Es ist eine schmerzvolle Beichte, die Felix Mitterer in
seinem hochaktuellen Stück entwirft. Es erzählt die Geschichte des
verwaisten Chorknaben Martin, der von einem Priester missbraucht wird
und als Erwachsener dasselbe mit seinem Sohn tut. Entschlossen, sich und
das Kind zu töten, um ihm ein Schicksal wie sein eigenes zu ersparen,
begibt er sich in die Kirche, in der sein ehemaliger Beschützer und
Peiniger Pater Eberhard die Beichte abnimmt. Es kommt zu einer
aufwühlenden Auseinandersetzung des Opfers mit dem Täter.
Für Beichte bitte läuten
Felix
Mitterer greift in seinem bestürzenden Stück das Thema des sexuellen
Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch ihre klerikalen
Erziehungsberechtigten auf. Ohne einseitig zu verurteilen oder einem
billigen Opfermythos zu huldigen, zeigt er die psychologischen und
sozialen Hintergründe und die möglichen Folgen derartiger Verletzungen
auf.
Das Severins-Burg-Theater hat „Die Beichte“ kurzfristig ins Programm
genommen und reagiert damit auf die aktuellen Missbrauchs-Skandale in
kirchlichen Einrichtungen. Inszenierung von Marcel Höfs.
Heimkinder, die dieser Vorstellung besucht haben,
konnten ihre tränen nicht verbergen. Die anschließende
Publikums-Diskussion mit Kirche und Kinderschutzbund hat bezeigt, dass
bei diesen Leuten, das Ausmaß der Verbrechen gegen Kinder, nicht
angekommen ist.
Spieltermine: Do 17.06.2010 Premiere
Fr 18.06.2010 (mit anschließender Publikums-Diskussion mit Experten, den
Schauspielern und dem Regisseur)
So 20.06.2010 Do 24.06.2010
Fr 25.06.2010 Sa 26.06.2010
So 27.06.2010 Mi 30.06.2010
Do 8.07.2010 Fr 9.07.2010
(immer um 20:00 Uhr, Eintritt: 16,- Euro)
Warum der Staat die Gehälter der Kirche zahlt und auch
noch die Kirchensteuer eintreibt! Video:
http://www.spiegel.de/video/video-1069290.html
Da darf man sich schon Mal in perverser Lust an den Heimkindern
vergreifen.
LVR ist einen Kritiker los
28.04.2020
Bernd
Seiffert ist um 00:50 in Mönchengladbach mit seinem Tourenrad von einem
Kleintransporter angefahren worden und ist an den Pollern die die Staat
Mönchengladbach aufgestellt hat, damit bei Fußballspielen niemand dort
parkt, Stunden später nach einer Not-Op verstorben. Diese Hartplastikpoller
haben nun dem 26-Jährigen das Leben gekostet. Der Fahrer hat
Unfallflucht begangen. Ganz Deutschland sucht ihn, wieZDF und RTL am
30.04.2010 berichteten. Bernd Seiffert war engagiert im Landesverband Psychiatrie-Erfahrener NRW e. V. Seine Arbeit über "Die Verbrechen der
Psychiatrie" ist im Netz zu finden. Er hat auch an der neuen
Patientenverfügung (PatVerfü)
mitgewirkt, wie der Heimkinderverband berichtet.
Bernd Seiffert hat
sich auch für die Nachkriegsheimkinder eingesetzt und hat an einem Film
über die Verbrechen in der Psychiatrie mitgewirkt. Mögen die
Verantwortlichen dafür bestraft werden und die Stadt überlegen was sie
mit den Hartplastikpollern anrichtet. Es könnte auch Ihr Nachwuchs daran
verrecken. Bernd wohnte in dem Mietshaus der
stadtbekannten Aachenerin
Hermine-Schneider, arbeitete bei Siemens als Informatiker und
sparte für eine Eigentumswohnung.
Achtung: Die Mordpylonen von Mönchengladbach.
Morgen könnte es Ihr Kind sein!
Der Polizeisprecher: "Hinweise aus der Bevölkerung haben
ganz entscheidend dazu beigetragen, dass der Mann festgenommen werden
konnte." Danke ZDF.
Sein Vater berichtet
hier klicken... 09.05.2010 Zwei Polizeibeamte mit einem Heinsberger Kennzeichen
klingeln am Sonntag um 12:45 bei Familie Beckers um herauszufinden
welches Ziel Bernd Seiffert aus Aachen in dieser Nacht hatte. Da wir
nicht das Ziel hier in Mönchengladbach waren wird dies wohl nicht
ermittelt werden können. Die Ermittlungsbehörden sollen einfach zur
Kenntnis nehmen das Bernd gerne Radtouren unternahm, auch Nachts.
Das gibt aber andern kriminellen Subjekte nicht das Recht, Menschen zu
töten. Und wann klärt eine Sonderermittlung den Todesfall Raymund
Beckers. Diese Täter laufen alle noch Frei rum.
21.03.2010 ARD 17:30 Gott und die Welt: Das vergisst man
nie!
Kindheit im Heim: Wolfgang Rosenkötter berichtet
hier klicken...
Film von Alexia Späth und Christian Dröse
09.03.2010 Frage an Kardinal Schönborn (Wien) wegen misshandelte
Kinder in österreichischen Heimen
Link:
Menschliche Abgründe
SWR Freitag, 5. März 2010
22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Menschliche Abgründe
Heinz-Jürgen Overfeld verlor einen Teil
seiner Kindheit: In verschiedenen katholischen Heimen wurde er jahrelang
sexuell missbraucht - sowohl von Patern als auch von Nonnen, wie er
behauptet. Die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfälle am Berliner
Canisius-Kolleg überraschen ihn deshalb nicht: "Ich bin froh, dass es
nun ans Tageslicht kommt, auch wenn das nur die Spitze des Eisberges
ist."
23.02.2010 "Die Opfer wollen Taten sehen"
Von Peter Wensierski
Verletzen, beten, schweigen: Der Missbrauchsskandal in der
katholischen Kirche hat auch in Irland für Empörung und Entsetzen
gesorgt. Jetzt erhebt die Sängerin Sinéad O' Connor schwere Vorwürfe
gegen die kriminellen Geistlichen und ihre vielen Helfer.
Die irische Sängerin Sinéad O'Connor appelliert an Deutschland:
Man dürfe nicht der Kirche die Aufklärung dieser Missbrauchsfälle
überlassen.
Kinderheime in
Diskussion
Diskussion mit Prof. Kappeler über die aktuellen sexuellen Übergriffe
durch die Kirche und über die Situation der Kinderheime in Deutschland
hier klicken
Teil 1 und hier klicken
Teil 2
Link:
Etwas Schreckliches ist passiert
13.02.2010 „In der Diözese Dublin ist etwas
Schreckliches passiert, mindestens 2000 Kinder wurden missbraucht. Da reicht
es nicht aus zu sagen: Das System hat versagt.“
Fazit der staatlichen Kommission: Den Bischöfen sei es zwischen 1975 und
2004 „vorrangig um die Reputation der Kirche” gegangen, heißt es in dem mehr
als 700 Seiten langen Dokument; das Wohl der betroffenen Kinder habe „keine
Rolle” gespielt.
Land Bremen
Zur Aufarbeitung der Heimerziehung im Land Bremen werden
ehemalige Heimkinder über ihre Erfahrungen in den 50er und 60er Jahren
sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen und Behörden um
Mithilfe gebeten.
Hotline (0421/361-14448)
oder per Email
hotline-heimkinder@afsd.bremen.de
Berichte werden auf Wunsch vertraulich behandelt.
Kinderheime in
Diskussion
20.01.2010 Monika Tschapeck-Güntner vom VeHe.V. im gesräch mit
Peter Henselder Teil 1 der Sendung vom 19.1.2010
hier klicken...
Teil 2 der Sendung vom 19.1.2010
hier klicken...
12.01.2010 In Berlin startet bei den
Top-Medien-Berlin eine 14teilige
Fernsehsendung "Kinderheime in Diskussion" mit Peter Henselder Teil 1
Hier klicken... Teil 2
Hier klicken...kommt Prof. Dr. Manfred Kappeler
ausführlich zu Wort
Bei Top-Medien-Berlin gibt es eine spezielle Rubik Kinder@Heimzu würdigen.
Hoffentlich werden diese Kinderzerstörungsanstalten bald alle
geschlossen.
Hospitalismus durch
Säuglingsheime
Dipl.-Kfm. Dipl.-Soz. Dr. Carlo Burschel hat eine Internetseite über
Säuglingsheime der Nachkriegszeit erarbeitet. Ein gelungenes Werk.
Alle die für dieses Leid verantwortlich sind müssen bestraft werden.
Anschrift:
Dr. Carlo Burschel Am Brandacker 28 58453 Witten, Telefon: 0049 (0) 173
271 5004
http://www.saeuglingsheim-archiv.de
drburschel@saeuglingsheim-archiv.de
Hier ein furchtbares Beispiel einer Caritaseinrichtung in Schloss Allner bei Hennef/Sieg http://allner.blogspot.com/
Kirchen Hotline für
Heimkinder
Ab Mittwoch den 13.01.2010 ist die bundesweite Hotline der Kirche
für Heimkinder unter der Tel. 0180 4100 400 zu erreichen: Montag,
Mittwoch und Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr. Ein Anruf aus dem
deutschen Festnetz kostet 20 Cent.
http://www.heimkinder-hotline.deist die Internetseite
der Kirchenhotline
Die Adresse lautet: Alte Freiheit 1, 42103 Wuppertal. Ein Email Adresse
gibt es noch nicht. Es gibt aber eine Mailanfrage per Internet, wenn man
sich registriert.
Die Hotline wird von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung Erzbistum
Köln betrieben, sagt der Kölner Diözesanbeauftragte Hans-Peter Schmidt
Ein Grund für diese Hotline könnte der 97 seitenlange
Bericht der öffentlichen Anhörung im Hessischen Landtag vom 29.10.2009
sein.
Hier klicken...
Am 20.01.2010 hat die Kirchen-Hotline beim Herrn Beckers
angerufen. Obwohl sie in Vorfeld lange Mails erhalten haben, mit allen
Fakten, war die Ansprechperson nicht vorbereitet und wollte nur ein
Kaffeekränzchen abhalten. Helfen wollen Sie Herrn Beckers nicht, damit
der Todesfall im Kinderdorf Dalheim Rödgen endlich mal geklärt wird.
Darum müsse sich Herr Beckers selber kümmern. Kann er aber nicht, weil
da die Caritas herrscht und die Opfer der Heimerziehung mit
Strafanträgen bei der Staatsanwaltschaft verfolgt.
Wir können jeden nur empfehlen da nicht anzurufen.
Erstens geht da ein Anrufbeantworter dran, der zu den Geschäftszeiten
den Text abspielt „Bitte rufen Sie zu den Geschäftszeiten an“, kostet
jedes Mal 20 Cent. Das Emailportal funktioniert nicht richtig, die
Telefonanlage genau so wenig. Einfach nur Peinlich. Über das Personal
ist besser zu schweigen.
Katholische Kirche
in Irland am Pranger
30.11.2009 Staat und katholische Kirche in Irland
haben jahrzehntelang den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Priester
geduldet und vertuscht. Zu diesem vernichtenden Fazit kommt der nun
veröffentlichte Regierungsbericht, der 320 Fällen in der Erzdiözese
Dublin zwischen 1975 und 2004 auf den Grund ging. Den verantwortlichen
Erzbischöfen sei es „vorrangig um die Vermeidung von Skandalen und die
Reputation der Kirche“ gegangen; das Wohl der betroffenen Kinder habe
lange Zeit „keine Rolle“ gespielt, heißt es in dem mehr als 700 Seiten
starken Dokument. Justizminister Dermot Ahern zeigte sich „angewidert
und zornig“ über den Bericht: „Dies ist eine Republik.
Keine Institution, auch nicht die Kirche, steht außerhalb des Gesetzes.“
Die Regierung sowie Erzbischof Martin entschuldigten sich
uneingeschränkt bei den Opfern. Deren Interessengruppen forderten eine
lückenlose Aufklärung sowie Entschädigung. Die Märkische Allgemeine berichtet:
hier klicken...
Waisen des Empires
16.11.2009 Der australische Premierminister Kevin
Rudd
entschuldigt sich bei den ehemaligen Heimkindern in Australien.
Diese Kinder wurden von 1947 bis ende der 60ziger Jahre aus Familien
gerissen und in fremde Länder deportiert. Vielen wurde in den Heimen
gesagt, ihre Eltern tot seien. Geschwister wurden oft getrennt.
Misshandlungen, Demütigungen, Zwangsarbeit und sexueller Missbrauch
warenan der Tagesordnung. Viele leiden noch heute an der
Entwurzelung und Qualen. Das Ziel war eigentlich die Kolonisierung
"weißer", die sich wie bei den "Lebensborn" als Fehler erwiesen hat.
Die Universität von Melbourne hat sich bei den ehemaligen Heimkindern
entschuldigt wegen der medizinischen Versuche mit Impfstoffen. Auch die
katholischen Bischöfe haben sich für die einstigen Misshandlungen
entschuldigt. Eine Untersuchung zeigt, dass viele der Heimkinder später dem Alkohol
und Drogen erlagen und die Selbstmordrate sehr hoch sei. Manche sind
heute noch in Gefängnissen oder Psychiatrien eingesperrt.
Kino: Heimkinder-Drama "Oranges and
Sunshine" Auf wahren Schicksalen basiert das britisch-australische
Drama "Oranges and Sunshine", das von dem britischen TV-Regisseur Jim
Loach (Serie "Holby City") in seinem Kinodebüt inszeniert wird. Der Film
erzählt die Geschichte von englischen Kindern, die in Heimen lebten und
von dort nach Australien verschickt wurden, wo sie entweder in
Waisenhäusern landeten oder als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden.
Tausende von Kindern erlitten dieses Schicksal noch bis in die sechziger
Jahre hinein, wie die britische Sozialarbeiterin Margaret Humphreys
herausfand. Das Drama basiert auf ihrem Buch "Empty Cradles", das von
Rona Munro ("Aimée & Jaguar") adaptiert wurde. Als Darsteller sind Emily
Watson ("Zurück im Sommer"), David Wenham ("Die Päpstin") und Hugo
Weaving ("The Tender Hook") an Bord.
Gemeinsame
Erklärung
der Evangelisch-lutherischen
Landeskirche Hannovers und des Diakonischen Werkes der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in
Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren.
Mit Trauer stellen wir fest,
dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er
Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.
Uns beschämt,
dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher
Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere
sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft massiver
psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell
fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist.
Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft
nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden. Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne
Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam
miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und
Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.
Uns beschämt,
dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen
und weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten
Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig
beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich
damals pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre
verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör
gefunden haben. Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen dafür ein,
dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet
werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über
die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um weitere
Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.
Uns beschämt,
dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre
verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert waren, ihre
Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die
personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden,
die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und dies auch erreicht
haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter
Schuldgefühlen leiden. Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein,
dass unsere Mitarbeitenden qualifiziert ausgebildet sind und ständig
entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen
die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente
Supervision und ein ständiges Beratungsangebot. Grundvoraussetzung
ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den
berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.
Uns beschämt,
dass die Heime der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert
waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und
Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre
tägliche Versorgung oft hart arbeiten. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in
Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten
und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die Solidargemeinschaft
gedeckt sind.
Uns beschämt,
dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig
war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das
Miteinander von Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist
unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde. Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass
die Lebenssituation der Betroffenen und die Arbeitssituation der
Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch
eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden. Wir,
die kirchlichen und diakonischen Einrichtungen wissen heute, dass bei
der Erziehung und Förderung vieler Kinder und Jugendlicher, die uns in
den Erziehungseinrichtungen anvertraut waren, vielfach versagt wurde.
Wir bitten bei den betroffenen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnen
um Entschuldigung und Vergebung. Wir haben aus der Vergangenheit
gelernt. Deshalb setzen wir uns in unseren Einrichtungen konsequent
für eine Pädagogik ein, die erfahrbar von der bedingungslosen Annahme
jedes Menschen durch die Liebe Christi geprägt ist.
Für die Evangelisch-lutherische
Für das Diakonische Werk
Landeskirche Hannovers der
Evangelisch-lutherischen
Landeskirche Hannovers e.V.
Dr. Margot Käßmann Dr. Christoph
Künkel
Landesbischöfin Direktor
Hannover, 7. Oktober 2009
Schweres Unrecht ist
passiert
07.10.2009 Zwei Künstler erringen mit dieser
Puppeninstallation am Kreuz an die gequälten Heimkinder der 1950er- und
60er-Jahren. Die Kirche bittet misshandelte Heimkinder derlei um
Vergebung. VeHeV
Vereins-Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner nahm die Entschuldigung an
und meint "Jetzt müssen Taten folgen."
Nur die Caritas hält sich in Schweigen und verfolgt die Opfer
mit teuren Anwälten.
Hier klicken...
08.10.2009 Ehemalige Heimkinder
fordern Milliarden-Entschädigung Hier klicken...
Die arbeitsunfähige Brigitte Diederich wurde im Kinderheim misshandelt.
Sie berichtet über das
Caritas
Mädchenheim Ilbenstadtwelches 1976 geschlossen wurde.
Der hessische Landtag will das "Unrechtsschicksal von Heimkindern in
den 50er und 60er Jahren aufarbeiten".
In Hessen soll am 29.10.2009 eine öffentliche Anhörung des
Landtages zum Thema stattfinden.
Der Landtag sucht ehemalige Heimkinder als Betroffene, aber auch
Mitarbeiter von ehemaligen Heimträgern in Hessen.
Wer über sein Schicksal als Heimkind in den 50er und 60er Jahren in
hessischen Erziehungsheimen berichten möchte, kann sich melden. Kontakte
sind unter Telefon 0611/350334 und 350335 möglich oder per E-Mail an
j.schlaf@ltg.hessen.de
oder a.wiekhorst@ltg.hessen.de
Für Heinz-Peter Junge
†
17.06.2008 ist dieser Aufruf leider viel zu
spät.
Wann will sich NRW dem Thema annehmen?
Staatsanwaltschaft München ermittelt
Die Staatsanwaltschaft München II ersucht Opfer (ehem. Mädchen) aus
dem Caritas Mädchenheim in Gauting bei München, bzw. betroffene
Eltern dort platzierter Kinder, sich zu melden, wenn sie über allenfalls
strafrechtlich relevante Tatbestände Aussagen machen können.
Aufgrund einer Sachverhaltsmitteilung an die Staatsanwaltschaft
München von September 2008, ermittelt nun die Kriminalpolizeiinspektion
Fürstenfeldbruck gegen Heimleitung und das dortige Personal.
Kinder und Eltern können sich direkt an die folgenden Stellen wenden,
oder vorzugsweise mit
Stephan Pfeifhofer über das Kontaktformular dieser Homepage in
Kontakt treten:
Allein in Niedersachsen wurden zwischen 1945 und 1972 mehrere
zehntausend Mädchen und Jungen gedemütigt, missbraucht und zu
schwerster, körperlicher Arbeit gezwungen.
Und das vor allem in kirchlichen Heimen wie in Freistatt im Kreis
Diepholz.
Bis heute leiden die Opfer unter den Folgen der Gewalt.
Sie fordern die Politik auf, endlich die traumatischen Ereignisse
aufzuarbeiten.
ZDF
berichtet am 10.06.2009 über die Misshandlungen in Irland.
Sie erreichen die Infostelle unter folgender
Telefonnummer
Tel: 030 27576777
Sprechzeiten
Dienstag und Freitag von 09.00 bis 12.00
Mittwoch von 14.00 bis 17.00
Ex-DDR-Heimkinder
Frühere DDR-Heimkinder können auf Entschädigungen für
ihre Zeit in den Heimen hoffen. Das «Strafrechtliche
Rehabilitierungsgesetz» zum Ausgleich von DDR- Unrecht befasse sich
nicht nur mit Freiheitsentzug aufgrund von Straftaten und politischer
Verfolgung, befand das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nach einer
Mitteilung von Donnerstag. Es gab damit der Klage eines Ex-Heimkindes
statt und hob eine Entscheidung des Naumburger Oberlandesgerichts auf.
Der Beschwerdeführer war seit den 1960er Jahren in mehreren Heimen
gewesen. (2 BvR 718/08)
Daher gaben die Karlsruher Richter dem Oberlandesgericht
Naumburg auf, zu prüfen, ob die Aufenthalte in Heimen und
Jugendwerkhöfen tatsächlich "mit wesentlichen Grundsätzen einer
freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung" vereinbar waren.
Da fragen wir in der BRD, ob unsere Einweisungen in die Heimen Rechtes
war?
Es gab Verletzungen unserer Menschenwürde nach Art. 1 GG sowie unser
Persönlichkeitsrechts nach Art. 2 GG und des Gleichheitsgrundsatzes nach
Art. 3 GG im Hinblick auf die uns widerfahrenen Behandlungen in den
verschiedenen Heimen.
„Mit dem Beschluss stehen die
Heimkinder Ost jetzt besser da als die Heimkinder West“, sagt Gerrit
Wilmans, Rechtsanwalt vom Verein ehemaliger Heimkinder (VEH).
19.08.2009 Vorbereitungen für Rehabilitierung von
DDR-Heimkindern
Dresden: Die Staatsregierung hat begonnen, erste Vorbereitungen für die
Rehabilitierung ehemaliger DDR-Heimkinder zu treffen. Zuständig dafür
seien die bei den Landgerichten Chemnitz, Leipzig und Dresden
eingerichteten Rehabilitierungskammern, so das Justizministerium in
Dresden.
Betroffene können bis zum 31. Dezember 2011 Anträge auf
Rehabilitierung und Entschädigung einreichen. Zuständig sei das Gericht
am Ort, wo die Heimunterbringung angeordnet worden war.
Wann ein gesetzlicher Rahmen für Entschädigungen geschaffen wird, ist
noch offen. Bei der möglichen Entschädigung gelten laut Ministerium aber
voraussichtlich ähnliche Regeln wie bei der SED-Opferrente. Sie beträgt
bis zu 250 Euro pro Monat.
Heimkinder fordern 25
Milliarden Euro
03.06.2009 Von Marion Mück-Raab, Mainz
...Das Ende der Gespräche am Runden Tisch
sieht Wilmans deswegen allerdings noch nicht gekommen: „Den Weg zurück
zu seriösen Verhandlungen gibt es immer.“ Sollte es dazu aber nicht
kommen, sieht Wilmans nur noch die Alternative, mit Sammelklagen in den
USA Entschädigungen für die Heimkinder einzuklagen.
In den Mädchenschulen,
hauptsächlich in der Regie der Sisters of Mercy, wurden die Kinder vor
allem psychisch gequält. Aber auch hier kam es regelmäßig zu ...
DUBLIN: Irlands Präsidentin Mary
McAleese hat den Opfern des jahrzehntelangen Missbrauchs von Kindern in
Einrichtungen der katholischen Kirche ihr Mitgefühl ...
Dublin (AFP) — Ein tausende
Seiten starker Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in
Einrichtungen der katholischen Kirche erschüttert Irland. ...
Tausende irische Kinder wurden
in Heimen der katholischen Kirche missbraucht. Stiller Komplize war die
Regierung, die das System früher finanzierte VON RALF ...
Dublin (dpa) - Im Skandal um
Missbrauch und Misshandlung tausender Kinder in kirchlichen
Einrichtungen hat sich das Oberhaupt der Katholiken in Irland ...
Rund 2.500 Kinder sollen in
kirchlichen Einrichtungen in Irland zwischen den 1930er und 1980er
Jahren sexuell missbraucht und körperlich misshandelt worden ...
DUBLIN: Gegen die katholische
Kirche in Irland sind in einem Ermittlungsbericht schwere
Missbrauchs-Vorwürfe erhoben worden: Tausende Kinder sind demnach in
...
Irland arbeitet einen
Missbrauchsskandal ungeheuren Ausmaßes auf: In katholischen Heimen und
Schulen wurden jahrzehntelang Tausende Minderjährige gequält. ...
Dublin (AFP) — In Einrichtungen
der katholischen Kirche in Irland sind Prügel und sexueller Missbrauch
von Jungen einer Studie zufolge über Jahrzehnte an ...
Gegen die katholische Kirche in
Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe
erhoben: Tausende Kinder sind dem Bericht zufolge in ...
London. Die Kinder durchlebten
die Hölle unter dem Dach der Kirche. Wo Priester, Nonnen und Mönche im
Namen Jesu ihre kleinen hilflosen Schützlinge erziehen ...
Kardinal Sean Brady, der irische
Primas, ist erschüttert angesichts der gegen die Kirche erhobenen
Missbrauchsvorwürfe. Der detaillierte Bericht einer ...
Unter Obhut der katholischen
Kirche sind Kinder in Irland über Jahrzehnte misshandelt und auch
sexuell missbraucht worden. Das zeigt der Bericht einer ...
Dublin (dts) - Die irische
Regierung hat in einem heute veröffentlichten Untersuchungsbericht
schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche in Irland ...
Gegen die katholische Kirche in
Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe
erhoben: Tausende Kinder sind demnach in kirchlichen ...
Über Jahrzehnte haben Priester,
Nonnen und Mönche tausendfach Kinder in katholischen Einrichtungen
Irlands erniedrigt und missbraucht. ...
Diakonie
entschuldigt sich!
15.05.2009 Hannover. Das Diakonische Werk hat sich für die
Misshandlung von Heimkindern in den 50er bis 70er Jahren entschuldigt.
Präsident Klaus-Dieter Kottnik sagte am 14 05.2009 in Hannover:
„Ich bedauere zutiefst, was damals im Namen der Diakonie geschehen ist”,
„Ich habe mir bis vor zwei Jahren nicht vorstellen können, dass wir so
etwas in unserer Geschichte der Diakonie mitschleppen”, „Ich will, dass
es für die Betroffenen in irgendeiner Form eine Wiedergutmachung gibt”
Herr Kottnik widerruft seine Aussage, dass es sich um
Einzelschicksale handelte.
Sie werden geschlagen, gedemütigt, missbraucht und müssen hart
arbeiten: Heimkinder in den 50er und 60er Jahren der Bundesrepublik. Sie
kommen ins Heim, weil sie nicht den Vorstellungen ihrer Eltern nach
Ordnung, Moral und Angepasstsein entsprechen. Mal sind die Haare zu
lang, mal ist es das Rauchen, mal gelten sie als sexuell und sittlich
gefährdet. Es herrschen Erziehungsmethoden aus einer dunklen Epoche, aus
Kaiserreich und Nazizeit.
Chemiekeulen für Heimkinder
08.04.2009
Die BBC berichtet über Medikamentenmissbrauch mit gravierenden
Spätfolgen.
Vor 25 Jahren wurden Kinder in britischen Kinderheimen
mit hohen Dosen von Psychopharmaka ruhig gestellt. Die Kinder der
ehemaligen Heiminsassen haben fast alle Geburtsdefekte. Die heute
41-jährige Teresa Cooper kam als 14-Jährige in das Kinderheim Kendall
House in der Grafschaft Kent für 32 Monate. Hier musste sie über 1000
Mal Antidepressiva nehmen. Ihre drei Kinder haben nun Geburtsschäden,
wie Atmungsschwierigkeiten, Blindheit und Hasenscharte mit
Kieferentstellung.
Teresa Cooper machte sich auf die Suche nach ihren
damaligen Mitinsassen. Tatsächlich fanden Sie weitere Frauen, die
ebenfalls Kinder mit Missbildungen zur Welt brachten wie Gehirntumore,
Wasserköpfe oder Lernbehinderungen.
Kinderminister Tim Laughton forderte eine umfassende
Bestandsaufnahme und die Kirche will mit zur Aufklärung beitragen.
Das Leben als
Heimkind in den 50er-Jahren
Sendetermin: 02.04.2009 19:30 im WDR Lokalzeit
Aachen
Schon acht Tage nach der Geburt kommt Johann Beckers ins Heim. Seine
Mutter darf das uneheliche Kind nicht behalten. Das war 1956. Seine
Kindheit in verschiedenen Heimen in der Aachener Region empfindet er als
Tortur - ohne Liebe, dafür mit jeder Menge Schlägen. Eine Station seines
Lebens: das Hermann-Josef-Haus in Kall-Urft. Er kehrt noch einmal zurück
und trifft dort den jetzigen Heimleiter, der sagt, dass damals viel
falsch gemacht wurde.
Gesendet wurde der Beitrag am 06.04.2009 in der Lokalzeit Aachen.
