld aufgebrummt. Was müssten
Nonnen zahlen für das was Sie uns angetan haben. Ich sage bewusst
angetan!!!! Das hatte in einigen Fällen wirklich nichts mit Erziehung zu
tun. Ich weiß auch das es durchaus auch Kinder gab die noch heute mit
einem guten Gefühl und Dank nach Schloss Dilborn zurück blicken. Aber es
waren auch einige für die Schloss Dilborn die Hölle war. Leider bin
ausgerechnet auch Ich einer der ach so geliebten Kinder die von den
Nonnen auch misshandelt wurden. Heute frage Ich nur eines!! Warum?
Sicher weiß selbst Ich das sich die Situation auch in Schloss Dilborn
etwas besserte wenn man die richtige Nonne erwischte. Was die viele
Arbeit angeht die Nonnen für uns erledigten kann Ich mich sehr gut
erinnern. Es war sicherlich schwer für die Nonnen wenn wir kleinen
Pimpfe die langen Flure mit einem Stahlklotz unter dem eine Bürste
montiert war und daran wiederum ein langer Stiel aus Holz bohnerten bis
das alles glänzte. Waren wir nicht fertig nix mit Essen. Es war
sicherlich schwer für die Nonnen uns zuzumuten die Betten selbst zu
machen wie bei der Bundeswehr üblich. ( Andere Kinder in guten Familien
hatten doch Mütter die das erledigten.) Es war sicher nur Zufall das uns
Schläge mit Hilfe von Stöcken kaputten Besenstielen und Bambus trafen
egal wo am Körper. Es war sicher schwer für die Nonnen darauf zu achten
das uns keiner der Schläge im Gesicht verletzte denn man musste doch
ohne ersichtliche blaue Flecken in der Kapelle erscheinen. Wir taten den
Nonnen leid wenn Sie uns Seelisch quälten bis das wir die Möglichkeit
hatten uns mit einem Kirchenaustritt aus der Kirche zu verabschieden aus
dem Glaubensleben. Ich leide noch heute unter dem was mir damals
widerfuhr. Es tat den Nonnen sicher leid das Sie uns Sexualität so
erklärten das viele heute Probleme mit einer Partnerin haben. Schläge
weil man onaniert sind ein Bombenmittel einem Kind Sexualität zu
erklären. Den Unterleib als Dreck zu bezeichnen war so gut für mich das
Ich noch heute Probleme habe mit einer Frau zu schlafen. Ja die
Nonnen!!! Sie waren ein Segen für mich??? Welch ein Segen!!!! Ich sage
Danke für ein kaputtes Leben. Ich sage Danke für 2 Scheidungen. Ich sage
Danke das Ich nicht schwul bin und trotzdem nicht mehr mit Frauen
schlafen kann. Ich sage Danke das Ich nicht mehr in der Lage bin ohne
Psychologische Hilfe wieder eine Frau in die Arme schließen zu können.
Ich sage Danke für ein Selbstbewusstsein das so beschissen ist das Ich
in eine Ambulante 6 wöchige Krankenhaustherapie musste. Ich sage Danke
das Ich noch heute nachts schweißgebadet aufwache und träumte eine Nonne
zu vergewaltigen um es ihnen zu zeigen was Vergewaltigung heißt.
(Letzteres beschränkt sich aufs Träumen aber es quält!) Ich sage Danke
das Ich bis heute das Leben nicht verstehen kann. Ich sage Danke das
Nonnen mich so aufs Leben vorbereitet haben das mein Leben fast
unerträglich ist. Gekennzeichnet von Selbstmordabsichten Ausweglosigkeit
und das Gefühl zu haben Ich hab's nicht verdient auf dieser Welt zu
leben. Auch Danke Ich den Nonnen das Sie die Wirtschaft helfen
anzukurbeln. Denn Ich möchte nicht wissen wie viele sind wie Ich!!! Sie
brauchen Therapie, Tabletten und Reha!!! Also Dank zolle Ich den Nonnen
Die gut zu mir waren. Aber all meinen Hass und meine Wut inklusive eine
Abrechnung bei Gott gönne Ich denen die mich quälten. Auf das Sie das
selbe erleiden müssen was Sie mir doch alles an Dank und Liebe haben
zukommen lassen. Trotz allem Bert Lebe dein Leben und stelle Dich wie
Ich gegen alle die Kindern heute so was antun. Genau darum ist es
wichtig uns zu konzentrieren und zusammen zu kommen. Wir sind Zeitzeugen
die heute verleumdet werden. Stillschweigen ist angesagt in den Klöstern
denn eine ruhmreiche Zeit war's nicht. Auch Urft zählt dazu. Die ersten
Wochen waren für mich wie ein Straflager. Ich hatte nie geschlagen und
wurde geschlagen. Die Heimordnung lernte ich gebückt und einem Stock der
mich traf. Die Wirklichkeit hatte mich auch dort eingeholt. Oh ja Urft.
Anfangs Sklavenarbeit dann Zuckerbrot und Peitsche. Und Sexualität zu
haben war in Urft ein Fluch Gottes der auch mit Prügel jedem begreiflich
gemacht wurde. Ich weiß es nicht genau. Aber sollte Urft ein anderer
Orden sein als Schloss Dilborn??? Wenn ja steckte System dahinter. Wenn
nein dann kann man sagen das in vielen Orden so genannte Ordensfrauen
existierten die ihren Frust und ihre Lust an den ihn anvertrauten
Kindern abreagierten. Aber eines kann Ich mit Sicherheit sagen. Kinder
arbeiteten auch für die Nonnen. Arbeiten die Sie normalerweise hätten
machen müssen. Alles in allem!! Gott vergib mir!!!! Es waren
Scheißnonnen dabei.!!!!!! Wohl den Schwestern die sich dem versucht
haben entgegen zu stellen.
Also Danke!!!!

Gesendet: Samstag,
18. März 2006 22:43
Habe heute tel. Kontakt
gehabt mit Petra F. aus Mg. Unser Gespräch lief so ab als wenn wir uns
seid Jahren kennen würden was irgendwo ja auch der Fall ist. Werde mich
Donnerstag wahrscheinlich mit ihr Treffen und altes auffrischen. Sie hat
sogar viele Photos von Nonnen und anderen Kids in Dilborn zu meiner
Zeit. Da war auch sie in Schloss Dilborn. Ich erzählte Ihr von der
letzten Mail die Ich dir zukommen ließ und Sie bestätigte sogar den
Inhalt mit der Tatsache das an Nikolaus wirklich ein so genannter Hans
Muff eine Stahlkette hinter sich herzog die dann über den Flur hallte.
Es war dieser Hans Muff der uns die Hölle dann zeigte: Es ist
erschreckend wie sehr sie sich an alles erinnern kann aber gleichzeitig
ein Segen für mich denn jetzt sind wir zu zweit. Ich hoffe nun endlich
gehört zu werden und das einer gerade steht für mein versautes Leben
denn dieses ist die Folge der gestohlenen Kindheit von mir. Sie
bestätigte mir auch das es Fälle gab in denen Kinder gezwungen wurden
ihr Erbrochenes zu essen. Einer davon bin eben Ich. Ich konnte ihr
bestätigen das es normal war das man Essen 3 Tage in Folge weiter
vorgesetzt bekam (aber kalt!!!) weil man es nicht aufgegessen hatte am
Tag als es das erste mal vorgesetzt wurde!!!!!!!!!!!!! Wir haben denke
Ich beide die Hölle gesehen in Dilborn. Vieles wird bei mir wieder wach
alleine durch Gleichgesinnte. Wir hoffen das durch unser Ja in der
Öffentlichkeit zu den Misshandlungen in diesem Heim andere auch den Mut
finden dagegen anzugehen. Ich träume auch wieder von Dilborn was
Jahrelang nicht mehr der Fall war. Aber mit Hilfe von eben Petra werde
Ich versuchen das Erlebte irgendwie offen zu legen und anzuprangern denn
wir beide haben nichts mehr zu verlieren. Dank auch an Dich denn ohne
deinen Hinweis zu ihr würde Ich weiter das Erlebte alleine bewältigen
müssen. Petra und Ich wundern uns allerdings das sich bis heute so wenig
der geschundenen Kinder meldeten. Aber wir sind sicher das andere hinzu
kommen. Also Danke und ein nettes WE sagt Ricardo Ps. wirst sicher auf
dem laufenden gehalten.