Heimbewohner über
Jahre gequält und misshandelt
27.03.2009 Die beiden Bielefelder Historiker,
Prof. Hans-Walter Schmuhl und Dr. Ulrike Winkler erläuterten die
Gewaltakte unter denen die Heimkinder des
Johanna-Helenen-Heims
in Volmarstein zu leiden hatten.
Aus dem Google
Cash
Johanna-Helenen-Heim
Das Johanna-Helenen-Heim war
nicht nur das erste Haus auf dem Gelände der heutigen Evangelischen
Stiftung Volmarstein, sondern auch das erste westfälische Heim für
körperbehinderte Menschen in Westfalen. Es wurde am 2. August 1904
eingeweiht. Es wurde nach Johanna Arndt (Ehefrau des Gründers Pastor
Franz Arndt) und Helene Hartmann (Gattin des ersten Vorsitzenden, des
Hagener Landrates Paul Hartmann) benannt und ausschließlich aus Spenden
der Volmarsteiner und Hagener Bevölkerung errichtet.
Das Johanna-Helenen-Heim
wurde als Universalbau konzipiert. Klinische Behandlung, Schulausbildung
und Erziehung, die Werkstätten, Berufsausbildung und die
"Pfleglingsfürsorge" (so der damalige Sprachgebrauch) fanden hier ihren
Platz.
Seit Mai 1999 wird das
umgebaute und völlig renovierte Haus als Oberlinschule II, für den
Unterricht mehrfachbehinderter Kinder, genutzt.
Das Heim trug den Namen Volmarsteiner
„Krüppelanstalt” hier geht es
zur Postkarte
Titel der Veranstaltung: „Gewalt in der
Körperbehindertenhilfe. Das Johanna-Helenen-Heim in den 1950er/60er
Jahren”
Diese wissenschaftliche Aufarbeitung wird als Buch noch diese Jahr
publiziert werden.
Träger des Heimes war die Evangelische Stiftung Volmarstein,
Hartmannstr. 24, 58300 Wetter
Telefon: +49 02335 639 0 Telefax: +49 02335 639 119
E-Mail:
info@esv.de Internet:
www.esv.de
Wer soll das glauben?
Was ist mit dem Mädchenheim "Bethesda" in Boppard (180 Plätze)
Was war im Kinderheim Wolf/Mosel (200 Plätze) los?
Was ist im Heim "Kloster zum guten Hirten" in Koblenz-Lützel geschehen?
Die
Rhein-Zeitung sucht Zeitzeugen. Schicken Sie eine E-Mail an
Christian.Kunst@Rhein-Zeitung.net
oder rufen Sie uns an unter 0261/892-240.
10.03.2009 Ehemaliges
Heimkind Monika Stey(55) im Gespräch mit ADJC Nonnen Jeanette und Simone
aus Dernbach in Kerpen.
Der Kerpener Heimatverein vertreten
durch Susanne Harke-Schmidt hatte dazu eingeladen. Mit am Tisch saß die
63-jährige Erftstädterin Roswitha Brügger, die als 15-jähriges Mädchen
im Kinderheim gearbeitet hatte und sagte: „Ich kann mich noch gut an sie
erinnern, sie war damals acht Jahre alt.“ Das Mädchen sei „sehr unruhig,
wibbelig und immer auf Strom“ gewesen, „so dass sie nur bestraft wurde“.
Der Einsatz von Zwangsjacken sei im Heim an der Tagesordnung gewesen.
Auch die Schläge und die Bäder im eiskalten Wasser habe es gegeben. Die
Nonnen berichten, dass es im Archiv des Ordens lediglich eine
handgeschriebene Chronik des Kerpener Heimes gäbe. „Da steht aber nichts
über die einzelnen Kinder drin.“ Angeblich lebe keiner der damaligen
Nonnen mehr.
Monika Stey sei bei Ungehorsam mit dem Gummirohrstock auf den Rücken
geschlagen worden. Die angestellte Karin Abts habe gezielt Holzschuhe an
den Kopf von Monika Stey geworfen. Zur Strafe für das Bettnässen musste
das Kind dann unter dem Bett ohne Decke schlafen und hat am Folgetag
nichts zu trinken bekommen, um nicht wieder einzunässen.
Ein Vertreter des Freundeskreises
des Klosters Dernbach brachte die beiden Nonnen Simone und Jeanette zum
Zeitzeugengespräch mit und dieser sagte auch:
„Gut, dass wir mal drüber gesprochen
haben“, „Manche Dinge würde man gerne rückgängig machen können.“
Monika Stey machte den Hauptschulabschluss nach,
absolvierte erfolgreich zwei Ausbildungen und arbeitet heute als
selbstständige Fußpflegerin und Krankenpflegehelferin.
Wie das Opfer mit diesem Verbrechen klarkommt hat
niemanden Interessiert. Sie hat einen OEG Antrag gestellt.
Vom 02.03.2009 bis 05.03.2005 trafen sich 68 Bischöfe
aus ganz Deutschland in Hamburg zu einer Vollversammlung. Neben den
verschiedenen aktuellen Themen wurde auch über die Misshandlung
ehemaliger Heimkinder aus den 50ziger bis 70ziger Jahre gesprochen.
Viele gläubige Brüder und Schwestern haben wohl nicht im Sinne der
Bischöfe, Kinder in Kinderheimen gequält und gedemütigt. Wollen wir
betten, dass die Kirche sich aus diesem lukrativen Geschäft zurückzieht.
Bericht über Martinistift und Glückstadt
Kurt Friedrich war Arbeitserzieher und vorher bei der WaffenSS
Pädagogik-Professor Christian Schrapper von
der Universität Koblenz sagt:
"Wer hat an welcher Stelle auch mit bekannter Nazivergangenheit
wirken können und was hat das bedeutet das dort gewirkt hat, ob als
Erzieher oder als Heimleiter oder als Aufsichtsperson im Amt. In
wieweit ist es diesen Menschen gelungen auch ihre Auffassungen noch
wirksam werden zu lassen, die geprägt wurden in einer Zeit und mit
Menschenbilder die spätestens nach 49 mit dem Grundgesetz nicht mehr
als die tragenden Elemente auch einer Gesellschaft akzeptiert werden
konnte"
ARD und ZDF berichten am 17.02.2009 zu dem ersten Treffen in Berlin
Zi. 1001 im Deutschen Bundestag am "Runden Tisch"
36 Zeitungsberichte (siehe unten) und viele TV Sender
berichteten am 17.02.2009 über die Misshandlungen an
Schutzbefohlenen Heimkindern der 50ziger und 60ziger Jahre.
Die geraubte Jugend der Heimkinder
Derwesten.de,
Ein Runder Tisch in Berlin befasst sich mit dem Martyrium der
Heimkinder in den 50er- und 60er-Jahren. Auch Entschädigungen für
Betroffene sind im Gespräch. ...
Wiedergutmachung für eine verlorene Kindheit
Tagesspiegel, Ehemalige
Heimkinder haben einen runden Tisch gegründet - für Aufarbeitung und
Entschädigung. In den 50er und 60er Jahren wurden zahlreiche
Heimkinder...
"Das werden harte Verhandlungen" WELT
ONLINE,
Gerade haben drei ehemalige Heimkinder von ihren jahrelangen
Misshandlungen berichtet, die Diakonissen, Nonnen und Priester ihnen in
konfessionellen ...
Aufarbeitung der „Hölle“, Passauer
Neue Presse, In den 50ern und
60ern sollen Hunderttausende Heimkinder missbraucht worden ein.
Jetzt beschäftigt sich der Bundestag mit dem dunklen Kapitel kirchlicher
...
"Lachen und weinen verboten"
Derwesten.de, Sie
wurden geschlagen, getreten und bei Wasser und Brot eingesperrt - die
Berichte von Heimkindern sind oft erschreckend. Sie wurden
geschlagen, getreten ...
Neue OZ: Kommentar zu Bundestag Runder Tisch news
aktuell (Pressemitteilung), ...
lange Verdrängtes stößt noch einmal schmerzvoll ins Bewusstsein vor: Für
viele ehemalige Heimkinder, die in der Nachkriegszeit unter
entwürdigender ...
Zöglinge gequält: Kirchen bedauern
Wiener Zeitung,
Vertreter der Heimkinder verlangten von Kirche und Staat
jedenfalls eine Entschädigung für das Leid und die Arbeit, die sie
damals unter schlimmsten ...
1. Sitzung des Rundes Tisches „Heimerziehung"
hpd.de,
Heute haben sich die Vertreter der Bundesregierung, der Fachverbände,
der Träger und der ehemaligen Heimkinder zur 1. konstituierenden
Sitzung des ...
"Ich
bin hier nicht als Bittstellerin" 17. Febr. 2009 ... Eingesperrt, misshandelt,
gedemütigt: Mehr als eine halbe Million Kinder litten in Westdeutschland
in kirchlichen und staatlichen ...
Runder Tisch zu misshandelten Heimkindern in Deutschland Thüringer
Allgemeine, Berlin (AFP) - Zum
Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder in
Deutschland hat die Grünen-Politikerin Antje Vollmer auch ...
Kirchen bedauern tausendfaches Leid von Heimkindern Erste ...
PR-Inside.com (Pressemitteilung), Vertreter der
Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche erklärten am
Dienstag zum Auftakt des «Runden Tisches Heimkinder» ihr
Mitgefühl für ...
"Manche schluckten Stecknadeln für die Flucht" WELT
ONLINE, Die
erste Sitzung des "Runden Tisches Heimkinder" fand in Berlin
statt. Niemand müsse etwas sagen, betont die Grünen-Politikerin Antje
Vollmer und schaut ...
"Viele von uns sind gescheitert" taz.de,
Ein runder Tisch tagt zum ersten Mal zum Schicksal ehemaliger
Heimkinder. Die Betroffenen fordern finanzielle Entschädigungen für
ihr Leiden. ...
Stichwort: Runder Tisch Heimkinder
PR-Inside.com (Pressemitteilung),
Berlin (AP) Der «Runde Tisch Heimkinder» geht auf einen Beschluss
des Petitionsausschusses im Bundestag zurück. Dieser hatte im November
2008 entschieden, ...
Geraubte Jugend
Linie1-magazin,
Aber zum Auftakt des »Runden Tisches Heimkinder« im Bundestag am
Dienstag ist sie nach Berlin gekommen, um der Öffentlichkeit über ihr
Schicksal als ...
17.02.2009 | 15:03 | Die Linke. im Bundestag
Pressrelations (Pressemitteilung), Anlässlich der
heutigen ersten Sitzung des Runden Tisches zum Thema "Heimkinder
und deren Misshandlung in der Bundesrepublik der Jahre 1949 bis 1975"
...
Schicksal von Heimkindern wird aufgearbeitet FOCUS
Online,
Berlin (dpa) - Das Schicksal von mehr als einer halben Million
ehemaliger Heimkinder im Nachkriegsdeutschland wird jetzt
aufgearbeitet. ...
Missbrauch im "Gefängnis für Kinder" wird aufgearbeitet
Derwesten.de, Wie er wurden in
der jungen Bundesrepublik hunderttausende Heimkinder ausgebeutet,
gequält und missbraucht. Von diesem Dienstag an versucht ein Runder
Tisch ...
Kirchen bedauern Unrecht an Heimkindern
Linie1-magazin,
Zum Auftakt des »Runden Tisches Heimkinder« am Dienstag in Berlin
betonten Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen
Kirche, ...
Schwarze Pädagogik in der Bundesrepublik ZEIT
ONLINE, Bis
in die sechziger Jahre waren wissenschaftliche Positionen und Meinungen
vertreten und einflussreich, die Heimkinder als "sozialbiologisch
unterwertiges ...
„Uneingeschränktes Mitgefühl“ domradio,
Die Deutsche Bischofskonferenz hat den Beginn des Runden Tischs zum
Schicksal ehemaliger Heimkinder begrüßt und ihr Bedauern darüber
bekundet, dass Kindern ...
Offene und ehrliche Abrechnung erwartet.
kobinet-nachrichten,
Am Runden Tisch werden drei Vertreter der Heimkinder sein und
etwa 17 Vertreter von Institutionen der Kirchen, des Bundes, der
Bundesländer,vor allem solche ...
Runder Tisch zu missbrauchten Heimkindern
Deutschlandradio,
Unter Leitung der Grünen-Politikerin Antje Vollmer tagt heute erstmals
der Runde Tisch zur Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger Heimkinder.
...
Licht in ein dunkles Kapitel domradio,
3
Mitglieder des Vereins ehemaliger Heimkinder und je ein Vertreter
der großen Kirchen sowie von Caritas und Diakonie, die Träger vieler
Heime waren. ...
Erste Sitzung des Runden Tisches "Heimkinder"
Deutscher Bundestag (Pressemitteilung), Unter Leitung der
früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer tritt am heutigen
Dienstag der „Runde Tisch Heimkinder“ zu seiner ersten Sitzung
zusammen ...
Ehemalige Heimkinder kämpfen um ihr Recht
kerner.de,
Ehemalige Heimkinder aus den 60er und 70er Jahren plädieren nun
schon seit Jahren auf Gerechtigkeit und fordern Entschuldigungen,
Entschädigungen und ...
Dunkles Kapitel der Bundesrepublik aufarbeiten.
kobinet-nachrichten, Ehemalige
Heimkinder hatten sich in einem Verein organisiert und 2006 den
Petitionsausschuss des Bundestags wegen systematischer
Menschenrechtsverletzungen ...
n-tv.de "Im Namen Gottes wurden Heimkinder geprügelt, malträtiert,
gequält, erniedrigt und entwürdigt", sagt Alexander Markus Homes.
Grundgesetz Artikel 6 Absatz fünf
17.02.2009 Die Aufarbeitung der grausamen
Heimerziehung der 50er und 60er Jahren Jahren hat begonnen. Frau Dr.
Antje Vollmer möchte bis Ende 2010 das Ziel erreichen das man sich
wieder ins Gesicht schauen kann. Dies ist aber nicht mit einer einfachen
Entschuldigung getan. Der Lebensweg vieler unehelicher Kinder ist massiv
zerstört worden. Auch damals galt das Grundgesetz Artikel 6 Absatz fünf.
"Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen
Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre
Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern"
Das ist aber in einem Heim niemals möglich gewesen, da es überhaupt
keine Heimaufsicht gab.
...Hans
Bauer hat in seinen Ermittlungen auch mit ehemaligen
Mitarbeitern in den Heimen gesprochen, unter anderem mit einer heute
Siebzigjährigen, die Anfang der sechziger Jahre in einem Heim für
Mädchen tätig war. Sie erzählt, dass sie morgens
Unruhe in der Gruppe hatte. Und dann kam der
Pastor, der der Leiter dieser Einrichtung war und hat das moniert und
hat dann ihre Hand genommen und gesagt: Und diese Hand kann hier
keine Ruhe schaffen? Dann hat er dem Mädchen, das da ein bisschen
laut war, einen Pantoffel ausgezogen und es kräftig zusammengeschlagen,
dass das Mädchen wimmernd auf dem Boden lag, hat einem anderen Kind
befohlen, einen Eimer kaltes Wasser zu holen, hat das Wasser über das
Kind gekippt und hat die junge Erzieherin angeguckt und gesagt: Und
das konnten Sie nicht!?"
Kommentar : Das wird Konsequenzen haben!
Heimkinder gehen leer aus?
WDR Westpol berichtet am 18.01.2008 über die
versuche der Familienministerin Ursula von der Leyen die Forderungen
des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages zu torpedieren.
In NRW werden die ehemaligen misshandelten Heimkinder mit Anwälten
der Heimbetreiber fertig gemacht. Hier will niemand mit ihnen
sprechen. Die Wahrheit wird doch ans Licht kommen.
Zerstörte Kindheit - Heimkinder sollen ihr Recht bekommen
"Es ist kaum vorstellbar: Mein Trauma begann mit
vier Jahren. Da war eine Nikolausfeier, da bin ich in einen Sack
gesteckt worden, ich bin von dem Ruprecht so verdroschen worden, da
ist dieses Trauma entstanden." - Friedhelm Münter,
ehemaliges Heimkind.
In vielen Nachkriegs-Kinderheimen
herrschte Gewalt. Ehemalige Heimkinder berichten von Prügel und
seelischen Grausamkeiten, viele sind bis heute traumatisiert. Im
Bundestag wird am Mittwoch (26.11.08) über mögliche Entschädigungen
beraten. Zu Recht, findet Klaus Esser, Leiter eines
Bethanien-Kinderdorfs, dessen Geschichte ebenfalls dunkle Flecken hat.
Endlich distanziert sich der Heimleiter von seinen
Prügelnonnen.
26.11.2008 berichtet der WDR 5 über die Erlebnisse von Maria
Horstmann aus dem Heim Marienburg bei Coesfeld hier klicken...
Zusammengetragen von Heike Zafer.
Was ist in
Mönchengladbach los?
Erschütternde und
fragwürdige Heimerziehung! Wie wird in Kinderheimen "erzogen"?
Welche Wertmaßstäbe erhalten die "Zöglinge"?
22.11.2008
http://pressemitteilung.ws/node/141219 Vor Mord noch beim Jugendamt?
Die Fluchtpläne in die Freiheit (aus der "Heim-Geborgenheit" kosten
einem Menschen das Leben!
Das Jugendamt gehört eigentlich mit auf die
Anklagebank. Das Jugendamt hat diese zerstörten Existenzen mit auf dem
gewissen. Dieses Urteil ist ein Skandal an Kinder.
Das Gericht in Mönchengladbach hat nicht erkannt
das die Kinder auf der Flucht vor Deutschland, Jugendamt und
Erziehungsheime waren. In die Ecke gedrängt handeln Kinder aus Heimen
immer unvernünftig. Nun wandern Sie in den Knast und können da
vielleicht eine Lehre machen und müssen nicht nach Kassel zu Lothar
Kannenberg um noch mehr erniedrigt zu werden. Was waren da überhaupt für
Anwälte am Werk? Waren die überhaupt Schuldfähig? Warum geht dann eine
der Täterrinnen in die Psychiatrie?
Mögen die Verbrechen an diesen Kindern irgendwann
gesühnt werden. Das Opfer kann sich bei dieser Gesellschaft bedanken.
Die so genannte Jugendhilfe hat hier mal wieder Total versagt. Dem Opfer
sprechen wir unser tiefstes Beileid aus.
Noch mal meine frage an die
Rheinische Post: Warum spendet ihr an Kinderheime?
Wer kann den Mord an dem Friedhof in Dalheim Rödgen
/ Wegberg 1995 aufklären. Hier könnte sich die Staatsanwältin Carola
Guddat mal wirklich beweisen. Warum will sie nicht? Wartet sie auf den
Täter, der sich selber stellen soll, um ihm dann abzuurteilen?
Auch in den Tagesthemen am 22.11.2008 wird das
Jugendamt aus dem Ausland schwer belastet.
Dazu passen die die
27 Forderungen des Rechtsanwaltes Ingo Alberti bei der EU
vom 05.02.2007 in seiner Petition an die:
Europäische Delegation
Herrn Marcin Libicki, Generalsekretär des Petitionsausschuss des
Europäischen Parlaments
Rue Wirtz
B-1047 Bruxelles
DAS DASEIN EINES JEDEN INDIVIDUELLEN MENSCHEN STELLT SICH ALS
EINZIGARTIG DAR. WIE SOLLTE ES SICH IN REIN WISSENSCHAFTLICHEN
STATISTIKEN WIEDERFINDEN KÖNNEN?
Zur Frage einer Aufarbeitung von Lebensverläufen im Rahmen der
Heimerziehung der
Nachkriegszeit 1945 - 1972
Aufgeschreckt durch heftige Reaktionen von ehemaligen jugendlichen
Insassen zumeist christlicher Erziehungsheime, welche mit ihren Klagen
über unhaltbare Zustände in den einstigen Häusern ihrer Kinderzeit
imageschädigend in die Öffentlichkeit drangen und damit eine unangenehme
Aufmerksamkeit zu erregen drohten, haben sich die in Frage gestellten
Institutionen akademischer Unterstützung versichert. Damit ihr guter Ruf
nicht allzu sehr leidet.
Diese Methode ist sattsam bekannt: Geht es um unangenehme Nachfragen,
zumal in der Sozialpolitik, Erziehung, Arbeitsvermittlung, Unterstützung
mittelloser Bürger, Versorgung der Kranken, Bedingungen einer humanen
Pflege von Hilfsbedürftigen, im Falle von nicht mehr überhörbaren
Protesten wird (vielfach zum wiederholten Mal) ein Ausschuss zu einer
streng wissenschaftlichen Klärung berufen. Erregte Gemüter werden damit
vorerst einmal beruhigt. Danach wird man weiter sehen. Dann erscheinen
geraume Zeit später mehr oder weniger abwiegelnde Ergebnisse und werden
sodann oft rasch ohne großen Aufwand zu den Akten gelegt. Im günstigsten
Fall erscheinen noch in den Tagesnachrichten Meldungen mit
kommentierenden Texten die schnell wieder vergessen sind. Schwamm
drüber!
Nun also auf ein Neues. Es soll jetzt um die >Erforschung der
Kirchlichen Heimerziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschland (1945
– 1972)< unter Leitung von zwei bestellten Professoren gehen. Seit
vielen Jahren schon melden sich ehemalige Zöglinge(!) kirchlicher
Einrichtungen zu Wort, indem sie die Zustände von damals bitter
beklagen. Bestimmt nicht zu Unrecht, wie jeder weiß oder zumindest
wissen kann, der zu jener Zeit nur einigen Einblick hatte. Aber
natürlich bestreiten dies die angegriffenen Anstalten und ihre Träger.
Das ist ja auch keineswegs so unverständlich, wie es manchem vielleicht
erscheinen mag. Denn welcher Mensch gibt schon gern, und dazu noch
freiwillig, mit wirklich aufrichtigem Bedauern die nun einmal leider
unterlaufenen eigenen Versäumnisse zu – besonders dann, wenn man, wie in
der christlichen Erziehung, recht hohe ethische Ansprüche an sich selbst
stellt?
Da kann es leicht geschehen, dass bereits verhältnismäßig kleine
Vorwürfe auf eine äußerst heftige Abwehr stoßen. Das deutet allerdings
darauf hin, dass selbst dem Personal unwohl war bei manchen
Erziehungsmaßnahmen. Etwa der berüchtigten Strafe >eine Glatze
schneiden<. Regelmäßig wurde sie verhängt, wenn wieder einmal ein
Bewohner der Station das Weite suchte, >Auskratzen< genannt. Dieses
immer wieder praktizierte Weglaufen aus der geschlossenen Einrichtung –
fast sämtliche Türen ohne Klinken - war eigentlich auch kein Wunder. Wie
Sträflingen bekamen die Missetäter den Kopf völlig kahl geschoren. Das
darf aber heute nicht mehr wahr sein. Noch Jahrzehnte später wird
hierauf mit dem empörten Vorwurf einer puren Unwahrheit geantwortet,
obwohl beide Parteien doch damals bei dem Geschehen vor versammelter
Mannschaft nach dem siebentägigen Aufenthalt in der Einzelzelle auf der
Knabenstation persönlich zugegen waren, oder doch bald danach das
Ergebnis in persönlichen Augenschein nehmen konnten. Es mag ja sein,
dass sich ihnen die Erinnerung tatsächlich verweigert und sie
tatsächlich daran glauben müssen, der Bösartigkeit eines undankbaren
Ehemaligen aufzusitzen. Übrigens wird in der geplanten Untersuchung
statt von >Glatze scheren< stark verharmlosend von >Haare schneiden<
gesprochen. Dies ist nicht harmlos, sondern grob irreführend. Es klingt
vollkommen harmlos nach: Haare pflegen, - und ist dies nicht ganz
normal? Was soll schon dagegen sprechen? Da kann man doch deutlich
sehen, welch Geistes Kinder die Ankläger sind.
In der Psychologie spricht man bei dergleichen bekanntlich seit
Sigmund Freud von Verdrängung. Doch wie bereits gesagt: Das ist an sich
einigermaßen verständlich, aber ändert nichts an dem Unrecht gegenüber
den Betroffenen, welche durch Herkunft wie durch erlittene Traumata im
der Kindheit sowieso schon am kürzeren Hebel sitzen. Eigentlich wurde
das recht deutlich am Fernsehfilm der ARD zu diesem Thema - in welchem
nebenbei bemerkt der selbstgefällig wirkende Rechtsvertreter der
betreffenden Erziehungshäuser eine recht fragwürdige Figur abgab. Er
trat vor die Presse und kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft
gegen die aufbegehrenden Ehemaligen an, wegen versuchter Täuschung und
der Erschleichung von Mitteln aufgrund des Gesetzes der Entschädigung
von Opfern erlittenen Unrechts. Dass er damit sogar durchkam und den
Verurteilten unter Androhung eines Zwangsgeldes weitere Versuche in
dieser Angelegenheit verboten wurden, macht die Sache keinesfalls
besser. Der Eindruck von eiskalter Abservierung konnte auf diese Weise
nicht ausgeräumt werden. Denn zu klar trat zu Tage wie geschädigt die
ehemaligen Heimkinder waren. Wo lediglich ein klein wenig Verständnis
und Einfühlung gefragt gewesen wäre, fügten ihnen Maßnahmen mit den
Mitteln der Strafjustiz nur weiteres Unrecht zu.
Diesem eindeutig negativ besetzten Eindruck versucht man mit der in
Aussicht gestellten Untersuchung gar nicht ungeschickt auszuweichen.
Denn gegen ein rein wissenschaftliches Forschungsprojekt ist schließlich
erst einmal überhaupt nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Diese bewährte
Methode steht in hohem Ansehen. Denn hinter ihr steht ja der gute Ruf
von Lehrstuhlinhabern einer Universität. In ihr lassen sich in elegant
geschnürten Paketen wissenschaftlicher Aufarbeitung individuelle
Zurechnungen zum Verschwinden bringen. - Auf der Seite des Opfers nicht
weniger als auf der des Verantwortlichen. Der eine, der konkrete
Einzelne bleibt dabei mit seinem Trauma zumeist mutterseelenallein (an
ihm bleibt vielmehr die ehrenrührige Unterstellung hängen, nichts als
ein mieser und infamer Betrüger zu sein) während der andere - als ein
Vertreter der caritativen Institutionen - sein reines Gewissen behält,
jedenfalls in den Augen seiner gutbürgerlichen Mitwelt. Fragt dann ein
Autor wie Peter Wensierski in seinem Buch >Schläge im Namen des Herrn -
Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik<
konkreter nach, wird ihm zwar bereitwillig bescheinigt, sich bedeutende
Verdienste durch seine Hinweise auf diese noch weit offenen Fragen
erworben zu haben. Zugleich wird ihm aber ein problematisch mangelnder
Umgang mit den Methoden einer wissenschaftlichen Aufbereitung
angelastet. Ja, was denn nun? Soll sich etwa der sowieso schon
Traumatisierte selbst wie einst der Baron Münchhausen gefälligst am
eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen - in diesem Fall aus dem Sumpf
seines oft maßlos angewachsenen Haufens seelischen Elends? Wenn das
nicht einer geradezu unerträglichen Verhöhnung gleichkommt, was bitte
dann?! Muss daraus nicht beinah zwangsläufig ein Symptom entspringen,
wie es neuerdings in der Psychiatrie unter dem Begriff
>Verbitterungskomplex< beschrieben und als eigenständiges seelisches
Krankheitsbild herausstellt wird?
Vermutlich ist das überhaupt nicht beabsichtigt - faktisch jedoch
wirkt es sich als eine Art Verhöhnung aus. Jedenfalls zeigt dies doch
recht anschaulich den abgrundtiefen Graben, der zwischen den >Betreuten<
und ihren >Betreuern< sowie deren akademischem Begleittross liegt.
Welten trennen diese Menschengruppen voneinander. Hier jene, welche
häufig genug als völlig verroht und heruntergekommen empfunden werden,
eben typische Abkömmlinge einer mehr oder weniger ungebildeten
Unterschicht - dort jene, die ihnen wenigstens einigen Anstand
beibringen wollen. Die Erzieher und ihre wissenschaftlichen Begleiter,
die in aller Regel aus besseren Gesellschaftsschichten stammen, gehen
offenbar davon aus, dass man hier leider nicht so einfühlsam vorgehen
kann, wie bei Kindern aus ihrem Umkreis. Hier bedarf es vielmehr einer
harten Hand. Eine andere Sprache wird leider nicht verstanden. Nachsicht
würden sie bloß missverstehen, weil leisere Töne einfach nicht ankommen.
Interessanterweise kennt das vorgelegte Konzept der geplanten
Untersuchung lediglich Fürsorgezöglinge und Waisen. Klingt das nicht ein
wenig nach einer Unterteilung in Teufel und Engel? Wo bleiben denn alle
anderen, wie z.B. die Behinderten mit unterschiedlichen Einschränkungen?
In welche Kategorie dürfen sie sich denn einreihen? Und vor allem: Wie
will der akademische Untersucher all jenen Klienten auch nur annähernd
gerecht werden, deren Lebenswelten meilenweit von der seinen entfernt
liegen? Darf er sich überhaupt ein Urteil über Lebensumstände erlauben,
die er doch kaum kennen kann? - Ob er jemals einen einzigen Gedanken
daran verwandt hat, wie er sich selber wohl fühlen würde, müsste er
unter vergleichbaren Bedingen aufwachsen? Ist es zu gewagt, ihm zu
unterstellen, dass es ihm auch beim besten Willen gar nicht möglich sein
kann, sich da hineinzudenken?
Schauen wir uns einmal an Hand des vorgegebenen Untersuchungsauftrags
genauer an, wie denn eine solche wissenschaftliche Aufarbeitung aussehen
soll, um der Diskussion >Zwischen Skandalisierung und pädagogischer
Reformdebatte< gerecht zu werden. Kaum niedergeschrieben, meldet sich
bei diesem Satz bereits die verwunderte Frage: Geht es nicht um die
Klagen der ehemaligen Heimbewohner, eine über weite Strecken sehr
ungerechte und lieblose Kindheit durchlaufen zu haben? Was interessiert
diese vielfach verbitterten Zeitgenossen der pädagogische Impetus, der
hinter ihren Schreckenserlebnissen steht? Sie erwarten zunächst einmal
lediglich das eine: Dass man ihre Empfindungen ernst nimmt. Es mag gut
sein, dass es sich auf der Seite des jeweiligen Betroffenen um
bedauernswerte Missverständnisse handelt. Dann muss man versuchen,
darüber zu reden, ihm nicht von vornherein pure Böswilligkeit zu
unterstellen, sich nicht stur auf pädagogische Prinzipien zu berufen,
ihm nicht womöglich den Kadi auf den Hals zu schicken. Andererseits darf
man selbstverständlich eine dem entsprechende Souveränität von psychisch
oft schwer Geschädigten nicht erwarten. Dazu sind sie zu beengt
aufgewachsen, mussten um jedes kleine Stück an Lebensraum kämpfen, im
Kreise anderer liebeshungriger Kinder um Zuwendung buhlen, was, das sei
zugegeben, von den überlasteten Betreuern – zumeist frommen Schwestern –
überhaupt nicht geleistet werden konnte.
Das gilt es klar zu sehen und anzuerkennen, anstatt die enttäuschten
Jungen und Mädchen nur als undankbare Geschöpfe hinzustellen. Von den
unter solchen ungünstigen Umständen Heranwachsenden ebenso wie von den
inzwischen erwachsen gewordenen lassen sich billiger Weise derartige
Einsichten erst einmal nicht erwarten. Das sei mit allem Nachdruck
wiederholt. Sie sind mit solchen Erwartungen rettungslos überfordert.
Selbstverständlich - auch die andere Seite hat es nicht leicht. Es ist
eben nicht einfach sich selbst das eigene Ungenügen einzugestehen.
Wiederum: wenn selbst die Verantwortlichen nicht imstande sind,
selbstkritisch mit dem eigenen Verhalten umzugehen, würde das nicht
zugleich bedeuten, dass sie mit ihrer Aufgabe überfordert sind? Sollten
sie nicht als aufmerksame Begleiter freundlich zugewandt beobachten und
wirklich nur bei drohender Gefahr möglichst behutsam korrigierend
eingreifen? Immerhin treten doch die letztlich zuständigen Institutionen
mit dem hohen Anspruch an, Fachleute mit diesen verantwortungsvollen
Aufgaben zu beauftragen, welche weit über den Standard von
Gefängnisaufsehern stehen. Es handelt sich ja zumeist um besonders
empfindsame Heranwachsende, denen so gut wie jegliches Urvertrauen
abhanden kam. Dieser Verlust ist auch kaum zu vermeiden, wenn ein Kind
dem gewohnten häuslichen Rahmen plötzlich entrissen wird. Die geplante
wissenschaftliche Aufarbeitung kann mit ihrer Formelsprache diese
Tatsachen nur barmherzig zudecken, indem sie den belasteten Einzelnen
ganz einfach verschwinden lässt.
Ist es wirklich verwunderlich, dass es zu der beklagten >starken
Polarisierung zwischen Befürwortern und Gegnern der Heimerziehung< kam,
ja unweigerlich kommen musste? Nein, ganz gewiss nicht. Denn hier treten
sich höchst elementare Gegensätze gegenüber. Die einen haben –
jedenfalls in ihrem Selbstverständnis – eine Menge zu verlieren. Hegen
sie doch den Anspruch, das einzig Richtige zu vertreten, während sich
die anderen hiervon vergewaltigt fühlen. Die Empfindung von Heimat, wie
sie ursprünglich mit dem Begriff Heim gemeint war, vermag erst gar nicht
aufzukommen. Vielleicht war deshalb die Bezeichnung Anstalt um einiges
aufrichtiger, weil sie gar nicht erst den Anspruch erhob, so etwas wie
Heimat zu ersetzen. Diese Einrichtungen gingen ja ursprünglich auf
kleine Einzelinitiativen zurück, die ergriffen wurden, um einer
aktuellen Notsituation zu begegnen. Später wurden sie mehr und mehr fast
zum Selbstzweck. Jedenfalls war von Fürsorgeerziehung damals wohl noch
kaum die Rede. Denn es galt erst einmal im kleinen, dazu persönlichen
Rahmen Bedingungen zu schaffen, in dem die wie auch immer Bedrohten
aufgefangen werden konnten. Eigentlich stellt es eine Tragik dar, dass
diese individuellen Impulse eines warmherzigen Anfangs regelmäßig ins
zwangsläufig kühl rational planende Prinzip eines Großunternehmens der
Barmherzigkeit - zu einer Anstalt, heute vielfach verschämt auch
Stiftung genannt - also einer vermeintlich christlich geprägten
Humanität auswachsen musste. Der Familiencharakter ging damit unrettbar
verloren.
Vermutlich war auch diese Entwicklung hin zu einem ausgeprägten
Dienstleistungsbetrieb in Sachen sozialer Zuständigkeit für die
Betreuung und die Erziehung von schwierigen Außenseitergruppen der
Gesellschaft wie Kranke, Behinderte, Verhaltensauffällige, kurz gesagt,
arbeitsunfähige sowie störende Zeitgenossen damals wohl auch kaum
aufzuhalten. Nur, mit dieser profanen Zuschreibung mochten sich die
betreffenden Einrichtungen nicht abfinden. Sie pochten auf ihr
christliches Ethos und durften dann nicht – vor allem sich selbst
gegenüber – zugeben, wenn sie an den eigenen Idealen scheiterten.
Gänzlich unreflektiert waren und sind sie immer noch dergestalt ihren
Verdrängungen ausgeliefert, nicht einmal dazu fähig, selbstkritisch oder
wenigstens ein wenig erschrocken danach zu fragen, wie es zu solchen
bitteren Anschuldigungen kommen kann. Gerade auch dann, wenn man
glaubte, mit den besten Absichten gehandelt zu haben. So aber entsteht
der fatale Eindruck, als sollte es heißen: >Aber nein, wir machen keine
Fehler<. Was nicht sein darf, kann einfach nicht sein. Folglich kann es
einzig an dem schlechten Charakter der (ehemaligen) Zöglinge liegen.
Beweis: Ansonsten wären sie ja kaum in einer Einrichtung der
Fürsorgeerziehung gelandet. Unterschicht bleibt eben Unterschicht.
Punktum!
Wie bekannt, regte sich dagegen sich ein unerwartet starker
Widerstand, der sich jetzt nicht mehr einfach ignorieren lässt. Deshalb
der kluge Einfall, sich akademische Unterstützung ins Haus zu holen.
Kaum zu Unrecht dürfte man darauf hoffen, Beistand von Gleichgesinnten
zu erfahren. Es ist schwer zu übersehen, dass es sich um Schwestern und
Brüder im Geiste handelt. Denn das verantwortliche Personal der Heime
entstammt, nicht anders als die universitären Forscher zumeist aus
>besseren< Kreisen. Sie besitzen also ein gemeinsames Interesse, Licht
ins Dunkel dieser für sie unangenehmen Angelegenheit zu bringen. Gewiss,
das kann man ihnen schlecht zum Vorwurf machen. Ihre Namen spielen darum
- zumindest in diesem Zusammenhang - eine ziemlich untergeordnete Rolle.
Ganz im Gegenteil. In diesem Falle geht es weit mehr um ein äußerst
verhängnisvolles Prinzip - treffen hier doch Zeitgenossen aus Ebenen der
Gesellschaft aufeinander, die sich gemeinhin recht fremd gegenüber
stehen. Sie werden sich im Alltag auch kaum jemals freiwillig von Mensch
zu Mensch begegnen. Und wenn doch, dann ziemlich einseitig, nämlich aus
der Sicht eines Richtung weisenden, sich überlegen gebenden, auf seine
eigenen Prinzipien und seine eigene Moral pochenden (Bildungs-)Bürgertums.
Seine Vertreter haben jedoch selten etwas mit den Erfahrungen der >Nicht
gebildeten< gemein.
Deshalb noch einmal die zentrale Frage: Wie will man diesem
entscheidenden Faktor auch nur annäherungsweise gerecht werden?
Akademiker, die meistens einer gehobenen sozialen Klasse - einer Elite -
entstammen oder sich ihr zumindest weitgehend zugehörig fühlen, müssten
- jedenfalls ihren eigenen wissenschaftlichen Ansprüchen entsprechend -
mit ihren Urteilen selbstkritisch diesen Angehörigen der anderen
Bevölkerungsgruppe, die ihnen im Grunde recht fremd sind, erst einmal
vorsichtig nähern, sie verstehen lernen. Dann erst könnten sie sich
ernsthaft mit ihnen auseinander setzen. Aber im Gegenteil - so
jedenfalls sieht es aus - ergreifen sie einseitig Partei für diejenigen,
welche die Werte und Grundsätze ihrer eigenen Schicht, des bürgerlichen
Mittelstandes, vertreten. Sicher, es wird gar nicht abgestritten, dass
es >Skandale um die Fürsorgeerziehung< gab, sich auch >autoritär-disziplinierende
Heimerziehung nachweisen< lässt. Direkt anschließend aber heißt es
anklagend und abqualifizierend: >die mediale Berichterstattung, die
Milieugebundenheit der jeweiligen Berichte . . .< und dann: >Während vor
allem Berichte aus dem Spektrum der politischen Linken die Heimerziehung
und bestimmte Erziehungsmethoden prinzipiell scharf kritisierten, wurden
in der bürgerlichen und auch in der konfessionellen Presse die Formen
der Heimerziehung grundlegend verteidigt.< Kunststück! Nach allem, was
wir zuvor schon feststellten, birgt die Aussage über die konservative
Haltung wohl kaum eine große Überraschung. Sie zeigt indessen, wo die
Präferenzen der akademischen Forscher liegen. Zwar können sie nicht die
Misstände bei der Durchsetzung >einer auf die strikte Einhaltung
moralischer Normen setzende Erziehung< in Abrede stellen. Doch weisen
sie höchst relativierend auf die Zeitumstände hin, in denen
beispielsweise die Prügelstrafe noch als normales Erziehungsmittel galt
- auch als sie eigentlich bereits verboten war. Dies mag so sein - oder
nicht. An dem zentralen Problem geht es aber glatt vorbei. Das erlittene
Unrecht, mit dem zahlreiche junge Seelen für ein ganzes Leben unrettbar
verstört wurden, wird ohne jeden Kommentar hingenommen. Danach kräht
kein Hahn.
Es stimmt ja, keine ernsthafte seelische Verletzung lässt sich so
rasch beheben. Es bleibt allein die Hoffnung, dass die Zeit vielleicht
über Jahre hinweg die schlimmsten Wunden allmählich heilt. Dies jedoch
ist nur möglich, wenn man die Betroffenen nicht im eigenen Schlammassel
stecken lässt und sie noch zusätzlich böswilliger Unwahrheit bezichtigt.
Denn jeder, der Verantwortung für anvertraute Kinder und Jugendliche
trägt, weiß - oder sollte es zumindest wissen - dass sich mit großer
Wahrscheinlichkeit wenigstens ein wahrer Kern hinter den Äußerungen der
Klagenden verbirgt. Das braucht nicht mit der konkreten Situation
zusammenzuhängen. Reale Anlässe für das seelische Leiden lassen sich
trotzdem oft nur schwer übersehen. Dem gilt es geduldig nachzugehen.
Gerade dann, wenn sich die Verantwortlichen mit gutem Gewissen keiner
Schuld bewusst sind.
Immerhin, einiges ist bereits gewonnen, wenn eventuelle Misstände in
den verschiedenen Einrichtungen von den akademischen Untersuchern nicht
gänzlich ausgeschlossen werden, und wenn sogar freimütig als ein
Verdienst des kritischen Berichtes von Peter Wensierski hervorgehoben
wird: >Die entscheidende Bedeutung dieses Buches besteht darin, dass es
sich der Aufarbeitung der Traumata vieler Opfer stellt und damit das
bisherige Desinteresse der privaten Wohlfahrtsverbände und
Landesjugendämter wie auch der historischen Forschung in Frage stellt.<
Aber das hilft nichts, wenn zugleich geringschätzig von >einer Grenze
der Veröffentlichung von Wensierski< gesprochen wird, >dem es dezidiert
nicht um eine historisch abwägende und sorgfältige Studie geht.< Noch
einmal: Dies ist überhaupt nicht seine Aufgabe. Denn er will mit Recht
dem jeweiligen Einzelschicksal nachspüren, um das es sich allein handeln
kann. Behäbig abwiegelnde Argumente zu Gunsten der Einrichtungen gibt es
schließlich mehr als genug. Sie rufen laut anklagend >Skandal<, indem
sie darauf hinweisen: >Problematisch sind eine Anzahl von
Pauschalisierungen, die in einem Schwarz-Weiß-Bild die damalige
Situation zu erfassen versuchen und an vielen Stellen aufgrund der
faktischen Pauschalkritik in der Gefahr stehen, nahezu alle in der
öffentlichen Erziehung Mitwirkenden jener Zeit mit z. T. gravierenden
Verdächtigungen zu konfrontieren.<
Die Einrichtungen - vor allem ihre Träger - wären damit fein heraus.
Sie brauchen sich nicht verantwortlich zu fühlen, für all das, was in
ihren Mauern und auf ihren Verbandsebenen geschah - und wahrscheinlich
immer noch geschieht. Mit dem gleichen Recht müsste man - und so
passierte es denn auch vielfach - sämtliche Klagen gegen das Unrecht des
Nationalsozialmus unterbinden, da dies ungerechter Weise die Falschen
treffen könnte. Wenn man nur wollte, wäre das kein großes Problem. Man
müsste nur realistisch den menschlichen Faktor in Rechnung stellen. Dass
sich kaum jemand gern und dazu noch freiwillig zu seinen Versäumnissen
bekennt, wissen wir ja. Nur wenige vermögen eben die menschliche Größe
aufzubringen, ihren schuldhaften Verstrickungen mutig und selbstkritisch
ins Auge zu blicken und - soweit möglich - zur Linderung ihrer Folgen
für den jeweils konkret Betroffenen beizutragen. Das heißt aber, nicht
nur die ehemaligen Zöglinge können einer groben Fehleinschätzung zu
unterliegen. Auch ihre Betreuer sind nicht davor geschützt. Sie haben
ihre eigenen Interessen, unbequeme Wahrheiten zu unterdrücken - und
dabei sitzen sie sogar noch am längeren Hebel. Denn wer glaubt schon
einem Fürsorgezögling, obwohl gerade er nicht wenig Anlass hat, sich
missachtet zu fühlen? Müsste dies nicht erst einmal auf die Waagschale
einer einigermaßen gerechten Beurteilung gelegt werden? Und wäre es für
die Institutionen nicht an der Zeit, eventuellen Opfern nach so langen
Jahrzehnten wenigstens erst einmal pauschal, gewissermaßen >auf
Verdacht<, ihr Bedauern zum Ausdruck zu bringen? - Den Traumatisierten,
deren lebenslanges Leiden unter den Verletzungen selbst die
bereitwilligsten Fahnenträger der Institutionen und die Vertreter eines
recht hohen pädagogischen Ethos eingestandenermaßen nicht mehr
ausschließen können - Das würde die Situation enorm beruhigen, wenn sie
die sowieso schon verstörten Ehemaligen vom Verdacht befreiten, nichts
anderes als bösartige Verleumder zu sein.
Forderungen der Institutionen und deren universitären Sekundanten,
wie zum Beispiel der Satz: >Gegenüber diesen stark verallgemeinernden
Thesen ist aus historischer Sicht eine deutlich differenziertere
Betrachtungsweise einzufordern . . . < wollen das - wie es scheint -
erst gar nicht dazu kommen lassen. Sie beabsichtigen vielmehr alles
unter einen wissenschaftlichen Teppich zu kehren. Steht dahinter nicht
etwas vergleichbares wie die unausgesprochene Begründung: Was damals
geltendes Recht war, kann heute doch nicht auf einmal als Unrecht
bezeichnet werden? Das Fazit also mit anderen Worten: Pech für die
Betroffenen. Wir können doch unsere gut gemeinten Grundsätze nicht
einfach in Frage stellen lassen! Deshalb: >ist eine fehlende sprachliche
Präzision und mangelnde Differenzierung der in der Öffentlichkeit im
Anschluss an Wensierski diskutierten Thesen kritisch anzufragen.< Aber
wie denn: Beschreibt unser Autor nicht ganz konkrete Fakten, sind es
nicht gerade die Forscher, die sie zu bloßen Thesen umwandeln, um sie
als solche im Nebelösen der Statistik verschwinden zu lassen?
Es ist wohl wahr: Mögliche Misstände werden überhaupt nicht
geleugnet, doch der jeweils konkrete Einzelfall geht einfach unter, etwa
nach dem Prinzip: >Nichts Genaues weiß man nicht.< Mag der Einzelne
sehen, wo er mit seinen psychischen Verletzungen bleibt. Hauptsache
unsere Weste im Ganzen bleibt in der öffentlichen Meinung weiß. Im
Zusammenhang mit der geplanten Untersuchung klingt dies folgendermaßen:
>Wenn behauptet wird, dass Jugendlichen in der Heimerziehung „Unrecht“geschah,
bleibt unklar, ob damit in erster Linie ein moralisches Fehlverhalten
der Träger der Einrichtungen bzw. der Verantwortlichen in den
Einrichtungen gemeint ist oder ob es sich um Gesetzesübertretungen
handelte.< Als ob es dem Betroffenen, im Gegensatz zu den
Verantwortlichen, nicht völlig egal sein kann, wem er seine
erbarmungswürdige Lage letztlich verdankt. Für den Verantwortlichen wäre
lediglich ein nachgewiesener Gesetzesbruch relevant. Alles andere bleibt
von den damaligen Zuständen gedeckt, übrigens selbst dann noch wenn
schon längst >einzelne Bestrafungsmethoden (. . .) als pädagogisch
höchst fragwürdig angesehen wurden, allerdings als rechtlich zulässig
akzeptiert wurden<. Es handelte sich eben um ein Gewohnheitsrecht. Wie
gut für die Strafenden - doch wo bleiben die mit diesen Strafen
Gedemütigten? Wiederum: Leider einfach Pech gehabt? Darauf scheinen die
akademischen Forscher keinen einzigen Gedanken verschwenden zu wollen.
Hauptsache das System christlicher Erziehung leidet dabei möglichst
wenig Schaden.
Christliches Ethos sollte eigentlich anders klingen. Darum: So leicht
darf man es sich nicht machen. Es ist zwar verständlich, dass man das
Werk der christlichen Barmherzigkeit und die in ihr Tätigen nicht gerne
in Frage stellen lassen möchte. Doch der Einzelne darf dabei nicht wie
ein beliebiger Gegenstand erzieherischer Bemühungen in Leid und Tränen
unverstanden untergehen. Gerade den so arg Angeschlagenen sollte ein
gewisses Recht auf Verständnis und liebevolle Unterstützung zukommen.
Strafe ist dabei viel zu einfach - und zu billig. Immerhin geht es um
konkrete Menschen - nicht um irgendwelche Prinzipien.
Noch eine Chance,
Marc!
3SAT
Donnerstag, 13. November 2008 - 18:00 Uhr
Ein Boot-Camp ist keine Chance, sondern geprägt von Gewaltanwendung
(verbal und psychisch). Es sollte mal überprüft werden, wo die
Gesellschaft versagt hat und nicht der junge Mensch! Aber das passt ja
so schön ins Klischee vom bösen Jugendlichen, der dann durch die
"Maßnahmeträger", die sich gut bezahlen lassen, von Maßnahme zu Maßnahme
weiter gereicht wird. Und weil das natürlich nicht greifen kann, wird
dann dem Jugendlichen das Versagen der Gesellschaft in die Schuhe
geschoben. Die "Chance" hat sich die Gesellschaft vertan. „Nach
erfolgreichen Monaten in einem Erziehungscamp hat Marc einen
niedergemacht.“ Schreibt
FOCUS-Online. Das ist die Jugendhilfe, die von den Jugendämtern
angeboten wird? Mehrmals hat Marc eines seiner Opfer den Kopf auf den
Boden geschlagen. Dreimal dürfen Sie raten wo er das gelernt haben
könnte. In einen dieser Camps! Hier verdienen sich kriminelle
Ersatzpädagogen eine goldene Nase. Nach einen halben Jahr ist er da
nicht rausgeschmissen worden, sondern die Maßnahme geht bei den meisten
nur ein halbes Jahr lang. Diese Jugendlichen werden auf Staatskosten im
Camps zu Schlägern weiterentwickelt. Als seelischen Krüppeln werden
diese Schlägerkids entlassen und werden fast alle im Knast landen. Der
Steuerzahler wird auch noch weiter zur Kasse gebeten. Und
Ministerpräsident Koch (CDU), Bundespräsident Horst Köhler und die
Staatsanwaltschaft Kassel unterstützen das auch noch! Wir verweisen auf
die Gewaltszenen in der Sendung ...
die härtesten Gefängnisse der Welt.
Stoppt die Macht der
Jugendhilfeausschüsse
Danke an Thorsten Mehltretter der mit diesem Film die Augen der
Bevölkerung geöffnet hat.
Auch in den
Erziehungsheimen der Caritas
Konferenz für misshandelte Heimkinder Deutscher Bundestag will Opfern ein Forum bieten und berät
über Entschädigungszahlungen
Von Lars Köppler
hier klicken...
Es wird auch heute noch in den Kinderheimen Körperstrafen verhängt
wie hier eine Studie von
Prof. Dr. Richard Günderbeweißt. Kinderheime sind auch heute
noch Prügelheime. Will sich die Politik in dreißig Jahren dann wieder
entschuldigen?
Zitat: "Die Antworten auf die Frage, wie oft nach Meinung der Pädagogen
heute noch körperliche Strafen angewandt würden, waren überraschend: 2,4
Prozent meinten, dies komme häufig vor. 51 % glaubten, dass
Körperstrafen selten seien, nur 45 % meinten, es gebe sie gar nicht
mehr."
Liebe Eltern, fragt bei den wenigen Kontakten zu euren Kindern ob
sie geschlagen werden und meldet euch bei mir. Diesem Pädagogenvolk
werden wir das Handwerk legen.
Keine Entschädigung
für deutsche Heimkinder?
ML Mona Lisa ZDF Sonntag, 05.10.2008
18:00 - 18:30 Uhr
Prügel, Missbrauch, Sklavenarbeit - für viele Heimkinder gehörte die so
genannte "schwarze Pädagogik" bis in die 70er Jahre zum Alltag. Erstmals
erkennt nun die Hannoversche Landeskirche ihr Leid an. Doch: Eine
finanzielle Entschädigung kann noch Jahre auf sich warten lassen. Für
viele Opfer ist es dann zu spät. Weitere Informationen:
Die katholische Kirche schreibt in einem vertraulichem Papier: Sachstandserhebung zur Situation von Heimkindern in katholischen
Einrichtungen zwischen 1945 und 1975 „Es handelt sich um unzutreffende
Hochrechnungen von Einzelfällen“
und es hätte „…in den Heimen grundsätzlich keine
Ausbeutung der Jugendlichen gegeben“
Kommentar:
Das Festhalten der Kinder in den Heimen war schon eine finanzielle
Ausbeutung, die von den Behörden bezahlt wurde. Die Arbeit in den
Heimen war noch zusätzlicher Profit.
Und wenn Nonnen durch perverse Behandlung von Kindern ihre eigene
Psychose befriedigten, ist das auch eine Ausbeutung.
Barbara Dickmann, Sibylle Bassler (Hg.)
Nach einer Dokumentation von Sibylle Bassler und Angelica Fell
Gestohlene Kindheit
Wie Fürsorgeheime Kinder zerstört haben erschienen im mvg Verlag,
München, 2008
ISBN: 978-3-636-06402-8
„Es tut mir
unendlich leid“
18.09.2008 „Es tut mir unendlich leid“ Klaus-Dieter Kottnik Präsident Diakonisches
Werk zu den aktuellen Vorwürfen in der Heimkinder-Diskussion
http://diakonie.de/188_4556_DEU_HTML.htm
23.09.2008
Bischöfin fordert rasche Aufklärung über Gewalt in Kinderheimen
http://www.op-marburg.de/newsroom/politik/zentral/politik/niedersachsen/art668,691439 Hannovers Landesbischöfin
Dr. Margot Käßmann hat eine gründliche Aufklärung jener Misshandlungen
verlangt, die sich in den fünfziger und sechziger Jahren in kirchlichen
Kinderheimen zugetragen haben.
07.10.2009 Ehemalige Heimkinder in kirchlichen Einrichtungen
sollten nach Meinung des Bochumer Theologieprofessors Traugott Jähnichen
umfassend entschädigt und rehabilitiert werden. Dazu gehöre auch ein
finanzieller Ausgleich für geleistete Arbeit, sagte Jähnichen am
Dienstag bei einer Expertentagung zur Geschichte der konfessionellen
Heimerziehung in Bochum.
15.09.2008 In den Nachrichten wird
über den Psychoterror und Gewalt in Kinderheimen berichtet.
Ein Bericht von T. Kröger und I. Trams
Otto Behnck berichtet über schwerste Misshandlungen in Glückstadt.
Manfred Schwetje von der Diakonisches Werk Landeskirche Hannover fordert
Gesamtlösungen.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/586536
Es wird auch von Kinderheimen gesprochen
doch keine Kinder gezeigt.
Die Kinder die achtzehn Jahre lang diesem Terror ausgesetzt waren, sind
noch nicht erfasst.
Nur wenige haben das überhaupt überlebt. Diese Zeugen schweigen für
immer.
Die Caritas verdrängt, weil deren Opfer
schon alle auf dem Friedhof liegen?
Readers Edition berichtet Ehemalige Heimkinder: Was macht nun die Caritas? Sonntag, den 21. September 2008 um 21:31 Uhr von Heinz-Peter
Tjaden
15.09.2008 Betroffene erzählen bei NDR 1 Niedersachsen von
Missbrauch in kirchlichen Kinderheimen in den 60er Jahren. Audio 2:52
Minuten
hier klicken...
ARD - Gewalt im Kinderheim: Ein dunkles Kapitel der Fünfzigerjahre
Hier klicken.... Endstation Heimstatt: Dagmar König (Ausbrecherkönigin aus der
Diakonie) berichtet. Hannover: "108 Mädchen hinter Stacheldraht" -
Diakonie-Mitarbeiter
Hans
Bauer recherchiert in Strafbüchern. Tagesthemen vom 17.09.2008 23:00
Uhr
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt846.html
Zitat Hans Bauer: "Heiminsassen mussten Fliesen mit der Zahnbürste
schrubben oder wurden tagelang in fensterlose Verliese eingesperrt.
Solche Schikanen seien auch in Heimen der Caritas und in
staatlichen Heimen vorgekommen."
17.09.2008 | 21:00 Uhr NDR 3
Menschen und Schlagzeilen Magazin |Thema: Erschütternde Dokumente:
Wie Heimkinder in der Nachkriegszeit misshandelt wurden
Diakonie Hannover richtet Hotline ein Tel. 0511–360
43 44 Das Diakonische Werk der hannoverschen Landeskirche hat eine
Telefon-Hotline für die Opfer von Kindesmisshandlungen in
Erziehungsheimen in der Nachkriegszeit geschaltet. Unter 0511–360 43 44
könnten sich ab sofort ehemalige Heimkinder melden, die ihre Geschichte
erzählen wollten, teilte die Diakonie am Dienstag mit. Das Telefon ist
werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr besetzt.