Gesendet: Freitag,
17. März 2006 18:21
Hallo Herr Beckers
Habe diese Mail gelesen.
Ist ja der Hammer!!!! Dein Einsatz macht mir frischen Mut nun den
selben Weg einzuschlagen. Zu diesem Zweck werde Ich am Samstag versuchen
tel. in Kontakt zu kommen mit Petra F. Es wundert mich doch sehr das nur
wenige Misshandlungen die doch zumindest in Schloss Dilborn begangen
worden sind offen gelegt werden und nur wenige den Mut haben davon zu
erzählen. Sicher hat jeder seinen Grund etwas zu tun oder auch nicht.
Ich hingegen habe mich entschlossen meinen Fall bekannt zu machen und
Gerechtigkeit zu finden. Natürlich bemerke Ich das es mich neu doch sehr
beschäftigt was damals war. Vieles hat man (Ich verdrängt!!!)
Langsam kommen Erinnerungen zurück und Ich erlebe das alte neu. Es gab
Misshandlungen in Dilborn die Schläge bei weitem in den Schatten
stellen. In Dilborn sah Ich den Teufel leibhaftig und er schlug mir
mehrmals ins Gesicht. Klar erkenne Ich heute es muss jemand mit Wissen
der Schwestern unter diesem schwarzen Umhang gewesen sein. Ich sah
Kinder aufrecht stehen, die sich im Schlafanzug aufrecht stehend im Bett
vor Angst zitternd und weinend und sogar schreiend vor Panik in die Hose
pinkelten und schissen. (Am folgenden Morgen durften die Kinder selbige
per Hand auswaschen!!!!!) Gleichzeitig wurden in anderen Räumen Kinder
vom Nikolaus beschenkt und bekamen Leckereien!!!!!!!!! Fromme Lieder und
Gebete wurden abgelassen obwohl die Gruppennonne Schwester Sitis wusste
das der so genannte Hans Muff in dem so genannten Bettnässerzimmer
gerade mit den Kindern am kegeln und am prügeln war. Man stelle sich
vor!!!! Ein Quadratisches Zimmer in dem 6 Betten stehen. In den Betten
stehen 6 Kinder schreiend und in Panik aufrecht und bepinkeln sich!!!
Einer bückt sich als die dunkle Gestalt ins Zimmer kriecht. Hinter sich
herziehend eine Stahlkette die klirrend über den Boden rutscht.
Zielstrebig kriecht diese Gestalt zu dem ersten Bett in dem Ich stehe!!
Ich bückte mich hob mein Kopfkissen hoch und suchte damit eine Deckung
die nicht da war. Gleichzeitig bekomme Ich Schläge ins Gesicht und spüre
einen harten Gegenstand auf meinem Körper. Nach mehreren Minuten werfe
Ich mich schluchzend und schreiend unter die Bettdecke. Nun schreien und
weinen die anderen!!! Ich hab erst mal Ruhe!! Genauso schnell und
plötzlich ist bis auf das restliche Schluchzen und Weinen Ruhe im
Zimmer. Jede Bewegung versucht man zu vermeiden da der Satan noch da
sein könnte!!!!! Ich muss unter meinem Kopfkissen Schutz suchend
eingeschlafen sein. Jedenfalls erinnere Ich mich das Ich wach wurde. Ich
hob mein Kopfkissen an um einen Blick ins Dunkel zu werfen!!! In dieser
Sekunde traf mich fast der Schlag und das als Kind. Ich sah direkt neben
meinem Bett sitzend eine dunkle Gestalt. Sie war mit roten Streifen die
wie Adern aussahen bedeckt und selbige leuchteten Blutrot bis hoch zum
Kopf. Der Kopf enthielt 2 dunkle auch etwas Rot leuchtende Augen. Wir
sahen einander an und in der selben Sekunde bekam Ich einen Faustschlag
der stark war ins Gesicht. Ich hörte auch ein Geräusch aber kann's nicht
mehr näher beschreiben. Wieder verschwand Ich unter mein Kissen und
Decke. Ich traute mich nicht mehr raus bis zum Morgen. Ob Ich vor
Erschöpfung eingeschlafen war weiß Ich nicht mehr aber als es hell wurde
schlug Ich die Decke plötzlich zurück. Schweißgebadet und alles
klitschnass stieg Ich vorsichtig aus meinem Bett aus. Ich sah unterm
Bett nach ob da was war aber da war nichts mehr. Ich nahm meine Wäsche
wie die anderen und ging mit immer noch zitternden Knien zum Waschraum.