Behinderte im 3.
Reich
Die unvorstellbaren Forderungen des Josepf Mayer
Das Buch "Gesetzliche Unfruchtbarmachung
Geisteskranker"
Ein Standardwerk für die katholische Seelsorge, da es von der
Imprimatur freigegeben wurde.
Hephata in Hessen beschließt mit der evangelischen Fachkonferenz 1931
die Rassenpflege. Ziel war die Vernichtung "Unwertes
Leben". Gründe vieler Kranker: Schütteltrauma und Hospitalismus
Bodelschwingh von Bethel bläst ins selbe Horn und fordert
unmenschliches!
Auch die Caritas soll Kinder verhungern
und vergiftet haben.
Der Film von Ernst Klee und Gunnar Petrich 1988
"Alles Kranke ist Last..."
Die Kirchen und die "Vernichtung lebensunwertes
Leben"
hier klicken...
Und dieses Buch zeigt mit welchen Pädagogen Heimkinder zu kämpfen
hatten
Matthias Willing"Das Bewahrungsgesetz
(1918 - 1967)"
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bewahrungsgesetz in der SBZ bzw.
DDR nicht weiter verfolgt. In den Westzonen hingegen lebte die
Diskussion erneut auf!
Was ist gut für die Gehirnentwicklung bei Kindern? Gibt es
Unterschiede bezüglich der Intelligenz zwischen Heimkindern und Kindern,
die in Adoptivfamilien leben? Und was ist generell gut für die
Entwicklung von Kindern?
Mord in Füssen:
Thailänderin
Sulanee - Opfer durch Heimerziehung?
16.08.2008 Der
Täter Michael K.(27) stammt aus Brandenburg, wuchs als Heimkind auf und
war Zeitsoldat in Füssen.
http://www.westdeutschezeitung.de/index.php?redid=269703 16. Juli 2008 von Christoph Lumme In der Nachkriegszeit wurden zehntausende Kinder für schwachsinnig
erklärt und in kirchlichen Heimen sadistisch gequält. Eins von ihnen war
Monika Stey.
Täter Priester und Nonnen misshandelten in den 50er und 60er Jahren
Zehntausende Jugendliche: 1960 gab es 3000konfessionelle Heime mit
200000 Betten. In vielen Einrichtungen wurde die grausame Pädagogik der
Nazi-Zeit ungebrochen fortgesetzt. Erst nach der Studentenrevolte kam es
zu Reformen. Opfer Zahlreiche ehemalige Heiminsassen leiden noch heute unter
schweren Traumata. Jedes frühere Heimkind stirbt statistisch vor dem 40.
Lebensjahr, häufig durch Drogenmissbrauch und Freitod.
Zitat:
"Den Misshandlungen in der Familie folgten die Prügeljahre im Heim der
„Armen Dienstmägde Jesu-Christi“ in Kerpen. Sie sagt: „Die Nonnen haben
draufgehauen, als wäre der Teufel in mir.“ Manchmal stülpten sie ihr
einen Leinensack über den Kopf und tauchten sie in eiskaltes Wasser,
während sie ihr mit einem Schöpflöffel den Kopf blutig schlugen.
Manchmal würgten sie sie mit einer Kordel oder mit den bloßen Händen,
bis sie ihr Bewusstsein verlor. Und weil Monika ins Laken nässte, musste
sie zur Strafe immer wieder unter ihrem Eisenbett die Nacht verbringen,
auch im Winter ohne Decke."
„Mit der Zwangsjacke in die Wanne“
26.08.08 Kölner Stadt-Anzeiger
von Wilfried Meisen
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660433601.shtml
Früheres Heimkind in Kerpen erhebt schwere Vorwürfe gegen die
Nonnen von St. Vinzenz. Der Orden weist die Anschuldigungen des
Heimkinderverbandes als unbegründet zurück.
http://www.ksta.de/html/artikel/1218660433622.shtml
Lange ist das Leiden misshandelter Heimkinder im Deutschland der
Nachkriegszeit totgeschwiegen worden. Doch seit ein paar Jahren wird
diese dunkle Kapitel in der Vergangenheit...
Vier 4 kids - Eltern
klagen gegen Justiz
Angeprangert werden in München „absolut skandalöse Beispiele, wie
Gutachter, Gerichte, Jugendämter und Verfahrenspfleger unsere Familien
kaputt machen“
(so die beiden Politiker Josef Ranner und Blasius Thätter in ihrer
Einladung).
28.07.2008 Mönchengladbach und seine
Verlorenen Kinder
Das Jugendamt musste 2007, 216 Kinder und Jugendliche in Obhut
nehmen aber in der Nachbarstadt Krefeld waren es nur 31 Kinder.
Eine dunkle Seite Kanadas
12.06.2008 Mehr als 150.000 Kinder von Ureinwohnern wurden in
dem Zeitraum zwangsweise in staatliche christliche Internate
eingewiesen. Dort waren viele von ihnen körperlicher und sexueller
Misshandlung ausgesetzt. "Heute erkennen wir, dass diese Politik der
Assimilierung falsch war, großes Leid verursacht und keinen Platz in
unserem Land hat", sagte Harper. "Die Regierung von Kanada erkennt an,
dass es falsch war, Kinder mit Zwang ihren Eltern wegzunehmen und wir
entschuldigen uns." Die Entfernung von
Kindern aus ihren Familien sollte seinerzeit offiziell dazu dienen,
die Indianer besser in die kanadische Gesellschaft zu
integrieren.
http://www.tagblatt.ch/index.php?artikelxml=1521383
"Sexueller Missbrauch war in den von Nonnen und Priestern geführten
Schulen an der Tagesordnung. Im Internat von Port Alberni verbreitete
ein später verurteilter Sexualtäter namens Arthur Henry Plint als
Aufseher Angst und Schrecken in den Schlafräumen. Plint wollte auch
Alvin Dixon zu oralem Sex zwingen. «Ich war damals aber bereits zwölf
Jahre alt und wehrte mich.» Kleinere Kinder – manche wurden schon im
Alter von vier Jahren den Eltern weggenommen – konnten sich gegenüber
solchen Kriminellen nicht wehren."
Nicht nur Kanada hat sich zu Entschuldigen und zu Entschädigen. Auch
hier zu lesen...
In den Fängen der Fürsorge
04. Juni 2008 00:30
Das Schicksal von Heimkindern der 60er Jahre
Die ZDF-Dokumentation von Sibylle Bassler und Angelica Fell
beschäftigt sich mit diesem düsteren Kapitel deutscher Erziehung. Sie
geht auch der Frage nach, ob diese ehemaligen Heimzöglinge als Opfer
anerkannt werden und mit einer finanziellen Wiedergutmachung nach dem
Opferentschädigungsgesetz rechnen können.
Sendetermin am Mittwoch in der Nacht zum Donnerstag um 00:30 Uhr
nach den Nachrichten.
Bisher wurden alle OEG Anträge (Opferentschädigungsgesetzanträge)
abgeschmettert!
Ehemalige Heimkinder
aus NS-Zeit gesucht
BRAUNAU. Nach mehrwöchiger Irrfahrt trafen Ende 1944 60
Kinder aus dem tschechisch-polnischen Grenzgebiet in Braunau ein und
wurden in der Region verteilt. Um zu erfahren, was mit den Kindern
geschah, werden jetzt Zeitzeugen gesucht.
weitere Informationen
hier klicken...
Ein Film „Die Kinder von Etzelsdorf – Das Schicksal von osteuropäischen
Zwangsarbeiterinnen und deren Kindern um 1945“ zeigt Adelheid Goritzkas
Erfahrungen im Pichler Heim.
ML Mona Lisa
am 01.06.2008 Sonntags, 18.00 Uhr
Von Nonnen gequält
Die heute 47-jährige Carola Koszinoffski berichtet von grausamen
Erziehungsmaßnahmen, die bis Mitte der 70er Jahre im Kinderheim St.
Josef in Eschweiler für Zucht und Ordnung sorgen sollten. Das Heim stand
damals unter der Obhut des Schwestern-Ordens "Arme Dienstmägde Jesu
Christi".
Misshandelte
Heimkinder
Sonntag, 25.05.2008 19.30 - 20.00 (30 min.)
WDR Köln Westpol
Sendemanuskript vom 25.05.2008
jeweils sonntags 19.30 - 20.00 Uhr
http://www.wdr.de/tv/westpol/
Bild: (c) WDR Misshandelte
Heimkinder: Das lange Warten auf Entschädigung
Sie mussten 10 Stunden lang täglich bügeln oder Torf stechen. Sie wurden
geschlagen und misshandelt. Und: Sie konnten nicht fliehen, denn sie
waren eingeschlossen: ehemalige Bewohner von Kinderheimen in den 50er
und 60er Jahren. Bis heute haben sich die Kirchen, in deren Trägerschaft
viele Heime waren, nicht bei ihnen entschuldigt. Auf eine Entschädigung
warten die ehemaligen Heimkinder bislang vergeblich. Westpol ist mit
einer Betroffenen an den Ort ihrer traurigen Kindheit zurückgekehrt.
Die kostenfreie Hotline lautet: Tel.: 0800 - 5678-100
Fax: 0800 - 5678-101
Westpol, das Politikmagazin für Nordrhein-Westfalen, wird immer montags
von 13.30 bis 14.00 Uhr im WDR-Fernsehen wiederholt. Hier Klicken:
Der Beitrag als Video
Auf sich gestellt - wenn ehemalige
Heimkinder erwachsen werden
- Bayern Radio 2 -
13.05.2008 10:05 -
11:56
Bayerischer Rundfunk - 20.
Woche
- Bayern Radio 2 -
Notizbuch - Auf sich gestellt
- wenn ehemalige Heimkinder erwachsen werden
report MÜNCHEN hakt beim Bundesjustizministerium nach, aber die
Justizministerin Zypries sieht keinen Handlungsbedarf. Menschen mit
Entmündigung zu drohen ist also weiterhin möglich. Geistig völlig
gesunden Menschen, die einfach nur um ihr Recht kämpfen, droht damit
weiterhin die Gefahr für unzurechnungsfähig erklärt zu werden.
Frau von der Leyen
Familienministerin hat keinen Bedarf an weiteren
Informationen? 17.03.2008
http://pressemitteilung.ws/node/124108
...Von der 49-Jährigen habe ich am 21. Februar 2008 einen Brief
bekommen, die Ministerin schrieb: „Ihr Engagement für Jessica Müller
nötigt mir Respekt ab.“ Weitere Informationen aber sind nicht erwünscht?
Fest steht: Heute bekam ich zwei Briefe mit dem Vermerk „Annahme
verweigert“ zurück.
Schafft ein Heim ein
zu Hause?
Was geschieht noch
heute in den Kinderheimen, warum bezahlen Jugendämter diese
Wirtschaftsunternehmen, hat die Justiz keine Kompetenz mehr, warum haben
Anwälte Angst, was zeichnet einen Gutachter aus?
02.08.2008 Überreste von fünf Kindern gefunden Die Polizei hat Knochen und Zähne von mindestens fünf Kindern in dem
Skandal-Heim auf der britischen Kanalinsel Jersey entdeckt. Die
Leichenteile wurden offenbar verbrannt.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/430/304406/text/
31.07.2008 Polizei entdeckt fünf verstümmelte
Kinderleichen Britische Medien nennen es "das Horrorhaus von Jersey": In
dem ehemaligen Erziehungsheim sollen Hunderte Mädchen und Jungen
missbraucht worden sein. Jetzt fand die Polizei dort die Überreste von
fünf Kindern - alle verstümmelt, verbrannt, mit Narben übersät.
Die Mädchen und Jungen waren zwischen vier und elf Jahre alt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,569285,00.html
09.07.2008 Polizei untersucht in Missbrauchsfall
deutschen Bunker auf Jersey Das Kinderheim steht im Mittelpunkt eines der größten Fälle
von Kindesmissbrauchs in Großbritannien.
Hier klicken und
hier
12.06.2008 Weitere Festnahme wegen mutmaßlicher
Kindesmisshandlung auf Jersey
http://www.dernewsticker.de/news.php?id=17113
Am Donnerstag hat es eine vierte Festnahme gegeben. Es handelt sich um
einen 50-jährigen Mann.
01.06.2008 Mann wegen Missbrauchs in Kinderheim auf
Jersey beschuldigt
Hier klicken
29.04.08Nächste Festnahme in
Horrorheim-Skandal
Jahrzehntelanger sexueller Missbrauch von Kindern: Ein Wärter ist in
Haft, doch es gibt noch 40 Verdächtige. Nun
klickten
wieder die Handschellen.
29.04.2008 Verhaftung im Fall des
Horror-Heims JERSEY (GB) – Neue Entwicklung im Missbrauchsfall der Heimkinder
von «Haut de la Garenne»: Nach Funden von Milchzähnen und Knochen wurde
heute ein Mann verhaftet, der über die jahrelangen Quälereien und
Vergewaltigungen von Heimkindern reden soll.
http://www.blick.ch/news/ausland/verhaftung-im-kinderheim-des-horrors-89691
und bei
neuepresse
Mann wegen Vorgängen in Jerseys Horrorheim festgenommen
und
Welt-Online
Verdächtiger in Missbrauch-Skandal verhaftet
160 bestätigte Missbrauchsopfer haben sich schon
gemeldet. Es werde nach sechs weiteren Kinderleichen in dem Kinderheim
gesucht, das von 1960 bis 1986 betrieben wurde.
Der couragierte ehem. Gesundheitsminister von der Insel Jersey, Stuart
Syvret, will nun die Sache, die jahrzehntelang unter dem Teppich gekehrt
wurde, aufklären.
BILD berichtet!
28.02.2008 Der 59-jährige
Peter Hannaford ist selbst als
Heimkind mit zwölf Jahren "fast jede Nacht" Opfer grausamer Gewalttaten
geworden.
Wann werden die Kinderleichen in deutschen
Kinderheimen gefunden? Die Adressen könnten schon bekannt sein!
Steuerskandal Liechtenstein
Der Informant Heinrich K. soll sich nach Australien
abgesetzt haben. Laut Informationen von N24 soll er eine schwierige
Kindheit gehabt haben. Auch seine Schwestern sollen in einem Heim
gewesen sein. Was sagt uns das?
Haben wir es jetzt ehemaligen Heimkindern zu verdanken, dass der
Steuerbetrug aufgeflogen ist. Vielleicht überdenkt der LVR und die
Gerichte mal ihre Arbeitsweise; Kinder in Heime zu stecken.
Nach dem Heim sind die meisten Skrupellos und können sehr gefährlich
werden. Wollen wir hoffen, dass die Bochumer Staatsanwaltschaft mal über
ein Dankeschön nachdenkt.
Vom Heimkind zum Spion?
12. März 2008
Liechtenstein: Die Welt sucht Heinrich Kieber Jetzt wird der 42-jährige "Henry" per internationalem Haftbefehl
gesucht
http://www.markenpost.de/bigimage.php?ID=30479 "Dann allerdings entscheidet das Jugendamt in
Liechtenstein, dass Heinrich Kieber in ein Kinderheim soll.
Vielleicht hat er Liechtenstein nie verziehen, dass er nicht bei seiner
Mutter bleiben durfte und ihn das Jugendamt in ein Heim in Schaan
unterbrachte?"
LWV-Hessen sollen verkauft werden!
Der Landeswohlfahrtsverband Hessen – Träger der überörtlichen
Sozialhilfe – soll aufgelöst werden!
Nachdem nun der LWV sich beim den ehemaligen
Heimkindern entschuldigt hat wird er aufgelöst um möglicherweise etwaige
Entschädigungszahlungen aus dem Weg zu gehen?
Die Presse dazu:
Die Einrichtungen des LWV-Hessen sollen verkauft werden!
http://www.netzwerkit.de/projekte/gesundheit/news_item.2005-04-02.5420841669/
17.05.2008 KAISERSLAUTERN Stefan S., ehemaliger Leiter des
Kinderheims Spatzennest im pfälzischen Ramsen, wird sich ab 29. Juli in
öffentlicher Hauptverhandlung vor dem Landgericht Kaiserslautern wegen
sexuellen Kindesmissbrauchs zu verantworten haben.
Der Angeklagte, seit Februar in Untersuchungshaft, muss nach Anordnung
des Gerichts weiterhin im Gefängnis bleiben.
hier weiterlesen...
Freitag, 22. Februar 2008 um 01.50 Uhr
Auf Arte TV
(Deutschland, 2007, 52mn) NDR Regie: Jutta Pinzler, Dorothea Hohengarten PR-inside.com 08.02.2008 Der GAU ist eingetreten. Heimleiter
verhaftet.
"Ich hatte die Befugnis den zwölfjährigen Mädchen die Creme an die
Scheide zu schmieren"
Mit einer Tube habe er bei einer Elfjährigen einen Darmeinlauf
vorgenommen.
Auf Computern des Stefan S. seien "zwei Bilder mit deutlich
kinderpornografischen Tendenzen" gefunden worden, so der
Oberstaatsanwalt Helmut Bleh
Vom 19.12.2007 Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ermittelt nach wie
vor wegen Kindesmissbrauchs gegen den Sozialpädagogen Stefan S. (40)
Allgemeine-Zeitung.de
berichtet.
19.12.2007 Wegen Kindesmissbrauchs ermittelt die Staatsanwaltschaft
Thema: Panorama, 06.12.07:
Verdacht auf Missbrauch - Jugendamt zerstört Familien
Jugendamt unter Druck - Fragen an Sozialdezernenten Georg Büttler
(SPD)
FDP und Grüne verlangen im Stadtrat Aufklärung über den Fall des
Kinderheims Ramsen
Strafverfahren am 10. September 2007 eingeleitet!
Auf Anweisung des Amts wurden die neun Kinder und Jugendlichen in
anderen Einrichtungen untergebracht. Warum werden die Kinder nicht in
die Elternhäuser zurückgeführt.
Alleine dafür müsste der Träger "Jugendhilfe Einrichtungen Südwest"
JES, und die verantwortlichen in den Bau. Mit ihren
Sozialpädagogischen Zerstörungsprojekten gehören die an den Pranger und
es ist zu hoffen, dass sich der
DPWV und dieIGfHschleunigst davon distanziert.
Die damaligen Aussagen des Heimleiters Stefan Schmitt in den
Wormser Prozessen
werden von der Staatsanwaltschaft erneut geprüft. Das Spatzennest war
klinisch besser ausgestattet wie mach Arztpraxis und diente wohl nur
einem fragwürdigen Zweck.
Gerda Edelhoff wird wegen ihres herausragenden Engagements für Kinder
des Kinderdorfes Dalheim-Röttgen und weiterer gemeinnütziger Aktivitäten
im kirchlichen Bereich ausgezeichnet.
Bischöfin Maria Jepsen
Bischöfin Maria Jepsen,
Mitglied der EKD-Führung und dort unter anderem zuständig für die
Diakonie. Ausgerechnet die „Kaiserswerther
Diakonie“, die in der NS-Zeit am „Euthanasie“-Programm beteiligt war
und in den 1960er Jahren „Heimkinder“ drangsalierte, eröffnete kürzlich
eines der ersten „Erziehungscamps“.
Ruth Seiler-Schwab, wuchs in einer Bauernfamilie
mit sechs Mädchen im Berner Seeland (Kerzers, Schweiz) auf und ist heute
89 Jahre alt. Mit einer Art Urkommunismus wollte sie den Bauernfamilien
mit sozialistischen Ideen aus der Armut helfen. Dafür wird sie 1942,
zwei Tage vor ihrer Hochzeit verhaftet und kommt für eine Woche ins
Gefängnis. Im Schweizer Bundesarchiv ist sie als aktive Kommunistin
registriert. Die kommunistischen Ideen der jungen Bauerin wurden auch
schon damals nicht gebilligt.
Sie war nicht nur die Mutter für ihre eigenen
Kinder, sondern auch noch für 120 Heimkinder im Schlössli Ins.
http://www.schloessli-ins.ch/ Sie hat den Lehrer Robert Seiler
geheiratet und 1953 mit ihm die Heimschule gegründet. Das Konzept des
Schulheimes war eng an einer Waldorfschule angesiedelt. Durch die
Umsetzung von Rudolf Steiners Anthroposophie führte dies sogar zu
Neugründungen von Heimen im Emmental und im Ausland.
Ihr Sohn Ueli Seiler übernahm 1972 die Leitung der
Heimschule und hat sehr enge Kontakte zu Tallinn (Estland), Riga
(Lettland) und Prag (Tschechien). Zu Deutschland liegen keine
Informationen vor. Sie könnten aber ihre kommunistischen Ideen bis heute
verfolgen.
Bleibt zu hoffen, dass ihr Ringen um freie
Liebesbeziehungen vor dem Heim Schluss macht.
Plötzlich ist dein
Kind weg
Eltern kämpfen gegen Behördenmacht
WDR Fernsehen Sonntag 09. Dezember 2007, 16.25 Uhr - 16.55 Uhr
Wiederholung, 14. Dezember 2007, 9.20 Uhr - 9.50 Uhr Wann hört der Missbrauch der Jugendämter endlich auf!
ARD Montag, 3. Dezember 2007 um 21.00 Uhr
Teil 4 Rena will raus aus den engen Verhältnissen. Ihre allein
erziehende Mutter verdient mit der Pflege einer alten, unfreundlichen
Tante den Lebensunterhalt. Als Rena beginnt, die Schule zu schwänzen,
und ein Lehrer sie bei den "Gammlern" an der Gedächtniskirche sieht,
schaltet er das Jugendamt ein. Von einem Tag auf den anderen wird Rena
in ein Heim gesteckt, das mit hohen Mauern und Stacheldraht einem
Gefängnis gleicht.
ARD Montag, 10. Dezember 2007 um 21.00 Uhr
Teil 5 Rena Sander-Lahr aus Westberlin möchte rebellieren. Sie ist
damals 15 Jahre alt und lebt seit zwei Jahren in einem christlichen Heim
für schwer erziehbare Mädchen, das nicht nur wie ein Gefängnis aussieht.
Die Nonnen führen ein strenges Regiment: Es herrscht Zucht und Ordnung,
nie erlebt Rena eine zärtliche Geste oder ein herzliches Wort. Sie und
zwei Freundinnen planen die Flucht.
ARD Montag, 17. Dezember 2007 um 21.00 Uhr
Teil 6 Der 17-jährige Gerhard bezahlt seinen Traum von der weiten
Welt mit 15 Monaten Jugendknast.
Die Luzerner
Katholiken wollen sich bei all jenen entschuldigen, denen von
kirchlichen Amtsträgern Gewalt angetan wurde.
Das Parlament der
römisch-katholischen Landeskirche hat ein entsprechendes Postulat
mit grossem Mehr überwiesen. Es verlangt, dass sich die Kirche für
katholische Amtsträger entschuldigt, die «Verding-, Heimkinder oder
Kinder, die ihnen anvertraut waren, psychisch und physisch unrecht
behandelt» haben. Solche Misshandlungen gab es im Kanton Luzern etwa
im Erziehungsheim Rathausen, und zwar bis weit in die Mitte des 20.
Jahrhunderts hinein.
Neue Luzerner Zeitung, 10.12.2007
Kirchliche Gewalt an
Kindern Vorläufig gibt es keine Entschuldigung
Kirchenleute haben Gewalt an Kindern ausgeübt.
Die katholische Basis wünscht eine Entschuldigung. Aber die
Exekutive will mehr Zeit.
EXPRESS:
• Die katholische Kirche wartet auf eine Studie über Heim- und
Verdingkinder.
• Dann will sie entscheiden, wer sich wie für Gewalt an Kindern
entschuldigen soll.
«Die Sache ist zu wichtig, als dass wir
Schnellschüsse machen dürften»: Das sagt Jörg Trottmann, Präsident
des Synodalrats der römisch-katholischen Landeskirche Luzern.
«Die Sache» - das ist psychische und
physische Gewalt, die Heimkindern und Verdingkindern bis in die
Mitte des 20. Jahrhunderts angetan wurde. Auch von Kirchenleuten
oder mit Duldung kir …
Bamberger Erklärung wird an EU-Politiker übergeben
20.11.2007
Marcin Libicki,
Vorsitzender des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes ist
im Juni 2007 und im Europarat über Menschenrechtsverletzungen an Kindern
und Eltern von Seiten deutscher Jugendämter aufmerksam gemacht worden.
Annelise Oeschger,
Präsidentin der Konferenz der Nicht-Regierung-Organisationen (NGO) des
Europarates, hat dem Petitionsausschusses des Europa-Parlaments in
Brüssel, dem Vorsitzenden Marcin Libicki, die
"Bamberger Erklärung" überreicht.
Immer mehr
Heimkinder im Kreis
Schwerte In vielen Kommunen
des Kreises werden immer mehr Kinder und Jugendliche in Heimen
untergebracht. Besonders in Schwerte und Lünen steigen die Zahlen.
In Schwerte sind deswegen überplanmäßige Ausgaben von etwa 1,7 Millionen
Euro angefallen. Um diese Kostensteigerung einzudämmen, soll die Stadt
ein Konzept entwickeln.
Unter anderem sollen externe Berater das aktuelle Hilfeplanverfahren
überprüfen. Der entsprechende Antrag wird im nächsten Sozialausschuss
besprochen. Die Gründe für die steigende Zahl an Heimunterbringungen
sind vielfältig: die soziale und finanzielle Verelendung von Familien
nimmt auch in Schwerte zu, immer mehr Eltern sind psychisch krank,
Drogen- und Alkoholmissbrauch steigen. Außerdem schnelle die Anzahl von
Kindesmisshandlungs- Meldungen wegen des gesteigerten öffentlichen
Bewusstseins nach oben, so die Stadt. [01.10.2007]
Quelle:
Die Filmemacherin Beatrix Wilmes
aus Köln hat sich mit ihren sensiblen Betrachtungen einen Namen
gemacht. Nicht nur für FrauTV, sondern auch
in Redaktion mit Martin Blachmann, der ja auch meinen Film "Ich bin ein
Heimkind" gemacht hat. Mit "Gott und die Welt" WDR ist
Beatrix Wilmes eng verbunden.
Regina Eppert ist 17, als sie im Sommer 1960 ein
uneheliches Kind zur Welt bringt. Wegen "drohender Verwahrlosung" wird
sie in ein Erziehungsheim eingewiesen - geleitet von den Barmherzigen
Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul. Mutter und Kind werden sofort
getrennt, Regina Eppert unter Strafandrohung zu Gebet, Arbeit und
Schweigen gezwungen. Zwei unbarmherzige Jahre, unter denen Mutter und
Tochter noch heute leiden. Regina Epperts Heimschicksal teilen in den
Anfängen des Wirtschaftswunderlandes Tausende Kinder und Jugendliche,
auch Wolfgang Focke. Ob Prügel, Vergewaltigung oder Einzelarrest,
Wolfgang Focke hat alles erlebt. 8 lange Jahre lang war er in
unterschiedlichen Heimen untergebracht. Überall musste er hart arbeiten,
für ein Taschengeld - ohne Lohn und Sozialversicherung. Bis heute wirkt
sich die Heimzeit auf ihr Leben aus: Wolfgang Focke lebt am
Existenzminimum, Regina Eppert hat kaum Kontakt zu ihrer Familie. tag7
erzählt die Geschichte zweier ehemaliger Heimkinder, die nicht mehr
schweigen wollen und anfangen zu kämpfen: Regina Eppert um die Liebe
ihrer Tochter, Wolfgag Focke um die Anerkennung seiner Arbeitszeit auf
die Rente.
Ob der Filmbeitrag die echten
Probleme der ehemaligen Heimkinder widerspiegeln wird?
Kommentar:
Die Verantwortlichen der Kindesmisshandlungen in den Heimen wurden
"Eingeladen" um
Sachverhalte vorzubringen.
Nicht von der Staatsanwaltschaft
sondern vom Petitionsausschuss wurden die Damen und Herren der Kirchen
und Verbände vorgeladen. Eine einmalige skandalöse Vorgehenswiese, das
schuldbehaftete Organisationen
befragt werden und die Opfer draußen wie Bettler stehen müssen, während
die Jalousien heruntergelassen wurden damit die Öffentlichkeit draußen
bleibt. Eine Diskriminierung der Opfer erster Güte! Du bist Deutschland!
Du bist ein Heimkind!
report MÜNCHEN am
22.10. um 21.45 Uhr Kindesentzug auf
Verdacht?
Die unkontrollierte Macht der Jugendämter
Mit dutzenden Fällen von Kindesentzug in Deutschland müssen sich das
Europaparlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte
beschäftigen. Rechtsbruch gehört laut Insidern bei deutschen
Jugendämtern zum Alltag. Kein Wunder, existiert doch keine
funktionierende Kontrolle der Jugendämter in Deutschland. Und das,
obwohl die Macht der Sachbearbeiter bis zur Kindeswegnahme reicht. Im
europäischen Vergleich sind die deutschen Jugendämter damit bisher
einzigartig.
report MÜNCHEN begleitete zwei Fälle. Mehr Information unter
http://www.br-online.de/daserste/report/archiv/2007/00423/info.html
Leider gelöscht worden
Skandal im Gelderner Jugendamt
Hier klicken Bürgermeister und Jugendamtsleiter müssen sich beschimpfen
lassen
Finanzmaklerin Elisabeth Sodies kämpft für die Menschenrechte der
Kinder.
Die Rheinische Post ist einer der Geldspender an die Heime!
Hier klicken
Auch Schloss Dilborn hat 5000,- Euro erhalten. Versucht die RP-Online
sich reinzuwaschen oder gibt es eine direkte Autostraße in den
Psychoterror? Sitzt der LVR womöglich direkt in der Redaktion?
Ich frage mich warum die RP-Online, unsere Kinder im Land, nicht
vor Kinderheime schützen will.
Wie kleine Kommunen sich von den großen Kreisjugendämtern trennen
wollen.
erstellt am: 13.02.2007, Nettetal, Marsch ins
eigene Jugendamt ...hier
klicken
von LUDGER PETERS
Kinderheime in der Bundesrepublik in den 60 Jahren
Kinderheime in der Bundesrepublik in den 60 Jahren Audioportal Freier
Radios 21.10.2007 15:12, Interview deutsch, Länge 45:43 Minuten Silke Bauer In dieser Sendung interviewe ich das ehemalige Heimkind Dietmar
Krone.
Er war ein ungewolltes Kind und wurde von seiner Mutter misshandelt und
zu ausbeuterischer Kinderarbeit gezwungen, die Nachbarn sahen weg.
Um ihren Sohn loszuwerden und ihre Misshandlungen zu vertuschen, brachte
seine Mutter ihn schließlich mit Lügen und Falschaussagen in ein
Erziehungsheim.
Seinen Aussagen glaubte hingegen niemand, da er noch ein Kind war.
Im Erziehungsheim wurden die Kinder u. a. von ehemaligen
Wehrmachtsangehörigen und ehemaligen SS-Leuten misshandelt, ausgebeutet
und missbraucht.
Für die Firmen Miele, Braun, Grundig und Rowenta mussten die Kinder
unter schlimmsten Arbeitsbedingungen bis zu 12 Stunden am Tag unter
Androhung von Schlägen Geräte im Akkord montieren. Auch für Bauern
mussten die Heimkinder auf den Feldern schuften und wurden dort
verprügelt.
Unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit waren die Kinder in den
Heimen ihren Peinigern und Aufsehern schutzlos ausgeliefert. Nicht
wenige der Heimkinder kamen in deutschen Kinderheimen zu Tode oder
mussten in die Psychiatrie eingeliefert werden.
Dietmar Krone erzählt nicht nur vom Erziehungsheim, sondern auch von
schlimmen Misshandlungen, die er in konfessionellen Kinderheimen erlebt
hat.
SCHWARZE PÄDAGOGIK "Landesfürsorgeheim Glückstadt", das hört sich gut an. In den
30er und 40er Jahren war es ein
nationalsozialistisches Arbeitslager. Noch bis Anfang der 70er Jahre
wurden hier die Zöglinge
geschlagen, gedemütigt und gezwungen, Sträflingskleidung zu tragen. Die
Jugendlichen mussten in
Steinbrüchen bis zur Erschöpfung arbeiten, sollten zu "wertvollen
Mitgliedern der Gesellschaft"
geprügelt werden. Erst jetzt brechen die Opfer ihr Schweigen, fordern
Rehabilitation. ML über ein
kaum bekanntes und düsteres Kapitel deutscher Zeitgeschichte.
hier ansehen...
Werke 2. Administrativjustiz
Carl Albert Loosli (1877-1959) – Verdingbub und Literat
Zum
Beispiel: Psychotherapie und Erziehung. Ein Rückblick auf den Streit
um die Arbeitserziehungsanstalt Uitikon. Bümpliz (Selbstverlag) 1952
Die
Carl-Albert-Loosli-Gesellschaft hat sich zu einer Werkausgabe in
sieben Bänden entschlossen; im Spätherbst sollen die zwei ersten
Bände zum Anstaltsleben und zur Administrativjustiz erscheinen.
Mir kommt
der Klappentext so vor als wenn er 1960 in Deutschland geschrieben
wurde.
Klappentext
In den Gefängnissen, Arbeits- und Zwangserziehungsanstalten saß
zu C. A. Looslis Zeiten nur gerade ein Drittel gerichtlich
Verurteilter. Zwei Drittel der Internierten waren »administrativ
Enthaltene« ? nichtkriminelle Schwierige, Auffällige und Unbequeme
?, die ohne Urteil nach Gutdünken der Behörden »versorgt« wurden,
manchmal lebenslänglich. Diese Internierten hatten mit ihrer Arbeit
mitzuhelfen, die Anstalten kostengünstig zu betreiben ? Loosli
nannte sie deshalb »Staatssklaven«. Das so perfide wie
rechtsstaatlich indiskutable Versorgungssystem funktionierte als
Klassenjustiz und traf neben Alkoholikern, »Familienvernachlässigern«
und Nichtsesshaften häufig auch Arbeitslose, die man als
»Arbeitsscheue« denunzierte. Diese »Administrativjustiz« ist die
Kehrseite der damaligen Geranienschweiz und bis heute kaum
erforscht: ein eigentliches sozialgeschichtliches Tabu.Looslis Kampf
gegen die »Administrativjustiz« steht im Zentrum dieses Buches. Mit
Aufsätzen, Artikeln und Briefen wird er daneben aber als versierter
und unbeugsamer Anwalt des Volkes vorgestellt: Er mischte sich ein
bei Justiz-, Strafrechts- und Strafvollzugsreformen, er denunzierte
behördliche Willkür vor dem Hintergrund des Verfassungsrechts, und
er wies immer wieder das Unrecht nach, welches das damals
herrschende Rechtssystem für die Unbemittelten, Armen und Wehrlosen
bedeutete.
Werke 1. Anstaltsleben Verdingkinder und
Jugendrecht.
Loosli kämpfte gegen die Versorgung von Kindern in Anstalten;
gegen das Verdingkinder-Unwesen; gegen die unbefristete
»administrative« Internierung randständiger Erwachsener; für die
Humanisierung von Strafrecht und Strafvollzug. Er machte als
Mitbegründer und erster Präsident des Schweizerischen
Schriftstellerverbands Literaturgeschichte und schrieb im
Zusammenhang mit Ferdinand Hodler Kunstgeschichte. Er trat als
Anwalt der schweizerischen Juden und Jüdinnen gegen die Hetze der
in- und ausländischen Nazis an. Und er beharrte gegenüber den
Fronten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges sowie des Kalten
Krieges auf einer Demokratie, die diesen Namen verdient. Die in den
Jahren 2006 bis 2009 erscheinende Werkausgabe erlaubt es, C. A.
Loosli in der ganzen gesellschafts-, sozial- und
kulturpolitischen Breite seiner Schriften, seiner Interessen und
seines Engagements kennen zu lernen.
Halle macht den ersten Schritt:
Kinder aus den Heimen zu holen
21.09.2007
"Es darf nicht heißen: einmal Heim - immer Heim. Natürlich gibt es
Familien, die kaputt sind. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass,
wenn einmal ein Problem in der Familie war, das Problem immer bleibt."<
http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen-anhalt/4856351.html Danke liebe Frau Oberbürgermeisterin
Dagmar Szabados aus der Stadt Halle für die
Dienstanweisung Nr. 93 im Jugendamt Halle Schluss mit Heime für Kinder!
Die skandalöse Presse im überblick
hier klicken...
Keiner denkt an die psychischen Erkrankungen der Heimkinder
Sonntag, 21. Oktober 2007, 12.47
Uhr
Blickpunkt mit Stefan Raue Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken.
Heimskandal - Stadt Halle will Heimkinder nach Hause schicken. Die
Stadt Halle möchte Geld sparen, so war es in einer großen Tageszeitung
zu lesen. Ihre Idee: Heimkinder sollen wieder zu ihren Familien zurück.
Für einige Experten ist das ein Skandal, dies sei eine völlig absurde
Anweisung, sagt ein renommierter Familienrechtler. Anders die Stadt
Halle: Es sei menschlicher, wenn Kinder in ihren Familien aufwachsen,
sagte Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados. Über den Streit und
das Pro und Contra berichtet aus Sachsen-Anhalt ZDF-Reporterin.
Berit Suhr.
hier ansehen...
Kommentar:
Bitte sehen sie sich den Bericht genau an. Eine mindestes 12 jähriges
Mädchen liest gelangweilt ein Bilderbuch einer dreijährigen. Der ganze
Beitrag ist eine Manipulation dieses Heimes. Hier geht es nur um die
Arbeitsplätze der Erzieher. Was malt das große Mädchen im Hintergrund.
Welche aufgaben haben diese Erzieher? Wie gelangweilt liegen die andern
da rum.
"Da, bekommen die Kinder zuhause kein Obst und sitzen den ganzen Tag
vor dem Fernseher" meinte eine dieser Pädagogen!
Angeblich bleiben die Kinder nur ein bis zwei Jahre im Heim. Wir kennen
nur fälle in dem Kinder nie wieder zu ihren Eltern kamen.
28.11.2007
Heimkinder in Gefahr?
Die Stadt Halle muss sparen. 314 Heimkinder sollen deshalb zurück
in ihre Familien. So will es das Jugendamt. Heimmitarbeiter warnen vor
den Folgen für die Kinder. Drehscheibe ZDF berichtet "Heimkinder_in_Gefahr?"
Die armen Kinder! Was haben
sie für eine Zukunft?
ZDF Mona Lisa vom 23.09.2007
18:00 - 18:30 Uhr
Entschädigung für eine gestohlene
Kindheit
Prügel, Demütigungen, Einzelhaft: In den 50er und 60er Jahren wurde in
manchen kirchlichen Kinder- und Jugendheimen in der Bundesrepublik eine
erschütternde Erziehungspraxis angewandt. Viele der Kinder und
Jugendlichen wurden damals auch als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. So
auch Heidelore Rampp. Sie und viele andere Betroffene fordern heute eine
Entschädigung vom Staat für ihre gestohlene Kindheit.
Ein ausführlicher Bericht Deutschland in den 50er und 60er Jahren: Jeder, der
zupacken kann, wird gebraucht. Also auch Heimkinder. Mehr als eine halbe
Million gibt es damals von ihnen, untergebracht sind sie in so genannten
Fürsorgeheimen.
http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=2590106/h1stsw/index.html
Protestaktion vor
der Hessischen Landesvertretung in Berlin
Am 13. und 14. Juli 2007
haben u. A. die Dipl. Rel. Pädagogin
Christa Schudeja,
der Künstler und Designer, Benjamin Blase und der ehemalige Insasse des
GJWH Torgau, Stefan Lauter vor der Hessischen Landesvertretung in Berlin
gegen die Förderung von Misshandlungen an Jugendlichen durch die
Hessische Landesregierung im Trainingscamp
Lothar Kannenberg protestiert.
Am 24.11.2007 hat Frau
Schudeja ein Referat in der Evangelische
Akademie Bad Boll über den gravierenden Jugendhilfemissbrauch im
Ausland gehalten.
hier klicken...
Die zweifelhaften
Erziehungsmethoden des „Respekttrainers“ Lothar Kannenbergs stehen im
Visier der Staatanwaltschaft. Die
nordhessische.de berichtet im Dez. 2007
hier klicken...
Die Menschen äußerten
durchweg auf vielfältige Weise Ihren Unmut über diese Erziehungspraxis.
Mit zwei
Großtransparenten wird am Beispiel von Presse- und Fernsehbeiträgen
(mit denen das
Trainingscamp für sich wirbt und warb) der Sachverhalt verdeutlicht.
Das glaub
ich nicht. Das kann nicht wahr sein. Ich bin erschüttert. Wir haben doch
ein Grundgesetz in unserem Land. Hier gelten doch die Menschenrechte.
Das ist ja daneben. Ich bin Mutter von 4 Kindern. So kann kein normaler
Mensch Strafvollzug durchführen. Ich kann nur den Kopf schütteln. Es
kann nicht sein, dass Jugendliche, die straffällig werden, nichts mehr
wert sind. Das ist nicht zeitgemäß. Wenn Herr Kanneberg als Vorbild für
Deutschland geehrt wurde, übernimmt Herr Köhler die Verantwortung. Ach
ja, solche Straflager gibt’s in Hessen? (Kopfschütteln) Noch nie davon
gehört. Werde mal drauf achten. Und so etwas fördert die Hessische
Landesregierung? Wir kommen aus Hessen. Bei Herrn Koch ist alles
möglich. Warum protestieren Sie nicht in Wiesbaden? Wieso trägt die
Jugendhilfe das mit? Das war in der Presse und das fällt keinem auf? Da
trifft es mal wieder diejenigen, die sich nicht wehren können. Ganz
falsch! Die jungen Menschen haben schon den Mangel an Liebe erlebt und
nun wird ihnen Liebe entzogen. Ich komme aus London. Da sind die
Gefängnisse voll von Menschen, denen in der Kindheit Liebe entzogen
wurde. Das ist ganz ganz schlecht. Das ist wie in Amerika. Unglaublich.
Man geht davon aus, dass es in Europa so etwas nicht gibt. Das wird von
den Medien in Szene gesetzt. Demütigend. Gut, dass ihr das hier macht.
Der TV Sender N24 brachte Bilder über das
Camp Lothar Kanenberg in dem ganz klar Menschenrechtsverletzungen an
Kindern gezeigt wurde. Wer hier noch von Würde spricht macht sich
mitschuldig. Die Re-Traumatisierung dieser Menschen wird der
Allgemeinheit noch teurer zustehen kommen. Aber dann sind die
Verantwortlichen nicht mehr haftbar zu machen. Roland Koch finanziert
dieses Camp und ist über die Verbrechen an Kindern sehr wohl informiert.
Ich suche verzweifelt die Kriminellen Immigranten, die er bezichtigt, in
diesen Camp’s. Fast nur Schwererziehbare deutsche Heimkinder landen
hier. Sehr bedenklich, da die kriminellen Jugendlichen, die in Presse
und TV in Erscheinung treten, nie im Heim gewesen sind.
Es ist ein Experiment, ein Wagnis. Gründe, das
Modell abzulehnen, gibt es genug. Warum 203,67 Euro am Tag für einen
Kriminellen zahlen, damit er in diesem Modell Freiheiten hat, wenn ein
Platz hinter Gittern nur etwa 80 Euro kostet?
Wer hat diese jungen Menschen soweit gebracht. Es
war die Politik der letzen 25 Jahre.
Die Fakten schafft Landesfamlienminister
Armin Laschet
Armin Laschet: "Solche Einrichtungen wie in Hessen brauchen wir
auch in Nordrhein-Westfalen."
Nordrhein-Westfalen wird im März 2008 das erstes
Erziehungscamp für jugendliche Straftäter in Neukirchen-Vluyn
klammheimlich eingerichtet haben. Jugendliche im Alter zwischen 14 und
18 Jahren werden hier dem psychischen Terror ausgesetzt. Sehr
vorbildlich, für straffällige soviel Geld auszugeben! Die Opfer werden
wieder in die Röhre sehen. Es werden aber die falschen eingesperrt. Die
ehemaligen Heimkinder haben schon angedeutet, das sie sehr genau
hinsehen werden und jede Straftat an Kindern zur Anzeige bringen werden.
Mit Lagern hat Deutschland schon große Erfahrungen sammeln dürfen. Aus
der Geschichte lernen brauchen wir nicht! Dann werden die Menschenrechte
eben wie in Kassel mit Füßen getreten. Die amerikanischen
Bootcamps könnten hier Pate gestanden haben.
Schläft Europa oder wird Deutschland zu
Abu Ghraib?
Hier wird ein Jugendliche von einem
Respektor in die Schlammpfütze gestoßen!
Mit der Trillerpfeife werden sie gefoltert. Bildquelle N24
Jugendliche müssen mit Holzstämme bis
zur absoluten Erschöpfung laufen.
Der Drill soll die Jugendlichen brechen und zu willenlose Objekte
machen. Bildquelle N24
Ø„...ich trete denen in den Arsch...“
Kanenberg (Stern 13.10.2005)
؄Wenn einer keine Lust hat aufzustehen, bekommen alle
anderen kein Frühstück.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)
Ø„Kollektivstrafe Liegestütze: ...auf diese Weise kommen
sie pro Tag auf etwas hundert.“ (Frankfurter Allgemeine, 29.8.04)
Ø„Liegestütze in einem Tümpel, indem sich sonst die
Wildschweine suhlen – das gehört nicht nur zur Aufnahmeprüfung, sondern
ist gelegentlich auch eine Strafmaßnahme“ (Hamburger Abendblatt 8.9.04)
Ø„da kann es schon mal vorkommen, dass die Schlafmütze sich
in der Fulda wiederfindet – höchst respektvoll reingeschmissen, versteht
sich.“ (Extra-Tip, 15.9.2004)
ØBegräbnis: „Dieser Jugendliche macht das, was alle
Jugendlichen nach einer Woche auf Gut Kragenhof machen. Er schaufelt
sich, ganz symbolisch, sein Grab, um dort sein altes Leben zu
verbuddeln“ (HNA 30.9.04)
Ø„Im Misthaufen müssen sie sich wälzen und dann ein Bad im
eiskalten Flüsschen Fulda nehmen. (ZDF 23.3.2005)
Ø„Wer nicht pünktlich kommt, für den gibt es eben kein
Frühstück oder Mittagessen.“(ZDF 23.3.2005)
Ø„Aufstehen, hoch die Ärsche“ – Morgengruß auf Gut
Kragenhof ( Das Parlament 10.4.2006)
Das Vorbild Lothar Kanenberg
؄Mit der
Vereinsgründung geht für mich ein Traum in Erfüllung. Meine Arbeit mit
benachteiligten Jugendlichen kann ich so gestalten, wie ich mir das
schon immer vorgestellt habe.“ Kanenberg (Extra Tip und Peperoni
18.7.2004)
؄Ich
mache das so, wie ich es für richtig halte, oder hier ist Schicht.“
Kanenberg (Frankfurter Allgemeine 29.8.2004)
ؓGlaubt
ihr, ich bin bescheuert?“ Kanenberg (Das Parlament 10.4.2006)
Ø„...wenn
einer Scheiße baut, werden alle bestraft.“ Kanneberg (Stern 13.10.2005)
؄Wir
reißen uns hier den Arsch auf..." Kanenberg (ZDF 23.3.2005)
Hier
wird niemand gedemütigt oder klein gemacht. Wir trainieren uns
gegenseitig zu respektieren. Kanenberg (Hamburger
Abendblatt 8.9.2004)
ØWer die Gruppe sprengt, den bestraft die Gruppe. (Das
Parlament 10.4.2006)
Ø„...einer hat gesagt, wenn du in der Gruppe sein willst,
dann musst du Würmer essen und Kakerlaken. Und er hat das gemacht.“
(Stern 13.10.2005)
Ø„...und einer konnte mal 30 Liegestütze nicht, dafür gibts
jetzt 60 Ohrfeigen haben wir dem gesagt. Und der musste sich selber
schlagen. Und alle standen da – fester, fester.“ (Stern 13.10.2005)
Ø„Fullewasser, grölt die Gruppe. Fullewasser ist die
schlimmste aller Strafen.“ Alex muss in die Fulda eintauchen. „Als der
Körper wieder auftaucht, kleben die dreckigen Sportklamotten wie Schlamm
dran.“ (Das Parlament, 10.4.2006)
ØLiegestütze in der Schlammlache, Kollektivstraflauf, bei
dem es blutige Füße gegeben hat (Das Parlament, 10.4.2006)
„Wer es nicht schafft,
landet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Straße, im Knast oder auf
dem Friedhof.“ Das
Parlament Nr. 15-16/ 10.4.2005 Deutscher Bundestag und Bundeszentrale
für politische Bildung.
Angesichts dieser Formulierung erhebt sich die Frage, ob jetzt die
Beseitigung der „sozial Gestrandeten“ und „hoffnungslosen Fälle“ =
„Ballastexistenzen“ zur Diskussion steht? Das fachgerechte Schaufeln des
eigenen Grabes bringt Herr Kanenberg ihnen ja schon bei.
„Seit
April 2004 läuft das private Jugendhilfe-Projekt, das nicht nur Hessens
Ministerpräsident Roland Koch
(CDU) und der Bundespräsident Horst
Köhler als
beispielhaft loben.“ WAZ 10.3.2007
Für
Bildung ist keine Zeit mehr. Von wem auch? Macht Schluss mit dem
staatlichen Terror!
Wie
sollen diese Menschen, nach dieser Hölle, einen Hartz IV Antrag stellen?
Aber
das ist diese Menschen gleichgültig. Die Quittung werden Sie bestimmt
noch bekommen, denn die Zeit heilt nicht alle wunden, so wie in dem
Videotheken-Film "Sleepers"
In dieser Sendung geht es um Dennis König. Dennis ist ein 14-jähriger
Junge, der aus einem Kinderheim geflohen ist. Bis vor kurzem war Dennis
mit anderen Kindern auf der Flucht.
Geflohen sind die Kinder aus dem Kinderheim Schloss Dilborn, in
Nordrhein-Westfalen.
Nun gibt es Videobotschaften von Dennis im Internet, in denen er sich
zusammen mit Julia über Prügel und Schläge durch Erzieher beklagt. In
diesen Videos erklärt Dennis, dass er zu seinem Vater zurück möchte,
Julia möchte zu ihrer Mutter.
Diese Tondokumente sind in der Sendung zu hören. Außerdem interviewe ich
Dietmar Krone. Er ist ehemaliges Heimkind und wurde in seiner Jugend in
Heimen jahrelang von Erziehern und anderen Kindern schwer misshandelt.
Seit einigen Jahren engagiert sich Dietmar Krone in der bundesweiten
Initiative "Verein ehemaliger Heimkinder e.V.".
Dietmar Krone hält die Aussagen der Kinder für sehr glaubwürdig.
Verein ehemalige Heimkinder fordert von der Industrie Schadenersatz –
„Firmen, die in Heimen arbeiten ließen, sollen zahlen“ 12.08.07 München. Der Verein ehemalige Heimkinder weitet seine
Schadenersatzforderungen auf die deutsche Industrie aus. Das berichtet das
Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf Angaben des Münchner Anwalts
Michael Witti, der zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Gerrit Wilman die
Interessen des im Oktober 2004 gegründeten Vereins vertritt. Bisher
richteten sich die Forderungen an den Staat und beide Kirchen als Träger und
Betreiber der Einrichtungen.
Die Schadenersatzforderungen beruhen darauf, dass bis Ende der 70er-Jahre
viele Kinder und Jugendliche in Heimen arbeiten mussten, anstatt in die
Schule zu gehen oder einen Beruf zu erlernen. Sie arbeiteten beispielsweise
auf Feldern, oder sie montierten Schaltkreise, fertigten einfache Bauteile
und entrosteten schmiedeeiserne Zäune. Auftraggeber seien deutsche
Unternehmen gewesen, sagte Witti zu FOCUS. „Die Firmen, die damals in Heimen
arbeiten ließen, müssen dafür zahlen – und zwar gewaltig“, so Witti weiter.
Je nach erlittenem Leid sollten die Betroffenen Geld erhalten. Man müsse
„über Milliarden reden“.
Die deutsche Bischofskonferenz sammelt Erkenntnisse über die Zustände in
ihren Heimen zwischen 1950 und 1975. Ein vertrauliches Papier, das FOCUS
vorliegt, empfiehlt, die katholische Kirche solle in der Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit „moralische Verantwortung“ übernehmen.
Das Schicksal
ehemaliger Heimkinder 21.08.2007 Bayern 2 Radio
Ditmar Krone im Gespräch mit Daniel Knopp 3 Minuten mit einem Beitrag
von RA Michael Witti hier anhören...
Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten; Jugendliche forschen vor Ort
Eine leider
nicht gelungene Aufbereitung der Erziehungsstile von 1945 bis zur
Jetztzeit in dem
Kinderheim Elisabethstift,
Berliner Strasse 118, in 13467 Berlin.
Von den
Rechtschreibfehlern und Sachfehlern mal ganz abgesehen, hat man hier in
sehr kurzer Zeit versucht, die Heimerziehung der letzen sechzig Jahre,
in knapp 50 Seiten zu beschreiben.
Christina
Dornbusch ist bei ihren Recherchen auf großen Widerstand gestoßen und
hat nur Aussagen aus dieser Einrichtung zusammentragen können, die
dieser Anstalt wohlgesinnt waren. Die Heime haben es immer noch nicht
verstanden, dass sie für die Gesellschaft arbeiten und ihre Schandtaten
gerne hinter dicken Mauern verstecken wollen.
Sie hat
versucht Zeitzeugen zu finden, sogar vom Verein ehemaliger Heimkinder
http://www.vehev.org , der es nicht für nötig gehalten hat, ihr zu
antworten.
Originalzitat Arbeitsbericht Februar 2007 Seite 4 ganz
oben
"Meine Hoffnung, über den Verein ehemaliger Heimkinder
noch weitere Kontakte knüpfen zu können, erfüllte sich nicht. Auf mein
Schreiben erhielt ich keine Antwort"
So kamen
nur Interviews mit Personen zustande, die die Heimleitung Herr
Helmut Wegner
und sein Stellvertreter Herr Schulz für sie ausgesucht haben.
Nach
mehrmaligen nachfragen, ob sie auch ehemalige Heimkinder befragen dürfe,
wurden ihr drei Namen genannt die jetzt selber in dieser Einrichtung in
Lohn und Brot stehen.
Andere
Ehemalige hat sie leider nicht ausfindig machen können. Wir reden hier
von einer Einrichtung,
Kinderheim Elisabethstift in Berlin, die mal 180 Kinder in der
Spitze gleichzeitig betreute. Eine in Rente befindliche Diakonisse und
der Arzt der das Heim betreut, wurden befragt. Schon der Vater hatte
dieses Kinderheim ärztlich betreut.
Welche
Interessen werden hier wohl vertreten?! Das Christina Dornbusch durch
diese Zeugen den Eindruck bekommen hat, dass es in diesem Heim nicht zu
massiven Menschrechtsverletzungen und Misshandlungen an Kindern
ermitteln konnte liegt ja wohl auf der Hand. Schade für diese Arbeit
denn durch die Manipulationen der Heimleitung an diese jugendliche
Christina Dornbusch, die sich echt bemüht hat die Geschichte
aufzuschreiben.
Ich wünsche
mir daher das sie den Mut nicht verliert und weiter dran bleibt an
diesem Thema, welches auch gerne von der Politik totgeschwiegen wird.
Tele 5 Montag, 25.06.2007 um 20:15undDo 24.01.2008 20:15 Uhr Tele 5 Meisterwerke Drama, GB/Irland 2002, 110 Minuten, FSK 12
Eine Dokumentation über das harte Los der Magdalenen-Frauen inspirierte
Regisseur Peter Mullan zu dem Film. Gleichzeitig wollte er seine Wut
angesichts der dort herrschenden Ungerechtigkeit kanalisieren und
öffentlich machen.
Die Magdalenen-Heime - benannt nach der biblischen Figur der ehemaligen
Prostituierten Maria Magdalena, der Jesus ihre Sünden verzieh - wurden
im 19. Jahrhundert in Irland als Zuflucht für in Ungnade gefallene
Frauen gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die katholische
Kirche diese Einrichtungen und führte strenge Regeln ein. Die Aufsicht
unterstand den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy), die die
jungen Frauen bis zu zehn Stunden unbezahlter täglicher Arbeit zwangen.
Der sonst so heilige Sonntag bildete keine Ausnahme. Hunger, Prügel und
sexueller Missbrauch führten zu zahlreichen Ausbrüchen und in den 50er-
und 60er-Jahren auch zu Aufständen. Einige der zehn irischen Anstalten
wurden in den 70er-Jahren geschlossen, die letzte erst 1996
Dieser sehr wichtige Report über Norwegen erklärt wie Hitler tausende
blonde Kinder produzierte die nach dem Krieg in Heimen oder
Irrenanstalten landeten.