Seid diesem Tage kann Ich nicht mehr erdulden und sehen das etwas an
einer Türe hängt in einem abgedunkeltem Raum. Im Dunkeln entwickeln sich
Panikzustände die sich bis heute mit 48 Jahren noch so halten. Dabei war
Ich doch gar kein so genannter Bettnässer und wartete auch auf den
lieben Nikolaus mit seinen Sachen an jenem Tage!!!!!! Ich musste als
Bestrafung in diesen Schlafraum da Ich des Morgens Spring und
Turnübungen in meinem eigenen Bett absolviert hatte wobei selbiges
zusammen krachte!!!!! In der folgenden Nacht sollte Ich die Hölle
erleben!! Es gab noch andere so genannte
Erziehungsmethoden!!!! Essen und selbiges Erbrechen und unter Prügel mit
einem Holzhandfeger das Erbrochen zu essen ums wieder zu erbrechen z.b.!!!
Ich schwöre bei Gott und all meinen Kindern (immerhin 7 Stück) das mir
selbiges in Schloss Dilborn widerfahren ist!!!!! Noch heute bin Ich
nicht darüber weg was das für eine Erziehung sein sollte!!! Gott sei
Dank bleibt meinen Kindern solches erspart!! Ich wünsche Schloss Dilborn
uneingeschränkt zu betreten um das erlebte zu verarbeiten und die Orte
dieser Qualen Körperlich wie seelisch anders zu erfahren. Eine
Entschuldigung währe das mindeste. Geldforderungen sehe Ich wegen
Verjährung kaum.

Gesendet: Sonntag,
12. März 2006 13:19
Lieber Herr Beckers
Ich bin 1958 geboren. Im
Alter von 6 Jahren verlor ich meine Mutter durch einen Unfall (Sie wurde
von einem Besoffenen überfahren) und war gerade in die Schule gekommen.
Zunächst wurde ich ca. ein 3/4 Jahr in der Verwandtschaft
"herumgereicht". Später kam ich zurück zu meinem Vater (Alkoholiker,
Hilfsarbeiter, Krank= Asthma, Gestorben als ich 15 Jahre alt war. Das
Jugendamt holte mich im Alter von 7 Jahren von meinem Vater mit Gewalt -
zum Teil i.O. - im August 1965 weg und brachte mich in dass
Nonnengeführte Kinderheim in Rheine. In diesem Heim war ich bis 1973. Es
wurde geschlossen, weil die unten weiter folgenden Missetaten aufgedeckt
wurden. U.a. die Bürger der Stadt Rheine rüttelten hier wach. Meine
Erlebnisse dort. Ich war Bettnässer und litt sehr unter dem Tod meiner
Mutter und die Trennung von meinem Vater und auch meiner Geschwister (3
Schwestern und 2 Brüder) die in der Verwandtschaft lebten. Mein jüngerer
Bruder kam 1 Jahr später in ein Heim. Zwar in Rheine, jedoch in ein ev.
Heim (nicht zu mir, da die Nonnen dies nicht wollten). Zunächst musste
ich dort die erste Klasse wiederholen. Ich war in einer Schule am Rande
von Rheine ca. 3 - 4Km entfernt. Ich lief jeden Morgen (meistens alleine
dorthin) Ich wurde häufig gehänselt, da ich Einzelgänger war. In der
Schule wurde ich bis in die 4. Klasse ebenfalls von meinem Klassenlehrer
und einer Musiklehrerin verprügelt. Aufgrund meiner Schläfrigkeit haben
diese Lehrer mich mit einem Rohrstock auf die Finger gestraft. Sie
hielten regelmäßigen Kontakt zu der Oberin. Ich war in während meines
gesamten 8-jährigen Aufenthaltes sehr übernächtigt. Ich konnte oft nicht
schlafen. Dies waren Ängste vor Schläge. Anzahl der Schläge jeden Tag.
Schläge zwischen 3 Rohrstockschläge bis zu manchmal 20 Schlägen.
Entweder auf die Finger oder aber Hose runter und auf den Hintern. Die
Art der Schläge oder auch Bestrafungen. Gründe für die Schläge, die für
mich als Kind nicht erkennbar waren. Wie gesagt, ich war Bettnässer
(Wahrscheinlich aufgrund meiner Geschichte seit dem Tod meiner Mutter).
Allerdings auch schon früher. Meine Mutter hatte mich auch viel
verprügelt. Die Schlafräume waren in den beiden obersten Stockwerken.
Die Räume waren mit Holzfußböden ausgestattet. also die Gründe: - wir
mussten von Beginn des Heimaufenthaltes an um 19.00 Uhr ins Bett. (ca.
15 Kinder in einem Zimmer. - Toilette wurde vorher noch einmal
aufgesucht. - Um 20.00 Uhr sollten alle eingeschlafen sein. Wenn nicht
gab es Schläge. Ich tat später so. Wenn ich oder andere die Hände nicht
über der Bettdecke hatte, gab es Schläge - auch wegen
Selbstbefriedigungsgefahr - . Wenn ich Harndrang hatte, verspürte ich
aber manchmal das Gefühl mein Penis festhalten zu müssen. - ich hatte
allerdings ca. jede Stunde den Harndrang. - ich versuchte dann leise auf
Zehenspitzen auf die Toilette zu gehen. Ich wurde fast immer erwischt.
Ich bekam dann Schläge mit dem Rohrstock. - Wenn ich in´s Bett gemacht
hatte, musste ich zur Oberin in Ihr Büro und musste mich nackt auf einen
Hocker mit dem Hintern nach oben legen. Dann bekam ich zwischen 10 und
20 Rohrstockschlägen. - Ich hatte zwar eine Schüssel unter dem Bett,
hatte jedoch das Bettnässen fast immer im Traum (Trance) gemacht. - Aus
meinem Unterbewusstsein hatte ich sogar tagsüber in die Hose gemacht. Es
war als wäre ich in Trance. Hier war es dann so, dass ich vor der
gesamten Belegschaft und den Kindern einen Spießroutenlauf machen
musste. Die Kinder und die Belegschaft stellten sich gegenüber in einer
Reihe auf. Manchmal bis zu 20 Personen auf jeder Seite. Wenn ein Kind
dann bei diesem Routenlauf nicht geschlagen hatte, war dies Kind als
nächste an der Reihe. Es wurde erst weniger als ich mit ca. 10 Jahren in
ärztliche Behandlung kam. Dieser Arzt hatte sich über die vielen Wunden
gewundert. Ich glaube sogar, dass dieser Arzt es war, der den Stein ins
Rollen gebracht hatte. Er verschrieb mir, soweit ich mich erinnerte,
zunächst Kalktabletten. Es dauerte noch ca. 1/2 Jahr, bis ich nicht mehr
ins Bett gemacht habe. Meine Erinnerung kommt erst jetzt so richtig
wieder. Allerdings kenne ich nicht mehr jede Begebenheit. Ich würde mich
gerne wieder und sei es mit Hypnose an diese Zeit erinnern, um dieses zu
verarbeiten. Ich habe dies lange Jahre verdrängt. Erst jetzt, nach dem
Scheitern meiner zweiten Ehe vo ca. 6 Jahren (2 Kinder 13, 10 Jahre)
mache ich mir Gedanken darüber. Ich leide sehr unter dem "Verlust meiner
Kinder". Mir wird jetzt bewusst, warum. Ich habe Depressionen und habe
ohne Erfolg mehrere offensichtlich keine gezielten Therapien hinter mir.
Körperlich ist es so, dass ich zu jeder Zeit (wahrscheinlich unbewusst
in Erinnerung zu dieser Zeit) immer wieder zu jeder Stunde den Harndrang
verspüre. Dieses ist ebenfalls störend in Ausübung irgendeines Berufes.
Die Ängste weiten sich aus. Mittlerweile bin ich Mittellos ohne Arbeit.
Ich gib mir zwar Mühe in Arbeit zu kommen. Ich kann auch was, allerdings
nirgendwo gezielt genug. Aufgrund meiner Bildung, werde ich allerdings
immer wieder abgelehnt. (Betriebswirt ohne langjährige Berufserfahrung).