Hier klicken ... „Geheimsache
Lebensborn“
Sie sollten die arische Klasse repräsentieren doch nach dem Krieg sind
die Kinder schweren Demütigungen, Erniedrigungen und Missbrauch
ausgesetzt. Die Regierung versucht sich aus der Affäre zu ziehen indem
sie sagt ‚ "Das ist schon zu lange her, wir können nichts mehr tun."
12.000 Menschen in Norwegen leiden heute unter diesen Verbrechen.
June 5: They were supposed to be part of the Aryan master race Adolf
Hitler dreamed of. Instead, they faced decades of abuse and humiliation
in what is a little-known story of Norway's wartime past. NBC's Dawna
Friesen reports.
Nonnenmilch
Warum ist das Buch "Nonnenmilch"
in der Versenkung verschwunden.
Viele Kinder haben in den 50ziger diese "Milch" trinken müssen und
wurden dadurch zerstört.
Leider ist der Autor durch mysteriösen Umständen von der Bildfläche
verschwunden.
Kein Filmemacher/Regisseur
hat sich bisher an dieses Thema herangetraut. Es wird die Zeit kommen,
in der die Verbrechen an Kindern in der Bundesrepublik Deutschland,
verübt von Nonnen verschiedener Orden, in Filmen erscheinen werden. Die
alternativen und unabhängigen Kinomacher werden sich diesem Thema nicht
entziehen können. Säkularisation (Auflösung von Kirchengütern) ist die
einzige Antwort der Politik auf die Verbrechern der Orden wie 1803. Den
Nonnenopfern muss geholfen werden. Jedes Nonnenopfer ist im Haus des
Ordens zu führen.
WDR Oktober 2006
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann jederzeit bei mir privat angesehen
werden. Acht Tage nach seiner Geburt verließ ihn seine
Mutter. Von diesem Tag an lebte Johann Lambert Beckers in Heimen. Seine
Erinnerungen sind von Demütigungen, Schläge und Angst geprägt. Das
Schlimmste - so erinnert er sich - war die Trennung von seinem Bruder.
Sie wurde zum nicht bewältigten Trauma.
Nach fast 40 Jahren entschließe er sich,
das Kinderheim von einst aufzusuchen. Es ist das Haus, in dem er mit
seinem Bruder lebte und vor dessen Gelände sein Bruder 1995 mit 37
Jahren zu Tode kam. In diesem Heim waren
Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung, im Auftrag der Kirche
und des Staates.
Die Nonnen lügen das sich die Balken
biegen und der WDR ist im Auftrag der
Kirche
unterwegs. Wie kann da ein "Opfer der Kirche" zu Wort kommen wenn die
wichtigsten Passargen herausgeschnitten wurden. Selbst bei dem treffen
auf der Autobahnraststätte war die Nonne mit einem Mikrofon vom WDR
verkabelt wie im Filmbeitrag zu sehen war. Wieder ein klarer missbrauch
und eine weitere Demütigung der Opfer.
Cold Case - Der Junge im Karton
(Boy in a Box) 2004
Einen ähnlichen Fall gab es
wirklich in den USA
Ein Koffer taucht in St.
Emilians Church auf, nachdem Schwester Grace 2004 verstarb und durch
deren Inhalt wird der Fall (Boy in a Box) von 1958 wieder aufgerollt.
Arnold, der tote Junge im Karton, war der heimliche Sohn von Schwester
Grace und einem Arzt aus der Verhaltensforschung. Schwester Vivian
wusste das... auch das die Nonne Grace die Papiere gefälscht hat, so das
es aussah, dass Arnold der Bruder von Gretchen (ehemaliges Heimkind)
sei.
Der Mord an den Jungen (April
1958) war nicht geplant gewesen, zeigt deutlich, wie Nonnen und deren
Werkzeuge die Ärzte, mit Waisenkindern in den sechziger Jahren verfahren
haben. Elektroschocks sollte das Kind Arnold brechen und „liebvoll“
machen, damit er in eine Familie vermittelt werden konnte. Doch der
Junge starb an den Folgen dieser Misshandlungen.
Schwester Vivian steckte die Leiche in einen Karton und brachte sie in
den Wald.
Aber auch andere Kinder wurden seltsamen Therapien unterzogen, die sie
für ihr leben sterilisiert und zerstört haben. Schläge und Demütigungen
war der Alltag dieser Waisenkinder im Heim.
Die Leiche des jungen wurde gefunden und über Jahrzehnte nicht
aufgeklärt.
Garrett M. Brown
(Roger) Andrew Heald
(Roger (1958)) Lyndon Smith (Arnold)
Jacqueline Scott (Nurse)
Samantha Eggar
(Sister Vivian) Autumn
Reeser (Sister
Grace) Charles Noland (Walter)
Gathering Marbet
(Young Woman) Marisol
Nichols (Elisa) Ryan
Tasz (Clayton Weathers (Ryan
Taszreak)) Delaney
Williams (Fred Banks) Johanna Watts
(Sister Vivian (1958)) Dave Michael
Beaudrie (Young Walter)
Molly Cheek (Gretchen)
Blaire Restaneo
(?) Bruce Gray (?) Jason Frasca (?)
Musik:
The Everly Brothers "All I Have to do is
Dream (Dream, dream)"; Perry Como "Catch A Falling Star"; Ricky Nelson
"Sweeter Than You"; Ricky Nelson "Poor Little Fool" (1958); Ricky Nelson
"Lonesome Town" (1958); Patsy Cline "Walkin'
After Midnight"; Johnny Cash "You're the Nearest Thing to Heaven"
05.08.2008 Baasch: Fürsorgeerziehung aufarbeiten
Der Lübecker Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch (SPD) zeigt sich
entsetzt über die Ergebnisse eines Runden Tisches zu der Unterbringung
und Zwangsarbeit von Kindern und Jugendlichen in ehemaligen Heimen der
Landesfürsorgeerziehung.
http://www.hl-live.de/aktuell/textstart.php?id=45661
Frank Georg Harry Leesemann
geb 09.11.1954 und Otto Behnck waren am 22.06.2007 im NDR
Fernsehen DAS! zu sehen. Sie verlangen Entschuldigungen vom Land für
diese Vergehen.
hier klicken ...
etwa 4 Minuten
Mit fünfzehn Jahren kam Frank Leesemann in ein Arbeitserziehungslager
(Landesführsorge Heim) durch das Jugendamt Eckernförde und wurde dem
Lagerkommandant (Heimleiter) übergeben.
Ein erschütternder Bericht über gravierende
Menschenrechtsverletzungen im Fürsorgeheim. 23.06.2007
Im Namen der Fürsorge
Kieler
NachrichtenOtto Behnck
Die Lebensgeschichte von Otto Behnck, zu lesen bei P. Wensierski
hier
klicken...
Brutale Fürsorge
01.11.2007
Von Dieter Hanisch
Ein Justizskandal der siebziger Jahre:
Wie in Schleswig-Holstein Jugendliche in staatlichen Heimen zur
Zwangsarbeit herangezogen wurden.
Otto Behnck, Frank Leesemann, Rolf Breitfeld, Walter Nikoleth berichten.
hier klicken...
Wenn
wir bedroht, bestraft, geschlagen, misshandelt wurden, so haben die
Nonnen – stellvertretend – im Auftrag Gottes gehandelt: Es waren Gottes
Worte, Gottes mahnende und aggressive Blicke, Gottes Hände, Gottes Füße,
die uns beschimpften, demütigten, bestraften, prügelten. Es war Gottes
Wille: Die uns auffressenden Ängste, Schmerzen, Trauer, Vereinsamung,
die sich immer tiefer in unsere Seelen hineinbohrte und hineinfraß. Wir
hatten unsere Kindheit Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu
verdanken."
(c) Alexander
Markus Homes
Achtung
hier... Weiterlesen
Nur weil es mal ab und zu Laut in der Familie war und
die Mutter keine Hilfe vom Land bekam, müssen die fünf in einer
Kinderanstalt Bethanien Kinder- und Jugenddorf Schwalmtal / Waldniel
dahinvegetieren. Dort bewohnen sie seit vier Jahren gemeinsam mit einer
Erzieherin Hedwig Schweer ein ganzes Haus außerhalb der geschützten
Heimmauern.
Aber die leibliche Mutter und ihr jetziger Ehemann
wollen die Kinder wieder zurück.
Was ist das beste für die Kinder? Bestimmt nicht dieser Zustand!
Das Jugendamt erlaubt der Mutter mit Genehmigung der Heimführung seit
vier Jahren nur einmal im Monat für kurze Zeit ihre Kinder zu sehen. Wie
im Knast ist alles geregelt bis ins kleinste.
Wer will für den seelischen Schaden an den Kindern die Verantwortung
übernehmen?
So eine Eratzmutter wünscht sich mit Sicherheit kein Kind auf dieser
Erde.
WDR Fernsehen Sonntag 25. März 2007, 16.25 Uhr - 16.55 Uhr
Wiederholung, 28. März 2007, 10.45 Uhr - 11.15 Uhr
Das ist das "Heim" aus dem die meisten Opfer auf meiner
Homepage stammen!
Diese Fehlplatzierung kostet 17.500,- Euro jeden Monat dem Steuerzahler.
Ich rufe noch mal zum Appell auf: "Holt die Kinder aus
den Heimen“
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann
jederzeit bei mir privat angesehen werden.
Prof. Dr. Dr.
Klaus Dörner
Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der
Privaten Universität Witten/Herdecke, i. R.; 1980 - 1996 Leitender
Arzt am psychiatrischen Landeskrankenhaus Gütersloh; davor Oberarzt
in Hamburg.
"Meine Aktivitäten betreffen aber seit
Jahren nur noch meine
Kampagne für die Abschaffung aller Heime, da diese
menschen-schädigent sind."
Rechtsextremisten Hetze gegen Kinderheim-Bewohner
redok 07.02.2007
Haldensleben. Vierzig Jugendliche wollten in Haldensleben
(Sachsen-Anhalt) gegen die Bewohner eines Kinderheims demonstrieren -
auf Flugblättern hetzten sie gegen den "elternlosen Dreck". Bereits
früher war der Stadtteil als "arische Zone" ausgeschildert worden.
Noch im November 2006 rühmte sich die 20.000-Einwohner-Stadt
Haldensleben im Ohrekreis einer Auszeichnung durch das Land als "kinder-
und familienfreundlichste Stadt in Sachsen-Anhalt". Auf Flugblättern
wurden in der Kleinstadt, dreißig Kilometer nordwestlich von Magdeburg,
jedoch bestimmte Kinder als "Wauzis" und "Dreck" verunglimpft.
Die Hetze richtete sich gegen Bewohner des Kinderheims an der
Waldstraße. Um "auf die Schließung des Heims hinzuweisen", so die
Formulierung der Polizei, versammelten sich am vergangenen Samstag um
die vierzig Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die zu dem Heim im
Stadtteil Althaldensleben, im Volksmund "Olln", marschieren wollten.
Die Flugblätter mit einem Aufruf zu der Aktion zeigten laut einem
Bericht der Volksstimme einen völlig abgemagerten Hund, dem anscheinend
das Fell abgezogen wurde. In großen roten Lettern hieß es auf dem Blatt:
"Olln gegen Wauzis – Wollt ihr ein reines Olln, frei von elternlosem
Dreck? Dann mach mit!" Offenbar waren mit "Wauzis" die Heimkinder
gemeint, die damit Hunden gleich gestellt wurden.
Der Marsch gegen den "elternlosen Dreck" wurde von der Polizei
verhindert. Der Öffentlichkeit bekannt wurde die Aktion der Jugendlichen
jedoch erst durch Nachfrage der Zeitung bei der Polizei, die zwar nicht
ausschließen wollte, dass "unter den Jugendlichen auch welche mit
rechter Motivation waren", aber nicht erkennen wollte, "dass die
Demonstration politisch motiviert war".
In Gesprächen mit der Heimleitung erfuhr die Polizei immerhin, dass es
bereits in der Vergangenheit zu "Vorfällen" gekommen war. Mädchen aus
dem Heim mit Migrationshintergrund hätten berichtet, dass sie schon in
den Tagen vor der Hetzaktion auf dem
Schulweg beleidigt und auch tätlich angegriffen worden seien. Einige der
Heimkinder gehen auf die gleiche Sekundarschule "Waldring" wie
Jugendliche, die an der Demonstration teilnehmen wollten.
Bei der Stadtverwaltung der "kinder- und familienfreundlichsten Stadt in
Sachsen-Anhalt" will man von rechtsradikalen Motiven nichts wissen.
Persönliche Auseinandersetzungen zwischen Waldring-Schülern und
Heimkindern seien Ursache des Konflikts. "Wir haben die Befürchtung,
dass sich hier was aufschaukelt", wird Vize-Bürgermeister Henning Konrad
von der Volksstimme zitiert.
Andere Beobachter sehen das anders. Beleidigungen und Angriffe auf
Heimkinder seien nicht neu, wissen Einwohner: "Die finden schon statt,
seit es das Kinderheim gibt", so in einem Bericht der Internetseite Mut
gegen rechte Gewalt. Eine Szene von "Nachwuchsnazis" sei da im
Entstehen, die mit anderen Kameradschaften und rechten Gruppierungen
aktiv zusammenarbeite. Kurz vor Weihnachten seien rund um Olln Flyer
aufgehängt worden mit der Parole "Hier beginnt die arische Zone –
Ausländer und anderer Dreck haben keinen Zutritt".
In einem Kinderheim lebte auch der zwölfjährige Kevin, der vor einem
Jahr in Pömmelte von fünf rechtsextremen Jugendlichen gedemütigt und
brutal misshandelt wurde. Empört war man auch in Pömmelte gewesen -
allerdings nicht nur über die Tat, sondern vor allem auch über die
Berichterstattung. Als ob er diese Reaktion der Pömmelte-Bürger
wiederholen wolle, sagt nun der Stadtjugendpfleger von Haldensleben:
"Wir wollen nicht, dass Althaldensleben durch soetwas in Verruf gerät".
Kommentar: Und wieder gegen die
schwächsten der Gesellschaft. Macht die Heime dicht. Adoptiert die
Heimkinder!
Hier werden die katastrophalen Ergebnisse der Heimerziehung
Eschweiler gezeigt. Ein Skandal!
Email des Heimes
Heimkinderkonferenz
Der Tagesspiegel: Bundestagsabgeordnete
Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) fordert Heimkinderkonferenz für Opfer von
Gewalt in Kinderheimen in den 50er und 60er Jahren
05.02.2007 - 18:12 Uhr, Der Tagesspiegel
Berlin (ots) - Nach Anhörungen ehemaliger Heimkinder der 50er und 60er
Jahre im Petitionsausschuss
des Deutschen Bundestages forderte die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele
Lösekrug-Möller im
Gespräch mit dem "Tagesspiegel" eine Heimkinderkonferenz, "die Betroffene,
kirchliche und staatliche
Träger an einen Tisch bringt". Die ehemaligen Heimkinder verlangen die
Anerkennung des erlittenen
Unrechts und eine materielle Entschädigung für Schläge,
Misshandlungen oder Kinderarbeit - wie
z. B. eine nachträgliche Anerkennung von Rentenansprüchen.
Lösekrug-Möller sagte: "Der Einsatz von körperlicher Gewalt ging weit auch
über das hinaus, was in
den 50er Jahren akzeptiert wurde. Es handelt sich nicht um
Einzelfälle." Daher sei neben der Klärung
der individuellen Entschädigungsansprüche "ein strukturiertes Gespräch
darüber, wie wir mit Unrecht,
Schuldanerkennung und dokumentierter Aufarbeitung umgehen." Für die
ehemaligen Heimkinder
sei wichtig, "dass die Gesellschaft offiziell anerkennt: Euch ist Unrecht
geschehen. Die Verantwortlichen
bitten um Entschuldigung."
Sie hätten als Kinder in Heimen "Traumata erlitten haben, die bis heute
ihr Leben bestimmen" und litten
noch heute "an Beziehungsstörungen, an körperlichen Schäden und daran,
dass manche bis heute selbst
in der eigenen Familie über ihre Kindheit nicht sprechen können", sagte
Lösekrug-Möller.
Pressekontakt:
Thomas Wurster Telefon: 030-260
09-308 Fax: 030-260 09-622
Videotheken-Film "Sleepers"
Vier Jungendliche kommen in das geschlossene
Wilkinson-Heim in den 60ziger Jahren. Nach einer Schlägerei
im Speisesaal unter jugendlichen, müssen die vier ihr Mittagessen
vom Fußboden essen. Nun beginnen die Aufseher die Jungen sexuell zu
missbrauchen. Aus Angst, dass ihnen niemand glaubt, schwören sie sich
gegenseitig, niemandem davon zu erzählen. Doch die Zeit heilt nicht alle
Wunden. Die Gewaltanwendung der Institutionen wird niemals ein Ende
haben.
Bereits am Anfang des Films wird betont, dass es sich um eine wahre
Geschichte handeln soll und dass es Opfer gibt die nicht vergessen
können.
Ich möchte jedem missbrauchten Heimkind
diesen Film ans Herz legen.
(Sleepers)1996
Journalist Peter Wensierski
Sender:
http://www.dradio.de/ - Thema
Veröffentlicht: 21.12.2006, 16:09 Uhr
Unrecht in Kinderheimen soll anerkannt werden. Journalist Peter
Wensierski setzt sich für Heimkinder aus den 50ern und 60ern ein. Der
Journalist Peter Wensierski hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die
Zustände in den bundesdeutschen geschlossenen Kinderheimen in den 50er
und 60er Jahren als Unrecht anerkannt werden. Wie Wensierski erläuterte,
mussten viele Heimkinder in den 50er und 60er Jahren schwere körperliche
Arbeit leisten, ohne dafür entlohnt zu werden.
Auch in
katholischen Heimen für Kinder und Jugendliche hat es das gegeben:
Demütigung, Misshandlung, drakonische Strafen. Der Satz ist kein
Schuldbekenntnis aus Irland, er steht im aktuellen Caritas-Jahrbuch. Wie
irische Kinder gelitten haben in kirchlichen Heimen, hat ein bewegender
Film der deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. Aber auch die
Bundesrepublik trägt an einer Geschichte verborgenen Unrechts, an dem
kirchliche und staatliche Einrichtungen beteiligt waren.
Das Schicksal
der deutschen Heimkinder der 50er und 60er Jahre ist zweimal verdrängt
worden. Das erste Mal, als sie, oft aus nichtigen Anlässen, einer
erniedrigenden, prügelnden Fürsorge anvertraut wurden. Und noch einmal,
nachdem unter dem Einfluss der 68er-Bewegung in den 70er Jahren die
Heimerziehung umgekrempelt worden ist. Bessere Verhältnisse kehrten ein.
Doch die oft lebenslangen Folgen der Jahre in Freistatt im Teufelsmoor,
im Dortmunder Vincenz-Heim oder im hessischen Kalmenhof mussten die
Betroffenen allein ertragen. Keine Bitte um Entschuldigung, keine
materielle Wiedergutmachung, keine Ächtung dieser Praxis. Stattdessen
Scham, Verdrängen, Vergessen.
Zweieinhalb
lange, manchmal beklemmende Stunden hat sich der Petitionsausschuss des
Bundestags vor einer Woche nun Lebensgeschichten der Frauen und Männer
angehört, die sich hinter dem Satz aus dem Caritas-Jahrbuch verbergen:
Kinderarbeit, Prügel, Isolation und willkürlicher Essensentzug,
sexueller Missbrauch, sedierende Medikamentengabe, Hospitalisierung von
Kleinkindern. Und erniedrigende Botschaften, die Kinder und Jugendliche
zu einem wertlosen Nichts herabgewürdigt haben.
Es sind
Geschichten, die man nicht glauben möchte, die Abwehrreflexe
hervorrufen. Sind es Einzelfälle, Ausnahmen? Es stimmt, dass nicht in
allen Heimen dieser Zeit solche Zustände geherrscht haben. Aber die
Recherchen, die Peter Wensierski in seinem Buch „Schläge im Namen des
Herrn“ Anfang dieses Jahres zusammengetragen hat, die Arbeit des Vereins
der ehemaligen Heimkinder, schließlich die offiziellen Akten der
beteiligten Institutionen sprechen eine klare Sprache. Es handelt sich
nicht um Einzelfälle. Es geht nicht nur um die Folgen eines autoritären
Zeitgeistes, der Prügel ganz normal fand.
Der Befund
lautet: In kirchlichen und staatlichen Heimen ist es damals zu
fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Kindern gekommen. Es gab
Akten und Schriftverkehr über prügelnde Erzieher, das Versagen der
Aufsicht, eine unentrinnbare Rechtlosigkeit von wehrlosen
Schutzbefohlenen. Es finden sich Ursachen im Geist dieser Zeit: ein
autoritäres Erziehungsverständnis, Kontinuitäten zur Nazi-Diktatur, die
materielle, persönliche, moralische Überforderung von Eltern, Erziehern
oder Heimleitern, die auf der Schattenseite des aufstrebenden
Wirtschaftswunderlandes lebten.
Rechtfertigen
lässt sich damit aber nichts. Denn mit den besonderen Umständen jener
Zeit ist die eigentliche Versuchung nicht untergegangen. Sie ist, im
Gegenteil, zeitlos, die öffentliche Doppelmoral, die, wenn es die
Umstände fordern oder nur ermöglichen, ihre Unzulänglichkeiten auf dem
Rücken der Schwächsten austrägt. In DDR-Heimen sind Kinder misshandelt
und gebrochen worden – in einem diktatorischen Regime. Dass aber nach
einer Diktatur die latente Machtanmaßung über Schwächere nicht
automatisch verschwindet, davon zeugen die ehemaligen Heimkinder der
frühen Bundesrepublik.
Es ist eine
Frage des
Anstands, wenn Bundestag und Bundesregierung Wiedergutmachung in
Form von Rentenanerkennung und Therapiehilfen leisten. Es ist eine Frage
der Selbstachtung der demokratischen Gesellschaft, die alte
Erziehungspraxis als Menschenrechtsverletzung zu ächten. Sie, die selbst
keinen Anwalt hatten, sind mit dieser Forderung die Anwälte der Kinder,
Jugendlichen und Alten von heute. Die Lebensgeschichten der Heimkinder
erschüttern; ihr Plädoyer, dass sie sich nicht wiederholen dürfen, hat
große Kraft.
Ein Video über die Anhörung im Petitionsausschusses
am 11.12.2006 in Berlin - Marlene Rupprecht MDB
Der Petitionsausschuss hört Geschichten eines lange
verdrängten Unrechts. Zu Beginn dieses Jahres hat das Buch „Schläge im
Namen des Herrn“ des Journalisten Peter Wensierski auf das
Schicksal dieser Kinder aufmerksam gemacht. Der Verein der ehemaligen
Heimkinder formierte sich und richtete eine Petition an den Bundestag.
Sie fordert die Anerkennung der erlittenen Menschenrechtsverletzungen,
die Ächtung der damaligen Erziehungspraxis, Wiedergutmachung in Form von
Rentenanerkennungszeiten und Finanzierung von Therapien
1962 wurde Wolfgang Rosenkötter mit 16-jahren von seinem
Vater in ein Heim der Bethelschen Anstalten mit Hilfe des Jugendamtes
eingesperrt. Der Junge hat dort in Angst vor prügelnden Diakonen leben
müssen. Er leidet bis heute unter den Folgen körperlicher und seelischer
Misshandlungen. Er sucht den Weg, mit seinen dunklen Vergangenheit
zurechtzukommen. Ob die Integration mit den Erbnachfolgern wirklich
hilft?
Wer kennt Ihn nicht, unseren Prof. B. Grzimek "Ein Platz
für Tiere".
Leben der "Heimkinder" wieder Live im Internet.
Diesmal aber gesprochen von Hermann Krast, geistlicher Rat der
katholischen Kirche 1958.
Der Beitrag vom WDR Fernsehen kann
jederzeit bei mir privat angesehen werden. Viele der ehemaligen Fürsorgezöglinge leiden bis heute an den
psychischen Folgen ihres Heimaufenthaltes. Lange haben sie geschwiegen,
gegenüber ihren Freunden, selbst gegenüber ihren eigenen Familien, aus
Scham und Unverständnis über das, was ihnen damals angetan wurde.
Vier von ihnen werden zurück begleitet in die Heime , in
denen sie damals eingesperrt waren. Ihre Erzählungen, ergänzt durch
Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern der Diakonie, Vertretern von
Caritas und Jugendamt, erinnern an eine Pädagogik, die Gewalt als Mittel
einsetzte und an ein fast vergessenes Kapitel der deutschen
Nachkriegsgesellschaft.
Über den Anspruch der Fürsorgeerziehung schrieb der
Landeswohlfahrtsverband in einer Broschüre aus dem Jahre 1956:
Die FE (Fürsorgeerziehung, d. Verf.), so, wie sie vom
Landeswohlfahrtsverband durchgeführt wird, hat nichts mehr gemein mit
dem Strafvollzugs-Ersatz, aus dem sie Ende des vorigen Jahrhunderts
hervorgegangen ist. Sie ist nicht mehr 'Strafe' für kriminelle und
asoziale Jugendliche, sondern echte vorbeugende und heilende
Erziehungshilfe. Es gibt auch keine 'Zwangserziehungsanstalten' früherer
Prägung mehr. Die 'Anstalten' sind ihrem Aussehen und in ihrer Methodik
modernen Heimen gewichen."
Ein Video des Opfers aus dem Mädchenheim Fuldatal Breitenau bei
Kassel
Die Gedenkstätte Breitenau bei Guxhagen, erbaut als Benediktinerkloster des
12. Jahrhunderts, war seit 1933 ein frühes Konzentrationslager, später
Straflager für ausländische Zwangsarbeiter – und bis 1973 Heim für „schwer
erziehbare” Mädchen. Das NS-Regime misshandelt und demütigte in Breitenau bis
zu 500 Gefangene.
Diese Provinz in Hessen war also schon immer Vorreiter wenn es um
Menschenrechtsverletzungen geht.
Was hat eine 65zig jährige hinter dem
Steuer verloren. Unverantwortlich!
Ruhr Nachrichten 23. April 2006 Ickern - Zum Teil schwerste Verletzungen trugen sieben
Heimkinder und ihre beiden Betreuerinnen gestern Mittag bei einem
furchtbaren Unfall auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Oberhausen, etwa
zwei Kilometer vor dem Kreuz Henrichenburg im Bereich des Rastplatzes
Ickern, davon.
Gegen 13.40 Uhr verlor die Fahrerin des Kleinbusses die Kontrolle über
ihren Wagen, in dem die sieben Heimkinder aus Bottrop saßen. Fahrerin abgelenkt
Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Polizeiangaben
scheint die 65 Jahre alte Fahrerin von einem Schrei eines Kindes auf der
Rückbank abgelenkt worden zu sein und deshalb die Kontrolle über den
Wagen verloren zu haben. Der Kleinbus schleuderte mit voller
Geschwindigkeit in die Mittelleitplanke und prallte von dort zurück. Das
Fahrzeug überschlug sich mehrfach und blieb auf der linken Spur auf dem
Dach liegen. Einige der Insassen wurden auf die Fahrbahn geschleudert.
Alle der Kinder und Jugendlichen in dem Van, die zwischen 2 und 18
Jahren alt sind, erlitten schwere Verletzungen
Einem Mädchen wurde ein Arm abgerissen. Das Kind schwebte bei
Redaktionsschluss noch in Lebensgefahr. Die Fahrerin erlitt einen
Schock. Auch die auf dem Beifahrersitz sitzende zweite Betreuerin der
Kindergruppe wurde verletzt. Hubschraubereinsatz
Der Unfall hätte allerdings noch schlimmer enden können. Weitere Autos
fuhren glücklicherweise nicht in das Wrack. Zur Bergung der Verletzten
musste ein Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Auch die Polizei
hatten einen Hubschrauber im Einsatz.
Die Autobahn 2 musste an der Unfallstelle für eineinhalb Stunden voll
gesperrt werden, danach konnte der Verkehr weitere 90 Minuten nur über
den Standstreifen abfließen. Der Sachschaden beläuft sich nach
Polizeiangaben auf ungefähr 15 000 Euro. - nhs - 23. April 2006 |
Quelle:
Hermann Josef Haus / Urft
Verurteilter Mörder
Knut-Uwe H. hat längere Zeit im Heim Hermann Josef Haus in Kall-Urft
verbracht. Der 33-jährige
ist wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft
verurteilt worden. Richter Gerd Nohl sprach das Urteil über den Mord an
die 80-Jährige Charlotte O. aus Hellenthal aus.
Die
Presse hat sich nicht für den Fall interessiert. Nur der Kölner
Stadtanzeiger hat kurz berichtet, aber nicht erwähnt das
Knut-Uwe H. jahrelang im
Kinderheim war. Durch ein Forum ist es nun doch ans Tageslicht gekommen.