Aufgrund dieser mittlerweile von mir erkennende "Krankheits"-Geschichte
könnte mir vielleicht mehr geholfen werden. Vielleicht könnte man
hierüber ja mal ein Schwarz - Weis - Film machen. Ich kenne noch einige
aus dieser Zeit. Eine Familientherapeutin fragte mich mal, ob ich
vielleicht ein Frauenproblem hätte.

Leserbrief
Endlich wird das Schicksal der Heimkinder in der Nachkriegszeit zum
Thema. Kirchliche und staatliche Einrichtungen haben in einer unheiligen
Allianz die Schwarze Pädagogik der Nazis fortgeführt. Immer noch stehen
die Heimkinder in der Opferhierarchie ganz unten.
Das Buch von Herrn Wensierski ist hoffentlich geeignet, das Schicksal
der Heimkinder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und dadurch
die Verantwortlichen zu bewegen. Von Wiedergutmachung kann zwar keine
Rede sein, denn der Verlust von Kindheit und Jugend ist nicht wieder gut
zu machen. Aber drei Dinge sollten möglich sein:
1. Anerkennung der Verantwortung und Bitte um Vergebung
Verantwortlich sind hier neben einigen noch lebenden Personen vor allem
Institutionen und ihre Rechtsnachfolger:
An erster Stelle sind die Kirchen und die mit ihnen verbundenen
Einrichtungen zu nennen, und dann die staatlichen Auftraggeber. Not tut
ein neues „Stuttgarter Schuldbekenntnis”, in dem beide Kirchen die
inhaltliche Verantwortung für ihre Einrichtungen in Diakonie und Caritas
bzw. ihrer Orden übernehmen und die damals Misshandelten und
Ausgebeuteten im Vergebung bitten.
2. Inhaltliche Aufarbeitung
Theologie und Kirchen schulden der Öffentlichkeit Rechenschaft, wie es
angesichts der menschen- und speziell kinderfreundlichen Botschaft Jesu
zu dieser Orgie von Verletzungen der Menschenrechte kommen konnte.
Auch die staatlichen Instanzen sind aufgerufen, sich an dieser
Rückbesinnung zu beteiligen: Wie konnten aufsichtführende Ämter
dermassen versagen? Und: Wie steht es heute mit der Aufsicht?
Jugendämter haben keine Fachaufsicht und es gibt immer wieder
Einzelfälle, in denen Landräte und Jugendamtsleiter versuchen, amtliches
Versagen zu bemänteln und inkompetente Mitarbeiter zu decken.
3. Finanzielle Linderung der Folgen
„Arbeitstherapie” gehörte damals zu den Standardmassnahmen. So darf mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden,
dass Kinder und Jugendliche zumindest ab dem 14. Lebensjahr in den
Kinderheimen zur Arbeit eingesetzt wurden. Es ist also ausreichend, wenn
durch Akten oder Zeugen belegt wird, dass jemand im jugendlichen Alter
im Heim gewesen ist und wie lange. Diese Zeit ist bei der
Rentenzumessung zu berücksichtigen. Eine solche Denkfigur entspricht
fiskalischen Pauschalannahmen zur „Lebenswirklichkeit”, gegen die in der
Regel kein Widerspruch einzelner Steuerpflichtiger zugelassen wird. Hier
muss man den Staat in die Pflicht nehmen.
Da auf die Rentenkassen damit wieder einmal „politische” Kosten
zukommen, wäre eine finanzielle Beteiligung der Einrichtungen
angemessen, die von der Arbeitskraft der Kinder profitiert haben.
Eine kirchliche Bitte um Vergebung würde um so glaubhafter, wenn die
Kirchen zusammen mit den staatlichen Instanzen einen Opferfonds
finanzierten, aus dem dann die erforderlichen Psychotherapien bezahlt
werden können, die den traumatisierten Heimkindern helfen, mit ihrer
Vergangenheit fertig zu werden.
Dierk Schäfer
Diplom-Psychologe & Diplom-Theologe
Akademieweg 11
73087 Bad Boll
Fone: (0 71 64) 79-209
Fax: (0 71 64) 79 5 209
Fone (privat): (0 71 64) 1 20 56