Was wird da in der Jugendhilfe herangezüchtet? Warum wird die Bevölkerung
nicht vorgewahrt! Warum verschweigt das Heim die Vorfälle?
Die Täter,
die katholischen Nonnen und Pater, handelten durchaus nicht aus Furcht
und Unüberlegtheit, wie sie unreflektiert unterstellen, sondern eher
unerschrocken und vorsätzlich aus perverser repressiver und autoritärer
Charakterstruktur, die sie heute gerne als pädagogische Fehlleistung und
Überforderungsreaktion zu rationalisieren versuchen, sofern diese
Personen überhaupt bereit sind, ihre damaligen Misshandlungen an Kindern
und Jugendlichen zuzugeben. In anständigen Familien und an Schulen waren
auch in den 1950 bis 70er Jahren Gewalt an minderjährigen
Schutzbefohlenen (!) und psychische Demütigung geächtet und diese
Erziehungspraktiken, die durch kein vernünftiges bürgerisches und
christliches pädagogisches Konzept zu rechtfertigen sind, durchaus
unüblich. Dir Kirche erweist sich tatsächlich nach wie vor als
uneinsichtige Täterin - die lapidaren und hohlen, aufgesetzt wirkenden
Entschuldigungen seitens verantwortlicher kirchlicher Verbandsleiter
sind juristisch unverbindlich formuliert und werden auch nicht von den
betroffenen Tätern vorgebracht, sondern von kirchlichen Repräsentanten,
die von den systematischen Kindsmisshandlungen des kirchlichen Personals
meist erst durch die Veröffentlichung dieses Buches erfuhren. Es bleibt
eine Schande, dass die Nonnen und Pater den Kindern und Jugendlichen
letztlich das antaten, wovor sie sie ihrer Aufgabe nach hätten schützen
müssen.
Heimkinder fordern Schadenersatz in
Schweden.
25.04.2006
um 21:00
Aktuelle
Meldungen mit Alexander Schmidt -Hirschfelder -
Verlorene
Kindheit: Heimkinder fordern Schadenersatz in Schweden.
zeigt der Autor
die menschenverachtenden Verhältnisse in deutschen Anstalten in der
Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre auf.
Über eine
Millionen Menschen sind von ihrem Heimschicksal noch heute
traumatisiert! Die Separierung und Sonderbehandlung von Menschen haben
in Deutschland eine unselige Tradition und noch heute stehen
Erniedrigung und Freiheitsberaubung tagtäglich auf der Heimtagesordnung.
Genauso wie vor
40 Jahren werden heute in Deutschland besonders gerne Menschen mit
Behinderungen in Sondereinrichtungen weggesperrt. Dabei ist der Trend
zum Ausbau von Anstalten und Sondereinrichtungen ungebrochen. Obwohl
immer wieder vom Paradigmenwechsel gesprochen und seit 40 Jahren das
„Normalisierungsprinzips“ im theoretischen Diskurs der Sozialarbeiter
und Sozialpolitiker abgehandelt werden, hat dies am Deutschen
Anstaltswesen und Anstaltsdenken fast nichts geändert. Genauso wie in
den sechziger Jahren sind die Anstalten zu 80 % in konfessioneller Hand
von DIAKONIE und Caritas!
Für sie scheint
nicht das Grundgesetz zu gelten § 1 „Die Würde des Menschen ist
unantastbar..“ oder gar § 2 „Jeder hat das Recht auf die Entfaltung
seiner Persönlichkeit,...“ sondern das Heimgesetz, die kirchlichen
Dogmen oder im Zweifelsfall, das was die Heimwärter anordnen!
Tagtäglich
werden den Heiminsassen in Deutschland die Menschenrechte vorenthalten.
Trotzdem hat der Ausbau von Anstalten in Deutschland noch immer oberste
Priorität! Die Anzahl der Heimplätze für Menschen mit so genannten
Behinderungen wurde von 1991 bis 2001 um 55 % erhöht, von 103 000 auf
160 000 Plätze.
Besonderen
Zuwachs gab es seit der Wende in den Neuen Bundesländern, hier wurden in
nur 8 Jahren über 6,4 Milliarden DM in den Heimausbau gesteckt.
Investitionen und Zuschüsse von bis zu 90 % waren üblich. Davon
profitierten überwiegend die Wohlfahrtsverbände.
Mit Landes-,
Bundes- und Kommunalgeldern wurden überwiegend Alten- und Pflegeheime
ausgebaut. Damit gibt es insgesamt in Deutschland mittlerweile über 800
000 Heimplätze, in denen täglich 400 000 sedierende Maßnahmen in Form
von Verabreichung von Beruhigungsmitteln, Fixierungen an Bett, Rollstuhl
und ähnlichem vorgenommen werden?
Darüber hinaus
wurden alleine in Mecklenburg und Vorpommern 6000 Werkstattplätze in so
genannten geschützten Werkstätten geschaffen, was regelmäßig von der
Sozialministerin als Erfolg verbucht wird, obwohl die Menschen mit
Behinderungen dort noch immer keine Arbeitnehmerrechte haben und für ein
Taschengeld schuften müssen.
In anderen
westlichen Ländern wurden in der gleichen Zeit der Rückbau von Anstalten
und Sondereinrichtungen auf den Weg gebracht.
So gibt es z.B.
in ganz Schweden heute nur noch 170 Heimplätze von ehemals 11 000!
Es ist aller
höchste Zeit, den Marsch aus den Institutionen auch in Deutschland zu
beginnen und die Mauern nieder zu reißen, hinter denen tagtäglich die
Menschwürde mit Füßen getreten wird, denn ein Leben in der Gemeinde ist
Menschenrecht!
Die Klasse hat das Buch „Heim“ von Mirijam Günter zum
Ausgangspunkt genommen, sich über die Chancen von Heimkindern im Vergleich
zu anderen Gedanken zu machen. Entstanden ist ein einfühlsames, aber nicht
rührseliges Feature, das fiktive Passagen der Buchvorlage mit O-Tönen von
Erziehern eines Kinderheims kombiniert. Die Klasse besuchte in der
Vorbereitung ein SOS-Kinderdorf und erarbeitete sich mithilfe statistischer
Daten einen Zugang zum Thema. Unterstützung bei der technischen Umsetzung
erhielt sie durch den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal.
Jury: Die Mischung aus fiktiven und dokumentarischen Passagen und der
geschickte Einsatz von Musik lässt das Stück trotz ernstem Inhalt nicht ins
Rührselige abgleiten. Die in Bezug auf die Chancengleichheit optimistische
Einschätzung der Interviewpartner aus dem »echten Leben« kontrastiert mit
der eher düsteren Zukunftserwartung der Charaktere der Buchvorlage und lädt
zum Weiterdenken und Diskutieren ein.
Eingesperrt und fast
tägliche Prügel, das gleiche essen bis zur Ungenießbarkeit trotz Erbrechen
über mehre Tage in sich hineinwürgen müssen, - das alles geschah zum
vermeintlichen Wohl der Kinder, die den "Armen Dienstmägden Jesu Christi" im
Eschweiler Kinderheim bei Aachen anvertraut waren.
Die Menschen leiden heute schwer unter dieser Kindheit die tiefe Spuren
hinterlassen hat.
Es bleibt nur zu
wünschen das die Narben niemals aufbrechen und noch größeres Leid
hervorrufen.
Claus Graf Schenk
von Stauffenberg wurde am 21. Juli 1944 standrechtlich erschossen, seine
schwangere Frau Nina (†2006) verhaftet, seine vier Kinder wurden in einem
SS geführten Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa zur Umerziehung
verschleppt.
Ostermontag 1945 sollten die in Sippenhaft genommenen Kinder ins KZ
Buchenwald gebracht werden. Durch einen Bombenangriff wurde aber der
Bahnhof völlig zerstört und so mussten sie wieder zurück ins Kinderheim.
Eine Oberin vom Roten Kreuz brachte die Kinder später aus dem Kinderheim
in den Familiensitz in Lautlingen (heute ein Stadtteil von Albstadt) zur
befreiten Mutter zurück.
Die fünf Kinder
Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 1934) Generalmajor a.D.
Heimeran Schenk Graf von Stauffenberg (* 1936),
Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 1938), deutscher
Bundestagsabgeordneter
Valerie von l'Estocq (*1940 – †1966),
Konstanze Schenk Gräfin von Stauffenberg * 27. Januar 1945 im Gefängnis
Welche Erfahrrungen diese Kinder im Kinderheim gemacht haben ist nicht
bekannt.
Nicht lachen, nicht weinen, nur
schreien
Aufnahme:
Hans-Jörg Ander,
DIE ZEIT — Nr. 44 — 26. Oktober 1973
Unfreiwillige Versuchspersonen in einem Massenexperiment,
dessen fataler Ausgang feststeht: Heimkinder, die
mutterlos aufwachsen
Heimkinder leiden an unheilbaren
Verhaltensstörungen
Von Erwin Lausch
„Es
ist immer wieder erstaunlich", wunderte sich Andreas Mehringer,
Leiter des Städtischen Waisenhauses München, „wie wenig — auch in
Fachkreisen — die Not dieser Kinder, das Leben in den
Säuglingsheimen, bekannt ist. Wer aber die Lage kennt, wird von
Alpträumen verfolgt…“Vor starken Worten über das Leben in den
Säuglingsheimen scheuen auch Wissenschaftler nicht zurück. „Über die
Not in den Säuglingsheimen" betitelten die Kinderärzte Theodor
Hellbrügge (München) und Johannes Pechstein (Mainz) einen
Fachaufsatz. Unter den Titel „Verlorene Kinder?" gab Pechstein
zusammen mit anderen Autoren ein Buch über „Massenpflege in
Säuglingsheimen“ heraus. Der Freiburger Verhaltensforscher Bernhard
Hassenstein sprach auf der Versammlung der ehrwürdigen Gesellschaft
deutscher Naturforscher und Ärzte vom „Skandalen der bindungslosen
Heimerziehung".
Allein in der Bundesrepublik geht es um das Schicksal von rund 20
000 Kindern jedes Geburtsjahrgangs, die für kürzere oder längere
Zeit in ein Säuglingsheim eingewiesen werden. Sie sind die
unfreiwilligen Versuchspersonen in einem Massenexperiment, dessen
fataler Ausgang seit langem feststeht und das dennoch immer aufs
Neue wiederholt wird: Die Folgen des frühen Muttermangels sind im
Säuglingsheim — wie bei einem Versuch, bei dem auf möglichst
eindeutige Versuchsbedingungen geachtet wird — besonders deutlich zu
erkennen.
Säuglingsheime haben eine alte Tradition: Das erste Findelhaus wurde
schon 787 auf Veranlassung des Bischofs von Mailand gegründet.
Dennoch ist die Problematik, um die es in dieser Serie geht, nicht
älter als unser Jahrhundert. Das hat einen einfachen Grund: In den
Findelanstalten wurden nur wenige Kinder so alt, daß sie ihren
Mitmenschen durch Verhaltensstörungen zur Last fallen konnten. 60
bis 90 Prozent der Säuglinge in den Findelhäusern starben schon im
ersten Lebensjahr.
Wenn
es auch zu Beginn unseres Jahrhunderts durch konsequente hygienische
Maßnahmen gelang, die Sterblichkeit der Säuglinge in der
Massenpflege drastisch zu reduzieren, so starben doch noch immer
viele Säuglinge in Heimen und Krankenhäusern aus unerklärlichen
Gründen. Ihre Krankheit. wurde nun „Hospitalmarasmus“ (Verfall durch
Anstaltsaufenthalt) oder „Hospitalismus“ genannt. Der Kinderatzt
Gustav Tugendreich beschrieb 1910 das Bild der Krankheit als „im
einzelnen mannigfach, aber im großen immer dadurch charakterisiert,
daß Säuglinge, die noch nicht hochgradig erkrankt oder sogar gesund
eingeliefert waren, in den Anstalten sich fortwährend
verschlechterten bis zum schließlich erfolgten Tode..."
Bis zum Verfall
Schon
im Jahre 1915 beschrieb der Münchener Kinderarzt Meinhard von
Pfaundler exakt die Symptome der Krankheit, die mutterlose Säuglinge
befällt. Diese Beschreibung, die drei Phasen — Unruhe, Resignation,
Verfall — umfaßt, gilt noch heute als vorbildlich. Pfaundler
verglich auch schon die Entwicklung von Heim- und Familienkindern.
Die Kinder im Säuglingsheim stammten von wohlhabenden Eltern,
während die Familienkinder im Armenviertel in Elternhäusern lebten,
die als sozial gefährdet galten.Die Säuglinge im Armenviertel, die
mit Mutter und Geschwistern aufwuchsen, gediehen besser als die
Heimkinder aus gutem Haus. Sie machten einen geistig regeren und
intelligenteren Eindruck und erwiesen sich als wesentlich
kontaktfähiger.
Heute, rund sechs Jahrzehnte nach Pfaundlers wenig beachteten
Beobachtungen, gibt es zahlreiche Untersuchungen über Kinder, die
ihre ersten Lebensjahre ohne Mutter im Heim verbrachten. Auf den
ersten Blick scheint es ihnen, gesundheitlich gut zu gehen. Die
Medizin hat weitere Fortschritte gemacht.
Doch trotz aller Bemühungen gelingt es auch in den bestgeführten
Heimen nicht, die Säuglinge und Kleinkinder sich so entwickeln zu
lassen, wie das in intakten Familien der Fall wäre. Schon nach
wenigen Monaten Aufenthalt im Heim sind diese Kinder in ihrer
Entwicklung weit zurückgefallen. Sie sind Opfer einer umfassenden
Entwicklungsstörung geworden, die als „Deprivationssyndrom"
bezeichnet wird. Auf deutsch bedeutet dieser Ausdruck etwa
„Krankheit durch Beraubung". Er wurde gewählt, weil die betroffenen
Kinder der entwicklungsfördernden Einflüsse beraubt worden sind, die
von der Mutter oder einer anderen festen Bezugsperson ausgehen. Ein
Team der Forschungsstelle für soziale Pädiatrie an der Universität
München, das seit 1967 Untersuchungen in etwa 40 Säuglings- und
Kleinkinderheimen des Bundesgebiets und Westberlins vornahm, stellte
fest, daß nach halbjährigen Heimaufenthalt 75 Prozent der Heimkinder
erst einen Entwicklungsstand erreicht hatten, der der Hälfte ihres
Lebensalters entsprach. Nur 2,6 Prozent der Kinder hatten sich
altersgemäß entwickelt.
Die Rückstände im ersten Lebensjahr werden in der Regel nur von
Beobachtern erkannt, die mit der normalen menschlichen Entwicklung
gut vertraut sind. Mit zwei Jahren allerdings kommen auch dem Laien
viele Kinder in den Heimen „sonderbar" oder „gestört" vor. „Diese
Kinder", berichtete Heimleiter Mehringer, „können mit zwei Jahren
noch nicht laufen, kaum richtig stehen, nichts Festes essen, müssen
die natürlichen Bewegungen, das Greifen, das Spielen erst
nachlernen. Sie sind beziehungslos, lehnen oft noch lange eine
zärtliche Zuwendung ab, sie können nicht lachen und nicht weinen,
nur schreien. Sie sind in ihrer ganzen Entwicklung weit zurück."
Aggressiv und brutal
Weit
zurück sind die Kinder in der „statistischmotorischen“ Entwicklung
(in der Beherrschung ihrer Bewegungen), in der Entwicklung der
Sinneswahrnehmungen und des Spielvermögens, in der Entwicklung der
Spräche und des Sozialverhaltens. Mehr und mehr treten zudem
Verhaltensweisen in Erscheinung, die nicht mehr nur als
Entwicklungsrückstand zu betrachten sind, sondern als
Fehlentwicklungen, als Verhaltensstörungen gedeutet werden müssen.
Diese
Befunde wurden übereinstimmend in zahlreichen Untersuchungen
erhoben. Marie Meierhofer und Wilhelm Keller vom Züricher Institut
für Psychohygiene im Kindesalter, die 1966 die Ergebnisse einer
umfangreichen Untersuchung in zwölf Säuglings- und Kleinkinderheimen
des Kantons Zürich veröffentlichten, stellten fest: „In ihrem
Grundresultat, daß die Heimkinder gegenüber den ‚Familienkindern’ in
ihrer gesamten Entwicklung im Rückstand und in ihrem Verhalten
anders sind, stimmt unsere Untersuchung mit allen anderen bisher
publizierten Entwicklungsstudien an Heimkindern überein."
Die
Verhaltensstörungen können von ganz verschiedener, ja
gegensätzlicher Art sein. Die Kinder können äußerst gehemmt und
apathisch sein. Ihre Passivität kann so weit gehen, daß sie
schließlich in ein Heim für schwachsinnige Kinder gelangen. Andere
Kinder zeigen sich sozial überaktiv. Wahllos klammern sie sich an
jeden Menschen, dem sie begegnen, ohne jedoch zu einer festeren
Bindung fähig zu sein. Ein dritter Typ erscheint verhältnismäßig gut
angepaßt. Diese Kinder wirken im Heim unauffällig. Eine genauere
Untersuchung zeigt jedoch, daß ihre Gefühlsentwicklung wesentlich
verarmt ist.
Schließlich überraschen manche Kinder schon sehr früh durch ihre
Zerstörungswut und Brutalität. „Sie sind", so beschreibt Pechstein
in Übereinstimmung mit den tschechoslowakischen Sozialpädiatern Z.
Matĕjček und J. Langmeier diese verhaltensgestörten Kinder,
„besonders durch ihre Aggressivität, ihre destruktiven Tendenzen,
Affekthandlungen und Grausamkeiten, wie das Quälen von Tieren und
anderen Kindern, auffällig. Ihre primitiven Affekte werden durch
Angst und Gewissen nicht kontrolliert; sie begehen Boshaftigkeiten,
kennen aber weder Schande noch Schuld."
Noch
ist nicht geklärt, auf welche Weise so gegensätzliche Typen von
Verhaltensstörungen unter prinzipiell ähnlichen Bedingungen
entstehen. Wahrscheinlich gibt hier die Veranlagung den Ausschlag.
Es leuchtet aber ein, daß derartige Verhaltensstörungen, die auch in
günstigem Milieu nicht mehr ohne weiteres wieder verschwinden, alle
sozialen Beziehungen schwerwiegend belasten — sei es in den Heimen,
wo die Verhaltensstörungen die Atmosphäre maßgeblich beeinflussen,
sei es gegenüber Adoptiv- oder Pflegeeltern, sei es in der Schule.
Bei
einem Vergleich von je fünfzig Heim-, Pflege- und Familienkindern
fand Annemarie Dührssen, Leiterin des Instituts für Psychogene
Erkrankungen in Berlin, daß 80 Prozent der Heimkinder den
Anforderungen des ersten Schuljahrs nicht gewachsen waren (drei
Viertel von ihnen waren gleich zurückgestellt worden). Bei den
Pflegekindern hatten 43 Prozent Schwierigkeiten mitzukommen oder
waren von vornherein nicht schulreif gewesen, bei den
Familienkindern jedoch nur 15 Prozent.
Wie
anhaltend die Schäden sind, die ein Heimaufenthalt in der frühen
Kindheit bewirkt, zeigte schon in den vierziger Jahren der
amerikanische Psychologe William Goldfarb. Er untersuchte 14- bis
15jährige Pflegekinder und verglich dabei zwei Gruppen miteinander:
Während die Kinder der einen Gruppe bis zum dritten Lebensjahr bei
der Mutter gelebt hatten, waren die Kinder der anderen Gruppe in
dieser Zeit in einem Heim gewesen. Jede der beiden Gruppen umfasste
15 Kinder.
Goldfarb fand, daß unter den ehemaligen Heimkindern sechs bei
anderen Kindern unbeliebt waren, unter den „Mutterkindern" nur
eines. Neun Heimkinder, aber nur zwei Mutterkinder fielen durch
distanzlose Kontaktsuche auf. Acht Heimkinder (ein Mutterkind) waren
furchtsam, neun Heimkinder (ein Mutterkind) sehr unruhig. Auffällige
Konzentrationsstörungen lagen bei Zehn Heimkindern und keinem
Mutterkind vor, schlechte Schulerfolge bei allen 15 Heimkindern und
einem Mutterkind.
„Es
ist sicher", betonen auch Marie Meierhofer und Wilhelm Keller in
Zürich, „daß ungerichtetes Kontaktsuchen, Verharren in Protest,
Kontaktmeiden, stumpfe Abkehr von Welt und Umwelt und mangelnde
Fühlung mit der Wirklichkeit in der frühen Kindheit die Wurzeln
bilden können für spätere Charakterstörungen im Sinne der
Haltlosigkeit, des Überwiegens von aggressiven und asozialen
Tendenzen, der schizoiden Absonderung, der Hingabe- und
Leistungsunfähigkeit..."
Der
Dauerkonflikt mit der Umwelt erscheint bei vielen Menschen, die ihre
frühe Kindheit in einem Heim verbracht haben, vorprogrammiert. Die
Frage ist im Einzelfall nur noch, ob allein die ehemaligen
Säuglingsheimkinder leiden oder ob sie ihrerseits ihre Umwelt an
sich leiden lassen.
Es
ist einerseits bekannt, daß viele Kriminelle ihre Kindheit unter
erbärmlichen Verhältnissen verlebten. Andererseits sehen wir schon
bei Kindern, die ihren Lebensanfang unter schädigenden Bedingungen
verbrachten, Tendenzen zu Persönlichkeitsentwicklungen, wie sie
später oft bei Kriminellen auffallen. Die Indizien, die für die
Entstehung der Kriminalität in der frühen Kindheit sprechen,
erscheinen schlüssig. Dennoch wünscht man sich Untersuchungen, bei
denen das Schicksal einer möglichst großen Anzahl sowohl von
Säuglingsheimkindern als auch von Familienkindern bis zum
Erwachsenenalter verfolgt worden ist. Erstaunlicherweise sind
derartige Untersuchungen kaum bekannt.
Wenigstens einen Anhaltspunkt gibt eine Untersuchung, die Theodor
Hellbrügge in München zusammen mit der Psychologin R. Brendel
unternahm. Sie ist nicht nur wegen der Seltenheit solcher
Untersuchungen bemerkenswert, sondern wegen der makabren Umstände,
unter denen die untersuchten jungen Menschen zur Welt kamen. Es
handelt sich um Jugendliche, die im Rahmen des
nationalsozialistischen Zuchtprojekts „Lebensborn" gezeugt und zum
Führungsnachwuchs bestimmt worden waren. Nur Männer und Frauen mit
besten Erbgesundheitszeugnissen waren dazu ausersehen worden, die
Heime zu füllen, in denen die Elite der Nation heranwachsen sollte.
1946
begegnete Hellbrügge sechs Kindern aus diesem Projekt. Sie
erschienen ihm „auffallend hübsch". Damals waren sie eineinhalb bis
zwei Jahre alt. „Bei näherem Zusehen", berichtete der Kinderarzt,
„stellte sich indessen heraus, dass keines dieser Kinder laufen
konnte, einige konnten kaum sitzen. Sie konnten nicht sprechen, sie
konnten vor allem nicht lachen." Kurz: Sie offenbarten nur allzu
deutlich ihre Heimherkunft.
Jahre
später bemühten sich Hellbrügge und Frau Brendel, Adressen von
Lebensborn-Kindern ausfindig zu machen. Von 1962 bis 1966 gelang es,
70 Jugendliche, die ihr Leben
nationalsozialistischem Rassenhochmut verdankten, ausfindig zu
machen. 40 von ihnen wurden eingehend medizinisch, psychologisch und
tiefenpsychologisch untersucht.
Außerdem wurden alle verfügbaren Unterlagen über diese Jugendlichen
studiert. Obgleich diese Untersuchung, vom Standpunkt eines
Biostatistikers gesehen,
notwendigerweise methodische Schwächen hat, erscheinen die
Ergebnisse doch interessant. Psychologische Tests ließen nämlich bei
den ehemaligen Lebensborn-Kindern immer wieder Anzeichen für
wirklichkeitsfremde Einstellung, Störungen der Umweltbeziehungen,
Angst, Haltlosigkeit, Gefühlsarmut, Kontakthemmungen erkennen
Etliche Jugendliche stotterten. Fünf näßten und koteten noch im
Alter von mehr als 17 Jahren ein.
Vielfach waren große Erziehungsschwierigkeiten aufgetreten. Zwölf
der 70 Jugendlichen waren in Fürsorgeerziehung gewesen. Durch
Asozialität und Kriminalität war bereits — so Hellbrügge — „ein
nicht geringer Teil aufgefallen". Die Kinder mit ausgesuchtem
Erbgut, die in Heimen zu nordischen Prachtmenschen heranwachsen
sollten, entwickelten sich somit ganz anders, als ihre geistigen
Väter am Schreibtisch es sich vorgestellt hatten. Und das lag
offensichtlich an ihren frühen Jahren, die sie ohne Mütter
verbringen mußten.
Der Chronist Salimbene von Parma
berichtet am Ende der Biographie des Stauferkönigs Friedrich II. von
verschiedenen, in seinen Augen sehr merkwürdigen Ideen und Taten
dieses Herrschers:
"Seine zweite Wahnidee war, daß er ein Experiment machen wollte,
welche Art Sprache und Sprechweise Knaben nach ihrem Heranwachsen
hätten, wenn sie vorher mit niemandem sprächen. Und deshalb befahl
es den Ammen und Pflegerinnen, sie sollten den Kindern Milch geben,
daß sie an den Brüsten saugen möchten, sie baden und waschen, aber
in keiner Weise mit ihnen schön tun und zu ihnen sprechen. Er wollte
nämlich erforschen, ob sie die hebräische Sprache sprächen, als die
älteste, oder Griechisch oder Latein oder Arabisch, oder aber die
Sprache ihrer Eltern, die sie geboren hatten. Aber er mühte sich
vergebens, weil die Knaben und (anderen) Kinder alle starben. Denn
sie vermochten nicht zu leben ohne das Händepatschen und das
fröhliche Gesichterschneiden und die Koseworte ihrer Ammen und
Nährerinnen" (Doren, 1914, S. 359).
Diese historische Anekdote wird zumeist dann erwähnt, wenn der
lebensentscheidende Einfluß demonstriert werden soll, den der
soziale Umgang im allgemeinen und die Beziehung zu einer
Mutterperson im besonderen für die Entwicklung eines Kindes besitzt.
Daß die Qualität der Betreuung von Kindern in Heimen und in Kliniken
nicht die beste war und daß z.T. ähnliche Entwicklungen wie oben
vorhanden sein können, wurde aus kinderärztlicher Sicht um die
Jahrhundertwende herausgestellt (von Pfaundler, 1924). Zwar konnte
man dort aufgrund aseptischer Behandlung die Kindersterblichkeit
beträchtlich zurückdrängen, nach Abklingen der Symptomatik trat aber
keineswegs eine Gesundung ein, sondern:
"Tritt man an das Bett heran, so wenden sich die Augen wohl noch dem
Beschauer zu, doch weder mit dem latenten Lächeln des gesunden noch
mit der ängstlichen oder schmerzhaft gespannten Miene des kranken
Kindes, sondern mit einem indifferenten, resignierten, wie in Ernst
und Trauer erstarrten Blick. ... Man steht einem körperlichen
Verfall gegenüber, der sich in außergewöhnlicher und stabiler
Blässe, Schlaffheit oder Welkheit der Haut und des Unterhautfettes,
in Elastizitätsverlust bei scheinbar oft vermehrtem Muskeltonus
ausdrückt ... Von diesem Stadium an macht sich die schwerste Form
des Hospitalismus bemerkbar, nämlich die völlige
Widerstandslosigkeit gegen infektiöse Schäden" (Schmalohr, 1968, S.
20).
Von Pfaundler (1924) gebührt das Verdienst, diese
Spitalsschädigungen (von daher aus die Bezeichnung Hospitalismus,
bisweilen auch Hospitalmarasmus
genannt) mit der Muttertrennung in Verbindung gebracht zu haben.
Ihm fiel nämlich auf, daß Kinder in der natürlichen Umgebung, in der
oft ein viel geringerer Grad an Hygiene herrschte als in Spitälern,
unter sonst gleichen Ausgangsbedingungen sich wesentlich schneller
erholten. Er stellte auch als erster Vergleiche zwischen
Kindergruppen mit unterschiedlicher Zuwendungsintensität und
Entwicklungsverläufen fest. Bowlby (1951) beschreibt als Folge der
Mutter-Trennung den sog. Separationsschock, Spitz (1945) als
anaklytische Depression ein Syndrom, das sich ausschließlich bei
Säuglingen in der zweiten Hälfte des 1. Lebensjahres inHeimen
zeigte, die von ihrer Mutter getrennt wurden.
Nach dem Schweregrad der psychischen und physischen Schädigungen,
die sich im Rahmen des Hospitalismus ergeben können, ist folgende
Intensivierung denkbar:
mentale Inanition (psychosomatische und
irreversible psychische Störungen),
Hospitalismus i.e.S. (schwerste psychische und
physische Dauerschäden mit vitaler
Bedrohnung und möglichem Tod).
Als Folgen (vor allem bei längerer
Unterbringung in Heimen) wurden nachgewiesen:
Motorische Entwicklungsverlangsamung,
sprachliche Retardierung,
intellektuelle Verkümmerung,
neurotische Symptomatiken,
Störungen des Sozialverhaltens und
Störungen des Arbeitsverhaltens.
Heimkinder entwickeln sich
ungünstiger als Kinder, die in Pflegefamilien aufwachsen (Dührssen,
1958). Ursächlich dafür ist die mangelnde Kontinuität der Zuwendung
und die quantitativ geringere Zuwendung. Zwischen der Kontinuität
der Zuwendung und dem Schulerfolg wurde zudem eine Korrelation von
.40 gefunden (Rösler, 1970).
Diese Arbeiten haben eine deutliche Verbesserung der
Betreuung in Hospitälern und Heimen nach sich gezogen. Die soziale
Bedeutung des Hospitalismus liegt darin, daß diese Kinder zwar nicht
mehr sterben, aber als chronisch affektgestörte Menschen einen Teil
der Gesellschaft bilden.
Psychischer Hospitalismus ist aber bis heute nicht
völlig verschwunden. Außerdem ist dies nicht nur ein Thema für
Institutionen, in denen Kinder untergebracht werden, sondern es gibt
Hospitalismus auch in Familien (Kindesvernachlässigung).
Seiten/Umfang: 175 Seiten – 18,5 x 12,4 cm
Gewicht: 200 g
Erschienen: 20. September 2006
Wichtiger Hinweis: Alle Fotos und Textbeiträge des Beitrages aus
dem Buch „Der letzte Morgen“ dürfen in keiner Form reproduziert und
verbreitet werden! Das Manuskript wurde ausschließlich für Herr
Johann Lambert Beckers
von Verlag „EDITION GORDEN“zur Verfügung gestellt!
Der Autor Rudolf Böhm ist Tot. Möge seine Seele frieden finden, die
sie im Kinderheim nicht haben durfte.
Rex Gorden, Sänger, Verleger und Autor, wurde am 30. November 1953
in Aichach (Bayern) geboren und wuchs in Düsseldorf auf. Nach
Beendigung der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung als
Bürokaufmann und besang Tonträger. Später zog es ihn nach Köln, wo
er im damaligen „Theater Cordial“ Schauspielunterricht nahm. 1973
wählte er München als seinen Dauerwohnsitz. Neben zahlreichen
Gesangsaufnahmen und diversen TV-Auftritten entdeckte der große
Tierfreund seine Leidenschaft zur Fotographie und sein stets treuer
Begleiter ist die Kamera. Im Herbst 2005 kam er auf die Idee, sein
erstes Buch zu schreiben.
Gorden, der September 2006 an Lungenkrebs erkrankte (ein Jahr zuvor
starb seine Zwillingsschwester Gerti an Lungenkrebs) und durch die
Chemotherapien auf den Weg zu Besserung ist, lebt am Stadtrand von
München. Er beabsichtigt, sobald er wieder mehr Energie hat, neben
weiteren Tonaufnahmen ein zweites Buch zu veröffentlichen.
03.09.2007 wurde festgestellt, dass die
Metastasen bereits das Gehirn erreicht haben.
17.03.2008 Rex Gorden
†
(Rudolf Böhm) ist am
06.03.2008 an den Folgen seiner Krankheit
verstorben. Bei ihm wurde Anfang September ein Gehirntumor
festgestellt und es wuchsen im Laufe der Zeit weitere
Lymphdrüsen-Tumore nach außen am Körper.
Seit Anfang Januar war er rechtsseitig gelähmt und die letzten 3 1/2
Wochen war er im Krankenhaus an einen Morphium-Perfusor
angeschlossen. Er ist im wörtlichen Sinne - ganz sanft -
eingeschlafen.
Rex Gorden war, entgegen seiner schlechten Erfahrungen der Kindheit,
zumindest in dieser ganzen Zeit, nicht allein. Bärbel hatte die
Möglichkeit, die ganze Zeit bei ihm zu sein.
Inhalt:
In diesem Buch wird das traurige Schicksal des Schülers Philipp
Krüger beschrieben, der als Kind die Zuneigung seiner Eltern
vermißte. Alkoholmißbrauch, Arbeitslosigkeit sowie chronischer
Geldmangel der Eltern prägten das Bild von Philipp. Die Folgen:
Ausgrenzung seines Umfeldes und Einsamkeit. Philipp litt sehr
darunter und sein junges Leben wurde zerstört. Er besaß nicht die
Kraft und den Mut, sich anderen anzuvertrauen, was schließlich zum
dramatischen Ende führte. Diese authentische Geschichte soll darauf
hinweisen und zugleich die Augen öffnen, was Alkoholmißbrauch
verursachen kann.
Die Heimzeit spielte sich Mitte der 60ger Jahre ab.
Heinz-Peter, der sich mit „Philipp Krüger“ im Viersener Kinderheim
Don-Bosco anfreundete, wurde im Sommer 1966 wieder aus dem Heim
geholt, nachdem er sich mit Philipp und den anderen der Heimgruppe
das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in England (Deutschland
gegen England) ansehen durfte.
Buch-Auszüge:
Eine ideale Lösung? (in Düsseldorf)
Dann kam das, was unumgänglich war und kommen mußte. Das Jugendamt
wurde tätig. Die Behörden suchten ohne Vorankündigung überraschend
die Wohnung auf und fanden diese im total chaotischen Zustand vor.
Philipp bekam von dem Gespräch nicht viel mit, da er nicht begreifen
konnte, was Sache war. Als der Besuch vom Jugendamt wieder weg war,
brachte Marina ihrem Sohn schonend bei, daß sie aufgefordert wurde,
ihn in den nächsten Tag in das Kinderheim an der Oberbilker Allee zu
bringen, etwa fünfzehn Minuten Fußweg von der Schmiedestraße
entfernt. Für Philipp brach nach dieser Schreckensnachricht eine
Welt zusammen. Als Wolfgang abends nach Hause kam, fand darüber eine
Diskussion statt.
„Das war vorauszusehen“, waren seine Worte.
Marina und Wolfgang stritten sich bei dieser Diskussion und
betranken sich nebenbei, anstatt Philipp seelischen Beistand zu
leisten. Philipp hatte Angst. Er war über 10 Jahre alt und man würde
ihn in den nächsten Tagen seinen Eltern wegnehmen. Das Leben hätte
für ihn plötzlich eine neue Wende. Was wird ihn im Heim erwarten?
Und in der Schule? Wie würden sich die Mitschüler ihm gegenüber
verhalten? Die Ungewißheit machte Philipp sehr zuschaffen. Wie wird
es im Heim sein? Wird man streng sein? Darf er aus dem Heim zum
Gangelplatz, um mit anderen Kindern zu spielen? Alles wird neu und
fremd sein. Wird er neue Freunde finden? Was wird aus seiner kleinen
Schwester Barbara, die inzwischen gerade erst vier Jahre alt war und
von all dem kaum etwas mitbekam, weil sie noch zu klein war. Und
Rüdiger, sein kleiner Bruder, der erst drei Monate alt war?
Wenige Tage später erschienen die Beauftragten des Jugendamtes
erneut. Marina war gerade damit beschäftigt, die Sachen für Philipp
zusammenzupacken.
„Bemühen Sie sich nicht, Frau Kronstein! Wir bringen Philipp in das
Kinderheim!“
Philipp konnte seine Tränen nicht unterdrücken. Es ging alles sehr
schnell. Innerhalb von zehn Minuten verabschiedete sich Marina von
Philipp und versprach, ihn recht bald zu besuchen und ihn wieder aus
dem Heim zu holen. Mit dem Auto fuhr die Jugendbeauftragte Philipp
zum Kinderheim an der Oberbilker Allee. Das Heim befand sich
verborgen hinter einer großen Mauer an der Hauptstraße. Nachdem die
Pforte geöffnet wurde, erschien eine Ordensschwester und begrüßte
Philipp freundlich.
„Herzlich Willkommen, Philipp! Keine Angst, es wird Dir hier nichts
passieren. Du wirst sehen, daß Du Dich bei uns wohl fühlen wirst“.
Philipp wurde zur Rezeption geführt und dort der Heimleitung
vorgestellt. Ein großer Raum, wo sich gleich drei Ordensschwestern
befanden, die sich mit den Leuten des Jugendamtes leise
unterhielten. Nach etwa dreißig Minuten brachten gleich zwei Nonnen
Philipp zu seiner neuen Umgebung. Er wurde der Gruppenschwester und
den etwa gleichaltrigen Kindern vorgestellt, die an mehren Tischen
saßen und sich mit Schulaufgaben beschäftigten. Es waren teilweise
Kinder, die im Heim aufgewachsen sind und kein Elternhaus kannten.
Im Kinderheim hatte Philipp erhebliche Schwierigkeiten. Er konnte
sich keineswegs zurechtzufinden. Mit den anderen Heimkindern wurde
er geschlossen zur Schule geführt und abgeholt. Der nun alltägliche
Weg zur Schule führte durch die Schmiedestraße vorbei, wobei Philipp
jedes Mal zum Fenster der Wohnung, in der er einst lebte hinaufsah
und dabei Herzklopfen bekam.
Nun hatte er es als „Heimkind“ in der Schule bei den
Klassenkameraden noch schwerer, da es sich in der Klasse schnell
herumgesprochen hatte, in welcher Situation er sich befand.
Es gab Klassenkameraden, die ihn danach fragten, ob er zufällig eine
Flasche Schnaps dabei habe. Und er wurde gefragt, wie es im
Gefängnis sei. Philipp wurde von vielen Mitschülern ständig
provoziert. Es gab wenige, die sich völlig raus hielten. Selbst die
Nachbarskinder aus der Schmiedestraße, die teilweise dieselbe Klasse
besuchten wie Philipp und mit denen er einst im Hof spielte,
verhielten sich ihm gegenüber plötzlich aggressiv. Immer wieder
warfen sie ihm vor, wie versoffen doch seine Eltern sind und wie oft
sie von der Polizei aufgesucht wurden. Die meisten Heimkinder
verbrachten die Pausen unter sich. Es gab einige äußerst strenge
Lehrer, die Philipp auch nicht immer das Leben leicht machten und
ihm gegenüber keinerlei Verständnis aufbrachten. Aber es gab auch
zugängliche Lehrer, die die schwere Situation der Heimkinder
erkannten und sich mit ihnen beschäftigten. Auch einige Lehrerinnen
versuchten dazu beizutragen, den Heimkindern ein angenehmeres Leben
in der Schule zu ermöglichen, was nicht immer einfach war, da die
Lehrer in solchen Situationen ziemlich überfordert waren. Dennoch
versuchten sie ihr Bestes, auch wenn sie ihr Ziel nicht erreichten,
da es unter den Klassenkameraden immer wieder Querulanten gab, die
einfach nicht darüber nachdenken wollten, dass auch Heimkinder eben
nur Kinder sind und diese teilweise durch ihre seelischen
Vorbelastungen besonders empfindlich reagieren.
Philipp hatte niemals die Gelegenheit, auf dem Weg zur Schule die
geschlossene Gruppe zu verlassen, um das Elternhaus aufzusuchen.
Irgendwann aber kam dann die Zeit, daß er der Gruppe angehörte, die
selbstständig zur Schule gehen durfte. Den Ordensschwestern im Heim
mußte er versprechen, daß er nicht vom Weg abweicht. Nach einiger
Zeit ließ er sich nicht mehr von seinem Vorhaben abbringen, einen
Abstecher „nach Hause“ zu machen, um dort seine Eltern anzutreffen.
Er wollte erfahren, wann sie ihn wieder aus dem Heim holen, obwohl
er in sehr guter Erinnerung hatte, wie schlecht es ihm bei seinen
Eltern erging. Doch niemals traf er dort jemanden an.
Im Kinderheim herrschten raue Sitten und Strenge. Alles was den
Ordensschwestern an den Kindern nicht gefiel, wurde bestraft. Mit
Prügel wurde ebenfalls nicht gespart, wenn sie nicht die Kirche
aufsuchen wollten, was obligatorisch zur Tagesordnung zählte.
Sie mußten ständig beim Pfarrer ihre Beichte abgeben. Philipp wußte
manchmal gar nicht, was er überhaupt noch beichten sollte. Nur, weil
er manchmal widersprochen hatte? Die Ordensschwestern nannten es
„Ungehorsam“. Eine eigene Meinung durften die Kinder nicht äußern,
die zählte nicht. Eine Sünde? Ein Grund zur Prügelstrafe? Das kann
doch nicht christlich sein!
Da Philipp mehrmals unpünktlich im Kinderheim eintraf, weil er (wie
immer wieder) vor dem verschlossenen „Elternhaus“ vergebens wartete,
verprügelte ihn die Gruppenschwester und er durfte einige Tage nicht
im Hof spielen. Sie brummte ihm unangenehme Strafarbeiten auf. Mal
sollte er religiöse Aufsätze schreiben, oder seitenweise die „10
Gebote“ wiederholt als „Übung“ aufschreiben. Wenn er es nicht fein
säuberlich schrieb, so wurde er dazu gezwungen, alles erneut zu
verfassen. Manchmal arbeitete er drei Stunden an seiner Strafarbeit.
Obwohl Philipp eine schöne Handschrift hatte, wurde diese ständig
von der Gruppenschwester bemängelt. Wie oft schmerzten seine Finger
vor lauter Schreiben. Schaute er ab und zu mal aus dem Fenster, so
wurde er ermahnt. Zur Strafe kam noch hinzu, daß er in die kleine
Kirche des Heimes mußte, um „Reue“ zu bekennen. Dabei durfte er sich
nicht auf die Bank setzen. Das wäre ja auch zu einfach gewesen.
Nein, er mußte auf den harten Holzbänken knien mit gefalteten
Händen, – eine gute Stunde lang. Die Gruppenschwester saß dabei
bequem einige Bänke hinter Philipp, um ihn beim „Beten“ nicht aus
den Augen zu lassen. Es wurde ihm während des Betens auch nicht
erlaubt, einmal kurz aufzustehen, weil die Knie schmerzten. Als er
es einmal versuchte, brummte ihn die Schwester noch eine Stunde auf
und ließ sich von einer Praktikantin ablösen. Die junge Praktikantin
aber hatte Mitleid mit Philipp.
„Du hast jetzt genug gebetet, setzt Dich ein wenig auf die Bank. Ich
kann von hier aus sehen, wenn die Gruppenschwester kommt. Knie Dich
wieder auf die Bank, wenn ich Dir ein Zeichen gebe“.
Die Praktikantin saß in der letzten Bankreihe und hatte den Eingang
im Visier. Nebenbei unterhielt sie sich etwas mit Philipp. Nach
einer Stunde verließen beide die kleine Kirche und alles war gut
gegangen. Philipp war innerlich sehr dankbar, daß ihm die
Praktikantin entgegenkam. Aber ihn plagte bereits nach Verlassen der
Kirche ein schlechtes Gewissen. Immerhin hatte er genau das
Gegenteil getan, was die Ordensschwester von ihm verlangte. Nachdem
einige Tage vergingen und von all dem nichts ans Tageslicht kam war
Philipp wieder erleichtert.
All diese Vorgänge, zu spät im Kinderheim zu erscheinen,
anschließend Prügelstrafe, Beichte und Strafarbeiten etc. hielt
Philipp nicht mehr aus. Wenige Tage später beschloß er, das
Kinderheim nicht mehr aufzusuchen und marschierte nach Schulschluß
in Richtung Autobahn, bepackt mit seiner Schultasche und mit etwa
dreißig Pfennig in der Hosentasche. Da er von einigen anderen
Heimkindern erfahren hatte, daß Kinder von zu Hause ausgerissen
waren, um dann per Anhalter mit einem Lastwagen ihr Ziel zu
erreichen, wollte er es auch versuchen. Philipps Ziel war es, nach
Bayern zu reisen, um endlich einmal die Berge sehen zu können. Es
regnete stark und bereits nach sehr kurzer Zeit war er völlig
durchnäßt. Nachdem er stadtauswärts einen kleinen Bauernhof sichtete
und zuvor sein bescheidenes Kapital in zwei trockene Brötchen
investierte, fand er Unterschlupf in einer Scheune. Philipp wußte
nicht, wieviel Uhr es ist. Seine Armbanduhr hatte ihm die
Gruppenschwester abgenommen, da die Kinder nur sonntags, wenn sie
„brav“ waren, ihre Uhren tragen durften. Philipp zog seine Kleidung
aus, damit diese trocknen konnten und schlief im Heu. Er fand in der
Scheune einen alten vermoderten Mantel und deckte sich damit zu.
Immerhin wärmte der dreckige, stinkige und trockene Mantel Philipps
Körper. Er schlief durch und wurde in den frühen Morgenstunden von
einem Hahn, der kräftig krähte, aus dem Schlaf gerissen. Seine
Kleidung war immer noch nicht trocken, doch er zog sie an.
Bisher hatte ihn vom Anwesen des Bauernhofes niemand entdeckt.
Unbemerkt und hungrig verließ er den Hof. Nach langer Zeit erreichte
Philipp die Autobahneinfahrt. Kurze Zeit später hielt ein
Polizeiwagen. Das war das Ende seiner Abenteuerreise. Man nahm ihn
mit aufs Revier und ein Polizeibeamter spendierte ihm sein
Frühstücksbrot. Sie wußten genau, woher er kam, da natürlich von der
Heimleitung aus die Polizei verständigt wurde. Die Polizei nahm
Philipp etwas die Angst vor dem Heim und sie fuhren ihn wieder „nach
Hause“. Dort wurde er außergewöhnlich freundlich empfangen und bei
dieser Gelegenheit wünschte er sich so sehr, dass die
Ordensschwestern immer so wären. Dies hielt aber leider nur kurze
Zeit an und er wurde bereits nach einigen Tagen wieder schikaniert.
Philipps Situation war unverändert.
Knapp drei Monate später kam auch Barbara in das Heim. Doch seine
letzten Tage in diesem Kinderheim waren gezählt…
Schlagfreudige Nonnen
Man verlegte Philipp in ein anderes Kinderheim nach Viersen, um zu
vermeiden, daß er ständig die Schmiedestraße aufsuchte. Gegen die
Besuche der Eltern gab es vom Sozialamt und von der Heimleitung
keine Einwände.
Obwohl das Kinderheim in Düsseldorf von der Schmiedestraße nicht
weit entfernt war, besuchten ihn weder seine Mutter noch sein
Stiefvater. Selten erhielt er Post von beiden. Und wenn, so waren es
nur wenige Zeilen, aus denen hervorging, daß man ihn am nächsten
Sonntag besuchen würde. Philipp wartete jedoch vergebens. Viele
Kinder empfingen Besuche, während er da stand und wartete. Für
Philipp waren diese leeren Versprechungen ein sehr niederdrückendes
Gefühl.
Seine Oma konnte ihn nicht besuchen, da sie sich nicht die Fahrkarte
leisten konnte. So sah er in nächster Zeit auch Luzia nicht. Ein
Ausflug nach Köln wäre von der Heimleitung niemals genehmigt worden.
Wenn die Heimkinder das Kinderheim verließen, dann nur, um die
Agnes-van-Brakel-Schule zu besuchen. Dort waren alle Lehrer sehr
nett und mit den Schulkameraden gab es keinerlei Probleme.
Im Don-Bosco-Heim lebten die Kinder, wie auch in Düsseldorf, von der
Außenwelt völlig abgeschirmt, konnten sie sich aber in der Anlage
frei bewegen. Ein kleiner Fußballplatz, Spielwiese und sogar ein
kleines Schwimmbecken waren vorhanden. Das war aber nicht die
Vorstellung vieler Kinder und für Philipp erst recht nicht.
Immerhin gab es Heinz-Peter Lochten, der mit Philipp sofort
Freundschaft schloß. Sie waren gleichaltrig, verstanden sich auf
Anhieb und sie teilten mit zwei anderen ihr Zimmer. Philipp begann
zu lesen. „Geheimnis um eine Efeuvilla“ war das erste Buch, was
Philipp in den Händen hielt, welches ihm Heinz-Peter lieh. Zum
ersten Mal las Philipp ein Buch und es gefiel ihm. Philipp
verschlang regelrecht diese Abenteuerbücher. Mit einer kleinen
Taschenlampe las er sogar die Bücher unter seiner Bettdecke. Ebenso
Heinz-Peter, der zwei Taschenlampen hatte und zuvor Philipp eine
davon überließ. Das war besonders spannend, da es schon dunkel war
und vom Bett aus der Blick auf den großen Garten führte. Heinz-Peter
sein Bett befand sich direkt am Fenster, daneben das von Philipp,
Ludwig und Holger. Probleme gab es zwischen den vieren nicht. Ab und
zu öffnete sich die Tür. Die Gruppenschwester schaute nur nach, ob
alles OK ist und ob die Kinder schliefen. Natürlich wurde sie
bemerkt, bevor sich die Tür öffnete und im Nu waren die
Taschenlampen aus.
Durch Heinz-Peter entdeckte Philipp etwas, was ihm Lebensfreude
vermittelte und Ablenkung verschaffte. Durch ihn hatte er es im Nu
fertig gebracht, die erste Serie von Enid Blyton „Geheimnis um ein…“
zu lesen. Immerhin bestand diese Serie aus vierzehn Büchern. Ja, die
sechs Spürnasen, die sich die Kindergruppe nannte, denen ein
schwarzer Scotchterrier Namens Purzel angehörte, lösten jeden Fall.
Philipps Rechtschreibung verbesserte sich dadurch schlagartig und
die Lehrer lobten ihn hierfür. Traurig war er darüber, daß es nicht
noch mehr Bücher von der Geheimnis-Serie gab. Als er hörte, daß es
weitere Abenteuerserien von Enid Blyton gab, besorgte er sich all
diese Bücher aus der Pfarrbücherei. Er fand immer mehr Gefallen an
den Büchern, die von der englischen Schriftstellerin stets spannend
geschrieben wurden.
Heinz-Peter erging es genauso wie Philipp oder anderen Kindern aus
der Gruppe. Oftmals wurde er ebenso ohne Grund von der
Gruppenschwester geschlagen. Mal gab es mit der flachen Hand einen
kräftigen Schlag ins Gesicht, dass sogar die Lippen anfingen zu
bluten, oder mit dem Stock kräftige Schläge auf das Gesäß und auf
die Handinnenfläche. Dass Kinder manchmal bis zu zwei Stunden in der
Ecke stehen mußten und sich nicht einmal umdrehen durften, war keine
Seltenheit, nachdem sie zuvor eine Abreibung bekamen. Bewegungslos
und kerzengerade standen die bestraften Kinder da, die Füße
zusammengestellt, mit den Händen nach hinten gestreckt und starrten
nur die Wand an. Auch Philipp entkam dieser Bestrafung nicht.
Die Kinder wurden regelrecht eingeschüchtert. Oftmals mußten sie
sich Diavorträge einer Gruppenschwester ansehen, die früher im
belgischen Lüttich ein Kinderheim betreute. Teilweise waren die
Diavorträge für die Kinder ziemlich langweilig, da es nichts anderes
zu sehen gab als Kirchen, Heime und Nonnen. Ja, Nonnen ohne Ende.
Für manche Kinder wurden die Nonnen zum Albtraum, auch für
Heinz-Peter und Philipp. Manche Kinder waren froh darüber, daß sie
in der Schule waren und hätten am liebsten den ganzen Tag dort
verbracht, um diese unfairen und teilweise brutalen Schwarzkittel
nicht mehr zu sehen. Zum größten Teil war für viele Kinder das Leben
im Don-Bosco-Heim unerträglich. Damals gehörte die Prügelstrafe zur
Tagesordnung. Heute würde man, wenn man Kinder so behandelt, von
Kindesmißhandlung reden. Leider gab es damals nicht die
entsprechenden Gesetze.
Heinz-Peter hatte Glück als er an einem Sommertag aus dem Heim
geholt wurde und dem Schicksal nicht mehr ausgesetzt war. Zuvor
schauten Philipp und Heinz-Peter mit der ganzen schulpflichtigen
Gruppe ein spannendes Fußballspiel an. Danach verabschiedete sich
Heinz-Peter von allen. Wer weiß, wie es ihm hinterher erging.
Sicherlich viel besser als Philipp. Philipp empfand seinen Freund
Heinz-Peter als großen Verlust, als er ihn nicht mehr sah und
trauerte ihm lange Zeit nach.
Auch in Viersen ließ Marina sich niemals sehen. Ein einziges Mal
erschien sein Stiefvater. Er kam mit einem Freund, der ihn mit
seinem Wagen nach Viersen brachte, da Wolfgang kein eigenes Auto
besaß. Philipp bekam nach mühseligen Verhandlungen der Heimleitung
und seines Stiefvaters einen „bewilligten Ausgang“. Sie fuhren in
die Stadt und aßen Eis. Welch ein plötzliches ungeheures
Glücksgefühl für Philipp. So kannte er seinen Stiefvater überhaupt
nicht. Nach zwei Stunden fuhren sie ihn wieder zurück in das
Kinderheim und er versprach, Philipp bald wieder zu besuchen.
Nachdem beide das Heim verließen, unterhielten sich die Nonnen vor
Philipps Augen und meinten:
„Der kommt hier nicht mehr ins Haus, der stank doch total nach
Alkohol und Zigarettenrauch!“
Wenige Wochen später erhielt Philipp einen Brief von seinem
Stiefvater mit der Nachricht, daß seine Eidechsen (die er nicht mit
in das Heim nehmen durfte) eingegangen sind. Er würde ihm neue
Eidechsen schenken, wenn er wieder zu Hause sei.
Weihnachtszeit. Von seinen Eltern war nicht einmal ein kleiner
Weihnachtsgruß eingetroffen. Philipp war deswegen wieder sehr
enttäuscht und niedergeschlagen. Die Kinder mußten alle zur heiligen
Messe. Anschließend gab es Milch, Tee und frischgebackene Plätzchen.
Kleine Geschenke wurden von den Nonnen vergeben, die einige Firmen
gespendet hatten. Philipp bekam Weihnachtspost von Luzia und Oma und
auch von seiner Tante Hildegard aus Köln, die ihm einen kleinen
Geldschein in den Brief legte. Die Gruppenschwester beschlagnahmte
gleich das Geld.
„Das wird für Dich aufgehoben, damit Du später etwas hast, wenn Du
von uns wegziehst“, waren ihre Worte.
Das Taschengeld war allgemein sehr spärlich ausgefallen. Es reichte
gerade mal für eine kleine Tüte Bonbons. Auch die anderen
Heimkinder, die etwas Geld von ihren Besuchern bekamen, mußten sich
mit einem mageren Taschengeld abspeisen lassen, da es die Nonnen
gleich an sich rissen, wenn die Besucher das Heim verließen.
„Ihr sollt nicht gleich das Geld für unnötige Dinge ausgeben und
müßt erst einmal lernen, damit umzugehen“, hämmerten die
Ordensschwestern den Kindern ein.
Merkwürdig war es aber, als die Kinder später das Heim für immer
verließen, daß sie niemals einen Pfennig sahen. Philipp bekam
manchmal Gespräche mit, wenn die Kinder beim Auszug erwähnten, daß
noch etwas Geld vorhanden sein müßte, welches sie von ihren Eltern
während der Besuchszeiten bekamen. Die Nonnen fertigten die Kinder
damit ab, daß sie es längst als Taschengeld aufgebraucht hätten…
Es war bereits Januar und das neue Jahr begann mit einer traurigen
Botschaft. Der Heimpfarrer kam freundlich auf Philipp zu und bat
ihn, ihm zur Kirche zu folgen. Philipp glaubte zunächst, daß der
Pfarrer ihm neue Anweisungen als Meßdiener geben wollte, da er
öfters mit dem Pfarrer in der Kirche den Plan durchging, oder auch
mal Kerzen aufstellte und die Gebetsbücher auf den Bänken verteilte.
So war es leider nicht. Schonend brachte er Philipp bei, daß sein
Stiefvater Wolfgang Kronstein am ersten Weihnachtstag einen Unfall
hatte, den er nicht überlebte.